Das “verlorene” Interview mit Steve Jobs:
So sollte digitale Filmdistribution
nicht aussehen

Ein “vergessenes” Interview mit Steve Jobs aus dem Jahr 1995 steht jetzt bei iTunes zur Verfügung. Allerdings nur in englischsprachigen Ländern und nur als Stream. Wann lernt die Unterhaltungsbranche endlich, wie zeitgemäße Distribution von digitalen Medieninhalten aussehen muss?

Eigentlich wollte ich die Mittagspause damit verbringen, mir das Interview mit dem verstorbenen Apple-CEO Steve Jobs aus dem Jahr 1995 anzuschauen, das nach seiner nur partiellen TV-Ausstrahlung über Jahre in einer Schublade verstaubte und erst kurz nach dem Tod von Jobs wiederentdeckt wurde. Nachdem der rund 75 Minuten lange Film in einigen ausgewählten US-Kinos landete, steht er seit heute im iTunes Store zur Verfügung. Allerdings nur dann, wenn man ein für Käufe aktiviertes iTunes-Konto aus einem englischsprachigen Land besitzt, wie ich gerade feststellen musste. Für Interessenten im deutschsprachigen Raum und den meisten anderen Ländern dieser Erde existiert damit bisher keine legale Möglichkeit, sich das Interview in voller Länge und gegen Entgelt anzuschauen.

Genau derartige Einschränkungen treiben Menschen jeden Tag zu illegalen Alternativen. Statt die 3,99 Dollar für das Streaming des Interviews ausgeben zu dürfen, müsste ich mich nun auf die Suche nach einer inoffiziellen Quelle machen, bei der ich den Streifen wahrscheinlich sogar kostenfrei abrufen kann. In den Augen des verantwortlichen Filmdistributors Magnolia Pictures wäre das von Anwendern außerhalb des englischsprachigen Marktes erwartete Verhalten vermutlich, sich bis zu Veröffentlichung einer lokalisierten Version zu gedulden (was auch immer es an dem Interview zu lokalisieren gibt). Doch diese Denkweise passt nicht mehr in das Zeitalter der globalen Vernetzung, bei der Menschen in Japan, Südafrika, Deutschland, Argentinien und Alaska zeitgleich die Informationen über neuen Content erhalten und entsprechend ungern Wochen oder Monate warten wollen, um auf diesen Zugriff zu erhalten.

Magnolia hätte sich keinen Zacken aus der Krone gebrochen, wenn der von einer VHS-Kassette stammende Streifen in seiner US-Version auch in iTunes Stores anderer Länder veröffentlicht worden wäre. Nein, es hätte sogar deutlich mehr verdient. Denn HEUTE werden sich viele Apple- und Steve-Jobs-Fans in Folge der Presseberichterstattung auf die Suche nach dem Streifen machen, nicht in einigen Wochen, Monaten oder nächstes Jahr.

Nur als Stream, nicht als Download

Das Filmvertriebsunternehmen scheinen ohnehin fragwürdige Motive umzutreiben. Denn das Interview, dessen digitale Aufbereitung nicht gerade teuer gewesen sein dürfte, ist ausschließlich als Stream verfügbar, nicht als Downloadoption. Bei Instapaper-Gründer und Apple Fan Marco Arment sorgt dies für Verstimmung. Wer also die 3,99 Dollar zahlt, hat gemäß iTunes-Richtlinie 30 Tage Zeit, um den Stream zu starten – und anschließend 48 Stunden (in den USA nur 24 Stunden), bevor der Streifen wieder aus der eigenen iTunes-Bibliothek verschwindet.

Wenn Magnolia tatsächlich die Profitgier umtreibt, wie Arment vermutet, so hat das US-Unternehmen dafür die vollkommen falsche Strategie gewählt: Statt den Film sofort weltweit zur Verfügung zu stellen, und das als kostenpflichtigen Stream, teureren Download sowie noch teurere DVD/Blu-Ray für Sammler, begrenzt es den Zugriff sowohl regional als auch in Bezug auf die Nutzungsart. Die Folge: Sobald ein nicht autorisierter Mitschnitt des Streams im Netz aufgetaucht ist, werden sich Anwender auf diesen stürzen. Man findet das Interview sogar schon in voller Länge bei YouTube…

Nicht eine vermeintliche Gratiskultur oder eine prinzipiell fehlende Zahlungsbereitschaft sind die treibenden Kräfte hinter Piraterie, sondern das Unverständnis der Unterhaltungsbranche für eine zeitgemäße, grenzüberschreitende Distribution von digitalen Inhalten – erst recht im Bezug auf den VHS-Mitschnitt eines Interviews mit einem Firmenlenker, das ohnehin nicht zum Kassenschlager bei der breiten Massen werden wird. Beispiele für diesen Missstand gibt es viele. Das Jobs-Interview gehört zu den offensichtlichsten.

 

Martin Weigert

Martin Weigert ist der leitende Redakteur von netzwertig.com.

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17 Kommentare

  1. In der Tat eine merkwürdige Geschichte.
    Kann allerdings durchaus sein, dass Magnolia Pictures die internationalen Verwertungsrechte des Streifens vor langer Zeit an nationale Distributoren verkauft hat.
    Aus dieser Nummer kämen sie dann so ohne weiteres nicht mehr raus. Evtl. haben sie deswegen den bequemen weg gewählt und das Video halt nur in den Regionen angeboten, in denen sie bereits (oder besser: noch) die Verwertungsrechte haben.

    Es gab da vor einiger Zeit eine ähnlich wirre Geschichte um die online Plattform southpark.com.
    Die Macher von South Park hatten damals mit Comedy Central vereinbart, dass sie die Videos auch im Internet zur Verfügung stellen können. Also haben sie dann eben die Seite southpark.com gestartet und die Videos dort kostenlos angeboten.

    Später kamen dann die anderen Sender, wie in Deutschland MTV, die die jeweiligen nationalen Verwertungsrechte innehatten und haben die southpark macher dazu gezwungen die Seite für Besucher außerhalb der US zu sperren.

    Erst deutlich später sind die sich dann wohl handelseinig geworden, sodass man nun jetzt wieder aus Deutschland heraus die Videos online sehen kann.
    (Allerdings nicht alle Folgen, welchen Hintergrund das auch immer haben mag).

    • Ja möglich dass dies der Grund ist. Aber für den Endkonsumenten spielt das keine Rolle: Dieser erwartet heutzutage einfach, nicht mehr ewig auf etwas warten zu müssen. Und die Rechtinhaber müssen sich und ihre Strukturen anpassen, sofern sie Piraterie eindämmen wollen. Das haben sie nicht erkannt.

    • @Martin: Da hast du sicher recht. Den Konsumenten interessiert das herzlich wenig (und muss/sollte es auch nicht).

      Und ja, Rechteinhaber müssen neue Strukturen schaffen. (dieses Video und damit auch die Lizenzen sind allerdings schon ein bisserl älter. Da hat ans Internet wahrscheinlich keiner gedacht ;))

      Wollte nur eine mögliche Erklärung liefern, wie sowas kommen kann.

    • Die Erklärung klingt plausibel, es ist aber festzuhalten, dass es sich bei Magnolia Pictures um einen “Serientäter” handelt: Auch “God Bless America” wird gross als “on demand” via iTunes verfügbar beworben, aber das gilt (natürlich) nur für die USA. Und dabei handelt es sich um einen aktuellen Film, die Erklärung mit “Fehlern von früher” zählt dort also nicht.

      Ich bin übrigens noch ein wenig konsequenter: Wird der Film halt einfach nicht angeschaut. Aus anderen Quellen herunterladen ist mir zu umständlich, auch wenn es in der Schweiz sogar legal wäre. (Der finanzielle Effekt für die Filmemacher ist natürlich genau der gleiche.)

  2. Wann lernt die Unterhaltungsbranche endlich, wie zeitgemäße Distribution von digitalen Medieninhalten aussehen muss?

    Wann lernen NERVIGE Konsumenten endlich, dass nicht ALLES immer nur nach ihren Wünschen geht?

    • In anderen Branchen heißt es “Der Kunde ist König”. Bei digitalen Inhalten sind es dagegen “nervige Konsumenten”. Bezeichnend.

    • Das werden die “Nervigen Konsumenten” wohl nie lernen. Warum auch? Die Unternehmen wollen ihnen ja auch was verkaufen und deswegen haben sie sich nach den Wünschen der Konsumenten zu richten. So einfach ist das.

    • ICH soll was lernen? Da werde ich von zig Tech-Firmen mit Werbung berieselt, damit ich mir doch bitte bitte Gerät X oder Y zum Contentkonsum kaufen soll, etwa Apple TV, zig Streaming-Boxen, Internetfähige TV usw. Aber Content? Ne, da soll ich nach dem Kauf eines TV für 1000 Euro noch ein paar Monate warten, bis in ein paar Monaten für viel Geld der Content nachgereicht wird? Äh, hallo? Jeder gute Drogendealer würde isch über dieses Geschäftsgebahren kaputtlachen. Da wird ein Nutzer mit Werbung zugemüllt und gezielt ein Bedarf geschaffen. Dann wird man mit einer Probe “angefixxt” (Streaming-Client mit ein paar kostenlosen Filmen), der Stoff (Content) wird aber verweigert. Natürlich endet das in Beschaffungskriminalität. Abgesehen davon das all die tollen Geräte zum Medienkonsum wie das iPad damit zur teilweisen Abzocke werden bedeutet dies auch das die Hersteller wohl an ihre eigene Werbung nicht glauben….Und soll mir jetzt keiner sagen das die Contentindustrie nichts dafür kann das ich Geräte von Samsung kaufe! Es geht um zig Milliarden Dollar, da sollten sich die Konzerne doch recht fix auf eine gemeinsame Linie einigen können. ;)

  3. Ich finde das Verhalten von den “Pseudokunden” auch echt unverschämt. Wenn ein Unternehmen nicht an euch verkaufen kann/darf/möchte dann müsst ihr damit leben und nicht euch einfach die Dinge nehmen.

    Oder wie würdest du, Martin, es finden wenn ich dich frage ob ich deine Domain für 10€ kaufen kann und du das ablehnst und dann am nächsten Tag dein Server gehackt ist.
    Da würdest du doch auch eine Anzeige machen. Und ich würde dann einfach begründen: Wir konnten uns nicht einigen also hab ich es mir einfach genommen.

    • Schiefer geht der Vergleich wirklich nicht.

    • Mal sehen ob der dir besser gefällt:
      Kunde/Leser: Die Lesbarkeit eurer Seite ist unter aller Sau. Bis alle Sachen auf der Seite geladen sind dauert es trotz 100MBit eine halbe Ewigkeit. Der Text klebt viel zu nah am linken Rand. Außerdem nimmt er nicht einmal die Hälfte des Bildschirms ein. Die Schriftgröße könnte größer sein. Und die Masse an Werbung nervt einfach nur. Und beim Kommentarfeld gibt es keine Vorschau.
      Ich will das alles verbessert wird und nicht erst in ein paar Monaten.
      Netzwertig.comDie Werbung ist nötig um das Angebot aufrecht zu erhalten
      Kunde/LeserDas ist mir doch egal ob es da wirtschaftliche oder rechtliche Probleme gibt. Der Kunde ist König.
      Wenn ihr es nicht auf die Reihe bekommt, dann nehme ich mir einfach die rechtlich geschützten Artikel und Spiegel sie auf einer eigenen Seite mit dem gewünschten Layout. Ich filtere auch gleich die gesponserten Artikel raus und ändere die internen Links auf meine Seite um. Werbung brauch ich zum Glück nur ganz wenig, Webspace ist heutzutage günstig.

      Das ist eure eigene Schuld wenn ihr es nicht allen Kunden recht machen könnt!

      ————–

      Ist der Vergleich besser? Und hättest du Probleme mit solch einer gespiegelten Seite?

    • Du hast meine Intention des Artikels offensichtlich völlig missverstanden: Ziel ist nicht, illegales Herunterladen zu rechtfertigen, sondern aufzuzeigen, wodurch illegales Herunterladen erst attraktiv gemacht wird – und wie einfach es wäre, dieses einzudämmen: durch attraktive Angebote für die Kunden.

      Deshalb ist auch den zweiter Vergleich extrem daneben. Denn dieser beschreibt erneutes Publizieren inklusive Monetarisierung von Inhalten. Im Artikel geht es aber um vereinfachten, kostenpflichtigen Konsum.

      Nebenbei: Unser Angebot steht dir ohne regionale Einschränkung zur Verfügung, wir bieten im Gegensatz zu den meisten großen Nachrichtenportalen sogar einen vollständigen RSS-Feed an, d.h., du kannst alle unsere Inhalte in einem RSS-Reader konsumieren, ohne netzwertig.com jemals besuchen zu müssen (und ohne die Anzeigen, die hier dargestellt werden).

      Um beim Beispiel zu bleiben: Als Kunde bist du damit schon König. Verbesserungsmöglichkeiten gibt es immer, und ich danke dir für die Vorschläge.

  4. Die Contentindustrie und ähnliche Konsorten gehören grundsätzlich in keinster Weise unterstützt! Bei Musikern geh ich auf Konzerte! Ein Freund zb ist Musiker, hab sein Album gezogen und ihn stattdessen auf ein paar Getränke eingeladen!

    Wenn Magnolia Pictures die ganze Weltbevölkerung zwingen dürfte, dass jeder 3€ für diesen Dreck ausgibt, würden sie es machen, egal ob das verwerflich ist oder nicht! Deswegen schauen sich das 99% der Leute auch auf youtube an und kaufen das nicht, weil sie genauso denken! Und das ist gut so!!!

    Meine Meinung…..

    • @Max
      Im Artikel geht es nicht um die Art der Darbietung (Werbung nervt, Schrift zu klein) sondern um die Möglichkeit der Nutzung an sich (Du willst die Dienstleistung nutzen und sogar dafür zahlen – ich lass Dich aber nicht oder nur, wenn Du im Land X auf einem Bein hüpfst).

  5. Ich glaube, hier gibt es ein grundsätzliches Mißverständnis. Jemand möchte Geld bezahlen, um sich etwas kostenpflichtiges anzugucken. Der andere sagt, du darfst das nur gucken, wenn du zwischen 9 und 10 Uhr aus New York darauf zugreifst. Der Konsument agt, dann eben nicht und zieht sich den Inhalt anders woher. Ob das legitim ist, geht ihm an sämtlichen Körperteilen vorbei. Ich gebe übrigens so um die 100 Euro für Filme, DVDs und Bücher aus, um das mal klar zu stellen. Was mich ärgert ist, wenn irgendwelche Inhalte – z.B. Serien der 80er Jahre nicht veröffentlicht werden, weil irgendeine Klitsche die Musikrechte nicht einräumen möchte oder niemand mehr weiß, wem die Rechte gehören. Die schnüren sich selbst die Kanäle ab, denn die Leute sind durchaus bereit, dafür zu bezahlen, es gibt schlicht keine Möglichkeit.

  6. @Max

    Die Möglichkeit von der du sprichst, gibt es schon: jeder Feed-Reader mit Readability- oder Instapaper-Funktion kann Inhalte “clean” darstellen.

    Dennoch besuchen Menschen Newsseiten, und Online-Advertisung als Geschäftsmodell bricht nicht in sich zusammen. Weil es beiden Seiten nutzt und weil man sich dessen bewusst ist.

    Eigentlich geht es um “Verfügbarkeit”.
    Netzwertig.com ist überall verfügbar. Es wäre also egal, ob du die Seite spiegelst, die Leser würden trotzdem hier lesen. Trotz Werbung. Ihr Seitenbesuch ist die Währung mit der sie bezahlen, um auch zukünftig lesen zu können. Und das wissen sie.

    Sollte die Verfügbarkeit irgendwann mal nicht mehr gegeben sein, die Seite – rein hypothetisch – irgendwo geblockt sein, weil vielleicht die kritschen Meinungen des Blogs irgendwo nicht mehr gern gesehen würden, würde es mich persönlich sehr freuen, wenn jemand die Seite spiegeln würde. Egal wie. Hauptsache, die Inhalte wären verfügbar. Überall da wo Menschen sie gern lesen würden, das Original aber nicht aufrufen dürften.

  7. Steve Jobs und seine langen Haare.
    Da war er noch weitaus kreativer.
    Wie Magnolia Geld machen will ist reine profitgier!

    Schade

    daniel

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