WhatsApp:
Das andere soziale Netzwerk

Dem mobilen Chatdienst WhatsApp ist es trotz zahlreicher Konkurrenten, schwacher Differenzierungsmerkmale und der Übermacht Facebook gelungen, zwischen Smartphone-Nutzern ein alternatives Social Network aufzubauen.

In letzter Zeit habe ich häufiger darüber nachgedacht, wie die Zukunft der rasant wachsenden mobilen Chat-Applikation WhatsApp aussehen könnte und ob sich hier nahezu unbemerkt ein neues Social Network mit globaler Reichweite und Bedeutung etabliert.

Bestätigt fühlte ich mich in diesen Überlegungen, als ich am Donnerstagabend in Zürich einen Vortrag über Trends im Social Web hielt und auf meine Frage, welche der rund 30 Anwesenden WhatsApp verwenden, geschätzte 80 Prozent den Armen hoben – ungefähr das gleiche Bild ergab sich, als ich nach Facebook-Mitgliedern fragte.

Ende Oktober beschrieb ich, wie es WhatsApp gelungen ist, sich innerhalb von nicht einmal zweieinhalb Jahren nach dem Launch im Sommer 2009 auf Millionen von Smartphones rund um den Globus festzusetzen: Der US-Dienst zwingt Nutzer nach der Registrierung dazu, ihr komplettes Smartphone-Adressbuch freizugeben sowie ihre Mobilfunknummer zu nennen. Anschließend gleicht es alle Kontakte miteinander ab und kann auf diese Weise neuen Nutzern sofort eine Reihe von anderen WhatsApp-Anwendern vorschlagen, die sie kennen und mit denen sie sofort loschatten können. So stellt der Service sicher, eine maximale Zahl von Erstanwendern in regelmäßige Stammnutzer zu konvertieren.

Eine Milliarde WhatsApp-Nachrichten pro Tag

Das Unternehmen aus dem kalifornischen Mountain View hält sich im Vergleich zu anderen Branchengrößen mit öffentlichen Auftritten und der Bekanntgabe von Wachstumszahlen zurück. Vor einigen Wochen aber berichtete das Startup in seinem Blog stolz, den Meilenstein von einer Milliarde WhatsApp-Nachrichten pro Tag erreicht zu haben. Bei Quora schlussfolgerte ein User, dass WhatsApp etwa 100 Millionen Mitglieder haben könnte, wenn jedes davon pro Tag im Durchschnitt 10 Nachrichten verschickt.

Diese Schätzung klingt vom Gefühl her durchaus plausibel, zumal die Schweiz für WhatsApp bei weitem nicht das einzige Land mit einer erheblichen Marktdurchdringung ist: Allein im deutschen App Store hat die iPhone-Applikation des Chatdienstes über 40.000 größtenteils hervorragende Bewertungen erhalten. Zum Vergleich: Skype liegt nur einige tausend Bewertungen darüber, Facebook wurde gut 100.000 Mal bewertet und Angry Birds rangiert mit knapp 35.000 Bewertungen sogar hinter WhatsApp. Die App Store Download-Charts für einzelne Länder unterstreichen die Popularität der Applikation: In kaum einem Markt befindet sich die Anwendung nicht in den Top 10.

Das Geschäftsmodell von WhatsApp ist etwas eigenwillig, da zwischen Plattformen unterschieden wird: Die iPhone-App kostet einmalig 0,79 Euro. Die Varianten für Android, BlackBerry und Symbian können gratis heruntergeladen werden. Nach dem ersten Nutzungsjahr fallen dann jedoch zwei Euro pro Jahr an (eine Abbuchung ohne das Wissen der Anwender findet nicht statt, da diese erst ein Zahlungsmittel angeben müssen). WhatsApp selbst erwähnt die Kosten auf seiner Website nicht.

WhatsApp ist profitabel

Im Gegensatz zu kostenlosen Konkurrenten wie Ping Chat oder Kik erwirtschaftet WhatsApp mit seinem Bezahl-Ansatz einen signifikanten Umsatz und ist laut eigenen Angaben profitabel. Im Frühjahr 2011 sammelte es dennoch etwa acht Millionen Dollar Venture Capital ein - ohne dies jedoch offiziell bekannt zu geben.

GigaOm hatte kürzlich die Gelegenheit, mit WhatsApp CEO Jan Koum zu sprechen – angeblich war es das zweite öffentliche Interview des Unternehmens überhaupt.

Ein Verkauf ist nicht geplant

In dem Artikel ist unter anderem zu lesen, dass WhatsApp 20 Mitarbeiter in Mountain View beschäftigt, davon 17 Programmierer und drei Supportkräfte. Eine Marketing- oder Presseabteilung existiert also nicht, und das Unternehmen hat bisher auch keinerlei Mittel in Marketingmaßnahmen investiert.

Im Gespräch mit GigaOm unterstrich WhatsApp-Gründer Koum, der zuvor bei Yahoo tätig war, dass er kein Interesse habe, das Unternehmen zu verkaufen: “Wir möchten ein Firma schaffen, die Bestand hat. Wir wollen nicht den schnellen Verkauf”. Auch wenn man sich auf derartige Aussagen grundsätzlich nicht verlassen sollte, zeigt das in vielen Punkten untypische Agieren von WhatsApp zumindest, dass es sich um ein Unternehmen handelt, dass bisher seinen eigenen Weg gegangen ist und dies auch in Zukunft so fortsetzen könnte.

Ein Social Network abseits von Facebook

Im Kern ist WhatsApp gelungen, woran so viele andere Anbieter im Social Web gescheitert sind: vollkommen unabhängig von Facebook eine signifikante Vernetzung seiner Nutzer zu erreichen und damit ihren Social Graph abzubilden – und das parallel zum explosiven Wachstum des blau-weißen Social Networks sowohl im stationären Internet als auch im mobilen Sektor.

Die Big Player wollen ihr Stück vom Kuchen

Den Big Playern ist diese Entwicklung nicht entgangen. Mit dem Messenger hat Facebook jüngst eine eigene, leichtgewichtige Chat-Applikation veröffentlicht. Gleiches gilt für Google+, dessen mobiles Chatwerkzeug Huddle mittlerweile auch Messenger heißt. Und Apple hat in die aktuellste Version 5 seines iOS-Betriebssystems mit iMessage eine Funktion integriert, die Kurznachrichten statt als SMS im WhatsApp-Stil kostenfrei über das Datennetz verschickt, sofern der Empfänger ebenfalls ein mobiles Apple-Gerät mit iOS 5 sein Eigen nennt.

Unangefochten ist WhatsApp als Marktführer folglich nicht, zumal speziell Apples Ansatz durch die Ab-Werk-Integration unter Garantie schnell viele Anhänger finden und die SMS weiter verdrängen wird. Andererseits kann man über iMessage nur mit anderen iPhone- bzw. iPad-Besitzern kommunizieren. Da der Marktanteil des iPhone tendenziell eher rückläufig ist, wird der Apple-Dienst auf absehbare Zukunft WhatsApp nicht den Rang ablaufen können – außer Apple findet einen Weg, iMessage für andere mobile Plattformen zu öffnen.

WhatsApps Optionen für die Zukunft

WhatsApp könnte versuchen, seinen Service um standortbasierte Features zu erweitern (es ist bereits möglich, anderen Anwendern den aktuellen Standort zu zeigen), und auf diese Weise in ein Segment vorzustoßen, das Facebook mit seinen mobilen Services bisher vernachlässigt hat. Vorstellbar ist beispielsweise, dass WhatsApp Nutzern Push-Mitteilungen schickt, wenn sich ihre Freunde in der unmittelbaren Umgebung befinden – aufgrund des geschlossenen Benutzerumfelds ist davon auszugehen, dass Privatsphäre-Bedenken eine weitaus geringere Rolle spielen als bei Facebook. Mit einem derartigen Feature würde sich WhatsApp auch von iMessage abheben.

Ebenfalls denkbar wäre ein API, die es Drittanbietern erlaubt, das Nachrichtensystem von WhatsApp in eigene Anwendungen zu integrieren, um so einen universellen Kommunikationsdienst aufzubauen.

Wie auch immer die Zukunft von WhatsApp aussehen wird: Sowohl aufgrund seiner unkonventionellen Vorgehensweise als auch wegen der beeindruckenden Verbreitung in einem überfüllten Markt ohne nennenswerte Differenzierungsmerkmale ist WhatsApp einer der größten Erfolge, die das mobile Internet bisher hervorgebracht hat.

Link: WhatsApp

 

Martin Weigert

Martin Weigert ist der leitende Redakteur von netzwertig.com.

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22 Kommentare

  1. Schöner Artikel! Gerne gelesen – danke :-)

  2. Die Messenger haben gegenüber der SMS einen großen Nachteil. Sie speichern die komplette Kommunikation und die daraus gewonnen Informationen dauerhaft in Amerika. Die SMS wird von den deutschen Providern nicht gespeichert.

    • Dito das Adressbuch:

      Der US-Dienst zwingt Nutzer nach der Registrierung dazu, ihr komplettes Smartphone-Adressbuch freizugeben sowie ihre Mobilfunknummer zu nennen.

      Viele WhatsApp-Benutzer verstossen damit gegen rechtliche Verpflichtungen, beispielsweise gegenüber ihrem Arbeitgeber oder im Bezug auf berufliche Sorgfaltspflichten.

  3. Schöner Artikel, @Martin. Ein paar Gedanken noch dazu:
    Ein weiterer Grund, warum WhatsApp iMessage vorerst nicht fürchten muss: WhatsApp bietet eine wunderbar einfache Gruppenchat-Funktion. Apples Dienst kann da noch nicht mithalten.
    Gegenüber Facebook Messenger hat WhatsApp den Vorteil, dass man (klingt trivial, ist es aber nicht ganz) keinen Facebook-Account benötigt. App installieren, Mobilenummer angeben, los geht’s.
    Gegenüber den anderen Diensten (insb. Ping) konnte sie die App m.E. durchsetzen, weil sie von Anfang an problemlos funktionierte und ein schlichtes UI hatte.

    @Thomas: Das kann man auch pragmatisch sehen: Wenn ich ein neues Smartphone kaufe (e.g. WP7 statt iOS), brauche ich WhatsApp zu installieren und alle meine Kurznachrichten sind wieder da; lästiges transferieren über die SIM-Karte entfällt.

  4. da es die app nicht für webOS gibt, muss ich mir darüber zum glück nicht den kopf zerbrechen.

    huddle bzw. g+ messenger muss ich mir mal anschauen. ich nutze auf webOS bisher google talk, das ist doch DER google messenger? funktioniert auf allen plattformen inkl. windows PC und vermutlich auch linux, macOS, …

  5. WhatsApp ist aber auch sehr praktisch und vorallem die Gruppenchatfunktion macht richtig Spaß!

  6. Daran sieht man mal wieder gut, was man allein mit Word-of-mouth erreichen kann, ohne überhaupt eine Marketingabteilung zu beschäftigen.
    Das ist schon eine Leistung. Klar ist die Datenspeicherung ein Problem, aber wer FB und Co. nutzt, dürfte damit keine Probleme haben ;)

  7. Ich finde die App auch ziemlich cool, auch Facebook Messenger und G+ Messenger machen Spaß.

    Das Problem, dass sich jetzt einstellt: Der ganze Homescreen ist voller Apps, die im Prinzip das selbe machen: Nachrichten (und Daten) schnell und einfach austauschen:
    WhatsApp, GoSMS, G+ Messenger, GTalk, FB Messenger – Gibt es irgendwo eine App, die das bündeln kann?

  8. So schick das alles sein mag, stelle ich mir doch immer wieder die Frage: Warum nutzt man dafür nicht einfach die gute alte E-Mail?

  9. Zwei (aus meiner Sicht) wichtige Punkte fehlen:

    1. Facebook hat drei Riesen Vorteile
    a) Grösserer Graph (durchschnittlich wird das Phonebook eher eine Teilmenge der FB Friends sein).
    b) Ich kann, wenn am PC, viel angenehmer per Tastatur schreiben.
    c) Es wird gratis bleiben.

    2. Whatsapp ist besser!
    Der einzige mir erkennbare Grund wieso Whatsapp (noch) im Vorteil ist. Die App ist einfach 10mal besser! Mir ist absolut nicht klar, wieso es FB nicht hinkriegt eine ebenbürtige App zu machen bei all dem Know How, Infrastrutkur und last but not least Geld????
    Was bei Whatsapp besser ist:
    Videos schicken möglich.
    Standort besser integriert.
    In Android Bilder aus der Gallery verschicken (OS Hook)
    FB hat Bug: es kommt oft vor, dass die Msg. nicht verschickt wurde, trotz Netz, immerhin wird es nochmals versucht.
    Ich sehe wer, wann online ist (parametrisierbar wäre nett).
    Ich sehe ob die Msg. gelesen wurde.
    Das Preview und Downloading von Bildern ist besser gemacht.
    Bilder kommen in die Gallery vom Phone.
    Messages kommen schneller an (Android).
    Hab sicher noch einiges vergessen :)

    Besser bei FB:
    Link Pre View in der Message

    Trotz allem habe ich den subjektiven Eindruck langsam aber sicher verschiebt sichs zu Facebook. Wenn nun jemand am PC sitzt und weiss ich reagiere auf FB Msg. gleich schnell wie auf Whatsapp, dann schickt ers aus FB. Von Friends kriege ich zu office hours fast keine Whatsapps mehr…

  10. WhatsApp ist nicht schlecht aber aus meiner Sicht ziemlich überflüssig. Allein deswegen ist für mich der Erfolg ziemlich unerklärbar. Ist es die Einfachheit der Bedienung oder ist es, weil WhatsApp einfach als Erstes es geschafft hat, ein halbwegs gutes Konzept für möglichst viele Plattformen umzusetzen? Ich persönlich bin ziemlicher Fan von KakaoTalk und Yuilop. Leider habe ich bei beiden Programmen kaum Freunde, die diese nutzen.

    • Ich persönlich bin ziemlicher Fan von KakaoTalk und Yuilop. Leider habe ich bei beiden Programmen kaum Freunde, die diese nutzen

      Dann hast du dir auch gleich die Antwort gegeben, weshalb WhatsApp erfolgreich, die von dir genannten erfolglos sind.

  11. Das sind ja schreckliche Zukunftsvisionen:
    Eine Ap, die Personen aus meinem Telefonbuch verraten können soll, wenn ich mich in der Nähe befinde?!?

    Spätestens dann schmeiße ich mein Mobiltelefon ins Klo.

    • So ähnlich sehe ich das auch. Selbst wenn da nur meine Freunde, keine geschäftlichen Kontakte, drin wären, würde ich weder ständig wissen wollen, wo meine Kontakte grad sind noch preisgeben, wo ich mich bewege.

  12. Leider habe ich bei beiden Programmen kaum Freunde, die diese nutzen.

    Genau aus diesem Grund ist What’s app erfolgreich. Weil sie früh auf verschiedenen Platformen und mittlerweilen auf fast allen verfügbar ist und die Kommunikation gratis ist. (Bei bestehedem Datenabo)

  13. Was bei Facebook & Co allerdings möglich ist: Nachrichten auch vom Rechner aus schreiben und empfangen. Das vermisse ich manchmal, wenn ich eh am Rechner sitze, eine richtige Tastatur vor mir habe und zum Schreiben auf das kleine Smartphone zurückgreifen muss.
    Whatsapp selbst hätte da allerdings außer zusätzliche Kosten nichts von, weshalb das wohl nicht passieren wird.

  14. Seit es iMessage gibt, nutze ich Whatsapp nur noch wenig. Sobald es ersteres auch für den mac gibt, wird Whatsapp nur noch die Reserve für die wenigen Kontakte ohne IPhone sein.

  15. Also ich sehe vier Optionen für Whatsapp: 1. Erweiterung um Standort-basierte Funktionen 2. Ergänzung von Web, PC und Mac Clients 3. Ermöglichung von VOIP 4. Ergänzung eines News Feeds mit Status Updates und Kommentaren à la Facebook Ich tippe auf 3. aufgrund des Markt- und Umsatzpotentials. Am sinnvollsten wäre aber 2.

  16. Also wenn Ihr alle so um Eure Sicherheit besorgt seid, was Eure Daten betrifft, dann solltet Ihr erst gar nicht ins Internet gehen bzw. mit dem Handy/Smartphone ins Internet gehen. Überall werden Daten abgefragt und überall werden irgendwelche Daten von uns landen, wo wir das nicht möchten – aber eines kann ich Euch sagen: egal was Ihr macht eine 100 prozentige Sicherheit wird es nirgendwo geben, außer Ihr schottet Euch von der Außenwelt ab. Ich finde WhatsApp gar nicht mal schlecht, weil vieles einfacher geht und weil es mir gegenüber SMS schreiben eine menge Geld spart. Und was sind schon 2€ im Jahr für das, was WhatsApp bisher alles kann. Für viele Dinge wird viel mehr Geld ausgegeben…….

    • Man muss ja nicht gleich radikal werden und seinen Kopf in Alufolie hüllen – aber aussuchen darf man sich’s noch. Ich habe bei meinem Tarif z.B. 50 Netz-SMS frei – mittlerweile gibt es selbst von der Telefongesellschaft eine Anwendung, dass ich die von unterwegs schicken kann. Das ist nicht so bequem, wie SMS direkt in das native Programm rein zu hacken, aber nicht umständlicher als erst Whatsapp&Co zu öffnen und dann los zu legen – und es sind _alle_ meiner Kontakte erreichbar.

13 Pingbacks

  1. [...] WhatsApp entwickelt sich klammheimlich zu einem eigenständigen Mobile Social Network, analysiert Netzwertig-Experte Martin Weigert. Mittlerweile werden über den Chatdienst, der SMS zwischen den Mitgliedern überflüssig macht, 1 Mrd Nachrichten am Tag verschickt. WhatsApp soll angeblich bereits 100 Mio Nutzer haben und wächst dadurch besonders schnell, dass die Nutzer der App Zugriff aufs eigene Telefonbuch gewähren. netzwertig.com [...]

  2. [...] Quelle: netzwertig.com [...]

  3. [...] netzwertig.com: WhatsApp: Das andere soziale Netzwerk Im Kern ist WhatsApp gelungen, woran so viele andere Anbieter im Social Web gescheitert sind: vollkommen unabhängig von Facebook eine signifikante Vernetzung seiner Nutzer zu erreichen und damit ihren Social Graph abzubilden – und das parallel zum explosiven Wachstum des blau-weißen Social Networks sowohl im stationären Internet als auch im mobilen Sektor. [...]

  4. [...] für alle wichtigen Systeme verfügbar ist. Laut einem Blogeintrag von Netzwertig könnte WhatsApp rund 100 Millionen Nutzer haben, was schon eine ordentliche Anzahl wäre. WhatsApp zeichnet vieles aus, was bereits im Internet [...]

  5. [...] als App auch zu anderen Plattformen zu kommen. Zumindest wäre das die Voraussetzung, um populäre, plattformübergreifende Anbieter wie WhatsApp wirklich zu verdrängen.Um das Social Web tatsächlich und auf breiter Front mitgestalten zu [...]

  6. [...] des ungewohnt öffentlichkeitsscheuen Unternehmens aus dem kalifornischen Mountain View ist damit eines der führenden mobilen sozialen Netzwerke – ohne jedoch diesen Aspekt besonders in den Vordergrund zu rücken und ohne in puncto [...]

  7. [...] WhatsApp (für Textnachrichten/Chat), Facetime (für Videokonferenzen mit anderen Apple-Nutzern) [...]

  8. [...] Markt mitzumischen. Der mit Abstand populärste Dienst ist besagtes WhatsApp – siehe dazu unser Portrait vom Dezember vergangenen Jahres. Doch weder WhatsApp, noch die meisten Konkurrenten und erst recht nicht Apples eigenes Lösung [...]

  9. [...] aus Kalifornien auch in den USA die Downloadcharts an. Kaum ein Startup wächst momentan schneller.Vor gut neun Monaten beschrieben wir, wie sich mit WhatsApp ein mobiler Chatdienst anschickt, ein alternatives soziales Netzwerk [...]

  10. [...] bezüglich Twitter, Facebook und LinkedIn hatte, weiß ich nicht mehr genau. Im Falle von WhatsApp war es im Dezember vergangenen Jahres (Sicherheitslücken hin oder her). Am Montag erlebte ich erneut einen derartigen, aufgrund seiner [...]

  11. [...] bei LinkedIn gelistete Startup gerade einmal acht Millionen Dollar Risikokapital aufgenommen hat profitabel arbeitet. Die Gründer Jan Koum und Brian Acton werden somit signifikante Anteile an ihrem Unternehmen [...]

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