Totgesagte leben länger:
Animierte GIF-Bildchen
erobern das Internet

Mit GIFs assoziieren viele Nutzer die grellen, wenig ansehnlichen Grafiken und Logos auf Websites der 90er Jahre. Nach der Jahrtausendwende geriet das Grafikformat in Vergessenheit. Doch nun ist es wieder da – populärer denn je.

Das GIF – Graphics Interchange Format – feiert in diesem Jahr seinen 25-jährigen Geburtstag. Was wäre das beste Geschenk, das ein zuletzt völlig aus der Wahrnehmung der Anwender verschwundenes Grafikformat zu einem derartigen Jubiläum bekommen könnte? Ein zünftiges Comeback. So soll es sein!

Nachdem viele User bei ihren ersten Gehversuchen im Netz in den 90er Jahren regelmäßig mit grellen, häufig animierten GIFs konfrontiert wurden und dieser schnell überdrüssig wurden, verlor das sich durch eine besonders effiziente Kompression auszeichnende Format schnell an Bedeutung. Leistungsfähigere freie Bildformate wie PNG, schnellere Webzugänge und der Aufstieg von Flash-Animationen und Videos lieferten Betreibern von Onlinepräsenzen genug Gründe, um die Finger von dem zudem bis 2006 mit Patentforderungen belegten Format zu lassen. Das GIF geriet nach und nach in Vergessenheit, und wer sich noch daran erinnerte, assoziierte es vor allem mit der Hässlichkeit der frühen Internetära. Doch seit etwa zwei Jahren findet das mit viel Nostalgie behaftete Grafikformat primär in seiner animierten Fassung wieder verstärkt Anwendung. 2012 kommt es nun ganz groß raus.

Statt Logos und Grafiken nun Fotos und Videos

Schon 2010 machte das Onlinemagazin Slate auf den neu erwachenden Trend animierter GIFs aufmerksam. Anders als in der Frühphase des Webs waren es nun nicht mehr Logos und Grafiken, die in sich wiederholenden Sequenzen auf Websites auftauchten, sondern Fotos oder Mini-Ausschnitte aus Videos und Filmen, die mit GIF-Editoren wie GifNinja, Gifsoup, Lunapic oder Gickr zu Endlosschleifen geformt und dann im Netz verbreitet wurden.

Aus einem sporadisch zu beobachtenden Webphänomen wurde in den vergangenen zwei Jahren ein regelrechter GIF-Boom, der im englischsprachigen Raum mittlerweile selbst von Politikern und der Mainstreampresse für eigene Zwecke instrumentalisiert wird. Diverse Berichte rund um die Olympischen Spiele enthielten animierte GIFs von beachtenswerten oder kuriosen Leistungen und Ereignissen. Das Blog der Nieman Foundation bezeichnete die Sportveranstaltung als “gigantische Coming-Out-Party für animierte GIFs”. Auch im US-Wahlkampf lassen sich die kleinen, maximal 256 Farben enthaltenden Endlosbildchen sichten: Das Wahlkampf-Team von Barack Obama verschickt eine Mail mit einem animierten GIF an die Unterstützer des Präsidenten, Business Insider zeigt das tanzende Pferd von Mitt Romneys Frau Ann als GIF, und Tumblr publiziert auf einer eigenen Site von Nutzern erstellte, animierte und verfremdete GIFs der zwei Präsidentschaftskandidaten Obama und Romney.

Tumblr als eine der Haupttriebkräfte

Apropos Tumblr: Das New Yorker Schnell-Blog-Portal mit seinen über 50 Millionen Blogs ist eine der primären Triebkräfte der das Netz erfassenden GIF-Welle. Der Dienst wird von vielen vor allem zur schnellen Veröffentlichung und Weiterverbreitung von online gefundenen oder selbst erstellten Medieninhalten genutzt und bietet ideale Voraussetzungen für eine rasante virale Verbreitung von kreativen, einfallsreichen und lustigen GIFs. Das Startup unterstützt dieses Einsatzszenario, wie die jüngste Erhöhung der maximalen Größe einer geposteten GIF-Datei auf ein Megabyte zeigt.

Neben Tumblr gehören weitere andere, für die nach Memen und stetiger Unterhaltung lechzende Social-Media-Crowd optimierte Onlineplattformen und Medienportale zu den Mitverantwortlichen für den Aufstieg des GIFs zu neuem Internetruhm, von Reddit über Buzzfeed und Mashable bis zu Señor Gif. Auch Twitter hilft bei der Verbreitung populärer, mitunter tagesaktueller GIFs – heute früh kursierte beispielsweise dieser Freudensprung des schwedischen Ministerpräsidenten Fredrik Reinfeldt beim Ausgleichstreffer im gestrigen Fußballspiel Deutschland-Schweden in meiner Zeitleiste. Natürlich können Links zu GIFs auch bei Facebook gepostet werden, das soziale Netzwerk versperrt sich aber bisher davor, die Animationen direkt eingebettet darzustellen.

Dass bewegte GIF-Bildchen auch für eine alternative Art der Zusammenfassung seriöser Nachrichten genutzt werden können, versucht das Tech-Blog PandoDaily zu beweisen, indem es einmal wöchentlich 15 GIFs und Videos veröffentlicht, welche die jüngsten Geschehnisse, Finanzierungsrunden und Zitate der Internetwirtschaft illustrieren. Freilich können GIFs auch zur stärker die Sinne ansprechenden Präsentation von Kunst, Mode oder Schmuck verwendet werden.

Der anscheinend keine Grenzen kennende GIF-Hype inspiriert wenig verwunderlich auch Gründer. Das Berliner Startup Loopcam sowie der US-Konkurrent Cinemagram erlauben es Anwendern, aus Smartphone-Schnappschüssen mit wenig Aufwand GIF-Sequenzen zu erstellen.

Animierte GIFs sind heute (wieder) eine allgegenwärtige Erscheinung im Netz und nicht mehr länger auf die Epizentren von Internetkultur, Nerdhumor und Katzenbildern beschränkt. Doch wieso? Wo liegen die Vorteile dieses Formats, das quasi schon vom Aussterben bedroht war, und nun das alte Sprichwort von den länger lebenden Totgesagten exemplarisch bestätigt? Folgende Aspekte spielen eine Rolle:

  • Urheberrecht
    Ein sehr wichtiger Aspekt: Viele animierte GIFs bedienen sich urheberrechtlich geschützten Materials. Doch im Gegensatz zu Videos, die von den führenden Videoplattformen auf Beschwerden hin schnell gesperrt werden, gilt für die mit einem Klick lokal abspeicherbaren und nicht ohne Weiteres mit Anti-Piraterie-Software wie Content ID automatisch zu identifizierenden GIFs noch viel mehr: Sind sie einmal im Netz, lassen sie sich nicht wieder von dort entfernen. Auch wenn die Rechtslage die gleiche ist, bieten animierte GIFs von urheberrechtlich geschütztem Videomaterial gewissermaßen ein Schlupfloch – auch, weil intelligente Urheber die Marketingwirkung erkennen und einsehen, dass die Endlosschleifen-Grafiken nicht ihre Umsätze bedrohen. Achtung: Riskant kann die Anfertigung und das Veröffentlichen von GIFs aus TV-Inhalten oder Filmen natürlich trotzdem sein – speziell im deutschsprachigen Raum, wo keine Fair-Use-Regelung existiert.
  • Umgehung staatlicher Zensur
    Aus den genannten Gründen sind animierte GIFs auch ein Mittel, um staatliche Zensur zu umgehen, der häufig zuerst führende Videoportale zum Opfer fallen.
  • Kein Ton
    Videos haben in der Regel Ton, GIFs nicht. Wer Musik hört oder telefoniert und ohnehin nur am visuellen Part Interesse hat, ist dafür dankbar.
  • Pointierte Darstellung von Kuriositäten
    Wozu ein 90-minütiges Fußballspiel anschauen, wenn nur ein einziges Tor fällt? Nicht jeder räsoniert so, dennoch eignen sich GIFs dazu, Höhepunkte, Pannen und Kuriositäten in pointierter und effizienter Form darzustellen.
  • Kompromiss aus Foto und Video
    Ein animiertes GIF ist ein Zwischending aus Foto und Video, das versucht, die Vorteile beider Medienarten zu vereinen, ohne die Nachteile zu übernehmen.
  • Ideal für eine Generation mit kurzer Aufmerksamkeitsspanne
    Weil Ablenkung immer nur einen Klick entfernt ist, kann ein mehrminütiges Video für manche Nutzer schon zu einer Geduldsprobe werden. Da kommen bewegte GIFs, die in der Regel nur ein wenige Sekunden andauerndes Ereignis zeigen und dann wieder von vorne beginnen, gerade recht.
  • Einfachste Einbettung
    Grafikdateien lassen sich einfacher und ohne Zuhilfenahme von Javascript oder iFrames in beliebige Websites einbetten.
  • Hohe Kompatibilität
    Als der Wiederaufstieg des GIFs begann, setzten viele Webvideos noch das Flash-Plugin voraus und konnten etwa auf mobilen Apple-Geräte nicht betrachtet werden. Mittlerweile hat sich dieses Thema zwar erübrigt, aber grundsätzlich beherrscht jeder erdenkliche Browser die Darstellung von GIFs, was dem Format zugute kommt.
  • Geringer Ressourcenanspruch
    GIF-Dateien nehmen in der Regel deutlich weniger Speicher in Anspruch als Videos, was sie auch über langsamste Onlineverbindungen in allen Ländern der Welt problemlos abrufbar macht.
  • Viralität und Sharability
    Die Konsequenz aus allen genannten Punkten: Viele User bekommen GIFs zu Gesicht, und entsprechend viele verbreiten diese auch weiter.
  • Redakteure und Blogger lieben GIFs
    Die Konsequenz aus der Viralität: Redakteure, Blogger und Website-Betreiber nutzen GIFs, um mit minimalem Aufwand viele Klicks zu generieren.

Fazit

In den Anfangsjahren des neuen Jahrtausends, als endlich Rich-Media-Inhalte Realität wurden, hat garantiert niemand damit gerechnet, dass ein Jahrzehnt später das GIF-Format einen zweiten Frühling erleben würde. Wie lange dieser anhält, lässt sich schwer vorhersagen. In Teilen handelt es sich beim neuerlichen GIF-Boom eindeutig um eine Modeerscheinung. Die aufgelisteten Vorteile allerdings zeigen, dass es tatsächlich eine Reihe guter Gründe dafür gibt, GIFs in bestimmten Situationen anderen multimedialen Darstellungsformen vorzuziehen. Wir legen den Artikel auf Wiedervorlage – für 2017 und 2022.

 

Martin Weigert

Martin Weigert ist der leitende Redakteur von netzwertig.com.

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28 Kommentare

  1. Da hast du eines meiner derzeitigen Lieblingsthemen aufgegriffen: http://bluewin.ch/de/inde…/digitalesueberleben ;)

    Was ich spannend finde, an diesem zweiten-dritten-vierten-Frühling des GIF, ist, dass es in die journalistische Berichterstattung reinrutscht. Der Guardian hat in seinem Liveblog der ersten US-Debatte vorletzte Woche auch GIFs eingebunden, und wie du schreibst, kann es eine gute Darstellungform sein.

    Ich kenne die genaue Abgrenzung zwischen animierten GIFs und Stop Motion nicht, aber wenn man in letzteren Bereich schaut, sieht man ja auch, dass sich da viel getan hat in den letzten Jahren. Auch im analogen Bereich. Lomography hat mit der LomoKino ja sogar eine eigene Kamera entwickelt, die dafür gedacht ist, einzelne Bilder (vier Frames auf einem “normalen” Bild) später zu einem Bewegtbild zu animieren.

    • “Stop-Motion ist eine Filmtechnik, bei der eine Animation mit unbeweglichen Gegenständen gemacht wird.”

      Sprich, ein animiertes GIF kann also ein Stop-Motion zeigen.

  2. wahre worte,
    da muss ich doch gleich mal mein gif der woche beisteuern
    http://i.imgur.com/E00nl.gif

  3. Die Vorteile, die du da beschreibst, klingen für mich eigentlich wie … Twitter.
    Ist das animierte GIF der visuelle Tweet?

    • Als Unterschied fällt mir da sofort ein, dass Twitter ein gewinnorientiertes Unternehmen ist, GIF aber seit 2006 ein freies Grafikformat.

      Aber ich verstehe was du meinst, und gewisse Parallelen bei den Einsatzszenarien gibt es sicherlich.

  4. Spannende ICT-Schulprojekte mit animierten GIF’s, dies hat die Minerva 1999 z.B. für die Netdays gemacht:

    http://projekte.minerva-s…nimationen/Titel.htm

  5. Einen Aspekt hast du vergessen: Die Sicherheit. Es gibt m.M.n. wesentlich weniger Exploits für GIFs als für Flash. (Noch ein Vorteil für so ein altes Format)

    Und einen tumblr, den ich zu diesem Thema unbedingt angeben wöllte, ist http://iwdrm.tumblr.com/ (“Animated Movie Stills”. Sehr schön)

  6. “…ideal für eine Generation mit kurzer Aufmerksamkeitsspanne…” Um animierte GIFs ideal zu finden müsste man schon schwer dement sein. Ich jedenfalls könnte jedesmal in den Bildschirm schlagen und klicke z.B. bei G+ animierten Mist konsequent weg. Nichts ist so schlimm wie an einer Stelle plötzlich wie ein Dummdödel auf die Wiederholung zu gucken, immer und immer wieder.
    Aber die technischen und rechtlichen Darstellungen im Artikel oben (wenn man bei den GIFs ganz schnell liest) sind wirklich Klasse. Und lassen mich verstehen, warum ich derzeit überall damit konfrontiert werde.

  7. 1. In “das GIF-Format” ist das Format doppelt, da müssen wir einen Punkt abziehen.

    2. Wiederholungen: Die lassen sich mit den meisten Browsern gut kontrollieren (besser als Flash). Bei Firefox z.B. kann die Wiedergabe auf “einmal” begrenzt werden. Bei Opera lässt sich die Wiedergabe sehr einfach über die “Schnelleinstellungen” (F12) an- und abschalten.

    • Ich weiß. Aber “das GI-Format” sieht blöd aus ;)

      Die stilistische Freiheit nehm ich mir einfach.

    • Ist halt das gleiche wie “LCD-Display” oder “PIN-Nummer”.

    • Oder WLAN-Netz.

      Wenn 99 Prozent der Menschen einen nicht verstehen, wenn man sie um die “PI-Nummer” bittet, ist es imo vollkommen berechtigt, hier zu doppeln.

      Sprache ist kein Instrument von und für Prinzipienreiter, sondern eines zur besseren Kommunikation ;)

    • animierte GIFs lassen sich auch mit [ESC] stoppen. Geht meiner Meinung nach am schnellsten

  8. Sie waren vielleicht nicht so populär wie heute, aber animierte gifs waren schon immer Bestandteil der *chan-Kultur, auch weit vor 2010.

    • Jup… Und sie waren nie weg…
      Nun, wo sich HTML5 immer weiter etabliert wird das GIF eher nun noch mehr ins hintertreffen geraten…

      Dieser Artikel hätte eigentlich in die Rubrik – Wussten Sie übrigens?

      Weil erobern tun GIF-bildchen gar nichts… Sie sind nicht weiter verbreitet als vor 10 Jahren :D

      Eher im Gegenteil, GIFs werden immer mehr durch PNG ersetzt, weil die Webseiten immer detailfreudiger werden und so kleine Symbole mit 255Farben nicht mehr passen…

  9. Eine Hypothese meinerseits für die großflächige Verbreitung ist auch die Tatsache, dass GIFs auch auf mobilen Endgeräten wie Smartphones problemlos angesehen werden können, wo viele Videos wegen der mangelnden Flash-Unterstützung gar nicht oder nur über den Umweg einer App anzusehen wären.

  10. Die GIFs sind immer noch beliebt, ja – aber dass du einen “keine Grenzen kennende GIF-Hype” erkennst, kann ich nicht nachvollziehen. Mit der Menge benutzerfreundlicher Software steigt auch die Zahl der GIFs im Internet. Außerdem denke ich nicht, dass sich viele Verbreiter solcher Inhalte bewusst für GIF entscheiden, da ein Videoschnittprogramm die finanziellen Kapazitäten oft übersteigt und andererseits das technische Wissen für Videoschnitt- und verbreitung fehlt.

  11. “wer sich noch daran erinnerte, assoziierte es vor allem mit der Hässlichkeit der frühen Internetära.”

    nö, sondern daran, dass es als einziges transparenz konnte.

  12. Mal ein paar technische Aspekte.

    Zu “Kompromiss aus Foto und Video”
    Das ist so nicht richtig. Für Photos war GIF
    nie gedacht. GIF hat eine verlustfreie Kompression.
    Der “einzige” Verlust entsteht durch die Reduktion
    auf lächerliche 255 Farben. GIF kommt aus einer Zeit
    wo Grafikkarten die so viele Farben darstellen
    konnten noch Luxus war.

    Generell komprimiert übrigens PNG besser
    als GIF, kann aber keine Animationen/Filmchen.
    Dafür keine Beschränkung auf 255 Farben.

    Für *Photos* ist JPEG das richtige Format.
    Das komprimiert realistische Bilder viel stärker
    (da verlustbehaftet). Hat auch keine Beschränkung
    auf 255 Farben.

    Zu “Geringer Ressourcenanspruch
    GIF-Dateien nehmen in der Regel deutlich weniger Speicher in Anspruch als Videos, …”

    Auch das ist so nicht richtig. Obiges Obama Filmchen
    hab ich mir mal lokal auf die Platte gezogen und mit
    The Gimp angeschaut. Das animierte GIF hat grad mal
    230 x 129 Pixel. Verbraucht mit seinen 86 Einzelbildern
    aber schon 962KB. Das könnte als MPEG, Ogg Video …
    viel kleiner sein. (dann würde man das
    Endlosschleifen “Feature” aber verlieren. Jedenfalls
    weiss ich grad nicht wie es bei MPEG oder Ogg Video
    gehen könnte). Videoformate sind alleine schon
    deshalb besser als animierte GIFs, weil sie die
    Differenzen von einem zum anderen Bild berücksichtigen
    um (noch mehr) zu komprimieren.

    Ein wichtiger Aspekt warum GIF jetzt wieder “hip”
    sein könnte fehlt hier übrigens noch. Das/die Patent(e)
    von GIF sind abgelaufen.

    Cheers
    Multics.

  13. Nachdem viele User bei ihren ersten Gehversuchen im Netz in den 90er Jahren regelmäßig mit grellen, häufig animierten GIFs konfrontiert wurden

    Keine Ahnung auf welchen Seiten du so unterwegs warst, aber häufig? Ich erinnere mich gerade mal an dieses tanzende Baby und den rauchenden Totenkopf.
    Und Häßlichkeit des frühen Internets? GeoCities war nicht das Internet.

    GIFs werden wieder “hip” weil seit langem die Möglichkeit besteht Videos und Grafiken direkt in Forenbeiträgen einzubetten und Bandbreite nichts mehr kostet. Gerade 4Chan und SA haben hier eine tragende Rolle gespielt, mit reddit als Enddarm.
    Damit ereichen die kleinen Filmchen bedeutend mehr Konsumenten als die “lustige Rundmail der Woche” die ohnehin im Spamfilter landet.

    Rich-Media-Inhalte

    BINGO!

  14. Mann verrgesse nicht http://z0r.de/5

  15. Gifs haben auch den Vorteil, dass diese “PicDumbs”, also Webseiten mit gerne mal Dutzenden Bildern, den Rechner nicht soo auslasten, als liefen 2 Dutzend Videos.
    Man kann schnell runterscrollen und den Gag des Gifs recht schnell spätestens beim zweiten Blick erfassen und bei einem ebenso kurzem (gedachten) “lol” weiterscrollen;)

    Hinzu kommt, dass ich beim FF eine Erweiterung, die direkt verlinkte Bilder am Mauszeiger als Vorschau zeigt.

    So brauche ich beim Beitrag #2 nur kurz “hovern” und sehe gleich das Bild, ohne die Seite zu verlassen. (Was wohl auch noch ganz im Sinne der Webseite ist)

    Also ich bin für Gifs;)

  16. gif gab es schon immer und geht auch nie wieder weg. es ist so als würde man über die existenzberechtigung von jpeg im zeitalter der internetvideos sinnieren.

    fonts sind die kartoffeln, jpeg die nudeln und gif der reis des internet. ein sattmacher der den inhalt liefert , aber gemeinhin nur als beilage betrachtet wird.

  17. A propos Filmtechnik (in der Antwort auf CarolinN’s Kommentar): die schönsten Filmszenen-GIFs ever gibt’s bei If We Don’t, Remember Me.

  18. Eine der wichtigsten Seiten in Verbindung mit GIF und Netzkultur fehlt leider und wurde nicht erwähnt: ytmnd.com
    Hier wird teilweise sogar noch lippensynchrones Audio ermöglicht. Ytmnd ist die kreative Geburtsstätte vieler Memes, hat seinen eigenen Charme und einen liebenswürdigen, wenn auch teilweise etwas kranken Humor.
    Einen guten Einblick hat man unter Sites/Top Viewed/All Time.

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  1. [...] sonst? Wie schon gesagt, der IFC lief. Große Buchstaben machen was her, Gifs kommen wieder. Bewerben geht ab sofort mit einem Klick. Schavan genießt vollstes Vertrauen, diese [...]

  2. [...] Google+ sind gezählt (24.02.2012)4. Badoo: Später Durchbruch, aber nicht zu spät (30.05.2012)5. Totgesagte leben länger: Animierte GIF-Bildchen erobern das Internet (17.10.2012)6. Das Anti-Startup: WhatsApp macht alles falsch (22.11.2012)7. aka-aki schließt: [...]

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