DropboxAutomator:
Wie Wappwolf eine Medienlawine
ins Rollen brachte

Lange mangelte es dem Wiener Startup Wappwolf an einem klaren Profil und einem verständlichen Nutzerversprechen. Mit DropboxAutomator liefert es dies – und kann sich schlagartig über eine enorme Medienaufmerksamkeit freuen.

Härtnäckigkeit, Veränderungsbereitschaft und Experimentierfreudigkeit werden auch in der Startup-Welt belohnt. Lebendiges Beispiel dafür: Der österreichische Dienst Wappwolf, mit dem die Bearbeitung von Dateien und Dokumente in der Cloud automatisiert werden kann.

An den Start ging die Plattform des von Michael Eisler, Harald Weiss, Dieter Dobersberger und Christian H. Leeb gegründeten Wiener Jungunternehmens im Herbst 2010, erwies sich jedoch vom Konzept und der Umsetzung her als kompliziert. Ein Relaunch im Frühjahr 2011 brachte einen leichte Umpositionierung mit frischer Optik und neuer, einfacherer Heranführung an das Wappwolf-Prinzip sowie eine bewusst gezogene Parallele zum beliebten US-Service ifttt. So richtig überspringen wollte der Funken aber dennoch nicht.

Erst mit der Integration des Onlinespeicher- und Synchronisationsdienstes Dropbox Ende November schien das derweil teilweise ins Silicon Valley umgesiedelte Startup den Nerv potenzieller Nutzer zu treffen. Seitdem können mit Wappwolf Dateien in persönlichen Dropbox-Ordnern auf verschiedene Weise automatisiert be- und verarbeitet werden.

Dropbox hat mittlerweile rund 50 Millionen Nutzer. Angesichts der Popularität des Services aus San Francisco sowie der positiven Reaktionen auf die Integration bei dem Wiener Dienst dachte sich Wappwolf-Chefentwickler Manuel Berger, dass sich aus der Verknüpfung beider Angebote noch mehr holen lassen müsse. Also entschloss er sich, auf eigene Faust eine Art zweites Frontend für Wappwolf zu bauen, das ausschließlich die automatische Dateibearbeitung von Dropbox-Verzeichnissen erlaubt und alle für diesen Zweck unwesentlichen Funktionen ausspart.

Und siehe da: Dem DropboxAutomator genannten Tool gelang, was Wappwolf bisher verwehrt blieb: Innerhalb von wenigen Tagen nach dem Launch zwischen den Feiertagen kam eine Medienlawine ins Rollen. Auf die Berichte bei den US-Tech-Blogs folgten Erwähnungen auch bei diversen deutschsprachigen Medien. Innerhalb von 72 Stunden testeten über 10.000 Nutzer den DropboxAutomator. Die Folge des in dieser Form unerwarteten Andrangs waren Skalierungsprobleme. Mittlerweile wurden die Verarbeitungsinstanzen verfünffacht, so Manuel Berger.

Künftig soll DropboxAutomator noch ausgebaut und mit einigen die Produktivität weiter erhöhenden Funktionen ausgestattet werden. Gleichzeitig wollen die Wiener die neue Aufmerksamkeit nutzen und auf den Wappwolf-App-Marktplatz lenken. Dort können Entwickler Webservices einstellen, die Wappwolf-Anwendern anschließend für die Dateibearbeitung zur Verfügung stehen. Von den mit kostenpflichtigen Apps generierten Umsätzen behält Wappwolf 30 Prozent.

Was lehrt uns der Fall des DropboxAutomator? Experimente und Eigeninitiative werden belohnt, Einfachheit siegt, und Dropbox ist zu einer äußerst attraktiven Plattform für Entwickler geworden.

Link: DropboxAutomator

 

Martin Weigert

Martin Weigert ist der leitende Redakteur von netzwertig.com.

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  1. [...] wird es freuen.Mit dem DropboxAutomator gelang dem aus Österreich stammenden Startup Wappwolf Anfang des Jahres nicht nur ein echter Coup sondern auch der Durchbruch nach längerer Phase des Experimentierens. Das Tool erlaubt es Nutzern, [...]