Smartphone-Nutzer als Arbeitskraft:
Streetspotr startet
in 20 deutschen Großstädten
Smartphone-Nutzer unterwegs in spontane Arbeitskräfte zu transformieren, ist der neuesten Trend im Crowdsourcing-Segment. Das Nürnberger Startup Streetspotr hat am Sonntag seine Tore für Anwender in 20 deutschen Großstädten geöffnet – und ist der Konkurrenz voraus.
Firmen, Städte und Gemeinden schieben viele Aufgaben vor sich her, die sie gerne an bestimmten Orten oder Plätzen erledigt hätten – beispielsweise das Sammeln von Umgebungsinformationen, das Testen von Geschäften oder das Fotografieren von Speise- und Getränkekarten – doch nicht selten fehlen die notwendigen Personalressourcen für derartige Tätigkeiten. Mitunter sind sie auch einfach zu trivial, um damit eine herkömmliche Voll- oder Teilzeitkraft zu befassen.
Das Nürnberger Startup Streetspotr möchte Abhilfe schaffen und setzt dazu auf den gerade ungemein im Trend liegenden Crowdsourcingansatz, mit Smartphones ausgerüstete Privatpersonen in mobile Arbeitskräfte zu transformieren, die sich unterwegs mit Microjobs ein paar Euro hinzuverdienen können.
Am gestrigen Sonntag haben die Franken offiziell den Launchschalter umgelegt und damit ihre Ende November angelaufene geschlossene Beta-Phase in ausgewählten Städten hinter sich gelassen (wir berichteten damals schon kurz über Streetspotr). Ab sofort ist Streetspotr in 20 deutschen Großstädten verfügbar und bietet Anwendern der iPhone- und Android-App dort ortsbasierte Microjobs zur spontanen Erledigung.
Während WorkHub, ein junges Berliner Unternehmen mit ähnlichem Grundprinzip, sich bei den mobilen Nutzern servierten Mini-Aufgaben nicht auf spezielle Orte begrenzt, stehen bei Streetspotr explizit Tätigkeiten im Vordergrund, die an einen bestimmten Platz gebunden sind und nur an diesem abgearbeitet werden können. Neben den eingangs erwähnten Anwendungsbeispielen nennt das von den Gründern Werner Hoier und Holger Frank bisher aus eigener Tasche finanzierte Startup aus Nordbayern auf seiner Website auch Mystery Shopping, Produkttests und die Überprüfung von Werbemaßnahmen als weitere vorstellbare Einsatzszenarien des Dienstes.

Unternehmen, Organisationen und Gemeinden können über das Streetspotr-Kundenportal Microjobs für bestimmte Orte ausschreiben. Nutzer der App, die sich maximal 400 Meter von einem sogenannten “Spot” aufhalten – eine an einen Ort gebundene Aufgabe – können diese annehmen und müssen sie dann in der Regel innerhalb von höchstens 24 Stunden erledigen.
Für die erfolgreiche Bearbeitung von Microjobs können Anwender zwei Dinge erhalten: einen vom Auftraggeber festgelegten Geldbetrag (zumeist im niedrigen einstelligen Eurobereich), sowie “StreetPoints”. Manche Aufgaben werden nicht mit Geld sondern nur mit StreetPoints vergütetet. Nutzern steht es frei, diese trotzdem zu erledigen. StreetPoints fungieren als Erfahrungsindikator. Die Ersteller von Aufträgen haben die Möglichkeit, nur Anwender für einen Microjob zuzulassen, die ein bestimmtes Erfahrungsniveau erreicht haben. Ein weitere Qualitätsauszeichnung sind Badges genannte Abzeichen, die Nutzer als Experten auf einem bestimmten Gebiet ausweisen und die ebenfalls von Auftraggebern bevorzugt werden können.
Nachdem ein Microjob erledigt wurde, haben Auftraggeber sieben Tage Zeit, um dessen Bearbeitung gemäß der vorab definierten Anweisung zu bestätigen. Daraufhin löst Streetspotr die Bezahlung aus, für die derzeit ein Paypal-Konto erforderlich ist. Für die Vermittlung erhält es vom Auftraggeber eine Provision.
In der geschlossenen Beta-Phase wurde die Streetspotr-App rund 6000 Mal heruntergeladen. Zu den bisherigen sechs deutschen Großstädten kommen ab sofort weitere 14 hinzu. Noch in diesem Jahr soll der Service in ganz Deutschland sowie in Österreich lanciert werden. Auch europäische Metropolen stehen auf der Agenda.
Schade ist, dass Streetspotr Anwendern nur Spots in der Umgebung anzeigt. So kann beim Blick auf die integrierte Karte in anderen Städten das Gefühl entstehen, dass es der App an Spots mangelt. Besser wäre es, wenn sämtliche von Firmen und Gemeinden eingetragenen Microjobs auf der Streetspotr-Karte ersichtlich wären, auch solche in anderen Städten.
Davon abgesehen besitzt Streetspotr aber in jedem Fall Potenzial – ähnlich wie das oben erwähnte, noch in der “Closed Beta” verharrende WorkHub (das problemlos den Location-Aspekt integrieren könnte) sowie AppJobber, ein junger Dienst aus Darmstadt mit einem zu Streetspotr identischen Ansatz, aber bisher nur mit Android-App. Und mit eyeQuest steht ein weiteres Berliner Startup vor der Lancierung, das sich zwar nur auf Foto- und Videoanfragen fokussiert, aber ebenfalls auf Crowdsourcing privater Smartphone-Anwender setzt.
Das noch blutjunge Segment der mobilen Microarbeitskraft auf Crowdsourcing-Basis hat damit bereits zahlreiche Akteure angelockt, die nun alle darauf hoffen, Nutzer und Auftraggeber für sich gewinnen zu können. Mit dem frühzeitigen Launch und der Präsenz auf den zwei wichtigsten mobilen Plattformen besitzt Streetspotr zumindest einen Konkurrenzvorteil.
Link: Streetspotr







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18. Januar 2013 um 23:38
Argh, warum denn keine Webapp?
22. Januar 2013 um 9:50
Hallo Henry,
welches Betriebssystem nutzt du? Wir arbeiten bereits an Lösungen um unsere blinks auch auf weitere Plattformen bringen zu können.
Viele Grüße, Niklas
24. Januar 2013 um 14:43
Vielleicht verstehst du mich falsch, aber Internetseiten sollten unabhängig vom Betriebssystem funktionieren, sodass ich zum Beispiel mit meinem Browser am PC sitzen kann und darauf Zugriff habe.
20. Januar 2013 um 15:50
Welchen Sinn hat denn das? Ein Buch ist doch keine Zitatesammlung. Und was wichtig ist entscheide ich doch beim Lesen des Buches. Ich verstehe den Sinn dieses Business nicht.
22. Januar 2013 um 9:48
Hallo Michael,
unsere blinks sind keine einfache Zitatesammlung, sondern unsere Autoren extrahieren die Kernaussagen aus Sachbüchern heraus. Wir versuchen zu verstehen, welche Punkte der Autor vermitteln wollte und erstellen daraus eigene Werke, die für das Lesen in kurzen Zeiteinheiten optimiert worden sind.
Wir sehen uns auch nicht als Konkurrenzprodukt zum Buch, sondern eher als ein komplementäres Angebot. Wir möchten den Zugang zu Wissen und Ideen aus Sachbüchern vereinfachen und an moderne Lesegewohnheiten anpassen.
Viele Grüße, Niklas
22. Januar 2013 um 16:39
Die App. macht einen angenehmen Eindruck und ist so gut gestaltet das keine Fragen offen lässt.
Was mir auffiel:
- Die Erklärung habe ich nach dem zweiten Screen überblättert und erscheint zu lang.
- Zu den Büchern vermisse ich sponatan die Bewertungsfunktion von Amazon. Das gibt mir einen ersten Überlick ob sich ein Download überhaupt lohnt.
- Schneller und unkomplierter Download
Viele Grüße, Heiko
25. Januar 2013 um 15:37
Ich würde gerne mein eigenes Buch “verblinken” lassen. Es ist z.Zt. als PDF-Datei in Druck. Ein 330-Seiten-Polit-Roman: “Globaler Frühling” in logischer Folge: Prag > DDR > Arabischer Frühling > Globaler Frühling (Stadt-Land-Länder-Globus). Ein Actionheld justiert global die ethischen Schrauben. Der Flyer ist auch gerade fertig.
27. Januar 2013 um 12:10
Liebes Team,
das Projekt klingt sehr interessant, doch warum so Apple-lastig?
Markus auf galaxy nexus mit Android 4