Naheliegender Schritt:
AppMe vereint Smartphone-Messenger und Social Network

AppMe heißt ein neuer Smartphone-Messenger aus Hamburg, der sich von WhatsApp und ähnlichen Chatapps durch ausgeprägte Social-Networking-Funktionen abhebt.

Mehr als 100 Millionen Menschen weltweit nutzen den beliebten Smartphone-Chatdienst WhatsApp, so eine Schätzung. Der Service des ungewohnt öffentlichkeitsscheuen Unternehmens aus dem kalifornischen Mountain View ist damit eines der führenden mobilen sozialen Netzwerke – ohne jedoch diesen Aspekt besonders in den Vordergrund zu rücken und ohne in puncto Features stärker in diese Richtung zu arbeiten.

Neben WhatsApp existieren unzählige weitere Applikationen, die als eine Mischung aus SMS-Ersatz und multimedialem Messengerdienst auftreten – wie Kik, Yuilop oder Pinger. Doch keine hat bisher wirklich den Schritt von einem mobilen Chatangebot hin zu einem ausgewachsenen sozialen Netzwerk für Smartphones gewagt – dabei liegt eine derartige Kombination eigentlich aufgrund der großen Überschneidungen in den Nutzungsszenarien sehr nahe.

Die aus Hamburg stammende Beteiligungsgesellschaft Digital Pioneers von Bigpoint-Gründer Heiko Hubertz versucht sich mit AppMe nun genau an einer solchen Melange. Auf den ersten Blick wirkt die kostenfreie Applikation, die gerade für iPhone/iPad veröffentlicht wurde und demnächst auch für Android, BlackBerry, Windows Phone und in einer Webversion verfügbar sein soll, wie ein weiterer Messenger zum ortsungebundenen Chatten mit Freunden. Und die Kernfunktionalität inklusive obligatorischer Aktivierung mittels der persönlichen Mobilfunknummer, (freiwilligem) Adressbuchabgleich, privaten Nachrichten sowie Gruppenchats geht auch genau in diese Richtung.

Doch beim genaueren Hinsehen werden gewisse Unterschiede zu WhatsApp und anderen Kontrahenten deutlich: So verfügen Nutzer über ein öffentliches Profil, das sie mit persönlichen Daten, Fotos, Videos und Tonaufnahmen befüllen können und das in einem Aktivitätenstream sämtliche Aktionen eines Anwenders darstellt, die dieser als öffentlich markiert hat. Einträge können kommentiert und mit einem “Daumen hoch” oder “Daumen runter” versehen werden.

In einem weiteren, “Wall” benannten Newsfeed listet AppMe die Aktivitäten der Kontakte innerhalb der App, und über den “Public Feed” erhalten Anwender einen Einblick in das, was andere AppMe-Mitglieder rund um den Globus gerade öffentlich publizieren.

Check-In-Funktion für Applikationen

Eine andere Besonderheit von AppMe ist die Möglichkeit des Eincheckens in Applikationen. Mit dieser zentral untergebrachten Funktion sollen Nutzer ihren Freunden beim Auffinden interessanter, unterhaltsamer und empfehlenswerter mobiler Apps helfen. Jeder Check-In erscheint im Newsfeed der Freunde und taucht außerdem in der App-Sektion des persönlichen AppMe-Profils auf.

Mehr als 300 Millionen Facebook-Nutzer verwenden das soziale Netzwerk über mobile Geräte. Doch wirklich als Smartphone-Netzwerk ausgelegt ist der Dienst nicht. Genau damit erklärt sich auch der Aufstieg von WhatsApp, auf den Facebook mit der Veröffentlichung einer eigenen Messenger-App reagierte. Und mit Path pirscht sich gerade ein vollständig auf Mobiltelefone beschränktes soziale Netzwerk aus dem Hintergrund heran.

Während der Netzwerk-Kuchen im “stationären Netz” einigermaßen verteilt ist, gibt es im mobilen Web augenscheinlich noch einiges zu holen. Der AppMe-Ansatz, Anwender über das von Nutzern verinnerlichte Konzept der Messenger-App anzusprechen und sie dann in einem zweiten Schritt mit klassischen und neuartigen Features sozialer Netzwerke zu überraschen, ist da gar nicht so unsympathisch.

Ob AppMe aber tatsächlich eine Zukunft hat, darüber wird die Fähigkeit der Macher entscheiden, Smartphone-Nutzer von einem Wechsel zu AppMe zu überzeugen – was speziell in den Anfangstagen, in denen nur wenige Nutzer die App installiert haben, eine äußerst knifflige Aufgabe darstellt. Zudem fehlt AppMe derzeit eine interne Suchefunktion, um Kontakte über ihre Namen zu finden. Wer weder Facebook Connect noch den Adressbuchabgleich aktivieren möchte, hat es damit schwer, sich innerhalb der Anwendung zu vernetzen.

Nachtrag: AppMe versucht bei der Verbindung mit Facebook, eine Nachricht auf der persönlichen Chronik zu publizieren. Angeblich gibt es dafür eine Option zum Deaktivieren, die ich jedoch übersehen haben muss.

Link: AppMe

 

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13 Kommentare

  1. “So verfügen Nutzer über ein öffentliches Profil, das sie mit persönlichen Daten, Fotos, Videos und Tonaufnahmen befüllen können und das in einem Aktivitätenstream sämtliche Aktionen eines Anwenders darstellt”

    Also doch ein neues Pinterest. Dachte die wolltest du nicht mehr vorstellen ;)

  2. Mich hat AppMe schon direkt nach dem Runterladen verloren, weil die Usability einfach zu kompliziert ist. Nach dem Synchronisieren mit meinem Adressbuch wurden zwei Personen als “Freunde” identifiziert. Sie hatten sich bei AppMe also schon angemeldet. Löschen konnte ich sie aus meiner Freundesliste jedoch nicht mehr. Wo ist da der Sinn bzw. Mehrwert?

  3. Für dich keiner. Für das Unternehmen gibt es viele. Frag sie mal ;)

  4. Da find ich die Lösungsansatz von cubodo – path of moments noch besser und es ist ortsbasiert. Da ist der Mehrwert für Unternehmen eventuell auch gegeben.

  5. @Sachar
    nicht jeder ist so schlau wie du. schau dir facebook an.

  6. Wirklich innovativ an der App ist die Möglichkeit des Eincheckens in Applikationen. Ansonsten ist es eigentlich das gleiche wie Facebook. Es gibt eine Wall auf der man posten kann, einen Messenger (mit gleicher Funktionalität und fast identischem UI wie Whatsapp, iMessage, etc.), eine Profilseite und eine Freundesliste. Die App hat auch das gleiche Problem wie Facebook aufm iPhone: Zuviele Features gehen zu lasten der Usability: Einige Funktionen sind versteckt und man findet sich in der App nicht leicht zurecht.

    Eine Mischung aus Private und Public Kommunikation schaffen wenige Apps von Anfang an erfolgreich. Meistens fokussieren sich Apps zumindest anfangs auf einen der beiden Bereiche, um sich dann dort bei Nutzern zu etablieren. Mal sehen wie es AppMe geht.

    Was mir bezüglich der Privatsphäre nicht so gut gefällt: Wenn man sich mit jemanden “connected” teilt man auch automatisch seinen genauen Aufenthaltsort mit dieser Person. Darüber wird man nirgends informiert…und darüber, dass der Default von allen Privacy-Einstellungen “Public” ist, auch nicht. Abgesehen davon habe ich keine AGBs und Datenschutzvereinbarungen gefunden…von einer deutschen Firma hätte ich mir da mehr erwartet. Naja, diese Dinge werden sich hoffentlich bald ändern, und man muss sagen für eine Version 1.0 läuft die App wirklich stabil. Bin gespannt wie sich AppMe entwickelt.

  7. Wie bitte kann ich mein Profil bei appme wieder löschen ?

  8. Wie kann ich mein appme profil wieder loeschen

  9. Hallo, ich find die app ganz Oki, jedoch ist mein Problem das ich nur 2 mal am Tag Ca. Rein komme ansonsten zeigt die app mir nix an noch nicht mal mein eigenes Profil?!
    Woran liegt es vll?! Ansonsten werde ich diese app wieder löschen denn so bringt sie mir nichts!!!!!

Ein Pingback

  1. [...] App, die von DP selbst konzipiert und entwickelt wurde. Jüngst hatte der Inkubator mit AppMe ein Projekt unterstützt, das allerdings sofort als eigene GmbH mit dediziertem Team an den Start ging. Der mit Stuffle [...]

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