Social TV:
Second-Screen-Pionier waydoo veröffentlicht iPad-App

waydoo war die erste soziale Second-Screen-Anwendung aus Deutschland für das iPhone. Mit einer iPad-Version, die eine umfangreiche TV-Programmvorschau sowie soziale Features vereint, bringen sich die Kulmbacher nach einiger Stille wieder ins Gespräch.

Die Erwartungen in den Second-Screen als zusätzlicher Interaktions- und Informationskanal für Fernsehzuschauer sind hoch – der Vorstoß von Shazam in dieses Segment belegt dies einmal mehr. Wird das Thema in deutschen Fach- oder Mainstreammedien aufgegriffen, kommen meist die hiesigen Startups Couchfunk, Zapitano und TunedIn zur Sprache – und mitunter auch Tweek, wobei es sich bei dem Dienst im Grunde nicht um ein Second-Screen-Angebot handelt, da die App des Berliner Unternehmens nicht nur für Film- und Serienempfehlungen sondern auch zum direkten Betrachten von Videocontent auf dem iPad gedacht ist.

Ein Anbieter aus Deuschland, der in den gleichen Gewässern fischt wie die drei genannten, aber in den Analysen und Berichten zum Second-Screen-Trend häufig vergessen wird, ist waydoo. Dabei war der Service aus Kulmbach bereits im Netz, als seine Mitstreiter noch Gedankenkonstrukte ihrer Initiatoren darstellten. Die Check-In-Anwendung für TV-Inhalte der Entwicklerschmiede Applab ging Anfang 2011 an den Start und erlaubt es seitdem TV-Freunden nach dem Vorbild von Miso und GetGlue, in aktuell gezeigte Programme einzuchecken und sich mit anderen Zuschauern über die jeweilige Sendung auszutauschen. Hier unser Bericht zum Launch.

Leon Müller von Applab gibt zu, dass die Kulmbacher in den letzten Monaten wenig für ihre bisher als Webversion und für das iPhone erhältliche Social-TV-App getrommelt haben. Das war insofern taktisch nicht so klug, als dass nun die erst nach waydoo auf der Bildfläche aufgetauchten Second-Screen-Startups den Löwenanteil der öffentlichen Aufmerksamkeit erhielten. Immerhin hat das waydoo-Team die verstrichene Zeit gut genutzt: Im August veröffentlichten die Macher eine Applikation für Windows Phone, und in dieser Woche folgte die weitaus wichtigere iPad-App. Zwar beschränkt sich der Second Screen nicht nur auf Tablets, doch ist es beim Fernsehen auf der Couch schon wegen des größeren Displays weiteraus angenehmer, einen Tablet-PC statt einem Smartphone in der Hand zu halten.

Die nun für iPhone (optimiert für iPhone 5), iPod touch und iPad angebotene App bietet eine umfassende TV-Programmvorschau für 112 Sender in Deutschland empfangbare Sender. 28 Tage im Voraus lässt sich das Fernsehprogramm einsehen – laut Leon Müller doppelt so lange wie bei klassischen TV-Magazinen, und ist anders als einige dieser Apps kostenlos – dafür erscheint an einigen Stellen Werbung. Eine Erinnerungsfunktion stellt sicher, dass man eine zu einem späteren Zeitpunkt ausgestrahlte Sendung nicht verpasst. In Filme, Serien und Shows, die im Moment laufen, können Nutzer einchecken, zusätzliche Informationen aus verschiedenen Webquellen (u.a. Wikipedia, YouTube, Twitter und IMDb) abrufen und mit anderen Usern chatten. Eine programmspezifische Votingfunktion erlaubt es, vor dem Reinzappen in das jeweilige Programm einen spontanen Eindruck davon zu erhalten, ob sich dies überhaupt lohnt.

Ich schaue zu selten Fernsehen und gehöre somit auch nicht zur Kernzielgruppe von Social-TV-Apps, weshalb ich mich mit einem Vergleich von waydoo mit den iOS-/iPad-Apps der oben genannten Konkurrenten zurückhalten muss. Während diese jedoch die Interaktion in den Vordergrund stellen, präsentiert sich waydoo auf dem iPad in erster Linie als übersichtlicher Programmguide, der größtenteils auf redaktionelle Hervorhebungen von Sendungen verzichtet. Damit spricht die Anwendung auch solche Menschen an, die mit Social TV wenig am Hut haben und einfach nur in Ruhe ihre Lieblingssendung schauen möchten – aber nicht mehr genau wissen, wann diese lief.

Dabei handelt es sich um einen sinnvollen Differenzierungsversuch, denn schon jetzt entsteht der Eindruck einer latenten Austauschbarkeit zwischen den verschiedenen Second-Screen-Apps. Dass alle in einem Jahr noch existieren: unwahrscheinlich.

Link: waydoo

 

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Ein Kommentar

  1. Toll, wirklich super! Nur weiter so, wir wollen mehr sehen :)

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