Clik:
Magische Browser-Fernsteuerung
über das Smartphone

Die Betreiber der mobilen Chatanwendung Kik haben mit Clik eine neue App für iPhone und Android veröffentlicht, mit der sich der Browser eines Rechners zum Abspielen von YouTube-Videos durch mehrere Personen gleichzeitig fernsteuern lässt.

Ab und an stößt der neugierige und experimentierfreudige Internetfreund auf brandneue Onlineservices, deren unmittelbarer Nutzen zwar nicht sofort einleuchtet, die aber durch ein unkonventionelle oder bsonders schicke Funktionweise prädestiniert dafür sind, um Freunde oder Bekannte zu beeindrucken. Kik Interactive, das kanadische Startup hinter dem WhatsApp-Konkurrenten Kik, hat in dieser Woche genau einen solchen Dienst veröffentlicht.

Das Clik getaufte Angebot erlaubt es Besitzern von iPhones und Android-Geräten mit Kamera, die Kontrolle über das Browserfenster eines beliebigen, mit dem Internet verbundenen Rechners zu übernehmen und auf diesem ferngesteuert YouTube-Videos abzuspielen.

Dazu müssen sich Anwender die kostenlose Applikation auf ihr Smartphone herunterladen und anschließend im Browser des jeweiligen Rechners die Clik-Website besuchen. Auf selbiger erscheint ein überdimensionierter QR-Code, der nun mit Hilfe der Kamera des Mobiltelefons bei geöffneter Clik-App abfotografiert wird. Nachdem dies erledigt ist, können über die Clik-Applikation beliebige YouTube-Videos herausgesucht und anschließend auf dem größeren Bildschirm des Rechners abgespielt werden. Die Reaktionszeit ist dabei beeindruckend.

Obwohl der von Clik gewählte Prozess der Verknüpfung der App mit dem Browserfenster über einen QR-Code nichts mit Zauberei zu tun hat, strahlt der Vorgang der Kontrollübernahme des Browser etwas Magisches aus. Erst recht, weil auch mehrere Personen gleichzeitig das Abspielen von Videos mitgestalten können. Solange sie die Clik-App installiert haben, können sie ihre Smartphone-Kamera auf den QR-Code ausrichten und anschließend ebenfalls Clips fernsteuern – sofern sie sich darauf einigen können, dass von anderen gestartete Videos nicht einfach unterbrochen werden.

Funktioniert über WLAN oder mobile Datenverbindung

Neben dieser Screensharing-Funktion zeichnet sich Clik auch dadurch aus, dass es über mobile Datenverbindungen funktioniert. User müssen sich also nicht extra in dem WLAN-Netz des Computers anmelden, über den Videos abgespielt werden. Gleichzeitig werden über die Clik-App lediglich Kommandos ausgeführt, das Streaming erfolgt über den gesteuerten Rechner. Dieses Verfahren schont das monatliche Datenvolumen des Mobiltelefons.

Ein möglicher Einsatzzweck für die Clik-App dürften Partys sein, bei denen Anwesende gemeinsam mit ihren Smartphones über die gespielten Videos und Songs entscheiden. Angesichts des eher spartanischen Feature-Umfangs und des Fehlens von Playlisten muss aber bezweifelt werden, dass so eine gute, kontinuierliche Mischung zustande kommt.

Clik als Plattform

Das allerdings ist für die Clik-Macher kein Problem: Denn die App fungiert ohnehin primär als Demonstration der von dem Startup aus dem kanadischen Waterloo entwickelten Technologie zur Fernsteuerung des Browsers. Das Ziel ist es, ein Benutzererlebnis ähnlich dem von Apples AirPlay zu erreichen, aber mit minimalem Einrichtungsaufwand, so Kik Interactive CEO Ted Livingston gegenüber VentureBeat.

Das Unternehmen möchte nun Drittanbieter dazu bewegen, Applikationen auf Basis der Clik-Technologie zu entwickeln, mit denen sich Fotos, Musik oder auch Spiele bequem und blitzschnell auf externen Bildschirmen anzeigen lassen.

Ganz genau wird man das Treiben von Clik in Krefeld beachten: Dort sitzt die Tremeo GmbH, die mit Toggla schon seit vielen Monaten an einem vergleichbaren Dienst arbeitet. Noch ist dieser aber nicht öffentlich zugänglich. Im Gegensatz zu Clik sollen Toggla-Nutzer nicht nur ein Browserfenster sondern ihren gesamten Rechner über das Smartphone steuern können. Das hat viele Vorteile, erfordert aber die Installation einer Clientsoftware.

Falls ihr Clik am Wochenende als Partyspaß ausprobiert, berichtet anschließend gerne, wie es bei euren Gästen ankam.

Link: Clik

 

Martin Weigert

Martin Weigert ist der leitende Redakteur von netzwertig.com.

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3 Pingbacks

  1. [...] bin ich bei netzwertig über Martins Artikel über Clik gestolpert – eine kleine App für Android und iOS, die mich direkt komplett begeistert hat. [...]

  2. [...] (via) Wenn du hier neu bist, dann abonniere am besten meinen RSS-Feed um auf dem Laufenden zu bleiben. :-) Kategorie: Google & YouTube, iDevice: iOS & Apps | Unterhaltung: 0 Kommentare [...]

  3. [...] nämlich Leanback und XL. Kürzlich stellten wir außerdem die Smartphone-App Clik vor, eine Art Fernsteuerung für YouTube.  Auch Pult.io stößt in dieses Segment vor.Link: myTVLink Twittern [...]

 
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