PR-Manager für DACH:
Spotify bereitet sich auf Deutschlandstart vor

Ein Start von Spotify in Deutschland ist nur noch eine Zeitfrage. Die Anstellung eines in Berlin ansässigen PR-Managers für den deutschsprachigen Markt signalisiert, dass es nicht mehr lange dauern kann.

Es gibt nicht viele Onlinedienste, auf die Internetnutzer in Deutschland so sehnlich waren wie auf Spotify. Zwar mangelt es hierzulande mittlerweile nicht mehr an On-Demand-Musikangeboten, doch bis auf simfy verzichten alle auf einen kostenfreien Service und sind sich im Funktionsumfang weitgehend ähnlich. Ob einem Spotify besser gefällt als die Konkurrenz, hängt von den persönlichen Präferenzen ab. Aber dem typischen menschlichen Verhaltensmuster folgend, Dinge zu begehren, die man nicht haben kann, dürften sich bei einem Spotify-Launch hierzulande viele User auf den schwedischen, mittlerweile in zwölf Ländern verfügbaren Dienst stürzen – erst recht, sofern es zwischen Spotify und der GEMA zu einer Einigung hinsichtlich eines Gratis-Angebots kommen sollte.

Marcel Grobe übernimmt Spotify-PR in Berlin

Von Spotify gibt es nach wie vor keine offizielle Aussage zum Deutschlandstart. Dennoch signalisiert eine aktuelle Personalie, dass das Unternehmen mit Sitz in Stockholm und London fest mit einem baldigen Debüt in Deutschland rechnet: Aus zwei zuverlässigen Quellen haben wir erfahren, dass das Startup gerade die kürzlich ausgeschriebene Stelle des PR Managers DACH besetzt hat: Marcel Grobe, ehemaliger Director Public Relations bei Groupon, wird künftig die Spotify-Kommunikation für Deutschland, Österreich und die Schweiz verantworten. Dass er lediglich für die kleinen Märkte Schweiz und Österreich eingestellt wurde, erscheint äußert unwahrscheinlich. Eine Spotify-Sprecherin wollte die Meldung nicht kommentieren.

In Spotifys jüngst eröffnetem Berlin-Büro wird Grobe nicht alleine sein: Schon seit einigen Monaten schaffen Axel Bringéus und John Bonten von dort aus die Grundlagen für einen baldigen Launch in Deutschland. Gesucht werden derzeit zudem Vertriebskräfte.

Zwar war der Musikdienst aus Schweden Ende 2008 schon einmal an einem Punkt, an dem mit Caspar von Gwinner ein frisch rekrutierter Mitarbeiter in Deutschland die Weichen für spotify.de stellen sollte, nur um dieses Vorhaben dann in Folge gescheiterter Verhandlungen mit der GEMA abzubrechen. Doch die Anstellung eines PR-Managers in Berlin lässt erahnen, dass die Skandinavier mittlerweile keinen Zweifel mehr daran haben, die seit dem Herbst laufenden Verhandlungen mit der GEMA erfolgreich abschließen zu können.

Die Verwertungssgesellschaft selbst erklärte uns auf Anfrage, dass es keine Neuigkeiten zum Status der Gespräche zu verkünden gibt.

 

Martin Weigert

Martin Weigert ist der leitende Redakteur von netzwertig.com.

Mehr lesen

Linkwertig: Rewind, 2014, Instagram, Entwicklungsland

11.12.2014, 0 KommentareLinkwertig:
Rewind, 2014, Instagram, Entwicklungsland

Youtube hat einen kleinen Film mit den Memen des Jahres erstellt und mehr.

Deutschlands wirtschaftliche Zukunft im Digitalzeitalter: Wieso vernichtende Kritik und große Anerkennung berechtigt sind

24.11.2014, 3 KommentareDeutschlands wirtschaftliche Zukunft im Digitalzeitalter:
Wieso vernichtende Kritik und große Anerkennung berechtigt sind

Was Internet-Infrastruktur und Netz- und Gründerpolitik angeht, liegt in Deutschland viel im Argen. Doch während wir über die Versäumnisse klagen, sieht der amerikanische Ökonom und Publizist Jeremy Rifkin ausgerechnet die Bundesrepublik als Vorbild, was Standortfaktoren für eine gelungene Wirtschaft der Zukunft angeht. Es ist nur ein scheinbarer Widerspruch.

D21-Digital-Index: Pikante Details und erhellende Einsichten aus Internet-Deutschland

10.11.2014, 10 KommentareD21-Digital-Index:
Pikante Details und erhellende Einsichten aus Internet-Deutschland

33.000 Menschen in Deutschland wurden für den D21-Digital-Index zu ihrem Internetverhalten befragt. Der Ergebnisbericht liefert abgesehen von einigen erwartungsgemäßen Resultaten auch überraschende Erkenntnisse und - für manche - unangenehme Wahrheiten.

DG Discovery: Deutsche Grammophon veröffentlicht eigene Musik-Streaming-App nur für Klassik

25.8.2014, 4 KommentareDG Discovery:
Deutsche Grammophon veröffentlicht eigene Musik-Streaming-App nur für Klassik

Das zu Universal gehörende Traditionslabel veröffentlicht mit DG Discovery eine Musik-Streaming-App, die nur klassische Musik aus dem eigenen Katalog beinhaltet. Ein Konzept, das Nachahmer finden könnte.

Neue iPhone-App ohne Aufnahme-Funktion: SoundCloud deutet an, wohin die Reise geht

27.6.2014, 2 KommentareNeue iPhone-App ohne Aufnahme-Funktion:
SoundCloud deutet an, wohin die Reise geht

Mit einer überarbeiteten iPhone-Applikation gibt SoundCloud eine erste Antwort auf die Frage, wohin die Reise für das Musik-Startup geht: weg vom nutzergenerierten und schöpferischen Fokus, hin zum bequemen Anhören von Musik.

Zukunft von SoundCloud: Exit oder Label-Partnerschaften - alles ist möglich

18.6.2014, 5 KommentareZukunft von SoundCloud:
Exit oder Label-Partnerschaften - alles ist möglich

Die Berliner Audioplattform SoundCloud könnte die Geschichte der Musikindustrie neu schreiben - oder am Ende mangels Profitabilität doch von einem Netzgiganten geschluckt werden. Gerüchte gibt es viele. Eine Bestandsaufnahme.

Top oder Flop: Spotifys Wachstum unter der Lupe

13.11.2014, 8 KommentareTop oder Flop:
Spotifys Wachstum unter der Lupe

Musikstreaming im Allgemeinen und Marktführer Spotify im Speziellen sind dieser Tage ein kontroverses Thema. Ein genauer Blick auf die Entwicklung der Nutzer- und Abonnenten-Zahlen zeigt, dass der Streamingdienst exponentiell wächst - auch bei den zahlenden Usern.

Linkwertig: Rosetta, Taiwan, Swift, Phantom

12.11.2014, 1 KommentareLinkwertig:
Rosetta, Taiwan, Swift, Phantom

Laut Mario Sixtus ist das Wesen des E-Books ein Phantom und mehr.

Musikstreaming: Der Preiskampf von Spotify und Apple ist eine gute Nachricht für Musik

21.10.2014, 21 KommentareMusikstreaming:
Der Preiskampf von Spotify und Apple ist eine gute Nachricht für Musik

Mit dem nun angekündigten „Familientarif“ senkt Spotify de facto seine Preise. Von Apple ist derweil zu hören, dass sie den Monatstarif für ihren angekauften Dienst „Beats Music“ halbieren wollen – dem müssen allerdings die Musiklabels zustimmen. Was wie ein harter Preiskampf aussieht, ist in Wirklichkeit eine notwendige Korrektur.

Die Zukunft des Fernsehens: Ich brauche keinen Streaming-Stick, ich will eine Mega-Monstermaschine

13.10.2014, 25 KommentareDie Zukunft des Fernsehens:
Ich brauche keinen Streaming-Stick, ich will eine Mega-Monstermaschine

In der Zukunft des Medienkonsums sollen wir selbst Programmdirektor sein. Punkt. Doch selbst wenn wir das wollten, wird uns Live-TV wegen vieler Vorteile fehlen - es sei denn, wir arbeiten mit cleverer Hybridtechnik dagegen. Doch das erforderte weit stärkere Maschinen, als wir sie heute nutzen.

Amazon kauft Twitch, Google setzt Serie verpasster Chancen fort: Jeff Bezos’ großer Coup

26.8.2014, 3 KommentareAmazon kauft Twitch, Google setzt Serie verpasster Chancen fort:
Jeff Bezos’ großer Coup

Die Milliarden-Akquisition von Twitch durch Google schien in trockenen Tüchern. Doch in letzter Minute taucht Amazon auf und schnappt sich das schnell wachsende Spiele-Streaming-Portal. Google entgeht abermals ein dicker Fisch.

\

23.7.2014, 3 Kommentare"Blue Button":
Schweizer Werbe- und Startup-Allianz will TV-Spots aus der Steinzeit holen

Millionen Menschen schauen Fernsehprogramme mittlerweile über das Internet. Doch in den Werbeblöcken wird das sich daraus ergebende Potenzial bislang komplett vernachlässigt. In der Schweiz soll sich das jetzt ändern: Ein Technologie-Startup, der führende Werbevermarkter sowie drei Streaming-Services machen dazu gemeinsame Sache.

3 Kommentare

  1. Leider ist für Mac-User Spotify derzeit unbrauchbar. Dieser Bug scheint dort seit über einem jahr niemand zu kümmern :(
    http://getsatisfaction.co…es_with_mouse_clicks

  2. Ich verwende Spotify seit etwa 1 1/2 Jahren auf einem Mac und bisher hatte ich nie irgendwelche Probleme.
    Ich schätze, “unbrauchbar” trifft es daher nicht so wirklich.

Ein Pingback

  1. [...] Debüt “spätestens im April” oder “noch in diesem Monat“.Erst kürzlich konnten wir exklusiv berichten, dass Spotify mit Marcel Grobe einen PR-Manager für den deutschsprachigen Markt eingestellt hat. [...]

vgwort