Orte direkt aus dem Browser bookmarken:
Wieso Adressangaben mit foursquare verknüpft sein sollten

Vor zwei Wochen veröffentlichte foursquare für Betreiber von Websites eine Option, ihren Besuchern direkt aus dem Browser das Speichern von Ortsangaben per foursquare zu ermöglichen. Davon profitieren sowohl Geschäfte und Gastronomen als auch die Nutzer.

Am Wochenende besuchte ich die Website eines Restaurants, das mir empfohlen wurde, um zu schauen, wo genau es liegt. Das weiß ich nun auch, und eigentlich habe ich mir einen Besuch fest vorgenommen. Doch die Wahrscheinlichkeit, dass ich dieses Vorhaben wieder vergesse, ist hoch. Immerhin prasseln auf den intensiv vernetzten Verbraucher relativ regelmäßig Empfehlungen für Gaststätten, Bars oder Geschäfte ein.

Zumindest bei den mittlerweile 15 Millionen Nutzern von foursquare könnten Gastronomen und Händler ganz einfach sicherstellen, dass ihre potenzielle Kundschaft den Gedanken des eingeplanten Besuchs nicht so leicht wieder verliert: Das New Yorker Location-Startup, das nach einer langen Orientierungsphase mittlerweile eine zukunftsträchtige Ausrichtung als vielseitige mobile Plattform gefunden zu haben scheint, veröffentlichte vor zwei Wochen den “Save to foursquare”-Button für Websites.

Mit diesem einfachen wie genialen Mittel können nun Betreiber beliebiger Websites Adressangaben um einen Integrationspunkt mit foursquare erweitern. Mitgliedern des Dienstes bietet die Schaltfläche die Möglichkeit, den jeweiligen Ort in eine der selbst definierbaren To-Do-Listen bei foursquare und damit analog zu einem Website-Bookmark für einfaches späteres Wiederfinden abzulegen. Wie dies aussehen kann, zeigt beispielsweise diese Liste mit für Kindern geeigneten Aktivitäten und Ausflugszielen in New York oder dieses Hotel in Köln. Auch das ebenfalls aus Köln stammende Empfehlungsportal plazaa hat den “Save to foursquare”-Button schon bei sämtlichen Locations eingebunden (wie hier).

Besonders attraktiv ist der “Save to foursquare”-Button für foursquare-Nutzer, die das neue, momentan nur für die iPhone-App verfügbare “Radar”-Feature eingeschaltet haben. Damit nämlich meldet sich das Smartphone, wenn man sich in der unmittelbaren Umgebung eines auf der To-Do-Liste befindlichen Ortes aufhält.

Hätte das von mir eingangs erwähnte Restaurant auf der Seite mit seinen Kontakt- und Adressangaben den “Save to foursquare”-Button untergebracht, befände es sich nun nicht nur auf meiner To-Do-Liste, sondern würde sich per Push-Nachricht bemerkbar machen, wenn ich das nächste Mal in der Gegend bin.

Nahezu im Wochentakt veröffentlicht irgendein Onlineservice einen neuen Button für externe Websites. Selten sind diese sowohl für Websites von Unternehmen, Geschäften und Gastronomiebetrieben als auch für Anwender derartig nützlich wie die jüngste foursquare-Schaltfläche.

Gleichzeitig erfordert das Feature wenig Zugeständnisse oder Kompromisse: Der Button sorgt weder für eine Abhängigkeit von foursquare noch für größere Performance- und Datenschutzbedenken, da Websites mit ihm nicht zugepflastert werden müssen. Der Button lädt zwar ein Skript von den foursquare-Servern, weshalb nicht ausgeschlossen werden kann, dass er auch bei einem nicht-erfolgten Klick Nutzerdaten aufzeichnet. Aber letztlich reicht die Präsenz des Knopfes auf der Seite mit Kontaktinformationen ja aus. Anbieter, die dem Button gar nicht trauen, können als Notlösung auch einfach einen Link auf die foursquare-Profilseite setzen, von wo aus Interessierte den jeweiligen Ort dann zu ihrer To-Do-Liste hinzufügen.

Je mehr Nutzer foursquare gewinnen kann, desto größer ist das Potenzial des “Save to foursquare”-Buttons für die Onlinepräsenzen von stationären Geschäften, Gastronomen und Event-Locations.

Da es wahrscheinlich noch einige Zeit dauern wird, bis diese Erkenntnis auf breiter Front vorgedrungen ist, bietet foursquare für seine User ein Browser-Bookmarklet sowie eine Chrome-Erweiterung. Diese fordert allerdings mitunter zur manuellen Suche des jeweiligen Ortes auf, was nicht ganz so benutzerfreundlich ist wie die anbieterseitige Integration.

Je weiter sich foursquare von der reinen Fokussierung auf den Check-In als Nutzungsszenario entfernt, desto mehr gefällt es mir.

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8 Kommentare

  1. Hotel Domspitzen
    schrieb am 12. Dezember 2011 um 13:18 Uhr (#)

    Wir haben den “Save to foursquare”-Button auf unserer Website bereits integriert. Mal schauen, welcher Gast als erstes so auf uns aufmerksam wird. ;)

    1. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
      schrieb am 12. Dezember 2011 um 13:26 Uhr (#)

      Danke, ein Beispiel aus Deutschland. Das ist schön. Verlinke das nachträglich noch im Artikel.

  2. Alexander
    schrieb am 12. Dezember 2011 um 13:30 Uhr (#)

    Wird sogar bei uns schon gerne genutzt.

    1. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
      schrieb am 12. Dezember 2011 um 13:35 Uhr (#)

      Ah hier habt den auch schon drin… sehr cool. Ebenfalls noch im Artikel erwähnt.

  3. Andreas
    schrieb am 14. Dezember 2011 um 00:17 Uhr (#)

    jetzt dasselbe nochmal mit Terminen für Google-Kalender und ich bin glücklich.

  4. Leander Wattig
    schrieb am 18. Dezember 2011 um 20:50 Uhr (#)

    Ebenfalls bisher nur selten genutzt werden Fourquare-Seiten für Marken, die sich ebenfalls in Orte einchecken und die Check-ins automatisiert auf Facebook und Twitter veröffentlichen können. Das läuft analog zu Personenprofilen – mit dem Unterschied, dass Seiten-Check-ins nicht über die App vor Ort erfolgen müssen, sondern vom Web-Interface aus vorgenommen werden können.

    1. Hotel Domspitzen
      schrieb am 19. Dezember 2011 um 09:12 Uhr (#)

      Bzw. was immer noch wenige nutzen – aus Unternehmenssicht aber durchaus interessant – sind die Tipps. Dazu werden die Check-Ins nicht benötigt. Wer eine Foursquare-Seite hat, kann so tolle, interessante Tipps geben. Vor allem für die Reisebranche nicht uninteressant. (Wie unsere beispielsweise unter https://de.foursquare.com/hoteldomspitzen)

  5. Sebastian Kurt
    schrieb am 27. Dezember 2011 um 21:24 Uhr (#)

    Wir setzen den Button bislang bei fitnesstudiofinder.de ein, aber so recht scheint das Publikum nicht zu wissen was damit anzufangen ist. Es scheint auch eher etwas entfernter vom blossen Vorbeigehen zu sein als bei einem Restaurant oder nem Denkmal.

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