exploreB2B:
Expertennetzwerk zum Austausch
von Fachinformationen

Der Online-Reputationsaufbau über persönliches Fachwissen liegt im Trend, wie auch Xings neues “Themen”-Feature zeigt. Das Berliner Startup exploreB2B betätigt sich bereits seit 2010 in diesem Segment. Mittlerweile steht der englischsprachige Markt im Fokus.

Nicht lange, nachdem wir Xings neues Reputations- und Wissenswerkzeug “Xing Themen” vorstellten, erhielten wir eine Mail vom Macher des Berliner Startups exploreB2B. Jonathan Gebauer, der die Firma und das dazugehörige Onlineangebot im Jahr 2010 zusammen mit seiner Schwestern Susanna gründete, wies uns darauf hin, dass sein Angebot schon seit längerer Zeit Individuen und Unternehmen die Möglichkeit gibt, ihr Fachwissen online zu veröffentlichen und zur Verbesserung der eigenen Reputation einzusetzen.

Während der gewählte Name “exploreB2B” abschreckend auf alle wirkt, die beim Kürzel “B2B” (“Business to Business”) sofort an eine dröge Website für mittelständische Schlipsträger in Entscheiderpositionen denken, gelingt es dem Geschwister-Paar, diese Assoziationen mit einem modernen Onlinedienst für alle “Professionals” mit spezifischen Kompetenzen oder konkreten, branchenbezogenen Informtionsbedürfnissen zu eliminieren.

Vom Konzept ähnelt exploreB2B in der Tat dem neuesten Xing-Tool: Mit bei exploreB2B erstellten Texten erhalten Nutzer die Gelegenheit, sich zu beliebigen Themen rund um ihren beruflichen oder geschäftlichen Alltag zu äußern. Jeder Beitrag wird einer oder mehreren Branchen zugeordnet. Mitglieder von exploreB2B können sowohl die Texte zu einzelnen Branchen sowie spezifische Nutzer abonnieren, die daraufhin auf dem persönlichen Dashboard erscheinen. Auch die Möglichkeit zum expliziten Kontaktaustausch existiert, wodurch exploreB2B selbst zum Geschäftsnetzwerk wird. Im Gegensatz zu Xing Themen erlaubt exploreB2B auch die Suche nach Beiträgen von Mitarbeitern einzelner Unternehmen. Das Berliner Startup möchte Firmen dazu bringen, ihr Profil zu übernehmen und Angestellte zum Publizieren bei exploreB2B zu animieren.

Vom Funktionsumfang erscheint exploreB2B umfangreicher als Xing Themen, was wenig verwundert, immerhin ist das neue Xing-Produkt lediglich ein Feature des Geschäftsnetzwerkes, während bei dem Berliner Kontrahenten das Publizieren von Fachbeiträgen im Fokus steht. Optisch findet exploreB2B einen guten Mittelweg zwischen einer modernen, zeitgemäßen Oberfläche und der Seriosität, die für eine an Professionals gerichtete Plattform empfehlenswert ist.

Bis Oktober 2011 haben die Gebauers ihr Startup aus eigenen Mitteln finanziert, daraufhin erhielten sie eine Förderung der Investitionsbank Berlin. Für diese Finanzierungsform haben man sich entschieden, weil dabei alle Geschäftsanteile in Gründerbesitz bleiben, erklärt uns Jonathan Gebauer. Seit Januar dieses Jahres konzentrieren sich die Berliner auf die Expansion in den englischsprachigen Markt – exploreB2B ist sowohl in deutscher als auch englischer Sprache verfügbar und für Content in beiden Sprachen optimiert. Konkrete Nutzerzahlen möchte Jonathan Gebauer nicht verraten, berichtet aber von monatlichen Wachstumsraten bei den Mitgliederzahlen zwischen 15 und 45 Prozent. Eine alternative Login-Möglichkeit mit den persönlichen Facebook- oder LinkedIn-Benutzerdaten soll die Einstiegsbarriere reduzieren.

Die Verwendung von exploreB2B soll für immer kostenlos bleiben, die Monetarisierung möchten die Gründer über Premiumfunktionen realisieren, die sich derzeit im (zeitlich begrenzten) kostenfreien Testbetrieb befinden. Momentan handelt es sich dabei vorrangig um Statistikfunktionen, mit der Contentersteller erfahren, wie und von wem ihre Inhalte konsumiert werden.

An Publikationsplattformen mangelt es im Netz nicht gerade. Persönliche Websites, Blogs, Frage-Antwort-Portale wie Quora, Geschäftsnetzwerke wie Xing oder professionelle Wissensportale wie Mancx sind nur einige der Optionen, die Personen zur Verfügung stehen, um sich und die eigenen Qualifikationen im Netz zu präsentieren. exploreB2B hat also genug Wettbewerber, gegen die es sich behaupten muss. Mit einer funktionellen und attraktiven Site ist zumindest die Grundlage für diesen Konkurrenzkampf gelegt. Der Ansatz, direkt an Unternehmen heranzutreten, die dann ihre Angestellten zur Partizipation bei exploreB2B bewegen, klingt besonders interessant. Immerhin taucht dieser Content dann in Suchmaschinen auf, was die jeweilige Firma über die Kernkompetenzen ihrer Belegschaft hervorhebt.

Bleibt die Frage, ob der Name der Site am Ende der Vision eines contentbasierten Expertennetzwerks gerecht wird. Aber vielleicht muss ich einfach an meinen Assoziationen mit dem B2B-Begriff arbeiten.

Link: exploreB2B

 

Martin Weigert

Martin Weigert ist der leitende Redakteur von netzwertig.com.

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  1. [...] exploreB2B: Expertenetzwerk zum Austausch von Fachinformationen – Klingt trocken, hat es aber ganz nach oben auf meine Liste der Netzwerke geschafft, die ich mir unbedingt ansehen sollte. /*   Posted in: Tech-Blog Tags: Datenschutz, EU, exploreB2B, Facebook, Flashmob, Google, Pinterest, SEO, Spotify [...]

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