In eigener Sache:
Für die Meinungsfreiheit im Internet

Heute protestieren Websites mit einem «Blackout» gegen Gesetzesvorhaben, die grundlegende Funktionsweisen des Internets bedrohen können.

Foto: Flickr/philcampbell, CC BY 2.0Mit den zwei Gesetzesinitiativen Stop Online Piracy Act (SOPA) und Protect IP Act (PIPA) versuchen Kräfte innerhalb der USA, dem Missbrauch urheberrechtlich geschützter Inhalte im Netz endgültig einen Riegel vorzuschieben. Erreicht werden soll dies nach den Vorstellungen der Befürworter, indem das US-Justizministerium sowie Urheberrechtsinhaber unterschiedliche, weitreichende Massnahmen beinhaltende Verfügungen gegen die Betreiber von Websites beantragen können, auf denen ihrer Ansicht nach Urheberrechtsverstöße vorkommen. Auch sollen Suchmaschinen entsprechende Links blockieren, während Internet-Provider in die Pflicht genommen werden, durch Eingriffe in das Adresssystem des Internets den Zugriff auf “Schurkenseiten” zu verhindern, ohne dass die betroffenen Angebote die Möglichkeit bekommen, vor Gericht angehört zu werden.

Am heutigen Mittwoch protestieren Anhänger eines nicht zensierten Internets weltweit gegen das Gesetzesvorhaben. SOPA und PIPA laufen darauf hinaus, dass eine kleine Interessengruppe auf nicht verhältnismäßige Art und Weise die Aktivitäten von hunderten Millionen von Menschen, von Organisationen und Unternehmen im Internet quasi nach Belieben einschränken kann und damit einen umfassenden Kollateralschaden zur Durchsetzung der eigenen Interessen in Kauf nimmt. Das betrifft auch uns in Europa: Websites außerhalb der US-amerikanischen Jurisdiktion würden SOPA genau so zu spüren bekommen.

Die englischsprachige Seite von Wikipedia geht heute wie diverse andere US-Angebote 24 Stunden lang offline, um gegen eine “zerstörerische Gesetzgebung” zu protestieren. Wikipedia-Gründer Jimmy Wales sieht mit dem Gesetz das Recht auf freie Meinungsäußerung bedroht – in den USA und auch im Ausland.

Wir, die Redaktion von netzwertig.com und das gesamte Team von Blogwerk, sprechen uns gegen derartige Eingriffe in die grundsätzliche Funktionsweise des Internets aus. Dass Urheberrechtsinhaber gegen Verstöße vorgehen, ist legitim. Dabei muss jedoch die Verhältnismäßigkeit gewahrt werden. Dies ist bei SOPA und PIPA nicht der Fall.

Wer sich über die geplanten Gesetzesvorhaben informieren will, findet hier weitere Infos:

(Foto: Flickr/philcampbell, CC BY 2.0)

 

4 Kommentare

  1. Was ist denn hier “in eigener Sache”? Netzwertig ist ja leider nicht dabei.

    • Du meinst, unser klares Statement ist nichts wert, weil es nicht schwarz ist?

    • Beim Blackout geht es ja darum zu zeigen, wie es wäre. Medien mit so hoher Frequenz wie Netzwertig machen das viel besser deutlich als so kleine Blogs wie meiner z.B.

      Das macht natürlich dann die Entscheidung schwieriger, aber eben auch gewichtiger. Im Endeffekt geht es ja nicht um irgendeine Selbstbestätigung, dass wir das alles ganz schrecklich finden, sondern darum diejenigen zu mobilisieren, die noch gar nicht wissen, dass es sie interessiert.

  2. “Für die Meinungsfreiheit im Internet” sollte eigentlich deutlich genug sein – auch wenn der Protest nicht schwarz ist.

    Zum Thema SOPA eine frische Umfrage auf graph.me: http://graph.me/p150036679

2 Pingbacks

  1. [...] diesen Beitrag und meine halbironische Bezeichnung “Schurkenseite” (ein Term, der im Kontext von SOPA fällt) verweist:Der Anbieter Grooveshark hat seinen Dienst in Deutschland – entgegen seiner [...]

  2. [...] verschärft sich der Konflikt um das Urheberecht und die Wertschöpfung immaterieller Güter. SOPA, PIPA, ACTA, Megaupload, Grooveshark, Kino.to – an Indizien für die zunehmende Eskalation mangelt [...]

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