Reform des Urheberrechts:
Je schneller Pinterest wächst,
desto besser

Mit Pinterest erlebt gerade ein Webdienst einen kometenhaften Aufstieg, bei dem Nutzer tagtäglich millionenfach und in vielen Fällen unwissend gegen das Urheberrecht verstoßen. Genau ein derartiges Phänomen benötigt die Urheberrechtsdebatte.

Mittlerweile sollte es kaum noch jemanden mit Interesse an der Netzkultur und Startup-Welt geben, der nicht mindestens einen Beitrag über die urheberrechtlichen Komplikationen des visuellen Bookmarkingdienstes Pinterest gelesen hat.

Der Service aus dem kalifornischen Palo Alto erlaubt es Anwendern, Fotos und Bilder von beliebigen Websites auf virtuellen Pinnwänden abzulegen und mit anderen Mitgliedern zu teilen. Das Problem: Sofern im Netz veröffentlichte Fotos nicht unter einer Creative-Commons-Lizenz stehen, dürfen sie in der Regel nicht ohne Erlaubnis des Urhebers weiterverbreitet werden.

Genau dies geschieht jedoch bei Pinterest, und zwar millionenfach jeden Tag. Das Startup erreicht allein in den USA mittlerweile fast zwölf Millionen Unique Visitors pro Monat und wächst rasant weiter. Mittlerweile berichten auch viele deutschsprachige Medien über die Site, weshalb hierzulande ebenfalls mit einem schnellen Anstieg der Nutzerzahlen zu rechnen ist.

Während in den USA die Fair-Use-Regel des Urheberrechts zumindest die theoretische Möglichkeit offen lässt, dass Nutzer Pinterest verwenden, ohne damit gegen geltendes Recht zu verstoßen, scheint die Sachlage in Deutschland und anderen Ländern, in denen eine vergleichbare Klausel fehlt, eindeutig: Mit jedem über Pinterest geteilten, urheberrechtlich geschützten Werk, dessen Veröffentlichung vom Urheber nicht genehmigt wurde, begehen Anwender einen Urheberrechtsverstoß, für den sie abgemahnt werden könnten.

Pinterest als Türöffner für neue Perspektiven

Das klingt bedenklich und wird für tatsächlich mit einer Abmahnung konfrontierte Anwender teuer (bisher ist allerdings kein derartiger Fall bekannt). Gleichzeitig jedoch könnte Pinterest aber im Lichte dieser Situation den Ausschlag dafür geben, dass allen an einer Reformierung des Urheberrechts beteiligten Gruppen die Augen geöffnet werden. Darüber, dass es so wie bisher nicht mehr weitergehen kann.

Ob es zu einer derartigen Konstellation kommt, hängt von Pinterests weiterer Entwicklung ab. Seit dem Sommer 2011 wächst das Angebot exponentiell. Setzt sich dieser Trend fort, werden in den folgenden Monaten viele Millionen weitere User den Dienst für sich entdecken. Gelingt es ihm, international eine kritische Masse zu erreichen und damit eine Lobby aufzubauen, bevor abmahnungswillige Urheber im großen Stil die neue Monetarisierungsgelegenheit Gefahr erkannt haben, dürfte das juristische Vorgehen gegen einzelne Nutzer – das schon durch die relative Anonymität der Plattform erschwert wird – zu einem Kampf gegen Windmühlen werden.

Pinterest könnte nach dem YouTube-Modell verfahren

Was dann passieren könnte, zeigt das Beispiel YouTube: Das mit Abstand führende globale Videoportal identifiziert von Nutzern hochgeladene urheberrechtlich geschützte Clips über sein “Content-ID-System” und lässt Urhebern die Wahl zwischen drei Verwendungsrichtlinien: Sperren des Videos, Beobachten (was regelmäßige Statistiken zur den Abrufen generiert) und Monetarisieren. YouTube versucht mit diesem Ansatz, den Urheberrechtsverstoß für die Urheber als Chance und nicht als Bedrohung darzustellen – und sie damit auch von rechtlichem Vorgehen gegen Anwender abzubringen.

Konkrete Angaben dazu, wieviele YouTube-Mitglieder schon einmal für den Upload eines Videos abgemahnt wurden, scheint es keine zu geben. Eine Google-Suche liefert zwar eine Reihe von “Erfahrungsberichten“. Allerdings lässt die Tatsache, dass nahezu jedes urheberrechtlich geschützte Musikstück bei YouTube als Nutzerupload verfügbar ist – von der regionalen GEMA-Sperrung einmal abgesehen – die Vermutung zu, dass sich das Risiko einer Abmahnung in Grenzen hält – zumal YouTube nicht ohne Weiteres Anwenderdaten herausgeben muss. Wer fremde Videos hochlädt und dabei von YouTube “erwischt” wird, kommt im Idealfall mit einer von YouTube ausgesprochenen Verwarnung und dem erzwungenen Betrachten eines Lehrgangs zum Urheberrecht davon.

Je größer Pinterest wird, desto besser

Pinterest muss eine skalierbare Lösung für den sich anbahnenden juristischen Konflikt finden, so viel ist klar – sonst wird sich der Urheberrechtsverantwortliche des Startups, Ben Silbermann, irgendwann vor Mails und Briefen nicht mehr retten können. Doch je kraftvoller der Dienst wächst und je eher die Marke von 50 oder gar 100 Millionen Mitgliedern durchbrochen wird, desto größer ist die Chance, dass diese Lösung einen aus Usersicht erfreulichen Kompromiss darstellt.

Ein nachhaltiger Erfolg von Pinterest könnte auch die Perspektive der Politik beeinflussen: Der Name und die grundsätzliche Funktionweise von YouTube sind heute selbst CSU-Hinterbänklern aus der bayerischen Provinz ein Begriff. Gelingt es Pinterest, sich einen ähnlichen Bekanntheitsgrad zu verschaffen und als prominentes, nicht mehr zu bändigendes Beispiel für den Reformbedarf des Urheberrechts im digitalen Zeitalter auf höchster politischer Ebene angeführt zu werden, könnte dies positive Auswirkungen auf die künftige Ausgestaltung eben dieses Rechts haben. Wenn überhaupt so ist es erst die unwiderlegbare Erkenntnis, dass der Zug für einen Beibehalt der bisherigen Rechtssituation abgefahren ist, die Hardliner und Konservative dazu bringt, sich zu bewegen. Pinterest kann hierfür einen wertvollen Beitrag leisten.

Natürlich ist das hier aufgezeichnete Szenario ein äußerst optimistisches. Im schlimmsten Fall würde Pinterest entweder seinen Dienst ganz einstellen oder ihn für Anwender außerhalb der USA sperren – so wie man es bisher nur von Musik- und Videoangeboten her kennt.

Aber es muss nicht so kommen – vorausgesetzt, Pinterest setzt seinen kometenhaften Aufstieg mit ungebremster Geschwindigkeit fort.

Link: Pinterest

 

Martin Weigert

Martin Weigert ist der leitende Redakteur von netzwertig.com.

Mehr lesen

Alle sind willkommen: Estland erfindet die virtuelle Staatsbürgerschaft

12.11.2014, 13 KommentareAlle sind willkommen:
Estland erfindet die virtuelle Staatsbürgerschaft

In den vergangenen fast fünfzehn Jahren hat Estland eine einzigartige Infrastruktur für die elektronische Kommunikation zwischen Behörden, Bürgern und Unternehmen aufgebaut. Jetzt wird diese für alle Welt geöffnet: Im Dezember führt das baltische Land die weltweit erste virtuelle Staatsbürgerschaft ein.

Kein Interesse an den Chancen der Digitalisierung: Die deutsche Wirtschaft ruht sich auf “Made in Germany” aus

15.9.2014, 15 KommentareKein Interesse an den Chancen der Digitalisierung:
Die deutsche Wirtschaft ruht sich auf “Made in Germany” aus

Der deutsche Mittelstand interessiert sich kaum für die Möglichkeiten digitaler Technologien. Weil “Made in Germany” nach wie vor ungebrochene Popularität genießt, fehlt der Druck für Experimente. Dabei sind diese wichtig, um die künftigen Erfolgschancen zu maximieren.

Künstliche Verknappung von Gütern und Informationen: Die falsche Reaktion auf den digitalen Wandel

12.5.2014, 14 KommentareKünstliche Verknappung von Gütern und Informationen:
Die falsche Reaktion auf den digitalen Wandel

Mit künstlicher Verknappung von Gütern und Informationen versuchen Firmen und Organisationen, sich gegen die vom Internet ausgelösten Veränderungen zu stemmen. Auf Dauer kann dies keine zufriedenstellende Lösung sein.

Linkwertig: SPD, Vergessen, Journalismus, Pinterest

19.5.2014, 1 KommentareLinkwertig:
SPD, Vergessen, Journalismus, Pinterest

Nachdem die SPDin jüngerer Zeit doch gelegentlich auf offensichtlichere netzpolitische Züge aufgesprungen ist, scheint Sigmar Gabriel doch eher wieder im reaktionären Rundumschlag gegen Informationskapitalismus sichereres politisches Kapital zu sehen.

Linkwertig: Udacity, Musk, Microsoft, Pinterest

22.11.2013, 0 KommentareLinkwertig:
Udacity, Musk, Microsoft, Pinterest

Pinterest baut den Datentyp Pin aus und offeriert jetzt auch Place Pins und mehr.

Pinterest: Monetarisierung? Später!

30.5.2013, 5 KommentarePinterest:
Monetarisierung? Später!

Auch wenn Pinterest nicht mehr in aller Munde ist: Die Bookmarking-Plattform für Bilder wächst, gedeiht und erweist sich als Umsatzgenerator für Onlineshops. Doch mit der Monetarisierung zögert das Startup aus San Francisco.

Künstliche Verknappung von Gütern und Informationen: Die falsche Reaktion auf den digitalen Wandel

12.5.2014, 14 KommentareKünstliche Verknappung von Gütern und Informationen:
Die falsche Reaktion auf den digitalen Wandel

Mit künstlicher Verknappung von Gütern und Informationen versuchen Firmen und Organisationen, sich gegen die vom Internet ausgelösten Veränderungen zu stemmen. Auf Dauer kann dies keine zufriedenstellende Lösung sein.

Linkwertig: Telekom, Techdirt, Internet, Experten

23.4.2013, 0 KommentareLinkwertig:
Telekom, Techdirt, Internet, Experten

Amazon beginnt wie Netflix selbst Serien zu produzieren und mehr.

Verhinderung von Urheberrechtsverstößen: Künstler ärgern sich über SoundCloud

28.3.2013, 18 KommentareVerhinderung von Urheberrechtsverstößen:
Künstler ärgern sich über SoundCloud

SoundCloud geht verstärkt gegen Urheberrechtsverstöße vor. Dabei werden auch eigene, von Künstlern hochgeladene Produktionen gesperrt. In der Musikszene regt sich Widerstand.

48 Kommentare

  1. Zum Wachstum möchte ich gerne einen Beitrag leisten und verweise auf meinen Artikel:

    Warum Pinterest größer als Facebook wird
    oder Wie man Pinterest benutzt

    http://rudimentor.de/2012…n-pinterest-benutzt/

  2. Wieso gab es diese Diskussion eigentlich nicht bei Tumblr, Soup usw.?

    • Vermutung: Tumblr wurde/wrd dennoch primär als Blogplattform angesehen, könnte also auch ohne Urheberrechtsverstöße existieren. Pinterest nicht.

    • Ich weiß, worauf du hinaus willst. Aber die Grundidee eines Tumblelogs ist doch, zu zitieren/kopieren. Die meisten Tumblelogs (ob nun auf Tumblr, Soup oder anderen Plattformen) werden auch genau so geführt. Daher wundert mich das etwas.

  3. Wenn ein amerikanisches Unternehmen einen Service aufzieht, der auf der systematischen Verletzungen von Urheberrechten beruht, um damit Geld zu verdienen und das Risiko für die Urheberrechtsverletzungen belangt zu werden, auf die Nutzer abwälzt, dann sagen Sie: Mehr davon? Es ist sicher so, dass sich die Großen der Branche mit ihrer Art, Urheberrechte dadurch zur Geltung zu bringen, dass sie Anwälte reich machen, verlaufen haben. Aber dieses “Freiheit für mich” ohne Respekt vor den Leuten, die etwas Kreatives auf die Beine stellen, das ist genauso daneben.

    • Aber dieses “Freiheit für mich” ohne Respekt vor den Leuten, die etwas Kreatives auf die Beine stellen

      Dieser Satz zeigt schon die Widersinnigkeit der derzeitigen Urheberrechtssituation: Als respektvoll gilt, wenn man die Kreativarbeit anderer ignoriert. Wer ihr gegenüber dagegen Begeisterung zeigt (z.B. indem ein Foto bei Pinterest gespeichert wird), gilt als respektlos.

    • Bravo! Wie es Ihnen gelingt, den Sinn eines Satzes im eigenen Interesse vollständig zu verdrehen. Da kann ich nicht mithalten.

  4. Ganz ehrlich: Pinterest wird weitaus wahrscheinlicher in Deutschland abgeklemmt, als dass es das deutsche (oder europäische) Recht verändert. Auch wenn das einige anders sehen: So viel Pull wird Pinterest kurzfristig nicht entwickeln.

    • Stimmt – Es gibt auch stimmen hier in Silicon Valley aehnlich wie bei SOPA, Deutschland ein paar black outs zu praesentieren. Die physische “Mauer” ist zwar gefallen aber nun wird halt eine digitale mauer gebaut – “Deutschalnd Deine Mauern” waere doch ein schoener Buchtite :)

  5. Je öfter in Deutschland noch über Pinterest berichtet wird, auch immer mit dem warnenden Zeigefinger das die Deutschen mal wieder böses tun wenn sie dort mitmachen, desto eher wird es für uns enden wie mit Pandora und Hulu, wir müssen mal wieder draussenbleiben, schade ich nutze den Dienst nämlich gerne, und habe mit Entsetzen gesehen wie er jetzt in Deutschland kaputtgeschrieben wird, zumindest für uns Deutsche

    • Yeph – genau so wird es passieren. Aber nachdem es ne menge gibt die das so wollen ist das eben eine demokratische entscheidung. Nun ist social media wenn es mehr und mehr in deutschland genutzt wird eben das ideale tool so eine demokratische entscheidung weiter zu demokratisieren. :)

  6. Als Redakteur bin ich darauf angewiesen, dass nicht jeder meine Texte und Fotos verbreiten darf. Dennoch sind auch Fotos von mir unter CC-Lizenz im Netz – CC bei Namensnennung. Ich finde Pinterest sehr interessant, erwarte aber, dass mindestens Fotografenname und Quelle richtig genannt werden. Wenn das die User nicht eintragen (wollen) und an vielen Profifotos nur “Userupload” steht, hat der Dienst m.E. Pech und in Deutschland keine Chance verdient.

    • Ach ja und weil einzelne User Regeln verletzen soll ein Dienst komplett gesperrt werden? Na dann endlich schluss mit Youtube uund Co in Deutschland, denn auch da verletzen einzelne User Regeln, das einzige was deutschen Politikern und sogenannten Content-Vertretern dazu immer einfällt, ist alles wegsperren, na gut dann wird die Seite in Deutschland nicht mehr gesehen und die Amerikaner setzen ihre Photos auf die Seite, nachkontrollieren können Sie es dann ja auch nicht mehr, dann man sieht es ja nicht mehr, natürlich sollten immer die Original-Links dabei sein, und zu 90% sind sie das ja auch und damit hat eigentlich auch der Urheber einen Mehrwert denn er bekommt zusätzliche Besucher auf seine Seite, und das sage ich als selbst kreative Musikerin, ich finde das deutsche Urheberrecht stammt aus dem 17 Jhd und kann nichts anderes als kriminalisieren

    • Michael – dem ist schon sorge getragen. Das pinning verweist automatisch auf den entsprechended Autor, oder das Original. Natuerlich kann jemand ein Photo kopieren und es hochstellen. Aber das ist natuerlich dann im Verantwortungsbereich des users.

      Aber insgesant wird das Pferd in good old Germany von hinten aufgezogen. Erst mal verurteilen dann nachdenken :)

      Wenn IRGENDETWAS geaendert werden muss dann der hinweis auf copyrights. Z.B. bevor eine Seite angesehen werden kann die copyrighted material hat “Bitte bestaetigen Sie dass alles was sie hier sehen dem copyright unterliegt” – boom Wenn ich dann kopiere hab ich ein problem. Dasselbe gilt fuer Google – Google darf halt kein copyright geschuetztes material anzeigen (image suche) oder text ausschnitte (text suche)

      Ganz einfach.

    • Michael, ich denke viele User die Photos und Texte von Redakteuren und Photographen verwenden, ohne die Namen und Source anzugeben, wissen es einfach nicht besser.
      Daher ein einfacher Link mit dem Info “bitte bei Verwendung angeben” unter die Post zu stellen waere sehr hilfreich. Ich denke, es ist wirklich Unwissenheit und darueber hinaus auch manchmals sehr schwierig die Source zu finden.
      Best
      Marita
      http://xeeme.com/maritar

  7. Ich seh das etwas differenzierter. Wenn ein Nutzer ein Bild verwendet, um damit seine Individualität zu unterstützen ist das okay. Wenn der User das Bild verwendet um Werbung zu machen ist das nicht okay. Wenn der Nutzer keine Quellen nennt, dann ist das die Schuld des Portals, der den Nutzer nicht in die Rechtslage einweist, nicht die Schuld des kleinen Klickers, der sich vorher nie etwas von “Creative Commons” gehört hat. Wenn die Plattform Verantwortungsbewusstsein zeigen würde und ein paar kleine Spielregeln feststellen würde, hätte die Plattform auch in Deutschland eine Chance.

    • Mari -
      1) Die “platform” – sprich die leute hinter der platform haben diese regeln natuerlich aufgestellt aber sie treffen nicht das deutsche “rechtsempfinden” ;)
      2) Es gibt ja in deutschland urheber regelungen nur werden diese nicht eingehalten und mit einer platform wie Pinterest kommt das ganze nur wieder zum aufkochen.

      In anderen worten das deutsche urheberrecht funktioniert nicht. Abmahnvereine koennen wie strassenraeuber im 14. Jahrhundert einfach abkassieren und die judikative schaut zu weil es eben zu viele holzwuermer in dem alten gebaelk gibt.

  8. @Creative Commons: der Witz ist doch, dass selbst eine CC-Lizenz keine Erlaubnis beinhaltet, den entsprechenden Content bei Pinterest, Facebook & Co. zu posten. Warum? Weil diese Plattformen von ihren Nutzern das Einverständnis einholen, jeglichen Content perpetually, non-exclusively und transferrably zu nutzen – das geht aber nicht mit CC überein. (Siehe http://allfacebook.de/pol…verbildern-rechtlich zur Nutzung von CC-Bildern für die FB-Chronik).

    Wer seinen Content online nicht gepinnt, zitiert, … sehen will, stellt ihn einfach nicht online. Alternativ gibt’s ja auch die Möglichkeit, ein Watermark zu setzen. Siehe icanhascheezburger.com: die haben verstanden, dass ihre Plattform vor allem deshalb wertvoll ist, weil jedes Foto automatisch eine Fußzeile mit ihrer URL bekommt. Angesichts der Unmengen an Lolcat-Fotos, die so getaggt durchs Netz wuseln, ist der Begriff “Gratis-Werbung” wörtlich zu nehmen, und ICHCZ wäre mit dem Klammerbeutel gepudert, würden sie anfangen, Leute für das Re-Posten ihrer Bilder abzumahnen. (Dass ICHCZ die Fotos zudem nicht selber knipst, ist mir bewusst.)

    • Wer seinen Content online nicht gepinnt, zitiert, … sehen will, stellt ihn einfach nicht online.

      OK, ich führe mal deine “Logik” weiter fort:

      Wer nicht möchte, dass sein Auto geklaut und beschädigt wird, stellt es nicht draußen ab.

      Wer nicht möchte das er verprügelt & ausgeraubt wird, sollte auch Abends nicht ausgehen.

  9. Für mich ist bei der Art der Einbindung von Pinterest eine Grenze überschritten. Keine Quellenangaben und als Link zu meist nur ein Link in die Google Images Suche.

    Dabei zeigt doch gerade Google Images einen ganz guten Kompromiss. Die Bilder werden nur verkleinert auf den Servern vorgehalten, die Webseite aus welcher das Bild entnommen ist öffnet im Hintergrund und sorgt so möglicherweise für paar zusätzliche Besucher bei der Ursprungswebseite.

    • Welche Grenze wird da überschritten? Wenn man auf das Bild klickt das bei Pinterest gelistet ist wird man direkt auf die Seite geleitet wo das Bild ursprünglich her ist und der Link steht auch unter jedem Bild, warum wird hier immer auf den Ausnahmen herumgeritten? Es gibt nur wenige die direkt ein Bild auf den Server laden und auch nur wenige die ein Bild direkt aus der Google-Suche nehmen
      Ausserdem steht in den Nutzungsbedingungen sehr wohl drin, das jedes Bild mit genauer Quelle anzugeben ist

      Also wer da ein verlinken mit Diebstahl einer Jacke vergleicht, hat das Internet nicht verstanden

    • @ samara: Komisch, bei mir ist jedes dritte, vierte angeklickte Bild ein User-Upload. Oft sind es professionelle Reisefotos, und darunter steht: “Hier möchte ich auch mal hin”. Klingt nicht nach User-Content.

      Dass die Nutzungsbedingungen nicht immer eingehalten werden, schreibst du ja quasi selbst. Sie sind offensichtlich also nur ein billiger Versuch, sich schadlos zu halten, obwohl man weiß, dass sich viele nicht dran halten.

      Sicher ist das Verlinken kein Diebstahl, aber das Geschäftsgebaren, sich an jedem geposteten/gepinten Bild die Rechte zu sichern, ist kriminell. Ich empfehle die Bilder eines befreundeten Fotografen, und Pinterest verkauft sie auf Leinwand! Jaja, kommt (noch nicht) vor, aber dreister geht’s doch kaum (und dümmer seitens der User auch nicht).

  10. Warum sollte ich kostenlos anderer Leute kreative Produkte nutzen dürfen, um meine Individualität auszudrücken? Und wenn das ein Recht sein sollte, warum darf ich dann nicht in irgendeine Boutique spazieren und mir die Klamotten, mit denen ich meine Individualität ausdrücke, einfach mitnehmen?

    Es bedarf keiner grundlegenden Reform des Urheberrechts. Es reicht einfach der Verzicht. Wer gegen das Urheberrecht ist, verzichtet schlichtweg darauf, sich Hollywood-Filme anzuschauen, Lady Gaga zu hören, professionelle Games zu spielen oder anderer Leute Fotos zu verwenden. Er kann ja selber Games programmieren, eigene Filme drehen, selber Musik machen oder fotografieren.

    Die Forderungen nach einer (grundlegenden) Reform des Urheberrechts sind schlicht und einfach Ausdruck von Gier, Egoismus und einer Haben-Wollen-Mentalität.

    • Wer noch immer das Kopieren von digitalen Inhalten mit dem Klauen physischer Produkte vergleicht und den Unterschied nicht begreift, hat viel Nachholarbeit zu erledigen, was den Stand der Diskussion betrifft.

    • @ Martin:
      Wo kann ich die leisten? Hast du Linktipps (jetzt im Ernst)?

      Und darf ich deinen Blog auslesen, damit eine eigene Seite füllen und versuchen Werbung drumherum zu verkaufen und damit Geld zu machen?

    • @Klardeutsch Martin hat nicht ganz unrecht und ausserdem geht es nicht darum jedem freizustellen “Intellectual Property” zu stehlen sondern darum zu ueberarbeiten was “IP” eigentlich ist. Und das ist absolute unklar, hat viel zu viele interpretationsmoeglichkeiten und es gibt zu viele “vereine” die sich daran einfach schadlos halten.

      Wenn Du meinen text gut findest und wo anders eine Antwort damit formulierst hast Du damit schon das Urheber recht verletzt? Wenn Du es etwas anders ausdrueckst, wie ist es dann? Wie anders muss es denn sein? Du siehst es ist nicht so einfach.

      Nun denke mal weiter: Wenn Berners-Lee in der Schweiz ein patent auf das http und html verfahren bekommen haette, ware unsere welt heute woanders. Ergo ergibt sich die Frage wie gut oder schlecht sind denn die IP schuetzer ueberhaupt. Und so weiter…

      Uebrigends hier ist eine seite die in sachen social media etwas weiter helfen koennte (Achtung Eigenwerbung ;) http://smacad.com

      Axel

  11. Aber dieses “Freiheit für mich” ohne Respekt vor den Leuten, die etwas Kreatives auf die Beine stellen

    Dieser Satz zeigt schon die Widersinnigkeit der derzeitigen Urheberrechtssituation: Als respektvoll gilt, wenn man die Kreativarbeit anderer ignoriert. Wer ihr gegenüber dagegen Begeisterung zeigt (z.B. indem ein Foto bei Pinterest gespeichert wird), gilt als respektlos.

    OK, ich habe wieder mal was neues gelernt und zwar was Respekt ist. Also wenn ich jetzt die Inhalte von netzwertig.com kopiere und sie auf meine eigene Website einbinde, dann wäre dies ein Zeichen de Respekts. :-)

  12. “Mittlerweile sollte es kaum noch jemanden mit Interesse an der Netzkultur und Startup-Welt geben, der nicht mindestens einen Beitrag über die urheberrechtlichen Komplikationen des visuellen Bookmarkingdienstes Pinterest gelesen hat.”

    Da war ich ja fast schon Trendsetter. :D

  13. Das Klauen physischer Produkte im realen Leben ist das Kopieren von digitalen Inhalten im Netz. Wie soll das im Netz auch anders gehen.

    Und, Herr Weigert: Antworten Sie bitte auf die Ihnen gestellte Frage, ob das Kopieren (und natürlich das Weiterverwenden) Ihrer Texte in Ordnung geht. Oder ob das eben nicht geht. Schließlich würde ich dann meinen Respekt Ihnen gegenüber und meine Individualität anderen gegenüber zum Ausdruck bringen können. Sollten Sie dem zustimmen, was Sie aufgrund Ihrer steilen Thesen logischer Weise müssten, werde ich eine entsprechende Seite zeitnah ins Netz stellen.

    Sollte Sie damit nicht einverstanden sein, begründen Sie das bitte. Das wäre dann Ihre Nachholarbeit in dieser Diskussion, die Sie anderen anraten.

    Dass ich überhaupt Frage, ob ich Ihre Inhalte weiterverwenden kann, passt natürlich nicht zu Ihrem Blogeintrag, ich weiß.

    • Es ist 7:40 Uhr und Sie fordern bereits eine Antwort. Als wenn ich 24 Stunden arbeiten würde.

      Anyway, ich schreibe zum Thema momentan einen Artikel, der in rund einer Stunde online sein wird. Bis dahin bitte ich um Geduld.

  14. @ Ich, Vlad und Michael
    Hier meine Antwort
    http://netzwertig.com/201…nlinetexte-bedeutet/

    @ Leander
    Kann man so sagen :)

  15. @michael weigert: Das ist leider eine typische Argumentation. Gehört in die Kategorie: “hat das Internet nicht verstanden”. Warum soll man geistiges Eigentum nicht mit physischem vergleichen? Der Input, nämlich Arbeit, Mühe, Kreativität ist der gleiche. Nur weil man es nicht anfassen kann (und es beliebig vervielfältigen kann), soll es etwas anderes sein?

    @Axel Schultze. Ich behaupte nicht, dass es einfach ist. Deswegen habe ich explizit geschrieben, eine “grundlegende Reform”, was in der Diktion der Internetgemeinde auf eine Abschaffung hinausläuft, lehne ich ab.

    Wenn ich deine Artikel zitiere und eine eigene geistige Leistung beitrage (indem ich etwa Aussagen eigenständig analysiere) ist das durch das Zitationsrecht abgedeckt. Wenn ich ihn einfach auf meine Seite übernähme (vielleicht sogar ohne Quellenangabe) und dazuschreibe: “Könnte von mir sein”, dann halte ich das in der Tat für falsch.

    Reformbedarf sehe ich in der Tat, vor allem beim Abmahnwesen und beim Sampling, wo sicherlich Präzesierungen nötig sind.

    • @ Klardeutsch

      Warum soll man geistiges Eigentum nicht mit physischem vergleichen?

      Klaue ich dir eine Packung Milch, hast du anschließend diese Milch nicht mehr, kannst sie nicht selbst trinken und auch nicht weiterverkaufen. Gleichzeitig hast du aber für die Milch bezahlt, oder sie selbst mit finanziellem Aufwand hergestellt.

      Kopiere ich mir deinen Song, hast du diesen anschließend noch immer und kannst ihn selbst hören oder verkaufen.

  16. @Martin Weigert. Das Argument ist mir durchaus bekannt. Es trägt aber nicht. Wunderbar, wenn ich meinen eigenen Song noch selbst hören darf. Aber warum sollte jemand meinen Song von mir kaufen, wenn er ihn gleichzeit von mir klauen kann?

    Oder du ihn mit deine Freunden teilst. Die Vervielfältigbarkeit ohne Qualitätsverlust ist Kern des Problems. Zwischen “kommerzieller Verwertung” und “privater Verwertung” zu unterscheiden, erweist sich ebenfalls als nicht weiterführend. Gerade weil jeder mit jedem über irgendwelche Ecken in sozialen Netzwerken vernetzt ist, würde es theoretisch reichen, einen Song ein einziges Mal zu kaufen – der Rest wird dann von Freunden versorgt.

  17. Ich verstehe, dass du darin ein Problem siehst. Es ist aber die technische Realität, die du nur noch durch unverhältnismäßige Eingriffe in das Internet einschränken kannst. Oder indem du allen Menschen eine Pille verabreichst, die sie vom Downloaden urheberrechtlich geschütztem Materials abhält.

    Da ein Weg fatal und der andere fiktiv ist, gilt es, sich mit der neuen Realität abzufinden. Dass Musiker mit dem Verkauf ihrer Songs nicht mehr länger reich werden, gilt doch ohnehin schon seit Jahren als Konsens. Genauso wie die Erkenntis, dass die Gesamteinnahmen der Musikindustrie wachsen, nicht abnehmen. Nur die Art der Wertschöpfung verändert sich.

    • Ach, Pech nicht nur für Musiker, sondern auch für Grafiker, Programmierer, Filmschauspieler, Regisseure, Schriftsteller, Sachbuchautoren, Verlagsmitarbeiter, Komponisten, Designer,Arrangeure …

      Wie gesagt, niemand soll ja daran gehindert werden, seine Leistungen kostenlos zu Verfügung zu stellen. Niemand muss sein Buch bei einem Verlag veröffentlichen oder einen Vertrag mit eine Musiklabel unterschreiben. Aber vor Gier und Egoismus der Nutzer zu kapitulieren, halte ich für falsch. Schließlich kapitulieren wir (hoffentlich) auch nicht vor Korruption, obwohl sie eine weit verbreitete gesellschaftliche Realität ist.

      Ich verstehe wohl die Probleme, dass eine Überwachung des Urheberrechts einen Eingriff in die persönliche Freiheit darstellt. Mir scheint es aber sinnvoller, nach akzeptablen technischen Lösungen zu suchen, und nicht einfach nur die Waffen zu stecken.

  18. Ich glaube nicht, dass Pinterest hier funktioniert bzw. auf Dauer. Pinterest ist nichts weiteres als totale Zeitverschwendung. Es bietet Null Mehrwert. In USA haben die augenscheinlich nichts zu tun.

    Zur Monetarisierung. Sobald Pinterest damit versucht richtig Geld zu verdienen, werden die so bombadiert mit Klagen, dass die wieder dicht machen können. Und das finde ich richtig. Es kann nicht immer angehen, dass die Leute, die etwas erstellen am Ende die Gelackmeierten sind. Deshalb sobald Pinterest Geld damit macht, müssen die für Verletzungen der Rechte aufkommen, ganz einfach.

    Oder es kommt dieses beliebte Logo aus youtoube (nicht verfügbar). Würde dann wohl sehr häufig vorkommen ^^.

  19. Der ein oder andere Möbeldesigner hat sich zum Urheberrecht schon länger Gedanken gemacht: http://bit.ly/xfgRmB Mit anderen Worten: Es kann eben nicht immer angehen, dass die Leute, die aufwändig Möbel designen, am Ende die Gelackmeierten sind, wenn Fotografen die Möbel in ihren Bildern verwenden und damit Geld machen.

  20. Wir machen gerade eine Studie in welcher wir analysieren wie weit Europa hinten dran ist. Es sind wohl 4 Jahre. Also das Social Media Jahr 2008.

    Warum das so ist? Weil erst mal gegen alles gewettert wird bevor man es dann doch nutzt. 2008 war es in USA aehnlich: Man hat sich noch vielfach hinter avatars und nicknames versteckt ohne zu merken dass die autenthitaet und auch die wertschaetzung eines commentars deutlich in den Keller geht. Auch waren die “Nein sager” noch weiter verbreitet. meist natuerlich durch unsicherheit gepraegt.

    Auch das verstaendniss fuer das sharing von inhalten war noch nicht sehr ausgepraegt. Es war so ziemlich genau wie diese diskussion hier wiederspiegelt: Der besitzanspruch von IP stand weit ueber den “neben effekten” weit verteilter inhalte. UNd das ist ja auch total verstaendlich denn man steckt ne menge zeit in die kreationen und moechte natuerlich dafuer auch anerkennung und den monetaeren reward habe.

    Was ein bischen auffaelt ist die enorme wehemenz and massivitaet wie hier gegen etwas gewettert wird was man noch nicht so ganz verstanden hat. Es gibt nicht einen einzigen der gefragt hat wie das denn in den USA gesehen wird und warum da keiner aufsteht? Natuerlich gibt es stimmen die das einfach in die schachtel packen alle Amerikaner sind bloed und haben nichts zu tun. Aber immerhin haben sie Facebook, Twitter, LinkedIn, YouTube, Pinterest und ca 200 andere hervorgebracht und ca. 1 Milliarde Menschen gefunden die es nutzen.

    Gibt es irgendwelche Vorschlaege wie wir auch in Deutschland eine kultur stimmulieren koennen die erst mal denkt, dann vorsichtig und hoeflich fragt was denn so die gedanken sind, was andere dazu meinen, was fuer risiken zu beachten waeren und eine schoene balance zwischen pro und kontra in einer gepflegten diskussion erzeugt? Vielleicht ohne aqm ergebnis Urheberrechte zu beanspruchen ;)

    Axel
    http://XeeMe.com/AxelS
    (meine gesamte social presence)

    • Wie weit Europa hinten dran ist? Schon allein die Fragestellung lässt nichts Gutes über die Studie erahnen. Wer definiert denn, wo hinten ist? Wer sagt, wessen Mentalität die richtige ist?

    • In diesem falle recht einfach. Man beobachtet die entwicklungskurve des verhaltens oder des umgangs mit – in diesem falle social media – und vergleicht es mit einem referenzwert – in diesem falle USA. Und da ich das seit 2003 tue kann ich eine schoene parallele ziehen.

      Richtig oder falsch hat hier keine bedeutung – nur die adoption von verhaltensmustern. Man kann das an der adaption von Internet, mobile phones, green technology, credit cards… einfach allem sehen. Green technology zum beispiel ist es gerade umgekehrt, wir koennen hier in USA sehen wo die reise hingeht wenn wir die market leader in Europe beobachten.

  21. Boah, hier geht ja mal wieder ordentlich die Diskussion ab…

    Der User “Klardeutsch” hat es schon gut erkannt:
    [quote]“Ich verstehe wohl die Probleme, dass eine Überwachung des Urheberrechts einen Eingriff in die persönliche Freiheit darstellt. Mir scheint es aber sinnvoller, nach akzeptablen technischen Lösungen zu suchen, und nicht einfach nur die Waffen zu stecken.”[/quote]

    Das Problem ist, dass es keine “akzeptablen technischen Möglichkeiten” mehr gibt. Wenn alleine bei Youtube pro Minute 60 Stunden Videomaterial hochgeladen werden, kann das KEINER alles auf Legalität, Qualität usw. sichten – vor allem wenn dann jede dritte Datei irgendwo Urheberrechte verletzt.
    Eine Aufweichung des Urheberrechtes (kürzere Schutzfristen, unkommerzielle Verbreitung legal) würde übrigens ein Problem noch weiter verstärken, was wir bereits heute haben: Kreativprodukte (und um die geht’s ja hier) sind immer ein Star-Geschäft gewesen. Aber wenn heute jeder sich “Künstler” nennen kann und fast jedes Produkt in allen möglichen und unmöglichen Ausführungen/Varianten zu haben ist, wird die früher so bedeutende Bezugsperson unwichtig. Daher interessiert es doch praktisch niemanden mehr, ob z. B. Sven Väth ne neue Platte rausgebracht hat, weil man auf jedem Newcomer-”Künstler”-Portal 5691 genauso gute Techno-Platten runterladen kann. Aber unter diesen “Künstlern” hat es aber eben noch KEINER zu annähernd größerem Bekanntheitsgrad gebracht. Die gehen einfach in der Masse unter, weil tausende Leute dasselbe machen. Da diese Leute auch keine großen Werbebudgets haben, können sie auch nicht groß auf sich aufmerksam machen.

    DJ Nameless

    • Wenn Youtube und Co. keine Möglichkeit haben, das Material zu prüfen, darf es aus meiner Sicht nicht hochgeladen werden. Ich bin Redakteur, und natürlich muss ich einen Leserbrief lesen, ggf. glätten und den Absender verifizieren, bevor ich ihn in der Zeitung drucke. Und wenn zehn Briefe am Tag eintreffen, muss ich das zehnmal machen. Das ist oldschool, ich weiß, aber warum dürfen neue, “hippe” Medien die Regeln verletzen?
      Wenn Geschäftsmodelle das Brechen von Gesetzen billigend in Kauf nehmen, sollten sie auf den Prüfstand.

    • @Michael – das waere genau das was wir unbedingt vermeiden mussen. Der erste schritt zure Internet polizei. Der naechste schritt waere dass internet provider ueberpruefen mussen ob auf den servern die sie hosten inakzeptabler content ist und so weiter.

      Schau Michael, die Zeitung ist der publischer. YouTube oder hier Pinterest ist die druckerpresse. Wir machen ja auch nicht Heidelberger dafuer verantwortlich was darauf gedruckt wird. So muessen wir auch den “publisher” also den individuellen user aufklaeren. Und so wie ich meinem Freund die “ausgelesene” zeitung gebe, re-pinne ich ein image – nicht mehr und nicht weniger.

    • Mich stört die Darstellung des Internets als besonderes Medium. Es ist eines von vielen. Und wenn darin Gesetze gebrochen werden, verfolgt das die Polizei – mit Zensur hat das nichts zu tun. Auch ein Kabelnetzbetreiber (in diesem Beispiel ist er die Druckerpresse) darf nicht bei der Verbreitung illegaler Inhalte (etwa von Nazi-Sendern) beitragen.
      Aber der Vergleich mit Heidelberger hinkt auch. Die verdienen beim Verkauf der Presse. Ob und wie sie genutzt wird, ist dann egal. Und der Leser weiß auch nicht, womit die Zeitung gedruckt wird. Youtube und Pinterest aber sind auf Content angewiesen, ihr Dienst steht im Mittelpunkt.
      Gegen das Bilder-Pinning hab ich aber auch nichts, wenn denn Fotograf und Quelle genannt werden. Oft sind es aber angeblich “User uploads”, was ich angesichts der Profiqualität vieler Bilder nicht glauben kann.

  22. Nun seit gestern ist Pinterest eh down, man kommt gerade noch in seinen Account aber mehr ist nicht möglich, entweder überrollt sie der Erfolg oder sie haben schon wegen massiver Beschwerden reagiert, ich würde eh an deren Stelle den Laden dicht machen für Deutschland wie andere Anbieter auch und dann haben sie Ruhe
    Ich kann es nur nicht glauben das fast alle anderen Länder es hinbekommen solchen Start-ups eine Chance zu geben und zu versuchen die Rechte der Urheber in Einklang mit dem Nutzen eines solchen Dienstes zu bringen, nur in Deutschland scheitert es bereits immer nur wenn man hört, es wird etwas im Internet veröffentlicht, dann schrillen alle Alarmglocken und es wird erstmal geschaut was es denn negatives an dem neuen Dienst geben könnte, nach positivem wird erst gar nicht geguckt und so ist es durchaus richtig das Deutschland was die Nutzung des Internets auch mit kommerziellen Diensten den anderen Jahre hinterher ist und wohl auch die nächsten 20 Jahre bleiben wird.

    • Samara – ein hoher Polizeibeamter sagte mal zu mir “Obwohl wir in Deutschland die aller hoechste Zahl an Strassenschilder weltweit haben, haben wir die hoechte Uebertretungsrate” – Meine Antwort: Es sind so viele dass wir sie einfach nicht mehr verabeiten koennen. Gegenantwort: Das hat damit gar nichts zu tun. – Oh well….

      “Ich kann es nur nicht glauben das fast alle anderen Länder es hinbekommen solchen Start-ups eine Chance zu geben…”

      Aber auf die Idee kommen dass woanders vielleicht doch nicht alle idioten sind…. :))

      Liebe gruesse aus Silicon Valley / sunny California

  23. Das ist mir jetzt aber ein bisschen zu differenziert. Klingt vieeeel zu fundiert. Könntest du die Situation des Internet in Deutschland nicht vielleicht etwas pauschaler beurteilen?

11 Pingbacks

  1. [...] und jenseits des Atlantiks, den Trend dahinter, das schnelle Wachstum und die damit verbundene Diskussion über das Urheberrecht. Nur einer scheint kaum jemanden zu interessieren: der [...]

  2. [...] – gilt dies dann auch für andere Inhalteformen? Es kommt darauf an, wie und wieso.Mein gestriger Artikel zu den möglichen Auswirkungen eines weiterhin rasant wachsenden Pinterest auf die aktuelle [...]

  3. [...] Verletzung des Urheberrechts. Detailliert beschrieben und spannend diskutiert bei netzwertig.com: Beitrag 1 und [...]

  4. [...] finden muss, die über eine massenhafte Abmahnung und Kriminalisierung der Nutzer hinausgeht. Netzwertig hofft auf ein rasantes Wachstum von Pinterest, um über eine kritische Anzahl an Nutzern, Druck auf [...]

  5. [...] Achtung: auf Pinterest verliert man leicht aus den Augen, dass die Bilder dem Urheberrecht unterliegen (Mehr dazu hier) [...]

  6. [...] von kreativer Arbeit die Gemüter erhitzt, zeigten auch zwei intensiv diskutierte Beiträge von uns aus der letzten Woche. Da es sich bei dieser Fragestellung um ein Steckenpferd von Weiß handelt, [...]

  7. [...] REFORM DES URHEBERRECHTS: Je schneller Pinterest wächst,desto besser [...]

  8. [...] Pinterest gibt der Urheberrechtsdebatte neue Nahrung Martin Weigert hat bereits auf die Bedeutung des Dienste für eine Debatte über die Reform des Urheberrechts hingewiesen: [...]

  9. [...] Vom Pinterest-Konsumieren noch ein Artikel bei netzwertig zu den Urheberrechtsfragen beim aktiven Nutzen von Pinterest [...]

  10. [...] eines bedenken: das pinnen von Bildern ist nicht immer erlaubt, denn oft verletzt man dadurch das Urheberrecht der Webseiten-Betreiber. Pinterest selbst nimmt dazu in einem eigenen Bereich auf der Webseite [...]

  11. […] Verknüpfung wieder deaktivieren. Des Weiteren musst du 5 Pinterest Usern folgen. Wie die Webseite Netzwertig.com berichtet verstoßen Pinterest-User jedoch oft unwissend gegen das deutsche Urheberrecht. So […]

vgwort