Mit Tablets und Smartphones online einkaufen:
CouchCommerce will mobiles
Shopping schöner machen

CouchCommerce aus Hannover will kleinen wie großen E-Commerce-Anbietern eine kostenfreie Möglichkeit bereitstellen, in wenigen Minuten eine für Tablets und Smartphones optimierte, in der Cloud laufende Shopversion zu erhalten.

Nahezu jeder deutsche Internetnutzer kauft zumindest gelegentlich im Web ein. Doch wie viele haben auch Spaß am Onlineshopping? Für das stationäre Web und traditionelle Eingabeverfahren über Tastatur und die Maus geschaffene E-Commerce-Angebote sind im besten Fall auf Zweckmäßigkeit getrimmt, aber selten auf echten Einkaufsspaß und visuelle Höhepunkte. Dabei könnte bequemes Shopping von zu Hause eigentlich eine echte Freude sein. Mit dem Einzug mobiler Geräte mit Touchdisplay erhalten Webshops eine zweite Chance, ihren aktuellen und potenziellen Kunden mehr als nur ein rein pragmatisches Shoppingerlebnis zu bieten.

Speziell Tablets sind prädestiniert dafür, es sich auf dem Sofa, im Sessel oder in der Hängematte bequem zu machen und sich den schönen, eleganten Seiten des Internets zu widmen. Dröge, überladene und unübersichtliche Websites für das stationäre Web bekommt man ja sonst schon den ganzen Tag zu Gesicht. Tablets schreien förmlich nach Shopangeboten, die Produkte nicht über die altbackene, textlastige und langweilige Benutzeroberflächen präsentieren, sondern in aufregender, interaktiver und sich die Stärken berührungsempfindlicher Bildschirme zunutze machender Form (etwa im Stile der neuen Pinterest iPad-App).

CouchCommerce, ein junges Startup aus Hannover, will den mit dem Aufkommen der Post-PC-Ära verbundenen Wandel beim Onlineshopping für sich nutzen und gleichzeitig zehntausenden E-Commerce-Anbietern dabei helfen, ihre Angebote mit minimalem Aufwand und niedrigsten Kosten in für Smartphones, Tablets und Smart-TVs optimierte Web-Apps zu konvertieren. Zwar gehören B2B-Angebote in der Regel nicht zu unserem redaktionellen Fokus, aber zum einen vertreiben heutzutage auch viele Privatpersonen und Gelegenheitshändler Dinge über das Netz und dürften sich für eine für das “Sofa-Shopping” angepasste Lösung interessieren, und zum anderen verkaufen die Niedersachsen ihr Angebot einfach so gut, dass man es als Endanwender schon fasst bereut, keine physischen Produkte im Netz anzubieten.

In wenigen Schritten zur Tablet-Version in der Cloud

Das von Alexander Ringsdorff, Nadine Schmitt und Kai-Thomas Krause gegründete und bisher vollständig aus eigenen Mitteln finanzierte Unternehmen will Onlinehändlern ab September eine Plattform bereitstellen, die es ermöglicht, mit wenigen Schritten und ohne Änderungen an ihrem bestehenden Shopsystem ein für Tablets und andere Geräte mit berührungsempfindlichen Displays geschaffenes Interface zu erstellen.

Die Hannoveraner werden dazu Module für unterschiedliche Shopsysteme anbieten. Den Anfang macht das Magento-Modul in wenigen Wochen, danach folgen Module für xt:Commerce, shopware und OXID. Die Module werden innerhalb der jeweiligen Shopsoftware installiert, sammeln alle erforderlichen Produktdaten des Händlers und generieren anschließend eine kompakte und optisch ansprechende Shopversion für Tablets und Smartphones in der CouchCommerce-Cloud – die auf Wunsch der Händler automatisch aufgerufen wird, wenn Nutzer über mobile Geräte surfen. Die CouchCommerce-Macher wollen dabei den Setup-Prozess so simpel wie möglich gestalten, um den Service auch wenig technisch versierten Shopbetreibern schmackhaft zu machen.

API und Marktplatz für Entwickler, Freemium als Geschäftsmodell

Eine API und ein Marktplatz sollen Entwickler animieren, eigene Module und Templates zu programmieren. Shopbetreiber können diese dann gegen Bezahlung nutzen, wobei 70 Prozent beim Entwickler und 30 Prozent bei CouchCommerce verbleiben. Die API erlaubt es auch, vollkommen eigenentwickelte Shopsysteme an CouchCommerce anzuschließen.

Für einen nicht an Endnutzer gerichteten Dienst ungewöhnlich ist das angestrebte Geschäftsmodell: Die Basisversion von CouchCommerce wird kostenfrei angeboten, es fallen weder eine Einrichtungsgebühr noch Kosten für den Einsatz der Standardmodule an. Die Monetarisierung soll über Zusatzservices und besagte speziellere, kostenpflichtige Module erfolgen.

CouchCommerce richtet sich an Shops jeder Größe, wobei es die umfangreichen E-Commerce-Angebote sein dürften, die am ehesten Bedarf an speziellen Modulen und zusätzlichen Dienstleistungen haben und damit Geld in die Kasse der jungen Firma spülen werden. Alle anderen Anwender nehmen die Rolle von Botschaftern ein, welche die Kunde über CouchCommerce in die Welt tragen – sofern sie mit dem Gebotenen zufrieden sind.

Äußerst gelungener äußerer Eindruck

Bei CouchCommerce stimmt nicht nur die Idee, sondern auch die Art, wie das Team, das nach eigenen Angaben mehr als zehn Jahre Erfahrung mit E-Commerce-Projekten mitbringt, das Konzept vermitteln. Die optische Aufmachung, die sympathische, persönliche Kundenansprache und das Geschäftsmodell wirken äußerst untypisch für einen deutschen B2B-Webdienstleister. Dem Vorhaben kann dies nutzen, immerhin soll CouchCommerce auch Shopbetreiber in anderen Teilen der Welt ansprechen. Etwas Lockerheit schadet da nicht.

Derzeit wird CouchCommerce intern und mit einigen Beta-Kunden getestet, weshalb wir uns an dieser Stelle weitere Lobeshymnen ersparen. Denn noch ist nicht nachprüfbar, ob CouchCommerce am Ende die Ansprüche von Onlinehändlern an ein Tablet-App-SaaS-Angebot tatsächlich erfüllen kann. Immerhin existieren Alternativen, wie (in der Regel teure) Agenturen oder mobile Templates einzelner Shopsysteme. Auf dem Papier wirkt das Vorhaben des Startups aus Hannover sehr reizvoll. Ab September werden (magento-) Händler sich davon überzeugen können, ob sich das Konzept auch in der Praxis bewährt.

Interessierte Händler können sich auf dieser Seite für den baldigen Launch vormerken lassen. Wer als Invitation Code “netzwertig.com” angibt, kann sicher sein, ganz vorne in der Warteliste zu landen.

Link: CouchCommerce

 

Martin Weigert

Martin Weigert ist der leitende Redakteur von netzwertig.com.

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5 Kommentare

  1. Spaß am Shopping? Ich kaufe ein, was ich brauche. Es ist schon traurig, dass man sich selbst bespaßt, wenn man NUR einkaufen geht. Das Ego derer muss winzig wie eine Vire sein.

    • Es gibt nicht nur schwarz und weiß, sondern auch genug Spektrum dazwischen.

    • Selbstverständlich kann man “nur” ganz pragmatisch einkaufen, was man braucht. Und natürlich kann man das als Pflichtveranstaltung sehen, jeder so wie er mag.

      Aber mal ehrlich, wenn etwas Spaß macht, wenn es schön ist, neue Dinge zu entdecken und wenn e-commerce, egal ob mobil oder nicht, dem Kunden diese Dinge in einer Weise präsentiert, die den Kaufprozess selbst als Erlebnis präsentiert, dann haben unterm Strich alle etwas davon. Kunden, Händler und nicht zuletzt Agenturen wie die sehr geschätzten Couch Commerce Kollegen oder wir von next commerce.

      Wieso Spass am Einkaufen auf ein winziges Ego schliessen lässt, werden wir wahrscheinlich nie erfahren. Und eigentlich ist es mir auch komplett wurscht ;)

  2. Hallo Susan.
    Selbst wenn man nur pragmatisch einkauft, macht es einfach mehr Spaß, wenn Produkte nutzerfreundlich und ansprechend aufbereitet sind. Das ist kein Phänomen aus dem Bereich E-Commerce. Auch der Offline-Handel präsentiert seine Produkte schön und verkauft nicht einfach aus dem Karton in einer Lagerhalle ;)

    Viele Grüße aus München :)

  3. Gefällt mir wirklich sehr gut.

2 Pingbacks

  1. [...] von Produkten und Dienstleistungen ein Teil des Gesamterlebnisses darstellt. Erst neulich berichteten wir über CouchCommerce aus Hannover, das Shopbetreibern die Möglichkeit einräumen will, innerhalb weniger Minuten ein für Tablets [...]

  2. [...] neue Wege der Ansprache von Shoppingverrückten. Neben dem Hannoveraner Startup CouchCommerce (unser Bericht) und Amazon mit seiner Windows-Shopping-App hat auch der junge Münchner Dienst ShopLove dieses [...]

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