Nachrichtenarme Zeit:
Startups, nutzt das Sommerloch

In den kommenden Wochen werden Blogs, IT-Portale und Nachrichtenangebote viele Artikel publizieren, die es sonst maximal zu einer Randnotiz gebracht hätten. Startups und Webfirmen sollten das Sommerloch nutzen.

Die nächsten vier Wochen wird es im Netz deutlich ruhiger werden. Millionen Menschen verbringen den Juli traditionsgemäß lieber im Urlaub, auf der Terrasse, im Schwimmbad oder im Café, statt bei der (vielleicht auch in diesem Jahr noch eintreffenden) Hitze im Büro zu schwitzen. Das berühmt-berüchtigte Sommerloch ist die Folge, mit all seinen Schlagzeilen und Meldungen, die eigentlich nicht mehr als ein paar Zeilen wert sind, aber aus Ermangelung an wirklich wichtigen Ereignissen zu großen Stories aufgeblasen werden. Auch die Tech-Presse bleibt davon nicht verschont. Schon seit einigen Tagen erhalten wir merklich weniger Pressemitteilungen, und auch Pitches von jungen Webfirmen sind zur Zeit eher selten. Die wenigsten (hiesigen) Gründerteams nutzen die Sommerzeit für Produktlancierungen oder größere Ankündigungen. Denn wenn die Zielgruppe ohnehin nicht vor dem Rechner sitzt sondern sich die Sonne auf den Bauch scheinen lässt, ist es sinnlos, die PR-Trommel in Gang zu setzen, so die Annahme. An dieser mag etwas dran sein. Trotzdem empfehlen wir jungen Onlineservices, genau das Sommerloch dafür zu nutzen, sich ins mediale Rampenlicht zu begeben.

Tatsache ist, dass es für ein Webunternehmen mit einer irgendwie gearteten, zumindest im Ansatz nachrichtentauglichen Ankündigung nie einfacher sein dürfte als in den kommenden Wochen, eine kräftige Medienpräsenz zu erlangen. Denn sowohl Tech-Blogs als auch IT-Portale und größere Nachrichtenangebote sind in der neuigkeitsarmen Sommerzeit mehr als dankbar über jede Geschichte mit einem irgendwie gearteten Neuigkeitsgehalt.

Natürlich gibt es keine Garantie dafür, dass eine Pressemeldung oder eine persönliche Kontaktaufnahme des Startups mit ausgewählten Medien es auf die Online-Titelseiten schafft. Aber weil Redakteure und Blogger dieser Tage oft aus sehr viel weniger Themenideen und Firmenmeldungen auswählen können, sind sie nicht gezwungen, mittelmäßig interessante, aber durchaus relevante Meldungen zugunsten spannenderer Geschichten zu verwerfen. Kurzum: Wer im Juli etwas zu verkünden hat, muss beim Buhlen um die Aufmerksamkeit bei der schreibenden Zunft sehr viel weniger Konkurrenz fürchen.

Daher unser Ratschlag an Startups und Onlinefirmen: Nutzt die Gelegenheit, euch mit einer überdurchschnittlich hohen Erfolgsquote Präsenz in den Medien zu verschaffen. Zumal nur wenige Leser sich während ihres Urlaubs komplett vom Nachrichtenstrom abkapseln. Smartphone oder Tablet sind bei den meisten Menschen mit dabei. Besonders wem es gelingt, eine Neuigkeit auf mehrere tonangebende Sites zu bringen, wird sich kaum Sorgen darüber machen müssen, die eigene Zielgruppe zu verpassen. Zudem: Suchmaschinen kennen keine Sommerpause.

Wer es Redakteuren besonders leicht machen will, achtet noch auf eine gut strukturierte und verständliche Vermittlung der zu kommunizierenden Informationen und sieht anschließend ganz entspannt dabei zu, wie es Presseberichte hagelt.

Der Hinweis, das Sommerloch für die eigene PR zu nutzen, gilt natürlich nicht nur für Startups, sondern für alle Firmen, Organisationen, Kampagnen und Anliegen, die Aufmerksamkeit suchen.

(Foto: Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0)

 

Martin Weigert

Martin Weigert ist der leitende Redakteur von netzwertig.com.

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