Foodsharing.de steht vor dem Launch:
Tauschbörse für Lebensmittel

Ein Team um den Regisseur Valentin Thurn entwickelt mit Foodsharing.de eine Community zum Tauschen von nicht benötigten Lebensmitteln. Eine Crowdfunding-Kampagne verlief erfolgreich.

Kollaborativer Konsum bekommt eine neue Facette – zumindest wenn es nach Valentin Thurn und Sebastian Engbrocks geht. Thurn, der Regisseur des Dokumentarfilms «Taste The Waste», und Engbrocks, der die den Film begleitende Social-Media-Kampagne gegen Lebensmittelverschwendung verantwortet, erkannten während ihrer Zusammenarbeit, dass sie nicht einfach nur auf die Problematik des nachlässigen und verschwenderischen Umgangs mit Lebensmitteln aufmerksam machen sondern eine eigene Lösung entwickeln können, um den Lebensmittelmüll zu reduzieren. Abgesehen von den fragwürdigen moralischen Aspekten, die mit dem Entsorgen von Lebensmitteln einher gehen, sorgen sich Thun und Engbrock vor allem um die Konsequenzen für die Umwelt, wenn stetig mehr Essbares produziert als konsumiert wird. Denn die Produktion von Lebensmitteln verursacht enorme Emissionen. Gelänge es, den Lebensmittelmüll um die Hälfte reduzieren, so hätte dies nach Überzeugung des Duos den gleichen Effekt auf das Weltklima, als wenn jedes zweite Auto stillgelegt würde. Mit Foodsharing.de, einer Internettauschbörse für Lebensmittel, wollen sie diesem Ziel näher kommen.

Foodsharing.de soll zu einer Community von Menschen werden, die nicht benötigte Lebensmittel lieber mit anderen teilen, als sie wegzuschmeißen oder vergammeln zu lassen. Über die Website sowie Smartphone-Apps werden Anwender in der Lage sein, kostenfrei verfügbare Esswaren in ihrer Umgebung zu finden und sich diese über das Ziehen eines elektronischen Tickets zu sichern und daraufhin abzuholen.

Für Privathaushalte und Betriebe

Foodsharing.de richtet sich an alle Gesellschaftsteilnehmer, die Lebensmittel zu verschenken haben – von Privathaushalten, die vor einem Urlaub oder nach einer Party ihren Kühlschrank leeren wollen, über Hobbygärtner, die aus ihren geernteten Äpfeln und Beeren nicht Dutzende Liter Apfelmus und Marmelade für den Eigenbedarf herstellen wollen, bis hin zu Bäckern, Supermärkten und Restaurants, die aus welchen Gründen auch immer nicht die Dienste der Tafeln in Anspruch nehmen. Mit Bio Company konnte der für den Dienst in Köln gegründete Verein Foodsharing.de bereits eine erste Supermarkt-Kette zur Teilnehme bewegen.

Community-Charakter ist wichtig

Valentin Thurn, Sebastian Engbrocks und andere Mitstreiter des Projekts wollen mit Foodsharing.de drei Dinge erreichen: Lebensmittel vor der Tonne retten, einen mentalen Wandel hin zu mehr Wertschätzung für Lebensmittel einleiten und außerdem Gleichgesinnte zusammenbringen. Foodsharing.de soll sich zu einer Community entwickeln, die Menschen miteinander in Kontakt bringt, die bewusster konsumieren wollen, oder die ihre eigenen Lebensmittel produzieren und diese anderen Interessierten gratis bereitstellen möchten. Durch den Community-Charakter soll auch das Schamgefühl verhindert werden, das sonst entstehen kann, wenn man sich in 300 Meter Entfernung vier Kilo Kartoffeln bei Fremden abholt. Da sich bei Foodsharing.de Gleichgesinnte versammeln, verschwindet diese Hemmschwelle.

11.594 Euro Crowdfunding

Für die Finanzierung der App-Entwicklung hatten die Macher eine Crowdfunding-Kampagne lanciert. 10.000 Euro benötigten sie, 11.594 Euro von 394 Unterstützern sammelten sie schließlich ein. Der geschlossene Beta-Test werde in Kürze beginnen, so die Ankündigung von Anfang Oktober.

Foodsharing.de ist eine dieser Ideen, die exemplarisch aufzeigen, wie sich das Internet zur besseren, nachhaltigeren und effizienteren Ressourcenverteilung einsetzen lässt, und wie zumindest einige unschöne Nebenwirkungen der neuzeitlichen Konsumgesellschaft rückgängig gemacht werden können. Es bleibt zwar abzuwarten, wie groß die Beteiligung von Privathaushalten und Firmen am Ende ausfällt. Doch allein der Imagegewinn, der sich für Einzelhandels- und Gastronomiebetriebe durch eine Unterstützung von Foodsharing.de erreichen lässt, dürfte nach dem Debüt in Ballungsräumen schnell das Angebot an verfügbaren Lebensmitteln ansteigen lassen. Und schaut man sich an, wie in Großstädten die Biosupermärkte boomen, dann muss auch nicht daran gezweifelt werden, dass bei einer nicht unwesentlichen Gruppe der Verbraucher das notwendige Bewusstsein vorhanden ist, das als Motivation für eine Partizipation bei Foodsharing.de dient.

Wer in der bevorstehenden Beta-Phase dabei sein möchte, trägt sich am besten in die E-Mail-Liste auf foodsharing.de ein.

 

Martin Weigert

Martin Weigert ist der leitende Redakteur von netzwertig.com.

Mehr lesen

21.11.2012, 15 KommentareFoodsharing startet:
Der schwierige Versuch, die Welt mit einer Tauschbörse für Lebensmittel zu bereichern

Einen ehrenwerteren Ansatz kann es eigentlich gar nicht geben: Zwei Filmemacher drehen einen Dokumentarfilm über die Verschwendung von Nahrungsmitteln und beschließen daraufhin, das dargestellte Problem mit einer Tauschbörse für Lebensmittel selbst zu lösen. Foodsharing ging in dieser Woche in die offene Beta-Phase. Das Projekt wird es nicht leicht haben.

Linkwertig: Leistungsschutzrecht, Rivva, OpenStreetMap, Megaupload

5.3.2012, 15 KommentareLinkwertig:
Leistungsschutzrecht, Rivva, OpenStreetMap, Megaupload

Rivva wurde fünf Jahre alt, Foursquare wechselt zu OpenStreetMaps und mehr.

Lokale Botenfahrten: MyLorry will die Transportbranche aufmischen

26.11.2013, 8 KommentareLokale Botenfahrten:
MyLorry will die Transportbranche aufmischen

Das Berliner Startup MyLorry plant, unter Einsatz moderner Webtechnologie und einer schlanken Struktur die lokale Transportbranche aufzumischen.

Digitaler Minimalismus: \

11.7.2013, 16 KommentareDigitaler Minimalismus:
"Unglaublich wie das Thema die Leute fasziniert"

Das Interesse am Konzept des digitalen Minimalismus ist riesig, wie die Reaktionen auf eine Beitrag zeigen.

Fairer Online-Marktplatz: Fairnopoly will besser sein als Amazon und Zalando

6.3.2013, 10 KommentareFairer Online-Marktplatz:
Fairnopoly will besser sein als Amazon und Zalando

Das Berliner Startup Fairnopoly möchte mit einem fairen Online-Marktplatz und einer Genossenschaftsstruktur eine nachhaltige Alternative zu Amazon und Zalando etablieren. Über 200.000 Euro Crowdfunding zeugen von regem Interesse.

Heißer Herbst für Lebensmittel-Lieferdienste: Deutsche Instacart-Rivalen bringen sich in Stellung

22.9.2014, 10 KommentareHeißer Herbst für Lebensmittel-Lieferdienste:
Deutsche Instacart-Rivalen bringen sich in Stellung

Noch bevor der Lebensmittel-Lieferdienst Instacart den Sprung nach Europa macht, bringen sich hiesige Rivalen in Stellung. Rocket Internet soll an einem Klon arbeiten. Das eigenfinanzierte Darmstädter Startup Algel hält die Gelegenheit für ideal, die Stärken seines Modells hervorzuheben.

US-Startup Instacart: Online-Lebensmitteleinkauf, ohne die Supermärkte zu verdrängen

24.6.2014, 6 KommentareUS-Startup Instacart:
Online-Lebensmitteleinkauf, ohne die Supermärkte zu verdrängen

Das US-Startup Instacart heuert Privatpersonen an, um von Nutzern online bestellte Warten im Supermarkt einzukaufen und anschließend auszuliefern. Ein Ansatz, der dem hiesigen Lebensmittel-Einzelhandel gefallen könnte.

Lebensmitteleinkauf im Internet: Supermarkt-Ketten in Gefahr

6.6.2014, 10 KommentareLebensmitteleinkauf im Internet:
Supermarkt-Ketten in Gefahr

Auch wenn deutsche Verbraucher noch immer zögern, werden Supermärkte irgendwann im großen Stil ins Netz ziehen. Eine aktuelle Studie zeigt, dass sich auch im Lebensmittel-Einzelhandel die "traditionelle" Verdrängung einheimischer Akteure durch Internetgiganten wiederholen könnte.

17 Kommentare

  1. Echt? Nachhaltig? Wenn Tonnen Lebensmitteln nochmal durch die Gegend transportiert werden? Und dann: was ist da eigentlich mit dem ganzen Lebensmittelrecht, Mindesthaltbarkeitsdaten, Haftungsproblematik? Nee, sorry, das halte ich für eine Schnapsidee – genauso wie privates Carsharing im übrigen.

    • “Lebensmittelrecht, Mindesthaltbarkeitsdaten, Haftungsproblematik? ”

      Oohh, da denks du jetzt aber sehr sehr bürokratisch.

      zum Thema Abholung: Sollte klar sein, dass die Zielgruppe aus reiner Vernunft nicht extra zusätzliche Routen mit dem Auto fährt. Sofern es sich nicht um ganz große Mengen handelt, die transportiert werden müssen.

      Im Video wird übrigens erklärt, dass das Lachgas, das beim Düngen freigesetzt wird, 300-fach schlimmer sei als CO2. Das kann man glauben oder in Frage stellen – stmmt es aber, dann wäre im Extremfall sogar eine zusätzliche Autostrecke besser, als viel zu viel Lebensmittel zu produzieren, die nicht verbraucht werden.

    • Echt? Lebensmittelsicherheit nennst du bürokratisch? Bis zum nächsten Gammelfleischskandal, der diesmal aus “Resten” bestand? Nee, sorry, ich mache viel über Gastro und Food und bin da extrem vorsichtig. Kühlkette usw … Und wieso soll der stationäre Handel, die Gastronomie, ja selbst Marktstände sich an die in Jahrzehnten aus guten Gründen entwickelten Verordnungen usw halten, wenn Privatleute das einfach so aushebeln? Das hat doch nix mit Bürokratie zu tun, sondern um echte Gefährdungen.

    • Bürokratisch ist, dass du allein wegen der erwähnten Aspekte der ganzen Idee keine Chance gibst.

      Ich denke auch nicht, dass es sich gesetzlich verhindern lässt, dass Privatpersonen Lebensmittel verschenken.

      Sämtliche Lebensmittelskandäle hatten immer etwas mit Gewinnmaximierung zu tun. Doch bei Foodsharing wird nichts verkauft, weshalb sich das Missbrauchsrisiko meines Erachtens sehr verringert.

    • Nee, womit es mir im Grundsätzlichen geht: dieses Hochjazzen von Ersatzmärkten, die nur funktionieren, weil man sich nicht nur außerhalb des “normalen” Marktes bewegt sondern auch, weil offenbar Regeln nicht mehr gelten sollen, die für die anderen Marktteilnehmer selbstverständlich unabdingbar sind. So klagen zum Beispiel Gastronomen vermehrt über “Schwarzgastronomien”, die sich einfach nicht um Rauchverbote, Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz etc pp kümmern. Tolle Wettbewerbssituation… Und dann auch noch moralisch überlegen ;-)

  2. Hehe, ich hab’ “vor dem Lauch” gelesen.

  3. Hm, schwierig – wenn ich was übrig habe, bekommen es die Nachbarn, Verwandte oder Freunde. Und wenn der Holunder reif ist, kommen jedes Jahr die gleichen Freunde zum pflücken vorbei.

    Ich sehe leider nur recht wenig Anwendungsgebiete – so sehr ich die Ziele befürworte!

  4. Interessante Idee…wenn man sich dann noch mit einigen Freunden vernetzt könnte es vor dem Einkauf zur lieben Gewohnheit werden: Vor dem Kauf teurer Neuware erstmal schauen was die Nachbarn und Freunde über haben… ;) Tolle Idee.

  5. Guter Artikel! Die Idee ist spannend als auch mutig und das ist genau das, was wir in unserer Gesellschaft brauchen. Ich befürworte eher Start-Ups, die versuchen etwas Gutes tun wollen als solche, die wirklich überflüssig sind wie z.B. die 100. Deal-Plattform. Viel Erfolg!

  6. Also wenn ich das Konzept richtig verstanden habe, dann ist das so eine Art Tauschring nur halt über Internet, deutschlandweit und eben nur für Lebensmittel.

    Ich bin selbst seit vielen Jahren in einem normalen Tauschring.
    Das schöne dabei ist: Man kennt sich und wenn doch mal jemand dabei ist, der nur nimmt, aber nichts gibt, dann wird der recht schnell wieder aussortiert.

    Auch bei uns werden übrigens Lebensmittel getauscht, sei es das selbst gebackene Brot, Kuchen, Trauben, Walnüsse oder Äpfel.

    Gesetzliche Vorschriften brauchen wir dafür nicht, es genügen die einfachen Regeln des Anstands. ;-)

    Wenn hier jemand vedorbende Lebensmittel anbieten würde, dann würde sich das schnell rumsprechen.

    Und natürlich käme niemand hier auf die Idee für ein paar Lebensmittel die anderswo angeboten werden durch halb Deutschland zu fahren.
    Sinn eines Tauschrings ist der lokale Austausch.

    Und ich denke bei foodsharing.de wird es genauso sein:
    Man kann es in ganz Deutschland nutzen, aber es werden sich jeweils regionale Gruppen bilden wo man sich gegenseitig kennt und austauscht.

    Ich wünsche den Machern jedenfalls viel Erfolg!

    Denn lokale Tauschringe gibt es nunmal längst nicht überall und foodsharing.de könnte da eine vorhandene Lücke schließen… wenn sich denn genügend Nutzer finde.

  7. Die Idee, nicht mehr benötigte Lebensmittel zu tauschen, gefällt mir.

    Ich muss allerdings auch zugeben, dass mein erster Gedanke war: „ Wie soll das gehen.“ Als Juristin kamen mir auch ein paar Überlegungen in den Sinn: „Was wenn das Hackfleisch, dass ein Restaurant über hat, nicht mehr zu 100% sicher ist?“, „Welche Schwierigkeiten kann ich als Unternehmen bekommen, wenn ich Nahrungsmittel verschenke und welche Regeln gibt es dafür?“.

    Ja, das klingt auch ein wenig bürokratisch. Ich gebe es zu.

    Als Tauschbörse für Lebensmittel innerhalb der Privathaushalte sehe ich das einbißchen lockerer. Meiner Meinung nach ist es besonders innerhalb von (Groß-) Städten möglich eine derartige Community zu schaffen.

    Während ich mir das Video angeschaut habe, ist mir folgender Gedanke gekommen:

    „ Warum kauft Lilia eigentlich zu viele Lebensmittel ein??“

    Ich denke für den mentalen Wandel und die Wertschätzung unserer Lebensmittel ist es wichtig sich diese Frage zu stellen.

    „Warum kaufen wir zu viel ein?“

    Für Lebensmittel die nach Party oder vor dem Urlaub noch übrig sind, stellt sich diese Frage für mich nicht.

    Ich denke, und das ist nur als ein Ideenansatz zu verstehen, für die nachhaltige Eindämmung der Lebensmittelverschwendung sollte neben einer Tauschbörse, auch der Gedanke „Ich zeige Dir wie Du nicht zu viel einkaufst.“ implementiert werden.

    Zusammenfassend finde ich Foodsharing.de eine tolle Idee und wünsche viel Erfolg.

    UP

  8. “[...] Und schaut man sich an, wie in Großstädten die Biosupermärkte boomen, dann muss auch nicht daran gezweifelt werden, dass bei einer nicht unwesentlichen Gruppe der Verbraucher das notwendige Bewusstsein vorhanden ist, das als Motivation für eine Partizipation bei Foodsharing.de dient.[...]”

    1. Sicher ist bei zahlreichen Verbrauchern ein gewisses Bewußtsein vorhanden. Jedoch boomen Biosupermärkte, weil es cool, hip und einfach total toll ist dort zu kaufen. So muss auch Foodsharing hip, cool und einfach wichtig sein um dazu zugehören.

    2. stimme ich dem ersten Poster “Baranek” zu. Viele handeln in ihrem oberflächlichen Weltverbesserer-Gehabe kopflos. Foodsharing hat wie jede andere Aktivität unvorhersehbare und unabsehbare Konsequenzen.

    Dennoch ist die Idee gut und interessant um der Lebensmittelverschwendung entgegen zu wirken. Besser wäre eventuell jedoch, nicht mehr zu kaufen als man braucht?

    Ich persönlich bin mir noch nicht sicher was besser ist. Ressourcen durch Enthaltung zu schonen oder die Umstände der Gewinnung, Verarbeitung sowie Verbreitung durch Transparenz und gezieltes Handeln.

    PM

  9. … Die Vervollständigung des letzten Satzes meines vorigen posts habe ich euch übrigens als Aufgabe überlassen :)

    Achja, habe gesehen, dass ich noch 3 Scheiben Käse im Kühlschrank habe. Gestern abgelaufen, aber noch voll okay. Kann abgeholt werden! ;)

  10. Die Idee ist grundsätzlich gut. Ich beschäftige mich mit dem Gedanken eigenes Gemüse und Obst im Schrebergarten zu produzieren und würde dann gern was gegen andere Lebensmittel tauschen .. Gesetze interessieren mich da weniger, eher Naturgesetze .. und am liebsten würde ich dann mit Leuten tauschen, die auch eigene Lebensmittel herstellen, z.B Honig vom Imker oder ein paar Eier von Hühnerbesitzer .. Ich glaube nicht dass uns die vielen Lebensmittelgesetze und EU-Richtlinien qualitativ besseres Essen und eine nachhaltigere Lebensweise gebracht haben. Viel Spass beim Tauschen :)

    • Hallo Michael,
      ich bezweifle sehr stark, dass du dann dauerhaft in den Genuss qualitativ hochwertiger Lebensmittel kommst. Ich finde es schön und gut, wenn Menschen nach Alternativen suchen. Deine Alternative ist aber nicht im großen Stil umsetzbar. Willst du zurück in die Zeit des Tauschhandels? Good luck…

      PM

    • Hallo Philipp,
      was sind denn hochwertige Lebensmittel ?
      und wird die moderne, globalisierte Lebensmittelindustrie mit ihrem grossen Bedarf an Energie und Resourcen, wie fossilen Brennstoffen insbesondere Öl und Düngemitteln, noch allzu lange durchhalten ?
      Wie werden Menschen sich verhalten, wenn durch Finanzkrisen sich ihre Möglichkeiten durch Erwerbsarbeit an Geld zu kommen, immer weiter verschlechtern ? Schau mal was in Griechenland passiert .. da ist die Stadtflucht voll im Gange, viele Menschen ziehen zurück aufs Land und fangen an brach liegende Flächen zu beackern, um eigene Lebensmittel zu produzieren.
      Tauschhandel, mit Geld oder mit Nahrungsprodukten, scheint mir zumindest eine Möglichkeit, Grundbedürfnisse zu erfüllen. Es ist längst nachgewiesen, dass bestimmte ” hochwertige ” Lebensmittel, wie Rindfleisch eine enorme Auswirkung auf die Natur haben und darüber hinaus, durch die damit zusammen hängenden Marktmechanismen, sogar in bestimmten Teilen der Welt Hunger erzeugen.
      Auch stellt sich mir die Frage, ob die Leute, die die Welt verbessern wollen, Kopflos sind oder die, die ohne nachzudenken, die Produkte aus den grossen Discounter-Ketten kaufen ? Ich habe mich jetzt schon einige Monate intensiv mit dem Thema Selbstversorgung und nachhaltige Lebensmittelproduktion beschäftigt. Und man kann nur schrittweise was ändern und auch nur zusammen mit anderen. Es gilt das Bewusstsein zu schärfen und neue .. oder vielleicht auch alte Wege zu finden. Hier ein paar gute Filme, die einem helfen können, die eigene Überzeugung zu überdenken:
      ” Taste the Waste ” http://www.youtube.com/watch?v=n73UfDZbjdo
      ” We feed the world ” http://www.youtube.com/watch?v=cb5gqYJPVeE
      ” Farm for the Future ” http://www.youtube.com/watch?v=vJMgfKqKXwY
      Ich freue mich auf gute Tips und Anregungen ..

  11. Hallo Baranek,
    auch beim foodsharing gibt es Regeln, leicht verderbliche Lebensmittel wie Hackfleisch, unverpackte Wurst, TK-Produkte u. ä. sind ausgeschlossen. Es wird auch nicht getauscht, sondern verschenkt – rechtlich also kein Problem. Niemand wird gezwungen, einen Warenkorb anzunehmen; du entscheidest, ob und was du nimmst. Und wer wegen 1 kg Kartoffeln von Hamburg nach München gurkt, ist selbst schuld. Schlussendlich gibt es auch noch eine Bewertung des erhaltenen Warenkorbes, wer negativ auffällt, kann ausgeschlossen werden. Wer trotzdem noch Schiss hat:
    http://www.mundraub.org/
    Frischer und billiger geht’s nicht – außer du juckelst wegen 1 kg Obst quer durch die Republik;)
    Erst ausprobieren, dann das ausdrückliche erwünschte Feedback geben, dann kann die Anwendung auch optimiert werden.
    LG
    nana

3 Pingbacks

  1. [...] in SchwedenEmpfehlungsportale: Yelp kauft QypeInternetwirtschaft im Wandel: Duzkultur in GefahrFoodsharing.de steht vor dem Launch: Tauschbörse für LebensmittelMehr lesen? Das Beste aus dem September 2012 Twittern Flattr.flattr{margin-top:0px [...]

  2. [...] Foodsharing.de steht vor dem Launch: Tauschbörse für Lebensmittel [...]

  3. [...] verantwortete, haben sich mit Foodsharing dem Thema Ernährung angenommen. Wir haben das Konzept im Oktober vorgestellt; in dieser Woche fiel der Startschuss für die offene Beta-Phase [...]

vgwort