So viele Onlinedienste, so wenig Zeit:
8 Apps, die mich gerade beschäftigen

Einer schier unendlichen Zahl an Onlinediensten und Apps steht ein unveränderliches Zeitbudget der Nutzer gegenüber. Acht Anwendungen ist es trotzdem gelungen, in letzter Zeit die Aufmerksamkeit des Autors auf sich zu lenken.

Foto: stock.xchngTausende Onlinedienste buhlen um die Aufmerksamkeit der Nutzer, und jede Woche werden es mehr. Das Zeitbudget, das wir für die Nutzung digitaler Angebote zur Verfügung haben, bleibt jedoch nahezu unverändert. Je mehr Services sich fest in unserem Internetalltag verankern, desto schwieriger wird es für Neulinge, trotzdem noch ein Stück vom Kuchen zu bekommen.

Manche schaffen dies auch – zumindest in meinem Fall. In den letzten Wochen und Monaten ist es acht Onlineservices gelungen, einen zuvor von mir anderweitig genutzten Teil meines Zeitkontingents zu vereinnahmen (neben Google+ – zwangsweise). Hier sind sie, sortiert nach der Zeitmenge bzw. Aufmerksamkeit, die sie neuerdings von mir erhalten.

Instapaper
Bevor der Google Reader seine eingebauten Social-Funktionen entfernte, verwendete ich den Später-Lesen-Dienst Instapaper eher sporadisch. Doch seitdem die in Googles RSS-Tool eingebaute Sharing-Funktion einer vollkommen unzureichenden Google+-Integration zum Opfer gefallen ist, sende ich jeden Tag eine Vielzahl an Beiträgen zu Instapaper, die ich dort mit meinen Instapaper-Followern teile. Schade ist allerdings, dass Instapapers Kontaktabgleich via Twitter aus unerfindlichen Gründen defekt ist, weshalb man meine Instapaper-Shares nur per Suche nach meiner E-Mail-Adresse abonnieren kann (netzwertig at email punkt deutsche Topleveldomain). Pro Woche verbringe ich nun insgesamt sicher einige Stunden mehr mit Instapaper, als dies noch im Sommer der Fall war, da ich nun auch sehr viel mehr Artikel dort zwischenlagere.

musicplayr
Ende September wurde ich erstmals auf das deutsche Startup musicplayr aufmerksam, und drei Wochen später beschrieb ich, wie der Dienst sich für mich als Musikentdeckungstool bewährt hat. Mittlerweile höre ich fast täglich mindestens eine halbe Stunde die Tracks, welche die von mir bei musicplayr gefolgten Nutzer neu verlinkt haben – parallel ist meine Spotify-Nutzung etwas zurückgegangen. Meine eigene öffentliche Playlist umfasst bereits 52 ausgewählte Titel.

Oink
Oink, die neue Bewertungsapp (vorerst nur für das iPhone) von Digg-Gründer Kevin Rose, hat mich sofort überzeugt und seit ihrer Installation auch nicht mehr losgelassen. Primär verwende ich Oink für die kompakte, strukturierte Rezension von Speisen und Getränken in Restaurants, Bars und Cafés. Noch befinden sich in der Datenbank zu wenige Einträge, um Oink als gastronomischen Städteguide zu nutzen – aber auch das Eintragen eigener “Items” in der sehr gelungenen App macht mir genug Spaß, damit der Service nicht in Vergessenheit gerät. Pro Woche verbringe ich je nach Anzahl der Besuche gastronomischer Einrichtungen 30 bis 60 Minuten mit Oink.

Facebook Messenger
Seit einigen Wochen gibt es Facebooks Messenger-Applikation für iPhone und Android auch im deutschsprachigen Raum. Bei mir hat der simple Chatdienst Facebooks Haupt-App von meinem iPhone-Startbildschirm verdrängt. Das Austauschen von Nachrichten gehört zu meinen primären Aktivitäten bei Facebook, eine von sonstigem Ballast befreite Anwendung kommt mir da gerade recht. Zeitbudget pro Woche: ca 30 Minuten.

ifttt
Erst in der vergangenen Woche schilderte ich einige Einsatzgebiete, für die sich das in diesem Jahr gestartete Onlinewerkzeug ifttt eignet. Mittlerweile erledigt der Dienst für mich tagtäglich eine Reihe von Handgriffen, für die ich zuvor manuelle Arbeit aufwenden musste. Insofern hat sich in letzter Zeit der Stellenwert von ifttt für mich deutlich erhöht.

Eeve
Ich fand ja schon das Konzept des gefloppten US-Fotodienstes Color spannend. Als vier Deutsche in London die standortbasierte Foto-Sharing-App Eeve gründeten (derzeit nur iPhone und geschlossene Beta-Phase), mussten sie mich von dem Konzept nicht lange überzeugen. Ab und an nutze ich die App, um spontane, kollaborative Foto-Alben von Events anzulegen – auch wenn ich zumeist der einzige am jeweiligen Ort bin, der mit Fotos beiträgt. Im Sinne des Transparenzgebots weise ich darauf hin, dass mich mit einem der Gründer mittlerweile ein freundschaftliches Verhältnis verbindet. Investierte Zeit pro Woche: rund 10-15 Minuten.

Wunderlist
Was die Berliner Taskmanagement-App Wunderlist betrifft, war ich Spätzünder. Seit einigen Wochen jedoch nutze ich den Service auf meinem iPhone und beschrieb kürzlich, wieso ich das allgemeine Lob für Wunderlist nun besser verstehen kann. Zwar erhält der Dienst pro Tag kaum mehr als eine Minute meiner Zeit, hat sich aber zu einem von mir geschätzten Begleiter entwickelt.

SoundCloud
Genauso wie ich kaum aktiv mit Uploads bei YouTube beitrage, war ich bisher auch nicht gerade ein aktiver Nutzer der Berliner Audioplattform SoundCloud – abgesehen von dem ein oder anderen über die Site konsumierten Musikstück. In jüngster Zeit habe ich die mobile App der Hauptstädter jedoch einige Male dafür verwendet, Geräusche aus der Umgebung aufzunehmen und mittels SoundCloud bei Twitter und Facebook zu publizieren. In manchen Situationen eignet sich dies besser als ein Text-Tweet. Mein Zeitbudget für SoundCloud veränderte sich dadurch bisher zwar kaum, aber zumindest bei der gedanklichen Präsenz konnte SoundCloud für mich zulegen.

Welchen Diensten ist gelungen, in den vergangenen Wochen mehr von eurem Zeitbudget abzuzwacken?

(Foto: stock.xchng/modeh30000)

 

Martin Weigert

Martin Weigert ist der leitende Redakteur von netzwertig.com.

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5 Kommentare

  1. Mixcloud ist mir persönlich lieber als Soundcloud, da ich hier einfacher gute Mixe finde, die ich gut nebenbei hören kann. Hab sogar schon eigene Mixes erstellt und irgendwie habe ich hier das Gefühl, dass die Community die Tracks und Künstler noch mehr in den Vordergrund rückt (das mag auch daran liegen, dass ich vielen Vinyl-Fetischisten folge).

  2. Ich finde, wahwah.fm ist die mit Abstand beste Application im Bereich Musicsharing/Expolring. Was ist besser als mal gerade live bei den Freunden reinzuhören oder mitzubekommen, was die Leute um einen herrum gerade so hören. Habe jetzt die closed beta Version auf meinem Smartphone und die macht einfach nur Spass. Kleiner Tipp: Man kann sich bei thereal.wahwah.fm anmelden. Einziger Nachteil: bisher nur für iphone User erhältlich.

  3. @ flobota
    Jo SoundCloud geht ja ohnehin etwas weg vom reinen Musik-/DJ-Fokus und hin zum “YouTube für Sound”-Ansatz. Mixcloud ist da spezialisierter.

    @ Sebastian
    wahwah.fm ist momentan aber nicht einmal verfügbar, da die alte App weg ist und die neue noch nicht released wurde.

    • Wo du das jetzt sagst, leuchtet es mir auch ein.

      Finde SoundCloud vor allem wegen der Kommentarfunktion für Podcasts interessant und für kleine Filmprojekte könnte so eine große Sounddatenbank auch nützlich sein.

  4. @ Martin:
    Melde Dich doch einfach zum testen an: thereal.wahwah.fm. Habe meinen Beta Version auch darüber erhalten. Du kannst alle Deine Songs aus Deinen Musikbibliotheken nutzen. Die App rockt!

Ein Pingback

  1. [...] zu beeindrucken. Die ebenfalls aus San Francisco stammende Bewertungsplattform Oink beispielsweise macht mir allein deshalb so viel Spaß, weil ihre Benutzeroberfläche und die Darstellung der bewerteten Dinge einfach toll aussehen [...]

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