E-Learning:
Warum das Internet den Bildungsmarkt erobert

Lange Zeit hatte E-Learning zu Unrecht einen schlechten Ruf. Doch mittlerweile hat sich der Zeitgeist gewandelt. Das Thema verändert die Bildungslandschaft.

E-Learning galt in Deutschland lange als ein gebranntes Kind. Unter dem Sammelbegriff wurde Online-Unterricht Mitte der 90er Jahre als ein Zukunftsmodell gefeiert, das jedoch die hohen Erwartungen zunächst nicht erfüllen konnte. Bei den meisten Anbietern wurde anschließend im Zuge der Katerstimmung nach dem Platzen der Dotcom-Blase vorsichtshalber der Stecker gezogen. Seitdem haftet dem Begriff der Malus eines gescheiterten Hoffnungsträgers an. Zu Unrecht.

Technische Schwierigkeiten und überzogene Gebühren, die etablierte Bildungsträger für ihr Renommee auch in der digitalen Welt einforderten, sorgten für eine geringe Nachfrage, so dass die Euphorie um dieses defizitäre Geschäftsmodell schnell wieder nachließ. Aber obwohl sich der digitale Bildungsmarkt seit dem Abgesang im Jahr 2002 längst wieder von dem Vorwurf der digitalen Hochstapelei befreien konnte und mittlerweile zu einem wichtigen Geschäftsbereich vieler Bildungsträger geworden ist, wird das Lehren und Lernen via Internet seinen zweifelhaften Ruf nur schlecht wieder los.

Negative Medienberichterstattung in Deutschland

Zu dieser nachhaltigen Skepsis in der Öffentlichkeit hat die Presse der damaligen Zeit einen Großteil beigetragen: Während die Verlage damals ihre eigenen Modelle von Online-Werbung als vielversprechende Einnahmequelle vorerst als gescheitert ansahen, kam ihnen das Straucheln anderer Geschäftsmodelle in der Web-Ökonomie gerade recht: Zum einen passten Skepsis, Hohn und auch Schadenfreude angesichts der damals als überzogen angesehenen Hoffnungen in die Netzwirtschaft zum Zeitgeist in dieser Phase des Internet-Zeitalters, und zum anderen mussten sich die Verlage keine Sorgen mehr um die ungeliebte Konkurrenz machen: Bildung und Wissen sind schließlich mitunter wichtige Ressorts in den eigenen Publikationen, da sind keine Wettbewerber erwünscht, so dass man, anlässlich deren vorläufigen Scheiterns, gerne nachgetreten hat.

Obwohl der Begriff der Aufmerksamkeitsökonomie sich erst in späteren Jahren herausbildete, sind die Mechanismen in der damaligen Medienberichterstattung mit denen der heutigen Zeit vergleichbar: So wie Facebook als potenzieller Wettbewerber im Online-Werbemarkt heute vielfach ungeliebt ist, so war es vor zehn Jahren mit den Online-Anbietern im Bildungswesen, nur dass es dabei nicht um den direkten Wettbewerb als Werbeträger, sondern um die eigene Bedeutung als Inhalteanbieter ging.

Eine differenzierte Berichterstattung zum vorläufigen Scheitern, zu Risiken und Chancen im E-Learning gab es seitens der etablierten Presse oftmals nicht. Und da die Entwicklung von Blogs und sozialen Netzwerken sowie deren Reichweite und Meinungsmacht noch in den Kinderschuhen steckte, manifestierte sich dieses negative Meinungsbild.

In den Folgejahren wurde dieses dann weiter kultiviert. Wer neue Anläufe wagte und damit scheiterte, konnte sich dem Spott eines Großteils der Medienbranche sicher sein: Als Bertelsmann mit seiner Lernplattform Scoyo letztlich scheiterte, machte der Kalauer die Runde, das zuletzt 90 Prozent der Seitenzugriffe sowieso aus der Bertelsmann Konzernzentrale gekommen wären.

Private Bildungsträger als Innovations- und Markttreiber im digitalen Bildungs- und Büchermarkt 

Mittlerweile hat sich der Zeitgeist gewandelt. Das Internet wird vielfach nicht mehr als ein abstraktes technisches Konstrukt, als “Cyberspace” wahrgenommen, sondern als ein Alltagsmedium, gegenüber dem man nur noch wenig Berührungsängste hat. Reine Online-Unis wie Udacity, Coursera und openHPI unterstützen diesen Trend.

Eine neue Offenheit schafft auch eine neue Nachfrage und diese bringt einen neuen Markt hervor, in dem sich momentan insbesondere private Bildungsträger zu profilieren versuchen und damit letztlich den Strukturwandel im Bildungsmarkt maßgeblich vorantreiben werden: Da notwendige Infrastruktur (Breitbandverbindungen) mittlerweile vorhanden ist, investieren diese vermehrt in weitere technische Anlagen um ihre Angebote auch online anbieten zu können. Sie versprechen sich in den kommenden Jahren einen regelrechten Boom und investieren deshalb massiv in technische Ressourcen innerhalb ihrer Unterrichtstätten. Das Geschäftsmodell scheint dabei so simpel wie profitabel: Da Restriktionen durch mangelnde Mobilität oder zeitliche Einschränkungen online nicht mehr gegeben sind, lässt sich hierüber im Bildungsmarkt ein völlig neues Klientel und neue Zielgruppen ansprechen.

Das Potenzial für Umsatzsteigerungen aber gleichermaßen auch für Kostenvorteile ist enorm. In der Praxis gestaltet es sich so, dass in der Bildungseinrichtung Präsenzteilnehmer vor Ort sind und via Bildschirm zusätzlich Online-Teilnehmer an einem Kurs teilnehmen, diese also zugeschaltet werden. Durch die Online-Teilnehmer werden zusätzliche Einnahmen erzielt und gleichzeitig die Kostenanteile pro Teilnehmer für den Dozenten, für Betriebsmittel, Grundstücke und Gebäude reduziert

Diese Aussichten führen dann zu weiteren Innovationen: Teilnehmer, die online an Unterrichten teilnehmen, bekommen ihre Lehrmittel nicht mehr in gedruckter Form, sondern direkt als Ebooks oder PDF-Dokumente zur Verfügung gestellt. Für die Präsenzteilnehmer werden auch immer mehr Buchtitel direkt in elektronischer Form, entweder über die Arbeits-Rechner vor Ort aber oder per Leih-Tablet-PC ausgegeben. Die komplette Lehrmittel-Ausgabe- und Verwaltung kann somit wegrationalisiert werden und die Kapitalbindung in Buchtitel, die vorgehalten werden müssen, verringert sich.

Nach Ablauf eines Kurses oder Seminars werden Buch-Titel dann jeweils wieder von den Geräten per Fernwartung gelöscht. Auch hier führt das veranschlagte Einspar-Potenzial zu immensen Investitionen.

Ein weiterer Kostenvorteil ergibt sich hier zusätzlich für Bildungsträger, die zertifizierte Schulungen für Microsoft vornehmen. Diese Bildungsträger bekommen oftmals nicht nur die Lizenzen für die gängigen Microsoft-Produkte zu vergünstigten Konditionen, sondern auch Microsoft Live Meeting, eine gute Software-Basis für den geplanten Online-Unterricht. Dies ist zwar nicht der beste Client für Konferenzlösungen, für die meisten Anwendungsszenarien jedoch ausreichend gut und zudem derart einfach zu handhaben, dass er auch von Dozenten ohne weitere Vorkenntnisse bedient werden kann.

Wie fühlt sich das an? Technische Innovationen überbrücken Distanz und sorgen für “echte” Atmosphäre

Moderne Einrichtungen bieten für den Dozenten, jeden Präsenzteilnehmer und für jeden Tele-Learner einen Rechner mit einer Webcam und einem Mikro an. Über digitale Whiteboards in Tafelgröße ist der Dozentenrechner mit einem Beamer verbunden. Alle Inhalte des Dozenten-Rechners, des Whiteboards und des Beamers lassen sich so auf die Rechner der Teilnehmer in einem Unterrichtsraum spiegeln, ebenso wie auf die Geräte der Online-Teilnehmer zu Hause. Um die Atmosphäre im Raum nach außen zu vermitteln und die Offline- und Online-Teilnehmer miteinander in direkten Kontakt treten zu lassen, sind in den Räumen zusätzlich noch Raummikros und Raumkameras angebracht, die auf die Präsenzteilnehmer vor Ort gerichtet sind. So können Online-Teilnehmer in Gesprächssituationen das Bild einfach zwischen dem Dozenten und den Anwesenden vor Ort umschalten.

Aus meiner Erfahrung als Dozent ist das für alle Beteiligten ein sehr angenehmes Arbeiten. Für den Lehrenden ist es zunächst etwas aufwendiger On- und Offline-Teilnehmer gleichzeitig anzusprechen, aber das ist eine reine Gewöhnungsfrage.

Fazit: Private Bildungsträger treiben E-Learning voran und legen damit auch die Grundlage für staatliche Einrichtungen

Die Zeit der Skepsis und des schlechten Images ist vorbei. E-Learning in der beschriebenen Form ist längst im Mainstream angekommen. Bei der genannten technischen Ausstattung könnte man meinen, dass es sich hier um einzelne “Fachräume” handeln würde, vergleichbar den “PC-Räumen” an staatlichen Schulen. Das ist jedoch nicht der Fall. Es gibt in Deutschland private Bildungsträger im Bereich Aus- und Weiterbildung, die derlei Equipment in jedem ihrer Räume zu Verfügung stellen. Mit jeweils Raumkapazitäten in den Einrichtungen für insgesamt bis zu 800 Teilnehmer.

Aufgrund solcher Größenordnungen, den entsprechenden Investitionsvolumina und meinen Erfahrungen als Dozent in diesem Umfeld, steht für mich fest, dass E-Learning hier als Vorreiter auf dem Sprung ist, dieser Art der Wissensvermittlung zu einer völlig neuen Akzeptanz zu verhelfen. Wir werden bei netzwertig.com deshalb zukünftig den digitalen Bildungsmarkt verstärkt im Auge behalten, Trends und Entwicklungen in diesem Markt thematisieren, über Online-Universitäten berichten und diese, soweit es möglich ist, auch testen.

Die Zeit ist reif, E-Learning nicht mehr als ein Nischenprodukt zu betrachten, sondern es als eine ernsthafte Bereicherung der Bildungslandschaft zu begreifen, deren technische und wirtschaftliche Entwicklung weitreichenden Einfluss auf unser Bildungswesen und die Art der Wissensvermittlung haben wird.

Der einstige Vorwurf einer “Digitalen Hochstapelei” von Spiegel Online war bereits schon im Jahr 2002 nicht gerechtfertigt. Spätestens jetzt aber, 10 Jahre danach, scheint diese Spitze seitens des Hamburger Verlages nun als Bumerang zu seinem Absender zurückgekommen zu sein.

(Foto: Flickr/tguglielminiCC BY 2.0)

 

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6 Kommentare

  1. Ja. Genau.
    Und zu ergänzen wäre ein wichtiger – zentraler – Grund dafür, warum E-Leanrning 1.0 nicht funktioniert hat:
    Weil es damals die primitivsten Kinderkrankheiten der Pädagogik digitalisiert und einfach nur eine technizistische Fortschrittsoptik als Verständnisrahmen hatte. Was Lehren und Lernen war, das meinte man ja seit 100 Jahren zu wissen. Jetzt musste das Ganze nur noch digital abgebildet/angewendet werden. (skoyo ist ein wunderbares Beispiel genau dafür.) Wozu aber für dasselbe Ergebnis ein neues Medium bemühen, wenn es genauso gut oder schlecht mit dem etablierten erzielt werden kann? Ein “Geschäftsmodell” ist das nicht.
    Dass das digitale Medium als Leitmedium einer neuen Kulturstufe eben auch den Wissens- und Lernbegriff (im Sinne z.B. Weinbergers) komplett verändert, war in so einer technizistischen Konzeption gar nicht vorstellbar. Wissen blieb “objektiv”, Lehren blieb “Belehren” und Lernen blieb “Bimsen” – und das auch noch radikal vereinsamt. Basta. Das hat das neue IK-Medium zum schlichten Werkzeug degradiert. (Und by the way: Der traditionelle Lehrer wurde aus dieser Perspektive auch nur als “Werkzeug” gesehen.)

    Erst seitdem (auch) den E-Learning-Designern dämmert, dass der Kulturwandel zwar durch Technik ausgelöst wurde, aber keineswegs bloß die Technik selbst transformiert (hat), sondern eben die ganze Gesellschaft nebst ihrem Verständnis von sich selbst, wird es was: Wissen im digitalen Zeitalter ist personalisiert (nicht objektiv). Lernen im digitalen Zeitalter ist radikal selbstbestimmt individualisiert und gleichzeitig radikal kollaborativ. 2.0 eben. Auch wenn wir erst am Beginn dieser Transformation stehen: Immerhin kann man sie schon ganz gut erkennen.

  2. Coursera und co sind genial. Univorlesungen online jeder Zeit und einfach nochmal anhören? Und keinen überfüllten Hörsaal mehr besuchen. Ein neues Lehrkonzept, dass man natürlich als Prof. richtig umsetzen muss damit es funktioniert. Aber auch ein Medium, mit dem sich die Professoren neue Leserschaften für ihre Bücher und externen Webseiten erarbeiten können. Nur als Beispiel, über 20.000 Zuhörer bei frei zugånglichen coursera Vorlesungen sind keine Seltenheit.

  3. Finde auch, wie Lisa Rosa, dass es mit “E-Learning” noch gar nicht richtig angefangen hat. Viele suchen einen neuen Begriff, da vielen, wenn sie “E-Learning” hören, nur die Web-based Trainings in den Sinn kommen. Ich begrüsse es daher sehr, wenn die Berichterstattung sowohl jüngere Geschäftsmodelle als auch Produkt- und Dienstleistungskonzepte vorstellt, die zeigen, wie lebendig E-Learning ist. Meinungen, ob E-Learning bleiben oder durch einen anderen Begriff – und welchen – abgelöst werden soll, sind mir willkommen!

  4. E-Learning ist eine tolle Art zu studieren, die Matura nachzuholen oder andere Kurse zu belegen. So kann man einfach unterwegs oder von zu Hause aus lernen, das ermöglicht einen das leichtere nebenberufliche studieren.

  5. Schön mal in einem deutschen Medium einen solchen Standpunkt vertreten zu sehen. Bisher fristet die Berichterstattung über die Digitalisierung im Bildungswesen ja in Deutschland eher ein Schattendasein und ist nicht mit dem zu vergleichen, was etwa der Chronicle oder Inside Higher Ed in dem Bereich leisten.

    Auch ich bin der Meinung, dass bisher kaum realisiert wird, welch grundlegende Veränderungen uns in Haus stehen. Diese Veränderungen sind auch nicht mit dem Argument wegzudiskutieren, dass das persönliche Element und die Auseinandersetzung mit anderen Menschen immer eine zentrale Rolle im Bildungsprozess einnehmen werden. Dies ist sicher richtig, aber gerade hier kann die Digitalisierung helfen. Gerade durch den Einsatz von digitaler Infrastruktur wird in Zukunft womöglich mehr persönliche Interaktion möglich als nur von aus der letzten Reihe eines Hörsaals einen Professor in der Ferne zu erspähen.

    Ich habe mich in einem demnächst erscheinenden Buch ausführlich mit dem Thema auseinandergesetzt: http://koerber-stiftung.d…-21-jahrhundert.html

    Bei iversity (http://www.iversity.org) arbeiten wir zudem an Lösungen die versuchen das dort skizzierte Potential in die Praxis zu überführen. Dabei denke ich, dass digitale Lösungen sowohl Unterrichtsformen die dem klassischen Lehrbegriff entsprechen effizienter und effektiver gestalten können als auch gänzlich neue kreative und kollaborative Lehrformen ermöglichen werden.

    Für beides haben wir eine Menge Ideen und sind daher sehr daran interessiert mit allen die zurzeit über die Schaffung von zeitgemäßen Online-Lehrangeboten nachdenken ins Gespräch zu kommen.

    • Leider gibt es aber viele Dozenten, die garnicht vorhaben in ihrem Leben noch die nötigen Voraussetzungen zu erlernen, die es ermöglichen würden ihre Kurse auch als MOOCs anzubieten. Wie gerne würde ich auch nach Ende meines Studiums an den Veranstaltungen einer vortrefflichen Professorin für Politikwissenschaft teilnehmen, weiß aber schon jetzt, dass sie nicht mal scannen kann und das auch nicht mehr lernen will. Schade!

3 Pingbacks

  1. [...] E-Learning nun zu einer der unzähligen Erfindungen der 90er Jahre, für die man sich schämen sollte? Oder handelt es sich um die Lernform der Zukunft? Dazu gibt es [...]

  2. [...] Warum das Internet den Bildungsmarkt erobert: Die Zukunft kommt! Ich arbeite ja auch seit geraumer Zeit an Voocler, einem Online-Lernangebot für Vokabeln. Das bisherige Angebot, im Netz zu lernen, beschränkt sich auf Seiten die mehr oder weniger gut Inhalte zusammenfassen - jedoch keinen Spaß machen. Doch sollte Lernen nicht Spaß machen? Auch, E-Learning, das ist alles schwarz-weiß bis grau angestaubt. So fühlt sich das Image und auch ein großer Teil der aktuellen Angebote im Netz an. Doch in den kommenden Jahren, und davon bin ich überzeugt, wird sich das Ändern. Mit Voocler möchten wir auch einen kleinen Teil dazu beitragen. Doch wer glaubt, dass von Bildungseinrichtungen aus staatlicher Hand Innovationen kommen, der irrt. Innovationen müssen auch im Bildungsbereich erst von privaten und kleinen Unternehmen geschaffen werden, bevor sie ein paar Jahrzehnte später in das Bildungswesen mit eingehen. Schade eigentlich. Artikel: http://netzwertig.com/2012/09/21/e-learning-warum-das-internet-den-bildungsmarkt-erobert/ [...]