Xyo:
Xyologic lanciert intelligente Suchmaschine für mobile Apps

Bisher hat das Berliner Startup Xyologic App-Downloads rund um die führenden mobile Appläden ausgewertet und Statistiken angefertigt. Mit Xyo betritt es nun den umkämpften Markt der Suchmaschinen für mobile Apps.


Wer am laufenden Band neue Onlinedienste und Startups unter die Lupe nimmt und sich im Netz zu Hause fühlt, hat manchmal etwas andere Präferenzen und Lieblingsanwendungen als die breite Masse. Während ich mich beispielsweise Tag für Tag aufs Neue über den Automatisierungsdienst ifttt freuen kann, bin ich mir darüber im Klaren, dass die Idee, verschiedene Onlineservices miteinander zu verbinden, für den Gelegenheitsnutzer erst einmal wenig prickelnd klingt. Umgedreht existieren auch Fälle, in denen mir jede Begeisterungsfähigkeit für einen Service fehlt, der aber beim Mainstream beste Erfolgschancen hat.

Zu der letztgenannten Kategorie an Diensten gehören Suchmaschinen für mobile Apps. Mir würde es niemals in den Sinn kommen, bei einem entsprechenden Anbieter basierend auf Stichwörtern nach Smartphone-Anwendungen zu suchen – da ich von Berufs wegen in auszuprobierenden und mir empfohlenen Applikationen ohnehin ertrinke. Doch glaubt man dem Berliner Startup Xyologic, sieht die Situation für das Gros der Anwender anders aus. “Weniger als fünf Prozent der mobilen App-Suchen beinhalten App- beziehungsweise Markennamen wie Zynga oder Angry Birds”, so Xyologic-Mitbegründer Matthaus Krzykowski. “Über 80 Prozent aller Nutzer recherchieren stattdessen auf Basis von Genres wie “Musik” oder “Puzzle”.

Mit einer gerade lancierten App-Suchmaschine für Android, Xyo, wollen die Hauptstädter diesem Sachverhalt Rechnung tragen und sich als zentrale Anlaufstelle für die intelligente Suche nach mobilen Apps etablieren. Gegründete wurde Xyologic im Herbst 2010 von Matthaus Krzykowski und Zoe Adamovicz als Statistikanbieter für mobile App Stores. Auch internationale Aufmerksamkeit erhielt das Startup durch seine Berichte zu globalen Downloadzahlen der führenden mobilen Appläden. Nach fast zwei Jahren der Analyse des App-Universums markiert die Lancierung der an Endanwender gerichteten Suchmaschine die nächste Evolutionsstufe des Unternehmens.

Dank des umfangreichen Datenschatzes und der erworbenen App-Expertise sieht Xyologic sich in einer idealen Ausgangslage, um im ungebremst an Bedeutung zunehmenden mobilen Segment eine zentrale Rolle für App-freudige Nutzer einzunehmen. Xyo identifiziert rund 700 App- und 100 Spiele-Kategorien, die auf Basis des proprietären, die Qualität der Applikationen in den Vordergrund stellenden Algorithmus gerankt werden. Jede indexierte App besitzt ein eigenes Profil, das die wichtigsten Informationen und Bewertungen anzeigt sowie auf verwandte Anwendungen hinweist.

Die Android-App-Suche ist lediglich der Beginn für Xyo. Eine vergleichbare Suchmaschine für iOS-Apps befindet sich momentan in der Entwicklung. Frisches Kapital durch den US-Early-Stage-Investor Signia Venture sowie Business Angels soll finanziellen Spielraum für die Weiterentwicklung schaffen. Künftig könnte sich das Startup sowohl für Affiliate-Einnahmen aus App-Verkäufen sowie durch maßgeschneiderte App-Reports monetarisieren lassen.

Allein im Markt für App-Suchmaschinen ist Xyo wahrlich nicht: Der ebenfalls aus Berlin stammende Konkurrent AndroidPit hilft ebenso beim Finden qualitativer mobiler Anwendungen wie das im Februar durch Apple übernommene Chomp sowie Quixey und uQuery. Krzykowski, Adamovicz und ihr Team werden sich also mächtig ins Zeug legen müssen, um sich bei Nutzern als erst Wahl zu etablieren. Eine kürzere Version ihres wenig eingängigen Firmennamens ist schonmal ein guter Anfang.

Momentan wird Xyo noch in geschlossener Beta-Phase betrieben, bei mir dauerte die Ankunft der Einladung aber nicht länger als einen Tag.

Link: Xyo

 

Martin Weigert

Martin Weigert ist der leitende Redakteur von netzwertig.com.

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