Jobsuche:
Silp erschließt das Karrierepotenzial des persönlichen Kontaktnetzwerks

Silp, ein junges Startup aus Zürich, hat eine Karrieresuchmaschine für das persönliche Facebook-Netzwerk entwickelt. Der Dienst will insbesondere das Potenzial von Freundes-Freunden erschließen.

Kontakte, das so genannte “Vitamin B”, sind für viele Menschen der Türöffner zu neuen beruflichen Möglichkeiten. Wer ein breites Kontaktnetzwerk hat, dürfte fast immer auch Personen kennen, die eine neue Karriereoption vermitteln können. Und auch für die Personalverantwortlichen in Firmen sind persönliche Empfehlungen durch Mitarbeiter oder Freunde eine beliebte Gelegenheit, um neue Talente zu rekrutieren. Nicht ohne Grund loben manche Unternehmen gar Belohnungen für den Fall aus, dass die Empfehlung eines bestehenden Angestellten zu einer Neueinstellung führt.

Dominik Grolimund ist der Gründer des Zürcher Speicherdienstes Wuala. In seiner Zeit bei dem Startup erlebten er und sein Team es am eigenen Leib, wie schwer gerade an einem IT-Cluster wie der Schweizer Metropole das Finden neuer qualifizierter Mitarbeiter sein kann. Auch für Wuala funktionierten Empfehlungen von Bekannten am besten.

Kürzlich verließ Grolimund das von ihm gegründete, mittlerweile zum Speicherhersteller LaCie gehörende Unternehmen, und bastelt nun zusammen mit Jonas Kamber, Daniel Schlegel und Christian Felder an einem Onlinedienst, der genau den eingangs beschriebenen Szenarien Rechnung trägt: Silp, so der Name des neuen Angebots, hat sich auf die Fahne geschrieben, die Themen Jobs und Freunde zusammenzubringen. Und wie so viele andere neue Projekte in diesen Tagen, setzt auch Silp vollständig auf Facebook auf.

Bei Silp handelt es sich um eine Art Karrieresuchemaschine für das persönliche Facebook-Netzwerk. Personalverantwortliche, Entrepreneure oder Nutzer, die für ihre Arbeitgeber auf der Suche nach neuen Mitarbeitern sind, melden sich bei dem Dienst über ihre Facebook-Benutzerdaten an und können anschließend über die zentrale Suchefunktion nach Personen in ihrem Netzwerk recherchieren, deren Facebook-Profilangaben bestimmte Kriterien erfüllen. Mögliche Suchwörter umfassen Orte, Unternehmensnamen und Eigenschaften.

Das von Silp durchsuchte Netzwerk besteht dabei sowohl aus alle persönlichen Facebook-Kontakten als auch aus den Kontakten von Facebook-Freunden, die selbst Mitglied bei Silp sind. Je mehr Kontakte des sozialen Netzwerks ein Silp-Mitglied also zur Registrierung bewegen kann, desto größer ist die Reichweite für seine jeweilige Suche – und nur dann lässt sich das Potenzial von Freundes-Freunden für die eigene berufliche Weiterentwicklung wirklich nutzen.

Auf der Resultatseite zu einer Suche listet Silp sämtliche Freunde und Freundes-Freunde auf, welche die aktuellen Suchkriterien erfüllen, inklusive Links zu deren Facebook-Profilen. An dieser Stelle ist es dann den Suchenden überlassen, ob sie direkt Kontakt mit der jeweiligen Person aufnehmen oder lieber ihren gemeinsamen Bekannten um eine Vorstellung bitten (was sicher in den meisten Fällen besser funktioniert).

Silp erlaubt es registrierten Anwendern auch, ihr persönliches, mit Angaben aus Facebook befülltes Skill-Profil mit Informationen zu Qualifikationen, zu besonderen Stärken und zu gesuchten Herausforderungen oder Tätigkeitsbereichen zu ergänzen, um bei entsprechenden Suchen auch dann gefunden zu werden, wenn diese Details nicht im eigenen Facebook-Profil eingtragen sind.

Onlineanwendungen, die Recruiting und Social Networking miteinander verbinden und sich dabei Facebook zu Hilfe nehmen, gibt es einige. Bekanntester Anbieter ist hier sicherlich BranchOut, ein Karrierenetzwerk für Facebook. Dominik Grolimund betont aber ausdrücklich, dass Silp kein “professionelles Netzwerk” auf Facebook-Basis darstellen soll. Eigene Vernetzungsmöglichkeiten werden deshalb auch gar nicht angeboten. Bei Silp soll sich alles um die Suche im existierenden Netzwerk drehen.

Noch befindet sich Silp ganz am Anfang. Das Gründer-Quartett experimentiert aber bereits mit neuen Features, die über die derzeitige Suche nach Skills und Interessen hinausgehen. Dabei steht die spielerische Erfassung und Verbesserung von Angaben zu den Qualifikationen sowie das Job-Matching im Freundeskreis im Fokus. Noch sind die Resultate dieser Arbeit aber nicht sichtbar.

Zur Monetarisierung von Silp sagt Co-Founder, dass verschiedene Geschäftsmodelle vorstellbar sind, unter anderem rund um das Job Matching sowie kostenpflichtige Zusatzlösungen für Recruiter.

Das Zürcher Startup befindet sich momentan in der geschlossenen Beta-Phase, stellt aber 50 Leserinnen und Lesern von netzwertig.com eine Einladung zur Verfügung. Wer Silp ausprobieren möchte und sich nicht daran stört, dass mitunter noch nicht alles perfekt läuft, der erhält über diesen Link direkten Zugang.

 

Martin Weigert

Martin Weigert ist der leitende Redakteur von netzwertig.com.

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5 Kommentare

  1. ja Vit-B ist wohl das stärkste Mittel gegen Arbeitslosigkeit. Nur durch Kontaktvermittlung konnte ich letztes Jahr knapp 40 neue Jobs vermitteln. Eigentlich noch erstaundlich, dass noch niemand auf diese idee gekommen ist so ein portal zu machen ;P

    viel glück dem startup

  2. Eine grandiose Idee! Der Slip-Gruppe kann ich nur gratulieren. Macht weiter so! Habt ihr noch mehr solch weitsichtiger Einfälle?

  3. Nein, überhaupt keine Ironie. Erstens ist der Artikel sehr gut verfasst, zweitens hilft Silp nicht nur den Arbeit-Suchenden, sondern auch den ArbeiterInnen-Suchenden. Was will man mehr?

  4. Das wird mindestens so unfassbar erfolgreich und nützlich wie BranchOut. In einem Jahr nicht mehr wegzudenken aus dem Netz. Bestimmt. *hust

4 Pingbacks

  1. [...] Talent Exchange er weer een LinkedIn kloontje op Facebook bij hebben. Hoewel volgens de makers het geen professioneel netwerk op Facebook is maar een zoekmachine. Aangezien elk professioneel netwerk op Facebook in termen van interactie zo dood als een pier [...]

  2. [...] another Karriereplattform. Diesmal: Silp. Was daran so besonders ist? Sie versucht auf den Faktor “Vitamin B” zu setzen und will [...]

  3. [...] bringt sich das Startup Silp für den aufkommenden Trend Social Recruiting in Stellung. Nach erster Publicity im März ist es nun soweit; die Facebook-App öffnet ihre Pforten und akzeptiert Anmeldungen von [...]

  4. [...] Netzwertig: Silp erschließt das Karrierepotenzial des persönlichen Kontaktnetzwerks [...]

 
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