Mobile Daten im Ausland:
Plädoyer für hohe Roaming-Kosten

Datentarife sind bei Reisen ins Ausland um ein vielfaches höher als zu Hause. Dies hat durchaus seine guten Seiten.

Es ist für die klassischen Medien jedes Jahr ein gefundenes Fressen, um ein paar Sommerlöcher füllen zu können: Artikel rund um Roaming-Tarife von mobilen Daten in der Urlaubszeit. Die einen klagen, die anderen versuchen Tipps zur Kosteneinsparung zu geben. Die Preise sinken zwar, jedoch nur langsam. EU-intern sind 84 Cent pro Megabyte die neue Höchstgrenze. Wer in der Schweiz beim grössten Provider Swisscom ein Privatkunden-Abo besitzt, bezahlt bei einer Reise nach Deutschland aktuell bis zu 1,16 Euro pro Megabyte. Persönlich finde ich diese hohen Preise toll. Ich hoffe ganz ehrlich, dass dies noch möglichst lange so bleiben wird. Bevor ihr mich für verrückt erklärt, lasst mich erklären, weshalb ich dies so sehe.

Roaming-Kosten im Business: Peanuts!

Es gibt zwei Gründe, weshalb sich jemand im Ausland aufhält: Entweder ist dies geschäftlicher Natur, zum Beispiel für Meetings oder Konferenzen, oder dann privat für Urlaub, Verwandtenbesuche und so weiter.

Bei einem geschäftlichen Auslandsaufenthalt sind Roaming-Kosten nebensächlich. Man befindet sich ohnehin oft in Räumlichkeiten, welche über Internetzugang per WiFi verfügen: Hotelzimmer, Konferenzräume, Sitzungszimmer, Flughafengebäude. Der Kostenanteil, welcher für den Internetzugang draufgeht, ist ohnehin nur ein kleiner Teil einer solchen Reise – auch bei anfallenden Roaming-Kosten. Diese Auslagen müssen im Voraus einbudgetiert werden und stellen dann kein Problem dar.

Wer nun denkt, sein Startup oder sonstiges Geschäft könnte sich im Ausland besser verkaufen oder dieser Markt könnte gar erst erobert werden, wenn denn die Preise für die Datenübertragung tiefer wären, macht ohnehin Denkfehler. Wenn das Produkt, das Geschäftsmodell und das ganze Drumherum stimmen, klappt’s auch so mit dem Business. Und wenn nicht, scheitert’s nicht am Roaming sondern es stehen viel mehr grössere Aufgaben an, um die man sich zuerst im Heimat-Quartier kümmern sollte.

Roaming-Kosten im Privaten: Erholung!

Ist man privat im Ausland unterwegs, dann ist dies in den allermeisten Fällen mit Urlaub oder anderer Absenz vom Arbeitsplatz verbunden. Und wenn wir ehrlich sind, brauchen wir dann ganz einfach nicht ständig online zu sein. Meine Facebook-Freunde schätzen eine sortierte Auswahl von Fotos nach der Rückkehr mehr, als die täglichen spontanen Bilder vom Bier oder Eis am Strand. Was heute auf Twitter geschieht, ist morgen ohnehin kalter Kaffee. Und eine Abwesenheitsmeldung mit allfälligen Notfall-Kontaktdaten lässt sich auch bei privaten Mails wunderbar einrichten.

Ich hab die Erfahrung gemacht, dass die Erholung dann am grössten ist, wenn ich das Handy im Urlaub dort lasse, wo es hingehört: im Safe im Hotelzimmer. Wenn ich es trotzdem mit in die Ausflugstasche packe, um es allenfalls als Fotokamera oder zur kurzen SMS-Absprache mit Mitreisenden zu verwenden, dann sind die mobilen Daten stets ausgeschaltet. Zu gross wäre sonst die Versuchung, doch noch kurz einen Blick auf die geschäftliche Mails zu werfen oder nachzusehen, ob die Vertretung die Facebook-Fanpage auch so gut betreut, wie sie sollte. Sofort ist der Stress spürbar, wenn man in so einem Moment merkt, dass etwas schief läuft oder dass man gebraucht werden könnte – auch wenn das die Kollegen auch selbst wieder hinkriegen.

Hohe Roaming-Kosten sind daher eine willkommene Hürde, damit ich mich an die selbst auferlegte Offline-Pause auch wirklich halte und sich der Geist wirklich mal löst von den Dingen, mit denen ich mich sonst im Alltag immer beschäftige. Zumindest dann, wenn ich ausser Reichweite des Hotel-WiFis bin.

Alles nur eine Frage der Zeit

Ob ich es immer schaffe, mit wirklich konsequent an dieses Vorgehen zu halten? Leider nicht. Als Internet-Entrepreneur ist es nicht ganz einfach, sich wirklich für ein paar Tage oder gar Wochen abzukoppeln. Doch ich nehme es mir jedes Mal wieder vor und ich weiss, dass er mir anschliessend unter dem Strich besser geht, wenn ich in dieser Zeit wirklich abschalte – auch im buchstäblichen Sinne. Es ist auch ein Vertrauensbeweis und eine Reifeprüfung für mein Team, wenn ich bewusst einfach mal weg bin. Am Schluss gewinnt somit sogar die gesamte Firma.

Der Moment, in welchem Roaming-Kosten nur noch geringfügig höher sein werden als die Tarife im Inland, wird kommen. Da sind sich derzeit sogar die sicher, die bisher von Roaming am meisten profitiert haben. Ich hoffe aber, es dauert noch eine ganze Weile.

(Foto: Flickr/dullhunk, CC BY 2.0

 

Manuel Reinhard

Manuel Reinhard ist Webentwickler sowie Gründer und CTO bei Ticketpark. Er mag es, wenn Dinge praxistauglich und effizient angepackt werden.

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32 Kommentare

  1. Aus einer bestimmten Sichtweise ein durchaus nachvollziehbarer Artikel. Allerdings lässt sich das nicht auf alle Menschen übertragen.

    Für geschäftliche Dinge gebe ich Ihnen Recht, sofern das Internet dann auch privat genutzt werden darf um mit der Familie in Kontakt zu bleiben.

    Aber nicht jeder möchte im privaten Urlaub nur regungslos am Strand liegen. Wer etwas erleben möchte, würde gern auch unterwegs so manche Dinge googlen, Informationen über die Sehenswürdigkeiten recherchieren oder die Navigation nutzen.

    Ich persönlich gehe gerne Geocachen. Das funktioniert mit der nötigen Vorbereitung zwar auch offline, ist online aber wesentlich komfortabler.

    Dann doch lieber niedrigere Roaming Gebühren, damit jeder selbst entscheiden kann, was er möchte.

  2. Schön, wenn man es sich leisten kann, in so einer selbst aufgepumpten Seifenblase durch die Welt zu tingeln!

    Während sich der Rest der Menschheit über die dreiste Roaming-Abzocke ärgert, schwelgt unser “Internet-Entrepreneur” in diätischer Abstinenz und schwadroniert darüber, dass solch hohe Kosten in der Business-Welt ja ganz normal seien. Er verpeilt dabei völlig, dass letztlich die Endkunden die Zeche zahlen.

    Ein schöner Einblick in die selbstverliebte Gedankenwelt von Startup-Untermehmern.

    • Mein Punkt ist eigentlich die Frage, ob wir wirklich immer und überall online sein müssen. Bringt es nicht positive Entwicklungen mit sich, wenn wir mal gezwungen werden, den Online-Konsum einzuschränken? Ich denke, dass die Unabhängigkeit einer Firma von Einzelpersonen viel mehr Vor- als Nachteile bringt. Und dass dadurch der Service und auch die Kosten sich eher zu Gunsten des Endkunden verändern.

      Den Begriff “Internet-Entrepreneur” in diesem Artikel hab ich übrigens dem Chefredakteur zu verdanken ;)

    • Stimmt. Ursprünglich stand dort “CEO eines Startups”. Sehe jetzt aber nicht, dass man sich über die Begrifflichkeit echauffieren muss.

    • würde nur selbstverliebt schwadroniert, wär’s bestimmt ein ex-startup. ich dachte allerdings, dass es im artikel um “offline” geht und nicht um unternehmensphasen…

    • @Manuel Reinhard:

      Es ist sicher richtig, dass manche Menschen Schwierigkeiten haben, ihren “Online-Konsum” zu kontrollieren. Und kommt es dann zu Zwangsabstinenzen – z.B. durch zu hohe Roamingkosten – fallen einige in ein regelrechtes Loch. Sie fühlen sich dann isoliert, von der Aussenwelt abgeschottet, und sind unglücklich.

      Ich finde, Ihr/Dein Artikel liefert hier nur sehr ansatzweise Denkanstösse. Gut organisierte Menschen wissen in der Regel sehr genau, wie sie sich die (Online-)Zeit richtig einteilen und können dadurch die Offline-Zeit z.B. im Urlaub tatsächlich geniessen.

      Hohe Roamingkosten sind meiner Meinung nach kein geeignetes Mittel zur Selbstdisplin – sie zwingen einen lediglich dazu, unvermeidbare “Arbeit” an wenig geeignete Orte zu verlegen, was nicht selten zu gefühltem Stress führt (und die Mitreisenden nervt).

      Niedrige Roaming-Gebühren würden einem die Freiheit geben, selbst zu entscheiden, wann man online ist. Deshalb wirkt Ihr/Dein Lobgesang an die hohen Kosten ein bisschen verpeilt.

  3. Ich kann deinen Umkehrschluss voll beipflichten.

    In meinen letzten Ferien wären nur schon Telefonverbindungen so teuer gewesen, dass mein Handy im Flugmodus im Hotelzimmer geblieben ist. – Es war dann ganz schön zu sehen, dass man seine Arbeit einfach mal eine Woche liegenlassen kann und die Welt dabei nicht untergeht :-) Natürlich konnte ich mir den täglichen Blick auf SMS und Combox trotzdem nicht verkneifen. ;-)

    Wenn man dann im Ausland wirklich mobil online sein muss, gibt es ja immer noch die Möglichkeit ein Prepaid Daten-Abo über lokale Anbieter zu lösen. – Aber über den Sinn und Unsinn der ständigen Erreichbarkeit, hast du ja bereits geschrieben. ;-)

  4. …und dann gibt es die Leute die “in Grenznähe” wohnen und pro Woche 1-2x im Ausland sind. Oder Leute die aufgrund von selbiger Grenznähe auch so gerne mal zuhause das falsche Netz verwenden.

    Aber es ist natürlich, völlig in Ordnung dass mit hohen Roaming-Gebühren, idealenfalls sogar beim gleichen Anbieter im anderen Land, um das n-Fache höhere Kosten anfallen als wenn man 200m in eine bestimmte Richtung geht.
    Überhaupt sind alle Gebühren von Telefondienstleistern immer wohlbegründet und nie in der Absicht eingerichtet von jedem 200. Kunden der dann doch mal vergessen hat sein UMTS-Roaming zu deaktivieren, auf die schnelle ein paar hundert Euro zu kassieren.

    • Das mit den Problemen in Grenznähe ist natürlich sehr ärgerlich. Aber im Grunde genommen ein anderes Problem. Die Provider oder Telefonhersteller sollten in der Lage sein zu verhindern, dass diese ungewollten Netzwechsel geschehen.

      Allgemein könnte man sich in diesem Bereich mehr Unterstützung der Telefonhersteller wünschen. So sollte Roaming (vor allem für Daten) standardmässig ausgeschaltet sein und ein Einschalten auf die potentiell hohen Kosten aufmerksam machen.

      Weiss jemand gerade, wie da die Standardeinstellungen der gängigen Mobiles zur Zeit so aussehen?

    • Das ist gar kein Problem! Die Providersuche auf “manuell” umschalten und das Dataroaming abschalten. So bleibt man auf biegen und brechen bei seinem Anbieter. Das sollte eigentlich jedem User an grenznähe bewusst sein..

  5. Prinzipiell kann ich deine Argumentation nachvollziehen, aber ich freue mich trotzdem über niedrigere oder gar keine Roamingkosten.

    Vodafone bietet innerhalb von Europa entweder Surfpakete (5€/Woche/50MB) an bzw. in allen Ländern, in denen ich Vodafone vertreten ist, kann ich meine Flatrate nutzen. Und bei der derzeitigen Verbreitung von WhatsApp in meinem EU-Freundeskreis (mit noch steigender Tendenz) will ich nie wieder mit SMS (41 cent) oder Telefon (1,21/Minute) irgendwelche Absprachen machen. Da ich noch Student bin, zählt da jeder Cent und so muss ich mir nicht so viele Gedanken darüber machen.

    Dazu kommt natürlich noch GoogleMaps, Reiseführer usw.

    Vielleicht solltest du dir eher überlegen, wie du deine Arbeitsemails während des Urlaubs nicht bekommst und das mit FB geht doch sicher auch irgendwie.

  6. Für mich als Saarbrücker ist Frankreich kein Ausland, sondern ein alltäglicher Ort wo ich arbeite, einkaufe, Freunde besuche, lebe. Und ich freue mich über Dienstleister, die mir Angebote für meine Region bieten (Zum Beispiel die entfernungsbasierten Konzertempfehlungen von last.fm oder die Saarbahn) und nicht so tun als würde mein Nachbarort in einem anderen Kontinent liegen (z.B. DHL und wie gesagt natürlich die Mobilfunkanbieter).
    Wetterkarten, die nur Deutschland zeigen, Navigationssysteme für “DACH”. Das kommt mir persönlich total absurd vor, aber so scheint noch immer das Denken der meisten Deutschen zu sein.

    Viele Grüße von Zippo!

    • Zippo

      Das mit den DACH Karten auf den Navis liegt einzig und allein daran, bzw. lag, dass Frnakreich es verbot, das nur teile des Landes auf einer Karte sind, bzw, das Land mit anderen auf einem Datenträger ist (ausser es ist ganz Westeuropa)

      Es gibt kein einziges DAFCH-Kartenpaket, bzw auf allen Karten der Schweiz mit Umgebung sind z.B. Süddeutschland, Norditalien und Österreich drauf, nie aber ein Teil von Franreich und sowohl NavTEQ, als auch TomTom und Navigon (Garmin) haben mir bestätigt, dass sie das nicht dürfen.

  7. Wenn Deine ursprüngliche Frage war, ob wir wirklich immer und überall online sein müssen, warum schreibst du das nicht einfach hin? Dein Artikel ist inhaltlich genau so kompliziert wie die Roamingkosten: die Leute denken sich: “hä?” und konsumieren halt einfach. (Und ich, der den ganzen Artikel gelesen habe denke: “in welcher Welt lebt der eigentlich?”)

  8. Hafenkäse! Wenn Leute in den Ferien nicht widerstehen können, dauernd online zu sein, dann hat das eher damit zu Tun, keinen Starken Willen oder Durchhaltevermögen zu haben. Es gibt absolut nichts Gutes an überteurten Tarifen.

  9. Ein bisschen Ironie sollte man ja schon beim Titel bemerken. Hohe Roamingkosten sind schlussendlich hochmargige Abzocke – da wird der Autor sicherlich gleicher Meinung sein.

    Arm ist der Mensch, der Hürden (hohe Preise) braucht, um sich leiten zu lassen, wann und wo er offline bleibt. Das ist nicht Freiheit und Erholung. Schlimm dran ist der Mensch, der im eigenen Land versucht, Urlaub zu machen – wo die Datentarife viel zu günstig sind für Entspannung.

    :)

  10. Hm, mir sind die teuren Roamingkosten egal. Ich wohne an der Grenze zur Schweiz, von daher habe ich Roaming grundsätzlich aus. Im Ausland kommt man bei kurzen Aufenthalten gut mit Hotspots und bei längeren mit einer dort anonym registrierten Prepaidkarte klar. WEnn die Hersteller meinen uns abzocken zu müssen, gerne – letzten Endes kostet ein ungenutztes Angebot sie mehr als ein günstigeres welches auf dem Markt gut ankommt. Von daher kann es sich meiner Meinung nach jeder Smartphoneuser leisten die Sicht des Authors zu vertreten. Die Abzocke ist bekannt, und wer darauf noch reinfällt ist schlicht selber schuld.

  11. So ein Chabis! Wer Roaming-Gebühren braucht, um sich dazu zu zwingen, nicht ständig in Facebook, Twitter und E-Mail unterwegs zu sein, hat wohl einfach zu wenig Selbstdisziplin. Sorry, Manuel, aber dieser Artikel ist sehr einseitig.

    Ich verzichte gerne auf die genannten Dienste und muss auch nicht ständig erreichbar sein. Aber ich will unterwegs vielleicht mal eine Telefonnummer recherchieren, die Öffnungszeiten eines Museums ausfindig machen, Sehenswürdigkeiten finden, eine Route anschauen, die Bewertung und Ausstattung eines Campingplatzes sehen, einen Geocache suchen, und und und.

    Wenn man mit dem Camper von Ort zu Ort reist und sich von Spontanität oder Wetter leiten lässt, der wäre verdammt froh, die Roaming-Gebühren wären endlich fair ‘priced’. Ich verstehe nicht, warum ich ein Smartphone habe, das dutzende Erleichterungen des Alltags in sich birgt, die ich aber wegen den exzessiven Roaminggebühren kaum nutzen ‘kann’.

    • Herr Reinhard

      Vielleicht sollten Sie Ihren ursprünglichen Artikel nochmal lesen.

      Er kommt ziemlich hochnäsig und abgehoben daher und keineswegs als Denkanstoss, das zeigen, so glaube ich, auch die Kommentare hier.

      Abgehobene Aussagen mit wenig bis keinem Realitätsbezug = für mich Geschwurbel.

      Denn, um ironisch zu sein, war Ihr, ja ich sag’s gern nochmal, Geschwurbel, schlicht zu wenig überhöht.

      Was das mit dem “lächerlich” betrifft, das bezog sich auf die Titelgeilheit und hier gilt:

      “Gemeint ist, wer sich betroffen fühlt.”

      Das mit den mehreren hundert Mitabeitern bezog sich auf die “Organizations”, für die eben solche Titel ursprünglich erfunden wurden. Sollte Ihnen das zu kompliziert sein, erkläre ich es auch Ihnen gern noch mal! (Anmerkung: DAS war jetzt genauso gönnerhaft und herablassend wie Sie vorher, das nur zur Illustration)

      Haben sie es eigentlich gemerkt, aber Sie sind gerade dabei, sich PR-mässig in perfekter Vollendung selber zu zerlegen? Haben Sie es doch nicht gemerkt, würde ich mir das mit der CEO-Karriere vielleicht noch einmal überlegen.

      Nochmal herzlichen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben, die gängigen Klischees und Vorurteile über “Startup-CEOs” & Co. so wunderbar zu bestätigen :-)

    • Sorry, auf den falschen Beitrag geantwortet, gehörte eigentlich eins nach unten.

  12. Offline?

    Offline ist hier doch vor allem der Autor dieses Geschwurbels, nämlich in dem Sinne, dass er wie viele andere “Entrepreneurs” und CEOs völlig den Bezug zum realen Leben verloren hat.

    Danke fürs Bestätigen dieses Vorurteils. Für mich als kleines Einzelunternehmerchen im Nebenerwerb sind die Roamingkosten nämlich auch geschäftlich extrem schmerzhaft, wenn ich mal privat im Ausland bin und trotzdem für meine Kunden erreichbar sein möchte.

    P.S.: Lieber “Entrepreneur” als “CEO”, denn nichts ist lächerlicher als eine Visitenkarte einer Ein-, Zwei-, oder meinetwegen Fünf-Mann-Bude, auf der Kürzel wie CEO, COO, CTO oder CIO stehen.

    • Ja, das dachte ich mir nämlich auch ;)

    • @Max Schmitt:
      Schön, dass es wenigstens einen gibt, der es auch so sieht (s. Kommentar Nr. 2). Danke.

    • Danke auch für Ihre Meinung, Herr Schmitt.
      Offline zu sein ist ein sehr schöner Aspekt des realen Lebens. Ich legen ihn ans Herzen, es auch mal auszuprobieren. Es erfordert gewisse Organisation, aber wer wegen dem Geschäft ständig und überall online sein musss ist ein Sklave seiner Firma – und das in einer Welt, in der alle frei sein wollen.

      Zum Thema CEO vs Entrepreneur: Auf meiner Visitenkarte steht weder noch. Aber der Ausdruck bezeichnet treffend meine Tätigkeit, nämlich die Aktionen eines gesamten Unternehemens zu organisieren. Der Entrepreneur hingegen hat für mich den Nebengeschmack von jemandem, der auf schnelles Geld aus ist. Deshalb bevorzuge ich persönlich CEO – oder noch lieber einfach Geschäftsführer.

      An entrepreneur is an enterprising individual who builds capital through risk and/or initiative – (Entrepreneur gemäss Wikipedia)

      A chief executive officer (CEO, American English) […] is […] in charge of total management of an organization. – (CEO gemäss Wikipedia)

    • Herr Reinhard

      Ich weiss sehr wohl was offline sein heisst und mache es auch oft, was aber nichts daran ändert, dass wir hier einmal mehr abgezockt werden, aber selbsternannte Entrepreneurs und CEOs sehen das natürlich gern, denn sie möchten das meist ja auch machen können.

      Bitte ersparen Sie uns nach Ihrem Artikel wenigstens Ihre herablassende und gönnerhafte Art. Die kommt nämlich gar nicht gut, steht Ihnen m.E, nicht im geringsten zu und zementiert die Vorurteile noch. Allerdings passt sie natürlich hervorragend zum Beitrag.

      Auch wenn es Ihnen schwer fällt, es zu glauben, ich bin des Englischen durchaus mächtig und die Unterschiede zwischen den beiden Begriffe sind mir auch bekannt. Der Concise Oxford definiert Entrepreneur übrigens deutlich differenzierter.

      Interessant auch, dass sie hier nur den ersten Teil des ersten Satzes aus Wikipedia, den am wenigsten schmeichelhaften, zitieren. Das erscheint mir auch irgendwiee typisch für die heutigen Startup-CEOs und Co.

      Es dürfte aber auch Ihnen nicht entgangen sein, dass wir uns hier nicht im angelsächsischen Raum befinden und für mich als Altinformatiker seit fast 30 Jahren nimmt die Geilheit auf englische, möglichst wichtig klingende Titel langsam bizarre, sagen wir sogar, bemitleidenswerte Formen an.

      Melden Sie sich doch wieder, wenn sie erst einmal nachhaltige Werte geschaffen haben, und eine “Organization*, die den Namen verdient hat (mindestens mehrere hundert Mitarbeitende), leiten. Denn dafür waren diesen ganzen “schampar” wichtig klingenden Titel nämlich ursprünglich gedacht,

      Dann können sie sich auch gerne wieder auf Ihr hohes Ross setzen und auf uns herunterschauen und -predigen, vorher aber bitte nicht.

    • @Max Schmitt

      Ich weiss sehr wohl was offline sein heisst und mache es auch oft, was aber nichts daran ändert, dass wir hier einmal mehr abgezockt werden.

      Natürlich werden wir abgezockt mit den Roaming-Kosten. Und niemand möchte abgezockt werden. Ziel des Artikels war es, ein paar Gedankenstösse zu geben, wie man dies auch positiv sehen könnte. Dass so ein Beitrag allgemeingültig alle Situationen abdecken würde, habe ich nie erwartet.

      Bitte ersparen Sie uns nach Ihrem Artikel wenigstens Ihre herablassende und gönnerhafte Art.

      Ich möchten nur kurz klarstellen, dass ich zumindest noch niemandem “Geschwurbel” oder Lächerlichkeit seiner Taten unterstellt habe.

      … nimmt die Geilheit auf englische, möglichst wichtig klingende Titel langsam bizarre, sagen wir sogar, bemitleidenswerte Formen an.

      Sehe ich absolut auch so. Wie gesagt bevorzuge ich eigentlich den Ausdruck Geschäftsführer.

      Melden Sie sich doch wieder, wenn sie erst einmal nachhaltige Werte geschaffen haben, und eine “Organization*, die den Namen verdient hat (mindestens mehrere hundert Mitarbeitende), leiten.

      Ich denke nicht, dass man nachhaltige Werte an der Anzahl Mitarbeiter messen kann.

  13. Finde ich eine sehr rückwärtsgewandte Denke. Irgendwie muss ich bei diesem Artikel an das letzte Jahrhundert denken, wo es auch genug Leute gab, die meinten, es bräuchte nicht jeder einen PC oder später ein Handy.

    • Das ist genau der Punkt: “Wozu Farbfernsehen?”

      Ich bin immer wieder erstaunt, wie verkrustet das Vorstellungsvermögen mancher Leute ist – auch in der ach so hippen Startup- und Internetbranche.

      Im Grunde gibt es nur einige wenige Einzelpersonen, die tatsächlich visionäre Vorstellungskraft besitzen. Der Rest läuft alten Denkweisen hinterher. Das ist in der Werbebranche übrigens auch nicht anders.

  14. Einfach mal ein bisschen entspannter werden …

    Es ist doch ganz normal das ein Geschäftsführer der ein Unternehmen von Anfang an mit aufgebaut hat und welches noch nicht Jahrzehnte auf dem Buckel hat ein wenig mehr Probleme hat die Arbeit komplett zu Hause zu lassen.

    Und dann ist der Bereich “Web” auch noch zusätzlich undankbar weil es von überall auf der Welt einfach zugänglich ist. Als Softwareentwickler wird man sicher nicht einfach mal so den aktuellen Code im Urlaub auf sein Smartphone/Pad auschecken.. oder als Chemiker mit den vor Ort vorhandenen Dingen die Experimente von der Arbeit nachstellen .. oder als Chirurg eine Fern-OP machen…

    Ich war mal mit einem Maschinenbauer im Urlaub und der hat sich einmal vor einer Baustelle kaum wieder beruhigt weil sie dort schon das neuartige Befestigungssystem in der Anwendung hatten. Es gab dann 1 Stunde detailliertes Hintergrundwissen was daran so revolutionär ist warum die Anordnung so viel tragen kann. Das war sehr interessant aber auch ein wenig absurd.

    Ich finde Leute toll die mit vollem Elan ihre Sachen machen. Und wenn das den Nachteil mit sich bringt das sie schwerer abschalten können.. meine Güte da gibt es schlimmer Dinge .. z.B. Neid :D

  15. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich mit jemandem eine Diskussion hatte, wozu man denn im Zug Internet bräuchte, man kann sich da doch entspannen, etc. – effektiv die selbe Argumentationsweise.

    Dass die dauerhafte Verfügbarkeit ein echtes Problem darstellen kann ist allen bekannt, und dass man hier Lösungen finden muss, auch. Aber zu sagen, das Fehlen einer technischen Möglichkeit sei etwas gutes, weil das Vorhandensein potentiell schlechte Konsequenzen hat, ist eine Argumentationsweise die doch inzwischen wirklich überholt sein sollte.

  16. Ich nehm dazu im Ausland immer mein günstiges Nokiahandy mit an den Strand und in die Stadt. In Notfällen bleibt man so erreichbar, aber man kommt nicht in Versuchung, das Handy für etwas anderes als für SMS und Anrufe zu gebrauchen.

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