Lebenslauf.cc und Vitamator:
Neue Tools wollen Bewerbern
Arbeit abnehmen

Im Urlaub haben Menschen Zeit, Entschlüsse über berufliche Veränderungen zu fassen. Zwei neue Tools aus dem deutschsprachigen Raum wollen ihnen anschließend bei der Erstellung des Lebenslaufs Arbeit abnehmen.

Sommerzeit ist Urlaubszeit – aber auch eine gute Gelegenheit, um sich über die eigene berufliche Situation und eventuell anstehende Veränderungen Gedanken zu machen. Selbst wenn die wirtschaftlichen Turbulenzen die Wechselbereitschaft von Angestellten verringern sollten, so gibt es speziell in der Webbranche viele freie Stellen – auch in Europa. Für alle, die nicht selbst über die Gründung eines eigenen Startups nachdenken, liegt der erste Schritt in der beruflichen Weiterentwicklung im Anfertigen beziehungsweise Aktualisieren des eigenen Lebenslaufs. Zwei neue Tools aus dem deutschsprachigen Raum wollen Anwendern einen Teil dieser Arbeit abnehmen.

Mit Lebenslauf.cc hat Sevenload-Gründer Thomas Bachem dieser Tage einen Service lanciert, den er selbstbewusst als “wahrscheinlich beste Möglichkeit” beschreibt, “online ganz unkompliziert einen professionellen Lebenslauf als Website, Word-Dokument und PDF-Datei zu erstellen”. Der Dienst – derzeit eher ein praktischer Helfer als ein vollwertiges Startup – will Bewerbungswilligen lästige Tätigkeiten rund um das Formatieren, Designen und Speichern als optimiertes PDF abnehmen und sich durch eine einfache Bedingung von anderen “komplizierten, unflexiblen, antiquierten und hässlichen” Lebenslaufeditoren abheben.

Im Zentrum von Lebenslauf.cc steht ein WYSIWYG-Editor, der den finalen Lebenslauf im fertigen Layout darstellt und direkt bearbeitet werden kann. Momentan gibt es zwei Designvorlagen zur Auswahl. Wer bereits einen existierenden Lebenslauf im Word- oder PDF-Format hat, kann diesen importieren. Der Dienst übernimmt die Angaben dann automatisch in das gewählte Layout. Einzelne Zeilen, Überschriften und Karriereschritte lassen sich bearbeiten, entfernen oder um weitere Inhalte ergänzenn. Im Gegensatz zu einer kompletten Textverarbeitungssoftware erlaubt Lebenslauf.cc nur die wesentlichsten Funktionen zum Befüllen des Dokuments, weshalb eine manuelle Formatierung entfällt. Die Bedienung ist simpel genug, damit sie auch wenig versierte Nutzer nachvollziehen können. Auf Wunsch lassen sich Anlagen zum Lebenslauf beifügen. Unterstützt werden die Dateiformate .jpg, .pdf, .png, .gif, .bpm und .tif.

Auch wenn Lebenslauf.cc in seiner jetzigen Form ein sehr simples Werkzeug darstellt, hat Initiator Bachem einen Weg zur Monetarisierung gefunden: Denn wer sich nicht damit begnügt, den Lebenslauf unter einer eindeutigen URL im Netz zu veröffentlichen (Suchmaschinen-Indexierung fakultativ), sondern ihn als optimiertes PDF herunterladen möchte, muss dafür 2,99 Euro zahlen. Als Zahlungsweg wird dafür derzeit nur Lastschrift angeboten.

Für die Dienstleistung eines mit wenigen Schritten erstellten, professionellen Lebenslaufes einen kleinen Betrag zu verlangen, kann hinsichtlich des Aufwands, den sich weniger routinierte CV-Verfasser ersparen, durchaus funktionieren. Allerdings müsste Bachem dazu noch eine Login-Funktion integrieren, damit sich erstellte Lebensläufe zu einem späteren Schritt nochmals bearbeiten lassen. Denn bei jeder kleinen Änderung aufs Neue zahlen zu müssen, erscheint nicht angemessen. Bisher läuft die Identifikation der Anwender über Cookies – User, die mit der Anfertigung eines Lebenslaufes begonnen haben, können an diesem zu einem späteren Zeitpunkt weiterarbeiten, solange das Browser-Cookie sie erkennt.

Einen anderen Ansatz verfolgen unterdessen die Schweizer Leo Büttiker und Dominik Moser. Mit Vitamator haben sie in ihrer Freizeit das “erste automatisierte CV-Tool mit Informationen von XING” entwickelt. Der Service nutzt die neue Xing-API, um auf die persönlichen Profildaten des Anwenders zuzugreifen und auf deren Basis einen Lebenslauf zu generieren. Der Prozess ist denkbar einfach: Nach einer Autorisierung über die Eingabe der Xing-Benutzerdaten lässt sich der generierte CV als Word-Datei herunterladen. Im Gegensatz zu Lebenslauf.cc ist dies kostenfrei, dafür muss das Resultat aber händisch formatiert werden. Im Test beinhaltete der erstellte Lebenslauf zudem die ein oder andere fehlerhafte Darstellung von Sonderzeichen. Prädikat daher vorerst: gute Idee für alle, die ihr Xing-Profil regelmäßig aktualisieren, aber in der Praxis noch verbesserungswürdig.

 

Martin Weigert

Martin Weigert ist der leitende Redakteur von netzwertig.com.

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2 Kommentare

  1. Standardisierte Bewerbungsvorlagen gibt es schon seit Word 2.0. Hier also wieder einmal nette Versuche, automatisiert etwas zu tun, was normalerweise eben viel Mühe kostet. Die Erstellung von professionellen Bewerbungsunterlagen ist grundsätzlich immer ein höchst individuelles, anspruchsvolles Unterfangen.

    Ein XING-Profil als Grundlage zu nehmen, klingt einfach und logisch, greift aber zu kurz. Denn: XING-Profile haben andere Zielstellungen, als eine Bewerbungsunterlage darzustellen.

    Bewerbungstemplates halte ich generell für schädlich. Sie berauben den Bewerber ihrer Persönlichkeit und gleichzeitig der Notwendigkeit zum Nachdenken über die eigene Vita.

    FAZIT: Finger weg von standardisierten Vorlagen, ob sie nun altmodisch aus Word stammen oder im Social Web kursieren. Sinnvoll mag höchstens sein, solche Vorlagen zur Inspiration für das eigene Layout zu nehmen. In solchen Fällen finde ich es gut, eine individuelle Synthese aus den besten Ideen herzustellen.

  2. Hallo Lars

    Danke für deinen Kommentar. Du greifst einen sehr wichtigen Punkt auf.

    Unser Dienst http://www.vitamator.ch erleichtert die Arbeit, gibt dir aber weiterhin viel Freiheiten. Die XING-Daten werden im «Rohzustand» als Word-Download aufbereitet.

    Individualisieren und vervollständigen kann sie weiterhin jeder selbst.

    Darum lieber mehr Zeit in die Einzigartigkeit der Bewerbung investieren und das XING-Profil als Grundlage nutzen. Oder tippst du gerne Bestehendes ab?

    Beste Grüsse

    Dominik

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