Startup aus Hamburg betritt US-Boden:
Auch Obama kann nun myTaxi nutzen

Der aus Hamburg stammende Taxi-Bestelldienst myTaxi betritt erstmals US-amerikanischen Boden und lanciert seinen Service in Washington D.C.

Schon länger ist bekannt, dass das aus Hamburg stammende Startup Intelligent Apps mit seiner Taxi-App myTaxi nach der Expansion in verschiedene europäische Metropolen einen Vorstoß in die USA plant. Heute haben die Norddeutschen, die hierzulande seit der Gründung die Taxi-Branche in Aufruhr versetzen, ihren ersten Schritt auf US-amerikanischen Boden bekanntgegeben: myTaxi ist ab sofort in Washington D.C. verfügbar.

Als “weltweit führende Taxi-App” bezeichnet sich das Startup auf seiner Landingpage für Fahrgäste in der US-Hauptstadt – und erhält mit einem TV-Bericht beim Medienanbieter WUSA9 auch direkt willkommene Beachtung. myTaxi-Pressesprecherin Lina Wüller durfte im Studio die myTaxi-Pläne vorstellen und wies gleichzeitig auf die Synergiepotenziale mit dem ebenfalls in Washington vertretenen Carsharing-Anbieter car2go hin. car2go ist eine Tochterfirma der Daimler AG. Diese wiederum hatte sich im Januar dieses Jahres an myTaxi beteiligt. Neben der in den USA beliebten Marke Daimler eröffnet noch ein anderer myTaxi-Geldgeber künftiges Kooperationspotenzial auf der anderen Seite des Atlantiks: Denn auch die Telekom investierte über ihre Beteiligungsgesellschaft T-Venture in die Taxi-App – und betreibt mit T-Mobile USA einen landesweiten Mobilfunkanbieter.

An lokal verankerten und etablierten Unterstützern wird es dem deutschen Marktneuling in Nordamerika also nicht mangeln. Im Gegensatz zum deutschen Markt existieren allerdings in den USA diverse andere bereits bekannte Startups im gleichen Segment – vom hippen Limousinenservice Uber bis hin zu Taxi-Bestell-Anwendungen wie Taxi MagicCabulous und Taxi Mojo. Allerdings richtet sich Uber mit seinen vergleichsweise hohen Preisen nur an ein spezielles Klientel, und die anderen Anbieter konzentrieren sich bisher vor allem auf die US-Westküste.

Ähnlich wie hier sehen sich auch in den USA die jungen, auf Webtechnologien setzenden Startups mit dem ablehnenden Taxi-Establishment konfrontiert – das gerade versucht, Uber aus Chicago zu vertreiben. Einfach dürfte die Ausbreitung für myTaxi in den Vereinigten Staaten also nicht werden. Zumindest in Washington haben die Norddeutschen aber den Segen der lokalen Taxivereinigung “The DC Taxicab Commission” erhalten können.

Neben der vor einigen Wochen vorgestellten Möglichkeit zum Bezahlen der Taxirechnung über die myTaxi-Smartphone-App sollen Taxigutscheine im Wert von jeweils fünf Dollar, die Interessenten in Washington auf der myTaxi-Website anfordern können, schnell die Nutzerzahl und Bekanntheit des Dienstes erhöhen.

Insgesamt wurden die myTaxi-Apps bisher nach Firmenangaben 2,3 Millionen Mal heruntergeladen, mehr als 18.000 Taxis in über 30 Städten nutzen das System. Knapp 100 Personen sind mittlerweile für das Startup tätig.

 

Martin Weigert

Martin Weigert ist der leitende Redakteur von netzwertig.com.

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3 Kommentare

  1. Die Schlagzeile ist echt Pulitzerpreis-verdächtig ;-)

  2. Alles an der App ist allerdings auch nicht gut. Es ist zum Beispiel nicht möglich anzugeben das man mit 2 Kindern unterwegs ist und man 2 Kindersitze braucht. Da sind die Taxizentralen wesentlich weiter!

4 Pingbacks

  1. [...] in den USA bekannt gegeben. Für den Anfang beschränkt man sich in einer Art Feldtest auf die Hauptstadt Washington D.C. Es ist nicht das erste Mal, dass ein deutsches Startup den Sprung über den großen Teich wagt, und [...]

  2. [...] Weitere Hintergrundinformationen zum US-Launch findet man auf Netzwertig. [...]

  3. [...] Daimler ist daher neuerdings auch an Carpooling beteiligt, dem Betreiber von mitfahrgelegenheit.de. netzwertig.com, basicthinking.de, ftd.de [...]

  4. [...] haben eine neue Lieblingsdomäne: Taxibestell-Apps. Nach dem Erfolg von Pionier myTaxi, das gerade den US-Markt betritt, versucht sich seit einigen Monaten das wie myTaxi aus Hamburg stammende Jungunternehmen taxi.de in [...]

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