Wettstreit der mobilen Chatdienste:
Warum iMessage in seiner
jetzigen Form gescheitert ist

Der einzigartige Erfolg von WhatsApp zeigt: Apples eigener Nachrichtendienst iMessage verfehlt sein Ziel, sich zu DEM “SMS-Killer” zu entwickeln. In einem Markt, in dem Android den Ton angibt, ist das kein Wunder.

Bleiben wir beim Thema mobile Kommunikation: Der im Artikel von heute früh beschriebene kometenhafte Aufstieg von WhatsApp (bitte lest den Beitrag für Zahlen und Statistiken zu WhatsApp) ist nicht nur Beleg dafür, dass manchmal Dienste ohne Nachhilfe der Presse und aufwändige Marketingaktivitäten den Tipping Point und ein exponentielles, globales Nutzerwachstum erreichen können, sondern zeigt auch deutlich, dass Apples Versuch, iMessage als DEN SMS-Ersatz zu etablieren, gescheitert ist.

Zwar sehen die offiziellen Zahlen ordentlich aus – 140 Millionen iOS- und Mac-Nutzer haben Apples Messagingdienst aktiviert und senden eine Milliarde Mitteilungen pro Tag – doch die Tatsache, dass iMessage-Konkurrent WhatsApp in 126 Ländern die Downloadcharts der kostenpflichtigen iOS-Apps anführt, spricht für sich: Trotz der Existenz von iMessage, das unbegrenzt kostenfreie Textnachrichten zu anderen iMessage-Nutzern erlaubt, fühlen sich Millionen Menschen animiert, für 79 Cent eine Chatapplikation für ihr iOS-Gerät zu erwerben. Und seit der Lancierung von iMessage mit iOS 5 im Oktober vergangenen Jahres hat sich das Volumen der über WhatsApp versendeten Mitteilungen verzehnfacht. Während iMessage also zweifelsohne einen weiteren Sargnagel für die SMS darstellt, hat es im Wettstreit mit WhatsApp trotz der Ab-Werk-Integration bei iPhone und iPad den Kürzeren gezogen.

Funktionell unterlegen

Die Gründe hierfür muss man nicht lange suchen. Zum einen bietet WhatsApp einen größeren Funktionsumfang als das im Grunde vollständig die SMS imitierende iMessage. Der Apple-Dienst beherrscht weder Gruppenchats noch nicht das von WhatsApp her bekannte Spektrum an Multimediaoptionen. Auch erfahren Nutzer erst nach dem ersten Versand einer Nachricht, ob diese als herkömmliche SMS oder iMessage übermittelt wurde – je nach dem, ob der Empfänger ein Apple-Gerät besitzt und iMessage aktiviert hat.

Nachtrag: Leser David weist korrektweise daraufhin, dass Gruppenchats doch möglich sind, und dass sich beim Verfassen einer Nachricht der Senden-Button nach einigen Sekunden verfärbt, sofern der Empfänger iMessages erhalten kann. 

Wenn iOS den Markt dominieren würde…

Damit kommen wir zur zweiten, vermutlich entscheidenden Ursache für den ungebrochenen Erfolg von WhatsApp auch nach der Einführung von iMessage vor einem Jahr: iMessage mangelt es an einer plattformübergreifenden Verfügbarkeit. Wer kein iPhone, iPad oder Mac-Rechner besitzt, kann nicht über iMessage kommunizieren. In einer Welt, in der iOS den Markt mobiler Smart Devices dominiert, wäre dies kein Problem – und unter dieser Prämisse wurde es vielleicht auch konzipiert. Doch die Realität im Sommer 2012 sieht anders aus: Eindeutiger Marktführer in den meisten Ländern und weltweit betrachtet ist mittlerweile Android. Vereinfacht ausgedrückt und soziodemographische sowie regionale Faktoren ausklammernd bedeutet dies, dass sich im Kontaktnetzwerk von durchschnittlichen iPhone-/iPad-Nutzern mehr Menschen mit Android-Geräten als mit mobilen Apple-Computern befinden.

Und unter diesen Umständen kann ein nur für Apples eigene Plattform bereitgestellter Nachrichtendienst niemals mit Wettbewerbern mithalten, die plattformübergreifend angeboten werden.

Wird sich Apple mit der zweiten Reihe begnügen? Wahrscheinlich nicht

Die Frage ist, ob sich Apple mit der bisherigen Rolle von iMessage als bevorzugter Service für die Kommunikation zwischen Apple-Hardware zufriedenstellen wird. Selbst wenn der Dienst für den Konzern aus Cupertino keine Einnahmequelle darstellt, so widerspricht die fehlende Fähigkeit zu iMessage-Konversationen mit Personen auf anderen Plattformen Apples Credo eines möglichst maximalen Anwenderkomforts und minimaler mentaler Kosten. Wenn User extra gezwungen sind, sich eine alternative Chatapp zu besorgen, nur um abseits von SMS bequem mit ihren Android-Freunden und Windows-Phone-Kollegen kommunizieren zu können, dann muss dies als Schwäche von iOS gewertet werden. Es wäre eine Überraschung, wenn Apple nicht irgendwann versuchen würde, diese zu beheben.

Eine Öffnung von iMessage (und dessen Video-Pendant FaceTime) für andere Plattformen wäre die logische Folge. Doch was einfach klingt, wird für Apple eine Herausforderung. Während das kalifornische Unternehmen bei Software, die es für seine eigenen Betriebssysteme iOS und Mac OS X entwickelt, regelmäßig Standards in puncto Design und Benutzerfreundlichkeit setzt, verhält es sich auf fremden Plattformen deutlich unsicherer. iTunes für Windows etwa ist eine Usability-Katastrophe, Safari für Windows wird stiefmütterlich behandelt, und bestimmte Prozesse wie die Entwicklung von iOS-Apps funktionieren ausschließlich unter Mac.

Öffnung von iMessage wäre Neuland für Apple

An dieser Strategie ist grundsätzlich nichts auszusetzen. Doch Apples konsequente Fokussierung auf einen Ein- beziehungsweise Zwei-Plattform-Ansatz hat zur Folge, dass das Unternehmen unerfahren in der Öffnung seiner Anwendungen für andere Systeme ist. Man stelle sich vor, Apple würde eine offene API für iMessage bereitstellen – plötzlich müsste die Firma, dessen DNA von einem Kontrollfreak geprägt wurde, sich mit allen möglichen Problemen und Fragestellungen außerhalb ihres unmittelbaren Einflussbereiches auseinandersetzen.

Selbst wenn Apple die Öffnung von iMessage entweder über eine API oder den Launch von nativen Apps unter Android und Windows Phone meistern und dabei trotz der ungewohnten Entwicklerumgebung solide Software abliefern würde, wäre fraglich, ob Programmierer und Nutzer diese Gelegenheit wahrnähmen. Dazu müssten sich die ihnen gebotenen Lösungen in Qualität und Eleganz schon deutlich von der Vielzahl an konkurrierenden Anbietern abheben. Und App-Programmierern müsste Apple mächtige Argumente liefern, damit sie iMessage als Infrastruktur für die Nachrichtenübermittlung einsetzen.

Dass iPhone- und iPad-Nutzer iMessage annehmen würden, war absehbar. Die wahre Kunst liegt darin, den Dienst auf andere Geräte außerhalb des Apple-Universums zu bringen. Die Chancen, dass dies klappt, sind eher gering – was iMessage dazu verdammt, für immer einen Platz in der zweiten Reihe einzunehmen und WhatsApp beim Siegen zuzusehen. Oder Joyn – vielleicht. Naja, vermutlich nicht. Aber der Versuch zählt.

 

Martin Weigert

Martin Weigert ist der leitende Redakteur von netzwertig.com.

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18 Kommentare

  1. Im Prinzip teile ich eure Meinung vollständig, aber zwei Einwände:

    - iMessage hat keine Gruppenchats: Falsch, gibt es seit der Einführung des Dienstes.
    - Nutzer erfahren erst nach dem Senden einer Nachricht, ob derjenige iMessage hat: Falsch, der Sendenbutton färbt sich wenige Sekunden nach dem Beginn zu Schreiben – auch ohne Absenden.

    Nächster Schritt für Apple muss sein, iMessage über die Apple ID abzuwickeln und nicht wie bisher zwischen Telefonnummer und E-Mailadresse unterscheiden. Dann könnten nämlich Nachrichten zwischen Rechner und iDevices vollständig synchron gehalten werden – was ein interessanter USP wäre. Soweit ich weiß, ist die Anpassung zu iOS6 geplant.

  2. Ah, danke für die Hinweise. Punkt 1) hab ich igendwie verdrängt, und Punkt 2) war mir ehrlich gesagt überhaupt nicht bekannt. Ändere ich gleich noch im Text.

    • Bitte korrigieren Sie dann auch noch Kritikpunkt Nummer 3, dass iMessage keine Multimediaoptionen bietet. Mit beiden Diensten können sowohl Fotos als auch Videos verschickt werden.

      Zudem fehlt ein Hinweis darauf, dass iMessage auch am Computer genutzt werden kann, was einen enormen Vorteil darstellt. In meinem persönlichen Umfeld wird WhatsApp aus genau diesem Grund fast überhaupt nicht mehr genutzt.

      Nicht zuletzt fehlen Ihrem Artikel stichhaltige Argumente, aus denen sich ableiten lässt, warum WhatsApp der Marktführer ist. Downloadzahlen und Marktanteil des Betriebssystems sind allein nicht aussagekräftig. Relevant wäre hier, wie oft beide Dienste tatsächlich genutzt werden.

      Da Sie in Ihren “Thesen” lediglich Äpfel mit Birnen vergleichen und keine aussagekräftigen Vergleichszahlen vorlegen, wundert es mich sehr, wie Sie zu der doch sehr drastisch formulierten Schlussfolgerung kommen, dass iMessage sein Ziel verfehlt hat.

      Ich ärgere mich, diesen schlecht recherchierten Artikel gelesen zu haben.

    • Bitte korrigieren Sie dann auch noch Kritikpunkt Nummer 3, dass iMessage keine Multimediaoptionen bietet. Mit beiden Diensten können sowohl Fotos als auch Videos verschickt werden.

      WhatsApp bietet sehr viel mehr Multimediaoptionen. Im Artikel steht nicht, dass iMessage keine Multimediaoptionen bietet, sondern nur nicht das gleiche Spektrum wie WhatsApp.

      Zudem fehlt ein Hinweis darauf, dass iMessage auch am Computer genutzt werden kann, was einen enormen Vorteil darstellt. In meinem persönlichen Umfeld wird WhatsApp aus genau diesem Grund fast überhaupt nicht mehr genutzt.

      Fehlt nicht. Im Text ist explizit von “iOS- und Mac-Nutzern” die Rede. Davon abgesehen sprechen wir hier von mobilen Geräten. Inwieweit der Desktop-Versand tatsächlich einen so enormen Vorteil darstellen soll, wage ich zu beweifeln.

      Nicht zuletzt fehlen Ihrem Artikel stichhaltige Argumente, aus denen sich ableiten lässt, warum WhatsApp der Marktführer ist. Downloadzahlen und Marktanteil des Betriebssystems sind allein nicht aussagekräftig. Relevant wäre hier, wie oft beide Dienste tatsächlich genutzt werden.

      Ich verweise dafür auf den zentral am Anfang verlinkten Artikel von heute morgen. Alles, was an Zahlen zu WhatsApp bekannt ist, steht dort.
      http://netzwertig.com/201…orm-gescheitert-ist/

  3. Ich finde die Schlussfolgerungen irgendwie merkwürdig. Natürlich sehen sich sich die meisten iOS-Nutzer gezwungen Whatsapp zu nutzen, denn denen wird es genau wie mir gehen: Viele Freunde und Bekannte haben ein iPhone, sodass ich mehr als 90% meiner Nachrichten über iMessage schreibe (bei mir sogar eher 99%). Aber es gibt dann eben immer noch einen kleinen Prozentsatz an Bekannten, die Android nutzen und um mit denen kostenlos schreiben zu können, braucht man eben Whatsapp.

    Allerdings daraus dann abzuleiten, dass iMessage im Vergleich zu Whatsapp versagt hat (bzw. gescheitert ist), finde ich mutig, da wie schon gesagt das Volumen der verfassten Nachrichten pro System hauptsächlich vom Umfeld abhängt.

    DER SMS-Killer konnte iMessage nie werden (wer das jemals geglaubt hat, leidet offensichtlich unter Realitätsverlust), denn dazu müsste erstmal jeder Telefon-Nutzer ein iPhone kaufen, bzw. hätte Apple iMessage auch auf Android-Geräte bringen müssen und … naja, wir wissen alle wie wahrscheinlich sowas ist.

    • “Aber es gibt dann eben immer noch einen kleinen Prozentsatz an Bekannten, die Android nutzen und um mit denen kostenlos schreiben zu können, braucht man eben Whatsapp.”

      Ein kleiner Prozentsatz? In deiner individuellen Situation mag das so sein. Aber eine der Thesen des Artikels ist ja, dass Android mittlerweile den mobilen Markt eindeutig anführt. Insofern gilt für die Mehrheit, dass es ein großer Prozentsatz der Kontakte ist, die nicht mit iMessage erreicht werden können.

      Scheitern definiere ich so: Im Oktober kam iMessage. Seitdem ist das Volumen mit WhatsApp versendeter Nachrichten um das Zehnfache gestiegen. Und heute, fast ein Jahr nach dem Launch von iMessage, ist WhatsApp in 126 Ländern die Top-App bei den Paid iOS Apps. Sprich: iMessage hat einen entscheidenden Widersacher in dessen Wachstum überhaupt nicht hindern können.

      DER SMS-Killer konnte iMessage nie werden

      Ok, dann hast du eine andere Prämisse als ich. Ich denke schon, dass Apple sich erhofft hatte, dass iOS dauerhaft zum Marktführer wird und damit quasi einen Standard etablieren und der Konkurrenz überstülpen konnte. Doch dies erscheint zunehmend unwahrscheinlich.

  4. iOS zum Marktführer und iMessage zum SMS-Killer zu machen sind aber zwei verschiedene paar Schuhe. Letzteres kann ohne ersteres nicht funktionieren. Sicherlich ist das Apples Ziel, aber zu glauben das ginge in so kurzer Zeit ist etwas blauäugig, zumal Android logischerweise mittlerweile verbreiteter ist, da hier durch die größere Diversifikation viel mehr auf verschiedene Käuferschichten eingegangen werden kann, durch größere Preisspannen und zahlreichere Ausstattungsvarianten. Aber das sind doch nun wirklich keine neuen Erkenntnisse, oder?

    Aber natürlich kann ich immer nur von meiner Situation ausgehen und da ist Whatsapp eben die Ausweichlösung.

  5. Für einen ordentlichen Vergleich hätte ich mir übrigens ein paar vergleichbare Zahlen gewünscht. Aktivierungen + Zahl der täglichen Nachrichten auf der einen Seite mit der Zahl der Top-Platzierungen im App Store auf der anderen Seite zu vergleichen sagt nämlich leider gar nichts aus. Erst diese Woche wurde mehrfach berichtet, dass es gerade mal vierstellige Downloadzahlen benötigt um in die Top Ten zu kommen. Ich wäre also sehr interessiert an Nutzerzahl und Nachrichtenvolumen von Whatsapp. Wäre toll, wenn ihr die noch ausgraben könntet.

  6. Super. Danke. Beeindruckende Zahlen.

  7. Ein spanenndes Thema. Meine Meinung ist, dass der gut recherchierte Beitrag (wie immer) einem grundlegenden Fehler unterliegt. Apple’s Ziel mit iMessage ist nicht mit Whatsapp zu konkurrieren. Das hat Apple nicht nötig, denn 1.) verdient Apple mit dem Verkauf von Hardware wesentlich mehr Geld als mit einem mobilen Chatdienst zu verdienen ist und 2.) verdient Apple über den App Store ohnehin zu 30% an allen Umsätzen von Whatsapp.

    Ich sehe das strategische Ziel von iMessage in dem Ausbau der Marktmacht gegenüber Mobilfunkern. Diesbezüglich ist iMessage, obwohl mMn alles andere als gut umgesetzt, sehr erfolgreich. Mit dem Startvorteil in die native SMS Inbox auf iOS Geräten integriert zu sein hat es mit mehr als 1Mrd Nachrichten/Tag die SMS beim Mobilfunker kannibalisiert. Das sind direkte Umsatzverluste bei Mobilfunkern.

    Da die Nutzung von Whatsapp (= mobiler Chat) und iMessage (= SMS Versand) unterschiedlich ist, ist auch der Kannibalisierungseffekt bei Whatsapp nicht so stark. Apple muss also nicht die Weltherrschaft unter mobilen Messengern erreichen, um mit iMessage erfolgreich zu sein.

  8. Warum glauben so viele Teich-Blogger, Apple wollte oder müsste in allen Bereichen Marktführer sein – oder es zumindest anstreben. Dem ist definitiv nicht so.

    iMessage und Facetime sind ausschliesslich für iOS- und Mac-User gedacht und kosten Apple viel Geld, ohne dass irgendwelche Einnahmen damit erzielt werden. Weshalb sollte man die Dienste für andere Plattformen öffnen? Das kostet nur noch mehr Geld und bringt keinen zusätzlichen Umsatz.

  9. Imessage fehlt die Standort senden Funktion. Warum eigentlich kann ich von Safari und der Youtube App sofort per Email sharen und sogar via Twitter, was ein fremdservice ist, aber nicht in iMessage hinein?

  10. Und wie schaut es mit dem Datenschutz im Vergleich aus ?

  11. seit wann gibt Android den Ton an? iOS gibt den Ton an, da Android einfach ein (richtig schlechter)iOS-Klon ist und jedes neue Feature (schlecht)nachahmt!

    • “da Android einfach ein (richtig schlechter)iOS-Klon ist”

      Das finde ich falsch. Logisch, wenn man sich einige Samsung-Geräte ansieht, ist das Aussehen fast genau gleich. Aber wenn man sich das pure Android im Vergleich zu iOS ansieht, ist das gleich ganz anders.

      “jedes neue Feature schlecht nachahmt”

      Ach ja, und wer hatte das Notification Center zuerst, um nur eines zu nennen, das iOS (schlecht) kopiert hat?

      “Seit wann gibt Android den Ton an?”

      http://mobilemetrics.de/2…tphone-markt-mit-70/

  12. Ich betreibe 4 IOS-Geräte und ein Windows – Gerät.
    Die ABSOLUTEN Vorteile von iMessage liegen für mich darin, dass ich
    1. Alle geschriebenen UND empfangenen Nachrichten durch iCloud auf ALLEN IOS-Geräten synchron habe. Auch auf dem Rechner. Ich muss also nicht suchen und “fummeln” wer mir wann, was geschrieben hat. Und bin auch nicht an 1 einziges Gerät zum Antworten gebunden.
    WhatsApp ist IMMER nur für EIN Gerät verfügbar.
    2. Ich meine Nachrichten auf dem Rechner mit einer vollwertigen Tastatur schreiben kann, was deutlich schneller und einfacher geht, als mit dem Smartphone.

    Natürlich wäre es toll, wenn iMessage “aufgemacht” werden würde. Dann hätte ich die vorgenannten Vorteile auch, wenn mir jemand schreibt, der kein IOS hat.

    Aber: was bei WhatsApp bezüglich Datenschutz zu lesen war, lässt mich noch lieber mit iMessage arbeiten…

3 Pingbacks

  1. [...] mit seinem Kurznachrichtendienst i-Message die SMS zu ersetzen und seinen Konkurrenten WhatsApp zu übertrumpfen. Zwar verwenden viele Nutzer i-Message, jedoch mangelt es an einer plattformübergreifenden [...]

  2. [...] Beleg dafür gesehen werden muss, dass ein nicht plattformübergreifend angebotener Messenger keine Chance hat.Es ist an der Zeit, WhatsApp ernst zu nehmen. Das gilt nicht zuletzt auch für Facebook.Twitter [...]

  3. [...] gleichzeitig eine Art trojanisches Pferd erhalten, das zudem Apples eigenen Chatservice iMessage erfolgreich Grenzen setzt.Hervorragende Ausgangslage für WhatsAppJe länger ich mich mit der Marktsituation und der Rolle [...]

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