Die bessere Alternative zum plakativen Offlinesein:
Bewusster Surfen

Die These der Notwendigkeit gelegentlicher Offlinephasen hält sich hartnäckig. Eine bessere Alternative ist, sich bewusster im Netz aufzuhalten und eingefahrene Nutzungsmuster zu hinterfragen.

Das bewusste Abschalten vom digitalen Informationsstrom ist ein von vielen Onlinemedien gerne und regelmäßig propagiertes Unterfangen – ein Evergreen des Internetzeitalters, der mit dem verbreiteten Einsatz von Smartphones noch an vermeintlicher Relevanz gewinnt. Das Offlinesein als einzig verbliebene Möglichkeit zur Entspannung, so liest man es oft. Auch manch ein Webworker freut sich in der ruhigen Sommerzeit darüber, für eine Weile dem Netz nicht so nahe zu seinzum Unverständnis anderer – und meine Kollegin Corinne Dubacher beschreibt bei unserem Schwesterblog imgriff.com ihre Erlebnisse mit einer eintägigen Social-Media-Pause.

Unterschiedliche Persönlichkeiten, Präferenzen und Idealvorstellungen zum perfekten Relaxen sorgen dafür, dass alle Menschen den für sie individuell am meisten geeigneten Weg finden müssen, um ihre Batterien aufzuladen. Manche können dies am besten mit abgeschaltetem Mobiltelefon in der Natur, für andere hingegen heißt Freizeit, mit dem iPad und einem Drink auf der Terrasse zu sitzen und dabei dem Sonnenuntergang zuzuschauen. Das Offlinesein als ultimative Lösung für die Allgemeinheit anzupreisen, ist daher in meinen Augen genauso falsch wie grundsätzlich auf Personen herabzublicken, die den Drang einer digitalen Auszeit verspüren. Letzterer Gruppe sollte jedoch bewusst sein, dass es sich zu lernen lohnt, auch ohne tage- oder wochenlange, vollständige und plakative Abnabelung vom Netz Ruhe und inneren Frieden zu finden. Genauso wie heutzutage niemand mehr auf die Idee käme, in einer wohlverdienten Pause den Strom abschalten zu müssen.

Erkennt ihr euch wieder?

Doch wie lernt man, sich Auszeiten zu gönnen, ohne dafür extra den Computer, das Smartphone sowie das Tablet zum Schweigen zu bringen und sich in ein Funkloch begeben zu müssen? Mein Vorschlag: Indem man digitale Routinen und zu Reflexen gewordene Verhaltensmuster im Onlinealltag bewusst wahrnimmt. Welche Routinen gemeint sind, beschreibt ein Zitat aus diesem englischsprachigen Blogbeitrag des Musiksoftware-Beraters Jason Timothy auf sehr schöne Weise:

“Wie oft täglich durchlauft ihr den Zyklus, eure E-Mails abzurufen, euren Twitter-Feed auf neue Retweets sowie interessante Tweets der gefolgten Nutzer zu überprüfen, bei Facebook und Google+ nach neuen Benachrichtigungen oder Mails zu gucken und danach bei Flickr und Pinterest vorbeizuschauen, nur um sicherzugehen, nichts verpasst zu haben? Und was macht ihr, wenn dieser Zyklus abgeschlossen ist? Ihr werft einen erneuten Blick in euer E-Mail-Postfach – es könnten ja noch Mails eingetroffen sein. Damit beginnt der Spaß von vorn”.

Erkennt ihr euch wieder? Auf mich trifft dieses Verhaltensmuster in Teilen definitiv zu, wenn ich auch zwischen den einzelnen Zyklen versuche, andere Aufgaben zu erledigen. Doch grundsätzlich existiert ein permanenter, latent im Hinterkopf sitzender Drang, in regelmäßigen Abständen sämtliche Social-Media-Konten im Auge zu behalten. Nun könnte ich zu meiner Verteidigung behaupten, es ginge in meinem Fall auch darum, dringende, für eine Berichterstattung relevante Nachrichten nicht zu verpassen. Das ist sicherlich ein valides Argument, gilt jedoch nicht, wenn ich zehn Minuten nach einem Tweet oder Status Update unbedingt nachschauen muss, wie viel Retweets oder “Gefällt mir”-Klicks ich erhalten habe, und auch dann nicht, wenn ich automatisch, ohne nachzudenken, alle 30 Minuten meinen Facebook-Newsfeed öffne, nur um mitzubekommen, was zumeist entfernte Bekannte von mir gerade treiben.

Ich bin die letzte Person, die pauschale Empfehlungen ausspricht, wie dass man nur einige wenige, vorab zeitlich begrenzte Male am Tag in seine Mails hereinschauen, die bevorzugten Social Networks besuchen und die abonnierten RSS-Feeds abrufen sollte. Das mag für manche eine praktikable Lösung sein, setzt mich jedoch mehr unter Druck, als wenn ich mir so viel Zeit für die Online-Interaktion einräume, wie ich benötige. Zumal diese ja häufig auch viel Spaß macht.

Eigene Routinen und Verhaltensmuster bewusst wahrnehmen

Was ich jedoch in den vergangenen Tagen ausprobiert und unmittelbar genossen habe, ist eine stärkeres Bewusstsein über meine Aktivitäten im sozialen Netz. Sich selbst dabei zu beobachten, wie man reflexartig bestimmte Dienste und Apps immer und immer wieder aufruft, ohne noch darüber nachzudenken und ohne einen unmittelbaren Nutzen daraus zu ziehen, fasziniert und irritiert gleichermaßen. Eigentlich nicht überraschend und trotzdem erleuchtend ist außerdem die Erkenntnis darüber, was passiert, wenn man einen gedanklich bereits verfassten Tweet oder ein geplantes Status Update im letzten Augenblick doch nicht veröffentlicht: nichts natürlich. Zwei Sekunden später ist der jeweilige Gedanke schon wieder vergessen. Sollte er partout nicht verschwinden und das Mitteilungsbedürfnis an einem nagen, spricht nichts dagegen, dem Gefühl nachzugeben. Doch dies geschieht zumindest in meinem laufenden, noch sehr jungen Experiment nur selten.

Innere Zufriedenheit statt Bestätigung von außen

Jason Timothy, der Autor des oben verlinkten Blogbeitrags, gibt einen interessanten Ratschlag zur Verhaltensweise bei sozialen Diensten: “Die Belohnung sollte nicht Bestätigung von anderen sein, sondern das gute Gefühl, etwas abgeschlossen zu haben, womit man selbst zufrieden ist”. Nach dieser Prämisse wäre jeder Tweet, jedes bei Google+ veröffentlichte Update, jedes bei Instagram hochgeladene Foto, jeder bei Facebook gepostete Link und jeder Blogbeitrag nur dann tatsächlich für eine Veröffentlichtung zu empfehlen, wenn die Motivation des Urhebers nicht darin liegt, von anderen Menschen bestätigt zu werden (Lesetipp dazu: The rise of narcissism).

Mein Ziel mit diesem Beitrag ist nicht, Leser dazu zu animieren, unbedingt nach derartigen Regeln zu verfahren und mit aller Härte gegen des eigene, jeden Social-Media-Anhänger antreibende Mitteilungsbedürfnis anzukämpfen. Mein Vorschlag liegt darin, ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, wie das eigene Onlineverhalten im Social Web aussieht, welche repetitiven Prozesse die eigene Nutzung kennzeichnen, welche Motive das Handeln steuern und welche Erwartungshaltungen man an den Content knüpft, den man über die zahlreichen Kanäle veröffentlicht.

Ich glaube, im besseren Verständnis derartiger Aspekte liegt der Schlüssel zur Fähigkeit, auch im Always-On-Zeitalter ausspannen zu können, ohne von dem unangenehmen und mit Ausnahme von beruflichen Verpflichtungen völlig überflüssigen Zwang gesteuert zu werden, permanent Twitter, Facebook & Co einen Besuch abstatten zu müssen.

Was würde wohl passieren, wenn ihr das nächste Status Update, den nächsten Tweet oder das nächste Foto NICHT veröffentlicht?

(Foto: Flickr/alubavin, CC BY 2.0)

 

Martin Weigert

Martin Weigert ist der leitende Redakteur von netzwertig.com.

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13 Kommentare

  1. Sehr schöner Text Martin.
    Würde mir gerne mehr solcher Artikel wünschen die den Einfluss von neuer Technologie und Kommunikation auf unsere Gesellschaft haben.

    Danke dafür!

  2. Hallo Martin,

    die Idee des bewussten Surfens ist nicht ganz neu … Sie ist bisher immer nur an der Umsetzung gescheitert ;-)

    Wir twittern, posten und bloggen … gefühlt … seit einer Ewigkeit.

    Uns von heute auf morgen zu ändern … gleichgültig woher die Motivation kommt … wird kein Kinderspiel sein.

    Wie sieht deine persönliche Bilanz aus?

  3. Sehr schöner Artikel.
    Manchmal frage ich mich wirklich, ob die meisten Menschen nicht in diesem Zyklus stecken immer alle möglichen Kanäle abzufragen und auf ihnen zu Posten um zu verhindern, dass Stille eintritt. Weil ich glaube das sie Angst vor dieser Stille haben und sich mit sich selbst auseinandersetzen zu müssen. Letztendlich mag es dann zwar sein, dass sie aus ihrer Umwelt nichts “verpassen”, dafür aber sich selber. Da muss wohl jeder selber wissen wie wichtig es einem ist auch mal in sich selber zu hören und nicht bloß auf das was in der Welt auch so wichtiges passiert an dem man umbedingt teilhaben muss.

    • Genau, das halte ich auch für die Ursache. Die (meist unbewusste) Angst vor der Leere, Angst davor in ein großes schwarzes, leeres Loch zu fallen, in dem einfach “Nichts” ist.

      Deshalb bleibt man in Bewegung, konsumiert, kommuniziert in ständiger Wiederholung.

  4. Du sprichst mir aus der Seele Martin! Ein sehr schöner Artikel. Denn genau dieses reflexartige Abfragen der SM-Kanäle habe ich auch bei mir beobachtet und versuche es nun seit einigen Wochen nicht mehr reflexartig sondern gezielter und dosierter einzusetzen. Und das ist für mich eine gute Lösung: Ich bin in anderen Dingen produktiver und habe mehr Zeit. Die wirklich wichtigen Sachen erreichen mich immer noch ganz schnell.

  5. Bewußter surfen gut und schön. Die Frage ist, was daraus folgt. Meiner Meinung wird es bei bewußter Internetnutzung zwangsläufig um Auszeiten gehen. Die müssen ja nicht ganze Tage gehen, sondern können bereits bei 15, 30 Minuten anfangen und vielleicht nur eine Stunde reichen. Denn wer ständig online ist, kriegt wegen mangelnder Konzentration, Ruhe und Erholung vom interaktiven Onlinestress leider nichts anderes mehr gebacken, wie ich aus eigener leidvoller Erfahrung weiß, hihi. Solche nötigen Auszeiten für andere Verrichtungen beeinflussen und limitieren dann bereits auch ganz automatisch ziemlich anders die Prioritäten dafür, was man so im Internet anstellt – im Gegensatz zur Always-On-Situation, wo man viel eher und mehr einzelnen Online-Impulsen nachgibt.

  6. Ich sage Abschalten ist einfacher

    Wer meint, sein Onlineverhalten durch derartiges Denken in einem kontrollierterem Rahmen in Richtung Selbstbestimmung statt konditioniertem Klickverhalten zu lenken, unterliegt dem klassischen Trugschluss, tief verankerte Gewohnheiten ohne Selbstreflexion transparent machen zu können. In einem Bild: Der Alkoholiker nimmt die Flasche in die Hand und betrachtet bewusst das Etikett, entscheidet sich gegen das Ansetzen der Flasche an den Mund und stellt sie wieder hin. Jetzt redet er sich ein (da das erfolgreich war), er würde sein Verhalten durchaus bewusst kontrollieren und sieht im Alkoholkonsum kein Problem, sondern kontrollierten Genuss und darf seinem nun zertifizierten und für ok befundenen Denken nach weiter trinken.

    Genau dieser Punkt ist der, dem man hier auf den Leim geht: Nur durch tatsächliches Abschalten der Kanäle, eine lange Pause, Schweigen oder Schreiben auf Papier wie Tagebuch kann man in den nicht mehr Schnipsel-haften Kontemplationszustand der echten Selbstreflexion gelangen. In mehreren Studien wurde nachgewiesen, dass ständiger Alarmismus den Körper stresst, keine zielgerichteten Gedanken mehr zulässt (warum mach ich das hier eigentlich, dient es meinen Zielen?) und in den Staaten sogar dazu führt, dass Tutoren in Vorlesungen kürzere Texte nutzen, da die Studenten unfähig werden, lange Texte mit ggf. vielen Nebensätzen überhaupt noch zu begreifen.

    Der Witz ist, dass erfolgreiche Unternehmer die Webjunkies (die glauben effektiv zu arbeiten, aber nur effizient arbeiten) zum Delegieren ihrer Aufgaben nutzen, während sie (die Webjunkies) auf Websites wie hier hunderte Artikel über Effektivität lesen. Eigentlich könnten sie genausogut Fernsehsendungen über Milliardäre anschauen – das ist genauso viel Zeitverschwendung, so lange sie nicht ins Handeln kommen. Aber sie tun mir leid, ehrlich.

    Das Dilemma ist, dass sie wie hoffende Lemminge (an der Börse) in einem selbstgebauten Hamsterrad im Run nach der neuesten Efffektivitäts-App für ihr iPhone sitzen, statt sich einen Zettel und einen Stift in die Hand zu nehmen und wirklich tiefgreifende Veränderungen und Planungen für ihren Lebensweg festzulegen.

    Speziell im Sprachraum deutscher Industrienationen kommt hier noch etwas anderes dazu: Der eigene Lebenszustand tut noch nicht genug weh, um endlich Ziele festzulegen. Ein schweizer Hörbuch-Verleger hat diese Menschen in seinen Seminaren zurecht als Seminartouristen bezeichnet: Sie sehen sich Werkzeuge an, statt sie zu nutzen.

    Jetzt kommt der Super-Gau-Satz: Erfolgreiche Menschen müssen keine E-Mails lesen. Der Zustand kann nicht erst im Erfolg erreicht werden, sondern von Beginn der erfolgreichen Laufbahn an. Dazu bedarf es aber eines eigenen tiefgreifenden Denkens, Kontemplation und einer Menge Chuzpe.

    Wer sich jetzt fragt: Toll, was meint er damit, sehe sich den Film “Catch me if you can” an, wer tiefer einsteigen will lese “The E-Myth revisited” von Gerber und wer auf den Gipfel will “Your first hundred million”, das von Pena geschrieben wurde.

    Ich hoffe mit meiner langen Antwort zumindest für einen Menschen den Funken zur Veränderung und Thinking out of the Box bewirkt zu haben. Dennoch auch jedem anderen: Alles Gute und enjoy your life :-)

    • superklasse post – nachdenken sollte man ab und an auch nochmal, und sich nicht nur von früh bis abends föhnen lassen, und wenn man mal keine ahnung hat, einfach mal die fr… halten. denn wenn die zeit nicht mehr bleibt das aufgenommene zu verdauen, dann ist es mit der lenkbarkeit nur noch ne frage der zeit, wenn du nur noch bekommst was andere für dich als relevant erachten.
      aber der konsequenzen muss sich jeder selbst bewuss werden, oder nicht. wen hat peter lustig nich gelangweil mit seinem “jezt ausschalten” schlusssatz? danke für den buchtip 1, den film kann ich ebenfalls nur empfehlen, , enjoy life;) wenn du noch eines hast

  7. @ sel: Speziell für dich eine Frage zur Zielerreichung:

    “Welche Art Leistung muss ich erbringen, die es rechtfertigt, dass ich nachts um 3 Uhr einen Privatjet über Netjets ordern lasse, um kurzfristig eine Chance am Zielort des Flugs wahrnehmen zu können?” Die Frage kann ganz ohne Internet beantwortet werden.

    Additional: “Welche Art Leistung führt sogar dazu, dass mir die Jetbuchung bezahlt wird?”

  8. Da ich vor etwa 7 Jahren eine Internet-Sinnkrise hatte und daraus mit einem Bewusster-Surfen Ansatz gekommen bin, habe ich diesen Artikel mal überflogen.

    Seiner Zeit hatte ich eine gewissen Netzabhängigkeit mit der Angst etwas zu verpassen, dem Wunsch immer mehr zu Erfahren und der Befriedigung gehört zu werden.
    Für das ganze hatte ich aber keine Art “Masterplan”. Es war ziellos und verlief letztlich in Banalitäten und Selbstverwaltung.

    Am tragischsten: Was man alles verpasst. Das Leben ist relativ lang, es ist aber auch beschränkt. Die Welt ist groß aber wir kommen so weit auch nicht von zu Hause oder unseren Kunden weg. Es gibt unmengen von Daten aber finde mal einer die für ihn interessanten und dann auch gewinnbringenden Informationen.

    Intensive Internetnutzung ist Arbeit.

    Während draußen die Sonne schien, saß ich an der Kiste. Nicht nur während der Arbeit, auch in meiner Freizeit. Während meine Familie das schöne Wetter genoß oder miteinander sprach, kommunizierte ich im Netz.

    Das fiel mir zum Glück irgendwann auf, so dass ich versuchte von heute auf Morgen einen Schlusstrich zu ziehen. Das hat eigentlich auch funktioniert: Ich behaupte Rückfälle bestätigen die bessere Regel.

    In Foren und Newsgruppen zu denen ich einen persönlichen Draht hatte verabschiedete ich mich. Aus. Bei allen anderen war ich auch einfach raus.

    Das fällt nachher übrigens keinem wirklich auf. Ich habe es hin und wieder dann doch kontrolliert: Name und Pseudonyme tauchten verschwindent selten in Bemerkungen wie “Was würde X jetzt sagen?” auf.

    Meine Mails rufe ich nur aktiv ab, wenn ich weiß dass mir jemand schreibt. Was automatisch abgerufen wird, weil der Client beim einschalten noch an war lese ich nur, wenn Absender bzw. Betreff wichtig scheinen. Rudimentärer Schnellfilter. Sehr effektiv.

    Meinen letzten Rückfall hatte ich vor etwa vier Jahren, als ich RSS-Reader für mich entdecken wollte. Leider hat mich das doch wieder nur so zugemüllt, dass die Notbremse “deinstallieren und vergessen” ziehen musste.
    Heute schaue ich nur ab und zu mal in die nicht (aktiv) personalisierten Google-News wenn ich alleine einen Kaffee trinke oder sonst gar nix geht. Und wenn es dann regnet, ich alleine einen Kaffe trinke und mich z.B. bei Netzwertig wiederfinde, gönne ich mir nochmal einen Kommentar. Aber nur solange, wie ich den Eindruck habe dass das was bringt.

    Ich hoffe auch, dass ich jemandem mit meinen Erfahrungen weiter helfen kann. Lebt hier und jetzt, entspannt, mit den Menschen die euch wichtig sind.

  9. Ich gönne mir auch hin und wieder mal eine Stunde Offline Zeit. Ich denke das muss einfach mal sein.

    • @Tilo: LOL. Der Arzt empfiehlt aber mindestens einmal täglich ca. 8h Offline-Zeit, die man für die maximale Heilwirkung idealerweise liegend mit geschlossenen Augen verbringen sollte ;-)

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  1. […] Viel Zeit verbringe ich beruflich und privat im Internet. Zu viel? Wann ist zu viel?Sollte ich bewusster surfen? Einfach ab und zu länger offline gehen, Pausen einlegen oder BEWUSSTer surfen? Ist es überhaupt […]

  2. […] einmal gilt es anzuerkennen, dass Selbstkontrolle bei der Reduktion von Internet- und anderem Stress auf der Arbeit zu kurz greift. Für Unternehmen […]

 
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