Beliebteste Apps in Deutschland:
WhatsApp ist Facebook dicht auf den Fersen

Nur Facebook ist bei Smartphone-Nutzern in Deutschland beliebter als der Messengerdienst WhatsApp. Für iPhone-Besitzer hat er sogar einen höheren Stellenwert als der Safari-Browser.

Das Statistikportal Statista hat im Auftrag des FOCUS eine repräsentative Studie durchgeführt (via), um die Reichweite von mobilen Apps in Deutschland in Erfahrung zu bringen. Der Artikel bei Focus Online geizt mit Details, bei Meedia gibt es aber immerhin die Top 20 für iOS. Nachtrag: Hier sind die Top 20 für iOS und Android zusammen. In einem Punkt hat es das Ergebnis wahrlich in sich:

Wenig überraschend ist Facebook die beliebteste Anwendung bei Smartphone-Nutzern in Deutschland. 69,4 Prozent der iOS-Anwender und 64,7 Prozent der Besitzer von Android-Handys erklärten, die Facebook-App aufzurufen und zu nutzen – also nicht einfach nur installiert zu haben und dann zu ignorieren. Angesichts von 24,6 Millionen aktiven Facebook-Mitgliedern in Deutschland war eine Dominanz im mobilen Segment zu erwarten.

In der Popularität auf dem zweiten Platz landet WhatsApp, der mobile Messenger, der momentan wegen seines nachlässigen Umgangs mit Nutzerdaten und Sicherheitsfragen Negativ-Schlagzeilen abonniert hat. Das jedoch scheint der Beliebtheit des medienscheuen US-Dienstes, über dessen Mitgliederzahlen nur vage Angaben bekannt sind, keinen Abbruch zu leisten.

Dass WhatsApp sich in der Gunst der deutschen Smartphone-Anwender direkt hinter Facebook platziert, war womöglich noch zu erwarten. Doch erst bei einem Blick auf die prozentuale Reichweite wird die tatsächliche Signifikanz der App deutlich: 63 Prozent der iPhone-Nutzer und 43 Prozent der Android-User bezeichnen sich als aktive WhatsApp-Anwender. Trotz des niedrigeren Prozentsatzes belegt WhatsApp auch in der Android-Hitliste den Rang zwei. Bei iOS platziert sich WhatsApp noch vor dem Safari-Browser, der auf dem dritten Platz landet. Andere Plattformen werden von Statista nicht ausgewertet.

Laut Bitkom waren im Frühjahr in Deutschland 23,6 Millionen Smartphones als Erstgerät im Einsatz – 22 Prozent davon iPhones, 40 Prozent liefen unter Android, was rund 5,2 Millionen iPhones und etwa zehn Millionen Android-Mobiltelefonen entspricht. Nimmt man nun das Ergebnis der Statista-Studie, hätte WhatsApp in Deutschland 3,3 Millionen iPhone-Nutzer und 4,3 Millionen Android-Nutzer – insgesamt 7,6 Millionen auf beiden Plattformen zusammen, verglichen mit 10,7 Millionen iPhone- und Android-Nutzern, die Facebook aktiv im Einsatz haben.

Kurzum: WhatsApp ist bei mobilen Nutzern in Deutschland unheimlich beliebt, Facebook dicht auf den Fersen und verdient damit ganz offiziell den Titel als alternatives soziales Netzwerk.

Eine weitere pikante Erkenntnis, welche die Studie zu Tage fördert: Obwohl iPhone-Nutzern mit iMessage ein eng in iOS integrieres Messagingsystem zur Verfügung steht, ist WhatsApp bei Besitzern des Apple-Smartphones populärer als bei Android-Nutzern. Hier liegt die womöglich größte Überraschung, die als weiterer Beleg dafür gesehen werden muss, dass ein nicht plattformübergreifend angebotener Messenger keine Chance hat.

Es ist an der Zeit, WhatsApp ernst zu nehmen. Das gilt nicht zuletzt auch für Facebook.

Twitter schaffte es übrigens nicht in die Top 20.

 

Martin Weigert

Martin Weigert ist der leitende Redakteur von netzwertig.com.

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10 Kommentare

  1. Aus diesem Grund spendiert Facebook seinem Messenger auch regelmäßig Updates. Mittlerweile ähnelt er Whatsapp schon sehr deutlich und ist für mich eine gute Alternative.

    Für Nutzer bestehen beim Facebook Messenger noch zusätzliche Vorteile, da er kostenlos ist (in egal welcher Version) und der Nachrichtenaustausch auch auf Facebook fortgesetzt werden kann. Was vielleicht mal ein Nebenprojekt war, wird für Facebook ein wichtiges Standbein für die Zukunft werden.

  2. Whatsapp als Beispiel für Plattformunabhängigkeit? Das ist mal wirklich lustig…

  3. Normalerweise bin ich keiner, der Rechtschreibfehler betrollt, aber “w(!)age Angaben”, das bitte ich doch zu verbessern. :)

    (den Kommentar könnt ihr hier gerne auch wieder rauslöschen.)

  4. Ich (Android) kannte WhatsApp nicht, bis sich die iPhone User weigerten mir SMS zu schicken. Mit den Android Kollegen habe ich schon immer was vergleichbares genutzt: Google Talk. Da auf den meisten Androiden vorinstalliert, erklärt es vielleicht die geringere Nutzerzahl unter Android Usern.

  5. Bin ich zu doof um den Unterschied zu sehen oder gehen beide Meedia-Links auf denselben Artikel? ;-)

  6. Ich merke dass ich WhatsApp immer weniger benutze, Google Talk aber immer oefter.

    Was mich am meisten an WhatsApp nervt ist die abwesenheit eines PC clients. Es unterstuetzt auch kein offenes Chatprotkoll um das zu aendern.

    WhatsApp ist nur eine uebergangstechnologie. Facebook vs Google wird es hier wieder heissen.

4 Pingbacks

  1. [...] Ländern.Auch wenn sich lange darüber rätseln lässt, wie es dazu kommen konnte: WhatsApp ist der momentan unbestritten führende mobile Chatdienst mit schätzungsweise mehreren hundert Millionen Anwendern weltweit. [...]

  2. [...] Anführen der App-Download-Charts in über 100 Ländern und eine Reichweite in Deutschland, mit der es lediglich Facebook aufnehmen kann, sprechen eine eindeutige Sprache.Ads_BA_AD('CAD2');Das vollkommen Einzigartige an dieser [...]

  3. [...] ist als bei Besitzern von Android-Geräten und dass sie etwa in Deutschland in puncto Aktivität fast mit Facebook gleichzieht, erscheint diese Angabe noch konservativ. Wenn Facebook 600 Millionen aktive mobile User hat, [...]

  4. [...] (etwa in Sozialen Netzwerken oder Blogs) und Apps für Instant Messaging wie beispielsweise sehr beliebte WhatsApp. Interessant ist hier nicht nur die Steigerung von 14 auf 17 Prozent bzw. von 9 [...]

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