Aufmerksamkeitsökonomie:
Warum Google+ an seinem
eigenen Erfolg scheitert

Die Vereinigung von Google+ und Google Suche belebt erneut den Diskurs um die künftige Bedeutung dieser Plattform. Schafft Google hier eine breitere Aufmerksamkeit für soziale Technologien, oder suggeriert es lediglich eine hohe Relevanz der eigenen Plattform, ohne dass sein Netzwerk davon wirklich profitiert?

Google geht es bei der in den letzten Wochen viel diskutierten Verschmelzung seiner Suchmaschine mit dem sozialen Netzwerk Google+ nicht um eine direkte Konfrontation mit den bereits etablierten Plattformen Facebook und Twitter. Vielmehr scheint es das primäre Ziel des Unternehmens zu sein, einen Weg zu finden, mit dem sich eine neue Anwedergruppe erreichen lässt: Internetnutzer, die zwar die Suche verwenden, aber noch nicht (mit signifikanter Aktivität) in sozialen Netzwerken vertreten sind. Google betreibt durch die Verknüpfung von Suche und Netzwerk also in erster Linie Neukundengewinnung durch Zielgruppenerweiterung. Als Lockmittel dient eine erhöhte Sichtbarkeit der eigenen Person im Internet.

Illusion eines Nutzengewinns

Der Nutzenzuwachs durch eine erhöhte Sichtbarkeit der Anwenderprofile und -inhalte in den Suchergebnissen ist jedoch zu bezweifeln. Dass dieser angepriesen wird, ist nachvollziehbar, schließlich handelt es sich hierbei um ein praktisches Marketingversprechen, das sich spontan nur schwer widerlegen lässt.

Jedoch trügt der Schein. Relevanz lässt sich nicht erzwingen. Selbst wenn sich mit SEO-Maßnahmen hier Vorteile erzielen ließen, so wären diese nur von kurzfristiger Dauer: Wenn die Qualität der Inhalte nicht mit der aufgrund einer Top-Positionierung der personalisierten Suchergebnisse entsprechend hohen Erwartungshaltung der Nutzer übereinstimmt, dann werden diese sehr schnell beginnen, die Einträge aus dem Netzwerk auszublenden.

Wachstum ist wichtiger als technische Innovation

Aus der Sicht des Konzerns bleibt dieses Verhalten vorerst jedoch nachvollziehbar: Jeweils aus der Position des halbherzigen Nachzüglers heraus ist Google mit Wave, Orkut und Buzz bereits gescheitert. Nachdem man sich bei dem jüngsten Anlauf mit dem Alleinstellungsmerkmal einer einfach zu nutzenden Diskussionsplattform aus des Rolle des Nachahmers befreit hatte und durch dieses Differenzierungsmerkmal ein beeindruckendes Wachstum generieren konnte, geht es jetzt darum, dessen Grad an Beschleunigung aufrecht zu erhalten.

Während die Berichterstattung seitens Meinungsgebern aus den Technik-Ressorts zunehmend kritischer wird und immer mehr Stimmen nach einer Mobil-Strategie und offeneren Strukturen rufen, interpretieren wohlmeinende Kommentatoren diese Zurückhaltung im Bereich technischer Innovationen als gezieltes Abwarten, in Vorfreude auf einen „ganz großen Wurf“, der irgendwann kommen möge.

Diese Annahme erweist sich jedoch als Trugschluss. Letztlich liegt dieser Form des Unterlassens eine andere Strategie zugrunde: Der Aufwand wird vermieden, da jede weitere Anstrengung zur Qualitätsverbesserung nicht zwangsläufig mit einem Anstieg der Wachstumsgeschwindigkeit einhergehen würde.

Innovatoren haben ihren Zweck erfüllt, jetzt folgt der Massenmarkt

Stattdessen ist es für Google wesentlich attraktiver, seine Kapazitäten anderweitig zu bündeln, um in einer zweiten Welle den Massenmarkt anzupeilen. Welche Maßnahme verspricht hier ein größeres Wachstum? Den sinnvollen Forderungen nach technischen Verbesserungen einer kleinen Schar von Influencern und überdurchschnittlich engagierten Anwendern wie beispielsweise Robert Scoble nachzukommen, oder die Technik in den Hintergrund zu rücken und sich vorerst mit allen Mitteln dem Kampf um Marktanteile zu widmen?!

Die vermeintlich beste Strategie für Anbieter sozialer Technologien besteht zurzeit nicht darin, sich untereinander mit Produktinnovationen in einen Wettbewerb zu begeben, sondern die Menschen zu erreichen, die sich noch gar nicht in sozialen Netzwerken bewegen. 90 Millionen registrierte Nutzer klingt beachtenswert, aber gegenüber der Zahl der bisher vom Social Web weitgehend abstinenten Anwender, die man bereits auf dem aktuellen technischen Niveau ansprechen könnte, relativiert sich dieser Wert zu einer kleinen Größe.

Verteilung ist wichtiger als Verdrängung

Je höher die gesellschaftliche Akzeptanz sozialer Technologien ist, desto weniger wichtig erscheint der Wettbewerb der Plattformen untereinander um die Aufmerksamkeit netzwerkaffiner Internetnutzer. Stattdessen steigt die Bedeutung einer Neukundengewinnung.

In Zeiten, in denen ein Engagement in sozialen Netzwerken nicht mehr als Außenseiterdasein sondern als Teil eines alltäglichen Miteinanders betrachtet wird, visiert Google die Internetnutzer an, die zwar noch „unorganisiert“, jedoch gegenüber solchen Technologien im Zuge einer breiten gesellschaftlichen Akzeptanz nicht mehr negativ eingestellt sind.

Welche Form der Erstansprache wäre da wirksamer, als eine bevorzugte Darstellung von Netzwerkprofilen innerhalb der eigenen Suchergebnisse?

Unsichtbarkeit der einstigen Kernkompetenz

Diese Wachstumsstrategie erscheint zwar auf den ersten Blick vernünftig, offenbart bei genauerer Betrachtung jedoch eine große Schwäche. Zwar wird die Verknüpfung von Netzwerk und Suche ihr Wachstumsziel nicht verfehlen, dieses zu erwartende „Mehr“ an Interessenten wird jedoch die bestehenden Schwächen der Plattform viel offenkundiger wahrnehmen, als das bei den „mitgewachsenen“ Innovatoren der ersten Stunde der Fall ist.

Deren positives Bild speist sich immer noch aus ihrer Anfangseuphorie und den positiven Erfahrungen als Nutzer der ersten Stunde. Der Blickwinkel einer weiteren – durch die Suchmaschine angelockten Nutzerwelle – wird dabei weitaus kritischer ausfallen.

Die Vorstellung einer “Debattenplattform für Erwachsene“ wird von Meinungsführern im deutschsprachigen Web zwar noch gern bemüht, entspricht jedoch längst nicht mehr der Realität.

Der Diskurs, ob Google+ einen Ersatz für Blogplattformen darstellen könnte, sowie eine Diskussion um eine etwaige Bedrohung für die Kommentaraktivitäten innerhalb der Blogs hat sich mittlerweile erledigt, denn im Allgemeinen ist erkennbar geworden, dass es bezüglich der Disziplin der Debattenteilnehmer von Vorteil ist, wenn ein Diskurs in einem Blog selbst geführt wird: Im “Haus eines anderen“ benimmt man sich anders, als wenn man seine Umgebung als öffentlichen Raum wahrnimmt. Für engagierte Kommentatoren, die einen Artikel nicht nur kommentieren, sondern durch ihren Beitrag bereichern wollen, sind Blogs dabei die relevanten Portale geblieben.

Google+ hat sich außerdem derweil zu einem bunten Genre-Mix entwickelt, der die Debattenfunktion zunehmend in den Hintergrund treten lässt. Es ist zwar Debattenplattform, gleichermaßen aber auch Nachrichtenpool, Microblog, Blog, Tumblr, Facebook, Twitter, Instagram, Flickr. Es ist von allem ein bisschen, ohne dabei jedoch in den Einzeldisziplinen an die Stärken der jeweiligen Wettbewerber heranreichen zu können und ohne, dass noch ein klares Profil erkennbare wäre.

Mittlerweile wird jedwede Form von Inhalten auf der Plattform eingekippt und crossgepostet. Das frühere Differenzierungsmerkmal, als Diskussionstool im Sinne eines verlängerten Arms von Blogs oder Nachrichtenportalen wahrgenommen zu werden, schwächt sich dabei ab. Dieser Effekt erscheint umso bedeutsamer, je weniger Vorerfahrungen ein Mitglied in anderen Netzwerken bereits gesammelt hat.

Natürlich lassen sich immer noch interessante Debatten finden. Wenn jedoch der Zeitaufwand für Nutzer, diese im Dickicht der Inhalte auffinden zu können, bald größer ist als das Zeitfenster, das sie sich selbst vorgegeben haben, um sich auf der Plattform aufzuhalten, dann stellt sich hier die Sinnfrage.

Ohne Fokus keine Projektionsfläche und keine Beteiligung

Neulinge, die zukünftig über die Suche angelockt werden, kennen weder die potenziellen Stärken der Plattform als Diskussionstool, noch sind sie mit dem Umgang und der Organisation eines derart heterogenen Kanons an Inhalten vertraut. Während Nutzer, die bereits in anderen Netzwerken Erfahrungen gesammelt haben, diese Serendipität noch als sportliche Herausforderung begreifen mögen, bleibt der Laie in der Unübersichtlichkeit des Angebots verdutzt zurück.

Mit jedem neuen Nutzer, den Google nicht aus einer intrinsischen Motivation heraus gewinnt, sondern den es über die Suche „abfischt“, wird sich der Konzern dabei eine potenzielle Karteileiche und damit einen negativen Meinungsgeber einfangen.

Netzwerke leben zwar von der Kompetenz ihrer Mitglieder und von der Qualität der von ihnen publizierten Inhalte, aber im Kampf um bisher wenig aktive Neumitglieder reicht das nicht aus: Gerade für unerfahrene Teilnehmer ist es wichtig, dass eine Plattform einen klaren Fokus aufzeigt, eine Orientierung und somit auch eine Projektionsfläche des eigenen, individuellen Kommunikationsbedürfnisses bietet. Wo Menschen sich nicht wohl fühlen, weil weder ihre Freunde “schon da sind“, noch Orientierung und Übersicht herrschen, da möchten sie sich auch nicht lange aufhalten.

Fazit

Über einen Funktionsumfang, der jede Form von Inhalten vereinnahmen will, wird die einstige Stärke eines Diskussionstools immer weniger erkennbar und – verstärkt durch die Konformität der minimalistischen Benutzeroberfläche – wird zudem die Sichtbarkeit der Inhalte in Textform innerhalb der Menge an anderem Content immer geringer. Was einst als Alleinstellungsmerkmal diente, hat sich nun zu einer Schwäche entwickelt, da der der Nutzen einer umfassenden Kommentarfunktion sich dem Betrachter nicht mehr sofort erschließt.

Google schafft hier im Kampf um die Masse zwar eine erhöhte Aufmerksamkeit für soziale Technologien, wird selbst davon jedoch kaum profitieren können. Im Gegenteil: Wer bisher keine Erfahrungen in sozialen Netzwerken sammeln konnte und lediglich über die Google-Suche gelockt wird, der wird hinterher kaum als ein Multiplikator im positiven Sinne auftreten.

Durch die Verknüpfung von Suche und Netzwerk wird dieser Effekt umso offenkundiger sichtbar. In der Bemühung, die Relevanz der eigenen Plattform hervorzuheben, hat Google ein Mitmachweb im Web geschaffen, das es uns bei der Websuche nun zwar ganz oben präsentieren möchte, es dabei aber letztlich in keiner Disziplin schafft, die Mitbewerber in ihren jeweiligen Stärken zu erreichen oder gar zu übertrumpfen.

Das Unternehmen hat sich hier sein eigenes Paradoxon geschaffen und schadet mit dieser Maßnahme nicht nur seiner Suchmaschine, sondern auch seinem Netzwerk: Je höher es die Inhalte des Netzwerks in der Suche gewichtet, umso mehr belegt es damit nur das bisherige Scheitern an der eigenen Anspruchshaltung im Aufbau einer sozialen Technologie.

 

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13 Kommentare

  1. Google ging es um Debatten?

    Glaube ich eher nicht. Google ging es (IMHO) um zwei Sachen:

    a) Die Nutzer länger auf der eigenen Plattform zu halten (gut für Werbekunden)
    b) Mehr vom Nutzer mitzubekommen, insbesondere um den Content mitzubekommen, den die Leute tauschen (und damit empfehlen). Das ist nämlich der beste Indikator, um die eigene Suche zu verbessern und Spam-Sites und “wahren Content” voneinander trennen zu können.

    (Daneben geht es Google noch um andere Dinge. Z.B. wird im beruflichen Umfeld G+ total interessant, wenn man es mit Google Docs koppeln kann. Gleichzeitig einen Hangout + Dokumentenbearbeitung zu machen, wäre schon ziemlich cool …)

    • In der Kommunikation seitens Google ging es nicht um “Debatten”. Der “One Size Fits All” – Ansatz war von Beginn an klar, da wurde kein klares Profil herausgestellt. Jedoch die Wahrnehmung in Deutschland als Debattenplattform – das von mir dargestellte Profil – hatte sich schnell hierausergeben. Diese Debatte war wiklich ausgezeichnet und wurde später noch in einem Blog weitergeführt.
      Diese Aktion war damals ein Aha-Effekt, aus dem sich letztlich der Ruf als “Debattenplattform für Erwachsene” im Umfeld der Meinungsgeber der ersten Stunde begründete.
      Nicht, dass es keine guten Diskussionen mehr geben würde, allerdings wird es immer aufwendiger diese zu finden.

      Zu 1a) stimme ich Dir zu, zu b) nicht: Wenn ich nämlich diesem Ansatz folge, dann würde sich Google zu einem Social News Aggregator entwickeln, denn die gewichten vergleichbar dem Prinzip, dass Du hier beschrieben hast. Wäre das wünschenswert?
      Beim letzten Punkt stimme ich Dir auch nicht zu:
      Es gibt für diese Arbeitsform meiner Meinung nach weitaus besser geeignete Insellösungen: Sowohl was die Benutzerfreundlichkeit als auch den Umgang mit Daten angeht. Je sensibler die Daten, desto weniger wäre ich bereit, diese in der Google Cloud abzulegen. Und wenn es unbedingt schnell&kostenlos sein muss, wären Lösungen wie z.B. Kombination aus Teamviewer und TeamSpeak3 auch fix einzurichten.

  2. Letztlich läuft es immer wieder auf die gleichen Fragen hinaus:

    1. Soll man Google+ mit den Maßstäben von Facebook messen? Ist das überhaupt Googles Ziel?

    2. Wird eine kritische Nutzermasse erreicht, die Social Search dann überhaupt sinnig macht?

    Dass Suche auch um soziale Faktoren ergänzt wird ist nicht neu. Und dass Google dort vor allem Inhalte anzeigen möchte, die im eigenen Dienst zirkulieren ist logisch.

    In der Tat wird es für Google darauf ankommen, Interaktivität unter den eigenen Nutzern hervorzurufen und nicht einfach über GMail, Android & Co. Nutzer hineinzukippen, die dort eigentlich gar nicht hinwollen.

    Google verfügt aber auch mit YouTube über einen Dienst, der nicht mit der Interaktionsrate von Facebook vergleichbar ist – und dennoch eine immense Bedeutung hat. Ich glaube nach wie vor, dass der Schlüssel für Google in der Vernetzung seiner Dienste liegt. Das könnte ja auch mal “frictionless” werden.

    Im ersten Schritt braucht Google hierfür aber Nutzer. Und genau das scheint aktuell der Fokus.

  3. wie soll das feature, dass bei den suchergebnissen google+-kontakte eingeblendet werden, die leute motivieren, bei google+ (g+) mitzumachen, die bisher noch gar kein g+ nutzen?

    sucht man bei google anonym oder nicht eingeloggt, dann werden keine g+-kontakte zu den suchergebnissen angezeigt. das ist auch die ansicht, die jemand zu gesicht bekommt, der noch gar kein g+ benutzt. wenn derjenige also keine werbung über das neue feature liest oder hört, kann ihm das gar nicht bewusst sein, dass bei den suchergebnissen jetzt auch g+-kontakte eingeblendet werden.

    daher denke ich, dass das feature weniger dafür da ist, neue nutzer für g+ zu werben, als vielmehr bereits bestehenden nutzern von g+ mit hilfe dieses features die möglichkeit zu geben, die suchergebnisse im zusammenhang mit den aufgeführten g+-kontakten besser einschätzen zu können, um dann besser wählen zu können, auf welches suchergebnis sie klicken. das funktioniert ungefähr so, als wenn mein freund x mir sagt, dass y ganz interessant ist – nur halt nicht mündlich, sondern virtuell in der google-suche eingebettet – also klickt man dann einfach auf das entsprechende suchergebnis und guckt sich das mal an, da man ja aus irgendeinem grund – und das sind in der regel irgendwie ähnliche interessen – mit diesem bestimmten g+-nutzer in kontakt steht, ergo könnte dieses suchergebnis auch mich interessieren.

    was die auswahl und die qualität der posts in g+ angeht, hängt das viel vom eigenen engagement des jeweiligen nutzers ab. folgt man leuten, deren posts man über einen längeren zeitraum nicht so interessant fand und entfolgt sie dann nicht, so dass man sich seinen stream mit für einen lauter uninteressanten posts “zuspammt”, dann ist man da selbst verantwortlich für. die selbstverantwortlichkeit greift auch bei den eignen posts oder kommentaren, die man veröffentlicht, die letztlich in der summe zur qualität des ganzen netzwerkes beitragen (wie auch immer man hier ‘qualität’ definieren möchte).

    durch die eingebaute suchfunktion im g+ finde ich es jetzt allerdings ein leichtes inhalte zu finden, die einen auch interessieren. des weiteren wird man über die bestehenden kontakte ständig über andere oder artverwandte themen informiert. es ist natürlich nicht wie fernsehen, ein bisschen aktiv muss man schon werden, wenn man spaß am g+ haben will.

    es kommt natürlich darauf an, wie man zum vergleich z. b. facebook nutzt; die qualität der kontakte kann sich insofern unterscheiden, dass man bei facebook ausschließlich kontakte hat, die man auch persönlich kennt, d. h. aus dem “realen” leben, d. h. schon einmal persönlich getroffen hat. man mag diese kontakte gerne, sonst wäre man nicht mit ihnen befreundet, aber das heißt nicht automatisch, dass auch jeder post im facebook inhaltlich relevant für einen ist. in g+ kennt man vielleicht die wenigsten kontakte persönlich, aber dafür kann man sich die posts und kontakte nach dem inhalt aussuchen.

    ich halte auch die offenere bauweise von g+ für intelligenter, dass auch nichtregistrierte nutzer sich öffentliche inhalte oder für sie bestimmte inhalte ansehen können; bei facebook ist das, soweit ich weiß, noch nicht möglich; da muss man sich registieren, wenn man inhalte auf facebook betrachten will.

    zugegeben gibt es noch einige features, die man ins g+ einbauen könnte, wie z. b. das taggen von fotos mit stichwörtern, ähnlich wie im flickr (wobei man das technisch jetzt schon kann, indem man in einem post stichwörter per ‘#’ anbringt, aber man kann es halt noch nicht beim foto direkt, außer personen zu taggen).

    ich denke nicht, dass auf lange sicht die frage relevant ist, ob nun facebook, google+ oder ein anderes netzwerk erfolgreich bestehen bleibt, sondern wie man diese beiden netzwerke (oder auch weitere) möglichst unkompliziert und interaktiv miteinander vernetzt. d. h. wie realisiert man “wirkliche” cross-postings? damit meine ich die möglichkeit, dass facebook-nutzer g+-posts kommentieren können und umgekehrt.

    ich denke also, weder google+ noch facebook scheitern an ihrem erfolg. google hat sich mit google+ eine möglichkeit geschaffen, seine dienste zentraler miteinander zu verknüpfen. es gibt genügend interessante und qualitativ hochwertige inhalte verschiedenster themen. will man spaß am google+ haben, muss man ein bisschen aktiv werden und ab und zu die contacts säubern, posts ignorieren oder sich auch mal nach neuen contacts oder neuen und interessanten themen umschauen; das sollte mit der direkten suche im g+ einfach sein.

    beste grüße,

    dirk :)

    • “Kaltakquise” bei Suchmaschinen-Nutzern – die bisher keinen der Google-Dienste nutzen, gibt es noch nicht, und Mitglieder, die lediglich für bestimme einzelne Google-Dienste ein Konto eingerichtet haben, können auch noch ohne Aufwand “unverschmolzen” suchen.

      Letztere werden jedoch an vielen Stellen (z.B. innerhalb Picasa)dazu animiert, sich bei Google+ anzumelden (“+Ich” ist bereits in jedem Dienst sichtbar, auch wenn man noch kein Google+-Mitglied ist).
      Alle Wege bei der Nutzung von Google-Services führen zu Google+.
      Bei der Neueinrichtung eines GMail-Kontos ist man mittlerweile sogar automatisch bei Google+ angemeldet, ohne vorab darüber gefragt oder informiert zu worden zu sein. Man bekommt bereits zur Begrüßung drei Nachrichten in Google+.

      Eine “saubere” Suche im angemeldeten Zustand ist hier nur noch möglich, solange man noch keine Kontakte hinzugefügt hat. Der Google+-Account ist jedoch schon -ungefragt und zwangsweise- hinterlegt. Die Einrichtung eines GMail-Kontos führt also zu einem Google+-Account. Und was ist die Voraussetzung für die Nutzung eines Android-Gerätes? Ein GMail-Konto…

      Hier sieht man die aktuellen Wege zur Neukundengewinnung(und zu den Karteileichen).

      Sollte das Wachstum über diesen Pool an möglichen Neukunden über die eigenen Services einmal ausgereizt sein, ist es meiner Meinung nach jedoch nur noch eine Frage der Zeit, bis Google den nächsten Schritt geht: Werbung auch „unangemeldet“ für das eigene Netzwerk in der Suche zu platzieren, durch Profile/Inhalte populärer Google+-Nutzer. Die dann jeweils entsprechend gewichtet werden.

      Es geht nur ums Geschäft. Google ist das Internetunternehmen, das die Websuche dominiert, das darüber mit Werbung viel Geld verdient und das gerade sieht, dass klassische Suche in Zukunft immer weiter in den Hintergrund gedrängt werden wird. Durch bestehende soziale Netzwerke, durch Empfehlungs-Portale, durch soziale Klassen-und Studienräume. Alles Umgebungen, in denen Empfehlungen via Links weitergeben werden, wodurch –zumindest in bestimmten Zielgruppen- klassische Suche immer weniger wichtig wird, denn was man anderorts findet, dass muss man nicht mehr über eine Suchmaschine suchen. Gegen diesen Bedeutungsverlust will der Konzern ankämpfen, mit einem eigenen Netzwerk.

      Man geht dorthin, wo man die Aufmerksamkeit der Menschen bekommt. Nicht aus Trotz gegen Facebook, nicht um „präsent“ zu sein, oder um „mitspielen“ zu wollen, sondern einzig um sein ureigenes Geschäftsmodell zu schützen. Die “Labor-Jahre” sind vorbei. Wenn es Wachstum verspricht, dass man auch „kalt“ in seiner Suchmaschine für sein Netzwerk wirbt, dann wird man das tun und auch den damit einhergehenden Reputationsverlust in Kauf nehmen. Denn wenn bis dahin keine andere Suchmaschine besser ist, hätte man immer noch alle Freiheiten. Wenn der Kunde keine gleichwertige Alternative hat, dann kommt er wieder, selbst wenn es ihn stören würde.

      Pech für Google wäre nur, wenn die Nutzer der Dienste weder zu Google+ “gezwungen” werden wollen, noch die Nutzer der Suchmaschine Lust auf verfälschte Ergbenisse haben.

      Deinen Ausführungen zur Bedienung stimme ich zu. Du bist jedoch bereits ein versierter Nutzer. Welchen Anreiz bzw. Orientierung hat hier aber der Laie, der erstmalig auf sein Profil schaut, zumal dann, wenn er hier lediglich “hingelotst” wurde, ohne Eigenmotivation?

  4. Im Prinzip ist es doch gut das wir auf google+ nun ernsthaft zugreifen. Etablierung hat doch bei weiten Teilen schon stattgefunden. Das die einzelnen Dienste von google verknüpft werden macht Sinn. Ob und inwiefern das einzelne Individuum dies zu nutzen bereit ist, liegt an seiner Motivation und seinem Verständnis und das ist nunmal von Anwender zu Anwender verschieden.
    Über Motive von Google lässt sich viel spekulieren. Fakt ist Werbekunden ist ein hoher Einnahmebestandteil von Google, insofern wird dieser dadurch mit attraktiveren Varianten belohnt. Die Zukunft wird uns allen zeigen wohin sich das Userverhalten wendet. Eins ist jetzt schon sicher es wird nicht bleiben wie es ist…

  5. bin echt sehr gespannt, wo das hinführt.

    im moment sehe ich es als einen neuen weg relevanz aus anderen “töpfen” anzureichern, als nur über den Linkgraph / die bekannten / vermuteten Rankingfaktoren.

    Und es passt zu Googles Bestrebungen, sich mehr und mehr Raum für eigene Angebote in den Suchergebnis-Seiten einzuräumen.

    vgl. dieser screenshot einer

    Suchergebnis-Seite zu “Esspresso Machine”

  6. Oh Mann,ich kann hier das ewige Google-Bashing nicht mehr hören, sorry. Das ist schon der gefühlt 10te Beitrag der (wieder mal) versucht zu erklären warum es Google+ niemals schaffen wird und auf jeden Fall dem Untergang geweiht ist…

    Der Dienst ist gradmal paar Monate alt und wird hier dauernd zerrissen. Aber Facebook und Twitter sind ja sooo super…. So langsam wirds lächerlich Leute.

  7. Ach und übrigens aus aktuellem Anlass:
    Glückwunsch Google+ für die beste Social App!! Gewinner des Crunchie Award 2011!

    http://www.ustream.tv/recorded/20143783

    Gibt zum Glück noch Leute die abseits des Twitter- und Facebook-Universums auch das Potenzial und die Vorteile in Google+ sehen statt alles schlechtzureden.

  8. ich habe überhaupt nix gegen Google+ an sich.

    Finde es für den Wissensaustausch, Branchen-News (Online-Marketing, Tech-Kram usw.) sogar echt gut.

  9. Facebook geht den Bach runter, das selbe passiert auch mit Google+.
    Endlich sind diese lästigen Seiten nicht mehr Pflichtprogramm…

  10. 1. wie google seine services in zukunft modifizieren wird ist spekulativ.
    2. dass google werbung für g+ in seinen services macht, ist verständlich und intelligent, da die vermeidung von werbung für die eigenen produkte kontraintuitiv und kontraproduktiv zum sinn eines unternehmens stehen würde.
    3. auf der zweiten seite der google-registrierung wird man auf google+ aufmerksam gemacht. es erscheint der button ‘weiter zu google+’. man wird also im registrierungsvorgang auf google+ aufmerksam gemacht. auch auf der dritten seite des registrierungsvorgans kann man verschiedene infos seines noch nicht erstellten g+-profils modifizieren, und man kann abhaken, dass google informationen von einem verwendet, um inhalte und werbeanzeigen auf websites dritter zu personalisieren. erst dann, wenn man ‘jetzt anmelden’ klickt, wird das google-profil erstellt und die registrierung bei g+ ausgeführt. d. h. klickt man auf der dritten seite im registrierungsvorgang in der oberen google-zeile z. b. einfach auf ‘mail’, wird gar kein google-profil bzw. g+-account erstellt. deine aussagen “Bei der Neueinrichtung eines GMail-Kontos ist man mittlerweile sogar automatisch bei Google+ angemeldet, ohne vorab darüber gefragt oder informiert zu worden zu sein. Man bekommt bereits zur Begrüßung drei Nachrichten in Google+.” und “Eine “saubere” Suche im angemeldeten Zustand ist hier nur noch möglich, solange man noch keine Kontakte hinzugefügt hat. Der Google+-Account ist jedoch schon -ungefragt und zwangsweise- hinterlegt. Die Einrichtung eines GMail-Kontos führt also zu einem Google+-Account.” stimmen also faktisch nicht.
    4. hat man bei der registrierung bei google ein g+-profil angelegt, weil man bewusst oder aus versehen auf der dritten seiten im registrierungsprozess auf ‘anmelden’ geklickt hat, ist das nicht weiter schlimm, weil man dieses profil auch wieder löschen kann, wenn man will: https://www.google.com/settings/general.
    5. will man das g+-profil behalten, aber die sichtbarkeit des g+-profils, die automatisch auf ‘sichtbar’ gestellt ist, ändern, so dass das g+-profil nicht in den suchergebnissen erscheint, dann kann man das bei seinem g+-profil einstellen, indem man auf der profilseite ‘profil bearbeiten’ klickt und unten auf der seite bei ‘profil finden’ das finden abhakt.
    6. man kann also google und googlemail auch ohne g+ benutzen oder sein g+-profil samt der datenschutzeinstellungen entsprechend und einfach modifizieren.
    7. auch deine aussage “Und was ist die Voraussetzung für die Nutzung eines Android-Gerätes? Ein GMail-Konto…” stimmt faktisch nicht. android-geräte kann man auch ohne google-konto nutzen, wenn man bei der einrichtung die anmeldung eines google-kontos überspringt. hat man sich schon angemeldet, kann man das gerät wieder auf den werkszustand zurücksetzen und die anmeldung mit einem google-konto überspringen. meldet man sich nicht mit einem google-account beim android an, kann man allerdings den google market nicht nutzen, um apps runterzuladen. die kann man dann alternativ auch an anderen stellen runterladen, wie z. b. hier:
    http://www.appbrain.com/
    http://www.androidpit.de/
    http://android.pdassi.de/
    http://www.freewarelovers.com/
    http://www.mobiflip.de/apps/?pf=android
    8. natürlich macht die nutzung eines android-gerätes mit einem google-account mehr sinn bzw. die benutzung komfortabler. der anwender hat also die wahl, ob und bei welchen services er sich bei google registriert und wie er seine datenschutzeinstellungen modifiziert, falls er sich registriert.
    9. das prozedere der anmeldung bei google hat in erster linie nichts damit zu tun, ob google+ an seinem eigenen erfolg scheitern wird. bei der einbettung der g+-profile in der google-suche gibt es meiner meinung nach auch keine illusion eines nutzengewinns, weil schließlich nicht die inaktivitäten, sondern nur die aktivitäten der nutzer eingebettet werden; d. h. die nichtgenutzten g+-accounts fallen dabei nicht ins gewicht, da nur die sachen eingebettet werden, die contacts von mir geteilt oder geplusst (+1) haben. man könnte auch sagen, google geht hier eine art positivistischen weg, der plausibel scheint.
    10. @ karsten werner: was sind verfälschte ergebnisse bei der suche? die objektiv korrekte suche gibt es meiner meinung nach nicht. die suche wird durch einen algorithmus geregelt, der immer bestimmte kriterien berücksichtigt und gewichtet. welche kriterien und welche gewichtungen dabei die korrekten sind, ist immer ansichtssache und auch temporär und kann nicht objektiviert werden.
    11. den von ulrich voss aufgeführten gedanken unter b) verstehe ich weniger auf news bezogen; ich denke, google geht es in erster linie um die semantik, um die themen für die sich die nutzer interessieren, damit google die inhalte individuell relevanter darstellen und natürlich auch gezielter werbung einblenden kann.
    12. natürlich gibt es eine menge alternativen zu googles diensten, aber wenn man die contacts sowieso schon bei google hat, ist es sehr praktisch alles (oder vieles) unter einem dach vereinen zu können.
    13. würde das problem des “echten cross-postings” gelöst werden, dann wäre es nicht mehr relevant auf welcher plattform die diskussion stattfindet, sondern nur noch, dass sie stattfindet; man könnte sich mehr mit den inhalten beschäftigen, als zu gucken, wo was geschrieben wurde und wie man das ganze manuell miteinenader vernetzt.
    14. da das eigene datenprofil ständig weiterwächst und sich ändert, ist google darauf angewiesen, es sich nicht mit den nutzern zu verscherzen, da diese sonst ganz fix eine andere suchmaschine und andere dienste nutzen würden; google kann es sich also gar nicht leisten, mit den daten der nutzer oder ihrem datenschutz unvorsichtig umzugehen; insofern habe ich da auch keine bedenken, was die daten in der google-cloud angeht – zumindest nicht mehr als bei jedem anderen anbieter. wer zwingt eigentlich die leute google als suchmaschine zu verwenden? ich denke bing oder eine andere suchmaschine würde es auch tun, nur die leute haben sich auch einfach daran gewöhnt zu googlen.
    15. der trend geht laut nikesh arora, dem senior vice president und chief business officer bei google, wie er auf der dld conference (digital, life, design) erklärt, von der information wieder hin zu den leuten; was meiner meinung nach auch plausibel erscheint, um in dieser informationsflut besser die individuell relevanten infos filtern zu können: http://new.livestream.com/channels/546/videos/114095, http://new.livestream.com…ls/546/videos/113912. da ist es natürlich der logische und sinnvolle schritt, die leute mittels google-profil in die suche einzubetten, um die relevanz der suchergebnisse darzustellen. wenn mir ein freund einen tipp gibt, ist die relevanz dieses tipps durch die freundschaft an sich auch nicht garantiert, aber wenn ähnliche interessen vorliegen, erhöht sich die wahrscheinlichkeit der relevanz; nichts anderes versucht google mit der einbettung von google-profilen bei seiner suche. nicht nur google verusucht sich diesen aspekt der sozialen relevanz zunutze zu machen, sondern z. b. auch das netzwerk so.cl basiert auf einer ähnlichen idee, indem über die veröffentlichte suche unter den vernetzten kontakten eine diskussion angeregt werden soll. microsoft versucht auf diese weise, seine suchmaschine bing wieder etwas mehr zu etablieren. auch wenn die umsetzung beider anbieter etwas differiert, so ist die idee vom prinzip her ähnlich: beim einen wird die suche veröffentlicht, beim anderen muss man aktiv posten, teilen oder plussen, aber die relevanz der infos wird über den sozialen kontakt geregelt.
    16. natürlich sollten die leute bezüglich ihrer daten und der datensicherheit sensibilisiert werden, damit sie verantwortungsvoll und bewusst mit ihren eigenen daten und denen, die sie im netz erzeugen, umgehen. es sollte auch immer die möglichkeit geben, dass sich die leute ein pseudonym zulegen können, damit sie unabhängig von ihrer person und anonym ihre meinung mitteilen können.

    konstruktive grüße,

    d. :)

  11. Ganz schön viel Brei was hier so geschrieben wird.
    Ich nutze Google+ und um das wieso, weshalb und warum mache ich mir nun wirklich keine Gedanken.

    Ich mache meine Webseite für den Nutzer und nutze alle möglichen und seriösen Wege um bekannt zu werden und gute Inhalte zu liefern.

    Google wiederum macht ebenfalls sein Produkt für den Nutzer und nutzt ebenfalls alle möglichen Wege um bekannt zu werden/bleiben und dem Nutzer gute Inhalte zu bieten.

    Und Google wird einen Scheiß tun und sich von jemand drittes in die Karten schauen lassen!
    Den erstens kommt es anders und zweitens als man denkt!