Politik in Sorge über Offliner:
Ermunterung statt Regulierung

Die Politik sorgt sich darum, dass digitale Außenseiter zunehmend vom öffentlichen Leben abgekoppelt werden. Die richtige Reaktion wäre ein Kraftakt, um alle Bundesbürger ins Netz zu bringen.

17 Prozent der Deutschen zwischen 16 und 74 Jahren hatten im Jahr 2010 noch nie das Internet genutzt. Gemäß der von der Initiative D21 durchgeführten Studie zur digitalen Gesellschaft gehören 26 Prozent der Bundesbürger zur Gruppe der “digitalen Außenseiter” – dabei handelt es sich vorrangig um ältere Menschen (Durchschnittsalter 62,5 Jahre) und überdurchschnittlich viele Frauen (59 Prozent). Wie einem aktuellen Artikel des Tagesspiegel zu entnehmen ist, befinden sich sowohl die Bundesregierung als auch die EU-Kommission in Sorge darum, dass Personen ohne Internetzugang und -kompetenz in Deutschland und Europa zunehmend vom öffentlichen Leben abgekoppelt werden.

Dass sich die Politik mit der Frage beschäftigt, wie die fortschreitende Digitalisierung und die damit verbundene Verlagerung von Verwaltungsprozessen, Konsum und gesellschaftlicher Teilhabe ins Netz sich auf diejenigen auswirkt, die bisher keine oder sehr wenig Erfahrung mit dem Web machen konnten, ist angemessen. Doch leider entsteht beim Lesen des Textes der Eindruck, als läge die erforderliche Reaktion nicht darin, über einen gemeinsamen Kraftakt auch die digitalen Außenseiter online zu bringen, sondern als müssten regulierende Maßnahmen ergriffen werden, um Firmen und Behörden zur dauerhaften Bereitstellung von analogen Interaktionswegen zu zwingen – so lange, wie zwischen Nordsee und Alpen noch vereinzelte Offliner zu finden sind.

„Egal ob Reisebuchungen, Bankgeschäfte oder Servicestellen – ich sehe es mit Sorge, dass immer mehr Dienstleistungen nur noch online verfügbar sind. Das Bestreben der Wirtschaft, Personalkosten zu sparen, darf nicht dazu führen, dass Menschen ohne Internetanschluss einfach abgekoppelt werden”, zitiert das Blatt Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) und spickt diese Aussage mit einer Reihe von Schilderungen über Vorteile der Onlinenutzer gegenüber Offlinern, etwa beim Buchen von Reisen, bei weiterführenden Nachrichteninhalten der TV-Sender oder beim Beantragen des Personalausweises.

Internetnutzer profitieren von Flexibilität, Transparenz und Ersparnissen

All das stimmt natürlich: Oft sind Produkte und Dienstleistungen bei einer Bestellung über das Web günstiger oder überhaupt nur dort erhältlich. Auch für die Menge an platzierbaren Angeboten und Informationen besteht online quasi keine Grenze. Öffnungszeiten existieren nicht, und Suchmaschinen und Vergleichsportale sorgen für zusätzliche Transparenz. Wer sich im Web zu Hause fühlt, ist somit zweifelsohne in der Lage, kostengünstiger einzukaufen, bequemer Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen und einfacher mit Firmen und Behörden zu kommunizieren.

Doch was nicht vergessen werden sollte: Diese Entwicklung stellt eine Verbesserung vom bisherigen Zustand der analogen Welt dar. Flugtickets sind unter anderem erst deshalb so stark im Preis gesunken, weil sie sich im Internet mit deutlich geringeren Kosten vertreiben lassen und weil Passagiere ihre Bordkarte selbst ausdrucken können. Die Tagesschau war auch in den 70er- und 80er-Jahren nicht länger als heute. Dass die Redaktion von Rundfunktangeboten heute in der Lage ist, über ihre bisherigen Programme hinaus Inhalte online anzubieten, hat nicht dazu geführt, dass der Informationsgehalt der Fernsehsendungen von Tagesschau oder ZDF Heute gesunken ist. Und auch dass Menschen heute ihre Lebenspartner online finde, wie im Artikel als weiterer Beleg für die Benachteiligung von netzfremden Personen angeführt, bedeutet nicht, dass damit die Offline-Partnersuche verschwindet.

Das Netz schafft mehr Optionen, als es vernichtet

Der erwähnte Text suggeriert, dass die Digitalisierung für eine deutliche Verschlechterung der nicht über das Netz hantierbaren Servicekultur führt – und betrachtet das Glas damit als halbleer. Während dies in einigen Segmenten stimmen könnte beziehungsweise in den nächsten Jahren stärker zutreffen wird (Stichwort Telemedizin statt stationärer Arztpraxen), sehe ich die entscheidenden Veränderungen nicht auf Seiten der Internet-Verweigerer, denen es heute schlechter geht als früher, sondern auf Seiten derjenigen, die mit Hilfe des Webs sämtliche Bereiche des Alltags optimieren und Geld sowie Zeit einsparen können. Mit dem Internet sind in deutlich größerem Maße Optionen hinzugekommen, als sie für Online-Muffel parallel verschwunden sind.

“Zu teuer” stimmt nicht immer 

Verteidiger der These, man müsste alles nur Denkbare dafür tun, um Menschen, die nicht ins Netz wollen, trotzdem auf alle Zeit mit den Bequemlichkeiten und Vorteilen auszustatten, die Internetanwender genießen, argumentieren an dieser Stelle gerne mit dem Kostenargument – für manche Personen sei der Zugang zum Netz einfach schlicht zu teuer. Das mag in einigen Fällen auch stimmen – diesen Menschen stehen dann notgedrungen nur begrenzt vorhandene öffentliche Webzugänge, etwa in Bibliotheken, zur Verfügung. Doch nach einigen Monaten dürften die im Netz in Anspruch genommenen Preisnachlässe im Vergleich zu Angeboten im stationären Handel bereits die Kosten für die Anschaffung eines heute schon ab 200 Euro erhältlichen Notebooks sowie eines Webzugangs für zehn bis 20 Euro im Monat wieder eingespielt haben. Einst galten auch Fernsehgeräte als Luxus. Heute stehen sie in jedem Haushalt (mit Ausnahme der bewussten Verweigerer und digitalen Nomaden), ungeachtet vom verfügbaren Einkommen. Notebooks, Tablets und Smartphones werden eine ähnliche Entwicklung durchmachen.

Die Politik sollte Offliner ermuntern

Es ist richtig, sich dafür einzusetzen, dass Personen ohne Webzugang auch in Zukunft am öffentlichen Leben teilnehmen können. Doch den Schwerpunkt darauf zu legen, anstatt den Großteil der Energie dafür zu verwenden, diese Menschen ebenfalls an das Internet heranzuführen, wäre der falsche Ansatz. Denn er setzt sich dafür ein, die Lebensqualität dieser Gruppe auf dem bisherigen Niveau zu halten, statt sie durch eine Bekanntmachung mit dem Web deutlich zu verbessern. Die Schließung von Versorgungslücken bei der Netzabdeckung, eine gesteigerte Bereitstellung von Gratisnetzzugängen in öffentlichen und sozialen Einrichtungen, eine staatlich unterstützte, in klassischen Massenmedien positionierte Kampagne zur Hervorhebung der Vorzüge des Webs, ein Fokus auf Barrierefreiheit sowie eine Vielzahl von Bildungsangeboten zur Vermittlung der notwendigen Kompetenzen sind die Wege, mit denen das gesamtgesellschaftlich wünschenswerte Ziel, die Zahl der digitalen Außenseiter zu verringern, erreicht werden kann. Nicht, in dem die Politik es den Offlinern durch regulierende Eingriffe so einfach wie möglich macht, sich auf Dauer vom Netz fernzuhalten.

Hinweis in eigener Sache: Dieser Artikel nimmt Bezug auf einen journalistischen Text von tagesspiegel.de und wird diesem durch die Verlinkung Leser, SEO und Werbeeinblendungen verschaffen. Das Blatt hat ein eindeutiges Interesse daran, dass auf seinen Beitrag verlinkt und darüber diskutiert wird. Kommt das Leistungsschutzrecht, wären wir ZUSÄTZLICH in der Pflicht, vom entsprechenden Verlag eine Lizenz für die Bezugnahme in diesem Beitrag zu erwerben (oder müssten diese Notwendigkeit zumindest genau prüfen). Dies ergibt keinen Sinn.

(Foto: Flickr/fireflythegreat, CC BY 2.0)

 

Martin Weigert

Martin Weigert ist der leitende Redakteur von netzwertig.com.

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11 Kommentare

  1. Ihr solltet dann aber auch die Zahlen richtig von Heise abschreiben! 83 Prozent noch nie im Internet steht bei euch und 17 Prozent bei Heise.

  2. Sehr guter Artikel. Dem kann ich nur zustimmen.
    Ich fürchte nur, dass viele der “Digitalen Außenseiter” schlichtweg Verweigerer sind. Ich kenne zwei Menschen, die, obwohl es in ihrem Haushalt PC & Internet gibt, noch nie online waren.
    Einfach, weil sie es nicht wollen.

    Da zieht dann auch das Kosten-Argument nicht.

  3. Das Kosten-Argument stimmt auch nicht immer. “Wenn Internet nutzen dann richtig!” sagen sich dann sicher die meisten. Nur nicht in jeder Region bekommt man “günstiges” Internet zum vernünftig surfen. Einige Regionen sind mit einer DSL Leitung viel zu langsam um alle Vorzüge nutzen zu können und müssen dann auf (eventuell vorhandene) alternative, kostenintensive Techniken wie UMTS oder gar LTE umsteigen. Womit das Kosten-Argument für mich persönlich zerschmettert wäre.

    • Das Argument stimmt, Tilo, aber damit schließt sich der Kreis: es ist auch Aufgabe der Politik über Regulierung & Co. (1) endlich(!!) für eine Festnetz-Breitbandversorgung in der Fläche zu sorgen – faszinierend, wenn man bedenkt, dass die Telekom zu insg. 32% in Staatsbesitz ist – , u. wo das nicht möglich ist, (2) zB die Tarife bei UMTS u. LTE ähnlich wie beim Roaming dann zu bestimmen, wenn der Markt nicht für eine Preissenkung sorgen kann. (Dies findet bereits statt, Bsp. LTE: hier gab es die Auflage an die Mobilfunkprovider, zunächst eine bestimmte %-Größe in der Fläche zu versorgen, bevor in den Ballungsgebieten auf LTE umgestellt werden durfte.)

      Für solche Initiativen bleibt natürlich wenig Zeit, wenn man sich als Politiker lieber bei Facebook abmeldet und Brieftauben fordert.

  4. Mal von den Kosten abgesehen: Es gibt sehr viele Personen der 50er-Jahre- Generation, die sich denken: “Bei dem ganzen Zeug vonwegen Facebook und so, brauche ich kein Internet. Und wenn, dann frage ich mein Kind”. Die früheren Generationen wollen meist gar nichts von Internet und PC wissen. Ich spreche hier natürlich nicht über alle, aber meiner Erfahrung nach sind es halt die meisten.

  5. Martin, manchmal hast Du einen mangelnden Bezug zur Realität:
    - 7.5 Millionen Menschen in De sind Analphabeten
    https://www.taz.de/!66634/
    - Viele Menschen sind bildungsfern
    - Viele Menschen arbeiten den ganzen Tag in schlechtbezahlten Jobs & oft in mehreren Jobs
    - Viele Menschen haben schlichtweg kein Geld fürs Gesamtpaket Internet
    - etc etc

    Für diese Menschen stellen sich nicht die Fragen, die Du stellst. Du hast eine ganz andere Lebensrealität als diese Menschen. Daher werden immer viele Millionen Menschen nicht das Internet nutzen.
    Diese Menschen sind nicht nur digitale Aussenseiter, sie sind im Leben oft ganze normale Aussenseiter.

  6. Zum Thema Breitband: Laut EU-Kommission haben 95 Prozent der EU-Bürger Zugang zu einem Breitbandanschluss. Sprich, das Thema mangelnde Abdeckung betrifft ohnehin nur noch eine sehr sehr kleine Gruppe.

    @ Robin
    Ich denke, ich kann sämtliche deiner Einwürfe entkräften:

    - 7.5 Millionen Menschen in De sind Analphabeten

    Im Artikel steht selbst, dass diese Zahl viele Menschen umfasst, die durchaus lesen können – wenn auch nicht perfekt. Davon abgesehen: Das schöne am Internet ist, dass Dinge interaktiv so gestaltet werden können, dass z.B. eine fehlende Lesefähigkeit nicht dazu führt, dass digitale Dienste nicht in Anspruch genommen werden können. Stichwort Barrierefreiheit (wie im Artikel als wichtigen Aspekt hervorgehoben).

    - Viele Menschen sind bildungsfern

    Es ist ein völliges Vorurteil, anzunehmen, bildungsferne Menschen nutzen das Internet nicht. Hast du schonmal bei jappy.de nachgeschaut, wer da so die Mitglieder sind?

    Ich verstehe, was du meinst – bei “Bildungsfernen” ist der Offliner-Anteil sicher noch größer als bei Gebildeten. Auch hier wird sich die Lücke aber schließen – schon weil du im Internet eben auch viele Dinge machen kannst, die bildungsferne Menschen durchaus interessant finden.

    - Viele Menschen arbeiten den ganzen Tag in schlechtbezahlten Jobs & oft in mehreren Jobs
    - Viele Menschen haben schlichtweg kein Geld fürs Gesamtpaket Internet

    Den Kostenaspekt habe ich im Artikel aufgegriffen. Halte ich für nicht überzeugend.

    Dass 100 Prozent der erwachsenen Bevölkerung ins Netz gehen wird, glaube ich auch nicht. Im Gegensatz zu dir halte ich aber einen Wert von 98 oder 99 Prozent mittelfristig (innerhalb zehn Jahren) für realistisch. Und dabei kann Internetnutzung eben auch so aussehen, dass Menschen, die nicht in der Lage sind, klassisch am Bildschirm zu sitzen und zu tippen/den Bildschirm zu berühren, andere Eingabewege (wie z.b. Sprachsteuerung) verwenden.

    • Martin – manchmal habe ich den Eindruck, man bewegt sich in seinen (manchmal geschlossenen) Kreisen und wird betriebsblind (geht sicher vielen Gruppen so).

      Man fühlt sich durch die Gleichgesinnten bestärkt, blendet aber eine große Bevölkerungsgruppe aus, weil man sich nicht vorstellen kann, dass diese nicht ebenso wie die eigene Gruppe denkt.

      In Deinem Text argumentierst Du ziemlich rational – viele Menschen denken und entscheiden aber eher emotional.

      Viele Leute sind etwa im Job ausgepowert, die setzen sich Abends lieber vor den Fernseher oder in den Garten und schneiden ihre Rosen… Ich höre auch oft (sinngemäß), dass die “Kiste” aka Computer an sich mit Arbeit gleichgesetzt wird und dass “man” sich das in der Freizeit nicht antun möchte.

      Viele, viele Punkte – der größte Teil der Bevölkerung ist ja online und offen für Neues. Nur sehe da nicht auch nur annähernd die von Dir geschätzten 98%.

    • Woher weisst du denn so gut, wie diese Gruppe tickt? Du scheinst ja der Ansicht zu sein, du würdest sieh besser kennen als ich. Ist ja möglich. Würd nur gerne verstehen, wieso ;)

      Übrigens sprechen wir hier ja nicht von Heavy Usern, sondern Leuten, die gelegentlich mal was online kaufen oder mit einer Behörde kommunizieren. Das machen nach meinen Erkenntnissen die erwähnten Rosenschneider.

      Du implizierst, diese Menschen leben völlig hinter dem Mond. Was meines Erachtens nach in dieser pauschalen Form auch keine wirklich realistische Vorstellung ist.

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