Erneute Einschnitte bei der Gratis-Version:
simfy kapituliert und
macht Platz für Spotify

Zwei Monate nach der Begrenzung der Hördauer für Gratisnutzer sieht sich simfy zu noch größeren Einschnitten gezwungen. Das Kölner Startup übergibt den D-A-CH-Markt damit nahezu kampflos an Spotify.

Gut zwei Monate ist es her, dass der Kölner On-Demand-Dienst simfy für seine kostenfreie Basisversion eine Begrenzung von 20 Musikstreaming-Stunden pro Monat eingeführt hat. Wem das nicht genügte, der musste für 4,99 bzw. 9,99 Euro ein kostenpflichtiges Paket erwerben.

Dieser Schritt verwunderte kaum, passte sich simfy damit der für vergleichbare internationale Online-Demand-Musikangebote zum Standard gewordenen Preis- und Produktgestaltung an.

Umso überraschender kommt die jüngste Ankündigung des Startups aus dem Rheinland: Kaum hatten sich Nutzer der Free-Version an das 20-Stunden-Limit gewöhnt, verringert simfy dies erneut auf nun nur noch fünf Stunden pro Monat. Zudem sind besondere “Premium-Titel” fortan lediglich Bezahl-Mitgliedern vorbehalten. Anwender von simfy Free können sich von diesen lediglich eine 30-sekündige Vorschau anhören.

Ein aus der Not geborener Entschluss?

Diese erneute Beschneidung so kurz nach der jüngsten Anpassung wirft Fragen zu simfys langfristiger Strategie sowie Standhaftigkeit in einem herausfordernden und sich schnell verändernden Markt auf.

  • So kurze Zeit nach der Einführung des 20-Stunden-Limits eine nochmals radikale Verringerung der Hördauer einzuführen, macht den Eindruck eines aus der Not geborenen Entschlusses, statt Teil eines langfristigen, durchdachten Plans zur Erhöhung der Konversionsrate von Free zu simfys Bezahlpaketen zu sein.
  • Die Free-Version war bisher simfys wichtigstes Unterscheidungsmerkmal gegenüber reinen Bezahl-Angeboten wie Napster oder Juke und ein entscheidendes Instrument, um Neunutzer zu generieren, die in einem späteren Schritt zu zahlenden Kunden werden sollten. Mit der drastischen Entwertung von simfy Free verschwinden dieser Effekt und simfys bisher herausragende Positionierung.
  • simfys Vorbild, der aus Schweden stammende On-Demand-Dienst Spotify, breitet sich sukzessive über den Kontinent aus und ist seit der vergangenen Woche in Österreich, der Schweiz und Belgien verfügbar – dort treffen simfy und Spotify erstmals direkt aufeinander. Vor einem Spotify-Deutschlandstart muss zwar noch eine Einigung mit der Verwertungsgesellschaft GEMA erfolgen, aber Spotify-Stellenangebote für den deutschsprachigen Markt mit Sitz in Berlin lassen keinen Zweifel an dem Bestreben der Schweden, bald auch in simfys Heimatmarkt vorzustoßen.
simfy überlässt Spotify den Massenmarkt

Bisher konnte man sich für den deutschen Markt auf einen Showdown freuen: Spotify hat zwar den internationalen Hype, eine modernere Benutzeroberfläche sowie eine enge Integration mit Facebook auf seiner Seite, bietet jedoch anders als simfy keine Browservariante und mag manche Anwender durch den Zwang zum Facebook-Login abschrecken.

Mit 20 Stunden kostenfreiem Streaming pro Monat im Vergleich zu Spotifys zehn Stunden pro Monat (nach den ersten sechs Monaten ohne Begrenzung der Hördauer) war simfys Ausgangsposition also gar nicht so schlecht. Die Reduzierung auf fünf Stunden jedoch kommt einer frühzeitigen Kapitulation gegenüber Spotify gleich, was den Anspruch auf die Marktführerschaft bei den On-Demand-Angeboten angeht.

Gilt für Deutschland, Österreich und die Schweiz, aber nicht für Belgien

simfys Kommunikation der Veränderungen des Free-Produktes begann ganz zünftig zu einem Zeitpunkt, an dem möglichst wenig Menschen davon mitbekommen sollten: Erste Mitglieder erhielten eine Mail am Freitagnachmittag, bei mir landete die Information am Samstag in meinem Posteingang, und zu diesem Zeitpunkt ging auch der Blogbeitrag online.

Als Begründung für den Schritt nennt dieser die Notwendigkeit zur Deckung der anfallenden Kosten “von der Entlohnung der Künstler bis hin zur Bereitstellung der Musik als Stream”, was sich nur teilweise durch Werbeeinnahmen realisieren lässt.

simfy-Pressesprecher Marcus von Husen hatte keinen ergänzenden Kommentar zu den Hintergründen, bestätigte aber, dass das Fünf-Stunden-Limit für Anwender in Deutschland, Österreich und der Schweiz gilt, allerdings vorerst noch nicht für Nutzer in Belgien (wo simfy erst Anfang November gestartet ist). Er merkte zudem an, dass neu registrierte Nutzer in der D-A-CH-Region für die ersten zwei Monate weiterhin 20 Stunden streamen dürfen. Die Beschränkung greift dann ab dem dritten Monat. Offiziell kommuniziert wird dies auf simfys Website nicht.

Möchte man der Entwicklung etwas Positives abgewinnen, wäre dies die Tatsache, dass sich die Preise für die Premiumpakete nicht ändern. Möglicherweise liegt das Problem also in zu geringen Werbe-Erlösen der Free-Version und nicht darin, dass simfy die Lizenzzahlungen an die GEMA und Labels über den Kopf steigen.

Die Lizenzverträge sind ein gut gehütetes Geheimnis

Die Details der vertraglichen Abmachungen zwischen der Musikindustrie und den Streamingdiensten sind ein gut gehütetes Geheimnis. Bekannt ist lediglich, dass simfy einst auf Forderungen der GEMA nach einer Vergütung pro gestreamtem Song statt pro Nutzer/Monat eingegangen ist, was Spotify bisher zu kostspielig war. Dass die Verträge mit der Verwertungsgesellschaft (oder den Labels) aber auch Klauseln enthalten können, die eine bestimmte Anzahl an Premium-Nutzern zu einem bestimmten Datum voraussetzen, ist nicht auszuschließen. Immerhin hat die Musikbranche nach wie vor ein ideologisches Problem damit, das gratis bereitzustellen, wofür Konsumenten früher viel Geld auf den Tisch gelegt haben.

Eine solche spekulative, aber nicht vollkommen unrealistische Klausel würde dann auch den zuvor genannten positiven Aspekt des Schrittes relativieren.

Labels befürchten Kannibalisierung

Am Wochenende wurde bekannt, dass 200 zum Musikdistributor ST Holding gehörende Independent-Labels ihre Musik von On-Demand-Diensten wie simfy und Spotify abgezogen haben, weil sie eine Kannibalisierung der Umsätze aus den Verkäufen von Musikdownloads befürchten. Während sich im Bereich des digitalen Musikkonsums einiges in die richtige Richtung bewegt, zeigt sich einmal mehr, welch ein zartes, verletzliches Pflänzchen On-Demand-Musikservices mit Flatrate- und Free-Komponente noch sind.

Der von simfy eingeschlagene Weg ist bedauerlich. Er besiegelt das Schicksal des Kölner Startups als regionaler Akteur in der Nische, der Spotify, dessen Facebook-Zwang und Hang zum “Frictionless Sharing” durchaus bedauernswert sind, somit auch nicht herausfordern kann. Klar ist aber auch: Eine derartige Degradierung wählt niemand freiwillig, sondern nur, wenn einem die Luft zum Atmen genommen wird.

Einige Premium-Mitglieder von simfy berichten uns unterdessen, dass sie für die Kündigung eine entsprechende Mail abschicken oder Kündigungshotline anrufen müssen. Schade, dass auch simfy zu derartig wenig kundenunfreundlichen Geschäftspraktiken greift. Spotify erlaubt dagegen die direkte Kündigung über die Weboberfläche (wenn auch erst nach einigen Klicks und Bestätigungsfragen).

 

Martin Weigert

Martin Weigert ist der leitende Redakteur von netzwertig.com.

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22 Kommentare

  1. Tja, da bleibt uns in Deutschland wohl nur noch übrig, entweder ein Premiumpaket zu wählen oder uns mit personalisiertem Streamin a la Aupeo zufrieden zu geben. Eine andere Möglichkeit ist aus meiner Sicht nur noch, auf Seiten wie Muziic, Zeezee, Flatster oder Audials umzusteigen, um die Mp3′s entweder über Youtube zu hören oder sie über die angesprochenen Dienste herunterzuladen. Spotify lässt ja noch auf sich warten und der Schritt von Simfy spricht Bände, warum das so ist…naja gut. Aber zur Konkurrenz Juke wechsel ich nicht, weil ich da die Klangqualität völlig unzureichend in der mobilen App finde. Dann lieber Simfy Premium Plus.

  2. Würde es eine funktionierende (!) Android-App geben, die 10 Euro im Monat wert ist, würde ich dafür und für die Musik gerne zahlen. Am Rechner sitzend gibt es aber genug Quellen für (gestreamte) Musik, dass dies nicht Grund für ein Abo sein kann.
    Schade, dass simfy eher Abomodellausrechner beschäftigt als eigene Programmierer.

  3. Super Artikel!

    Ganz ehrlich: alles, was mich der Bezahlmöglichkeit für ein unlimitiertes Spotify (da Auswahl, Playlists, Freunde dort) näher bringt, ist in meinen Augen willkommen.

  4. Ein ganz wichtiger Punkt wurde nicht im Artikel erwähnt: “Bestimmte Premium-Titel” können nur noch als Ausschnitte angehört werden.

    Ansonsten ist natürlich vieles in diesem Artikel aufgrund der schlechten Informationslage nur spekulativ. Wenn man kein Insider beim komplexen Geschäftsmodell Online-Streaming ist, kann man nicht mehr machen. Alle “Hintergrundinfos” basieren bei Simfy vor allem auf vermutete Parallelen zu Spotify. Von daher lehnt ihr euch schon weit aus dem Fenster. Zu 70% ist dieser Artikel nur Spekulation und Mutmaßung.

    Ob Spotify im Gegensatz zu Simfy Wunder vollbringen kann und sich die teuren Streaming-Rechte in Deutschland leistet bleibt abzuwarten. Die Überschrift ist da ziemlich überzogen.

    • “Zudem sind besondere “Premium-Titel” fortan lediglich Bezahl-Mitgliedern vorbehalten. Anwender von simfy Free können sich von diesen lediglich eine 30-sekündige Vorschau anhören.”

      Zuerst genau lesen, dann kommentieren ;)

    • Premiumtitel (maßgeblich sind dies Titel von Warner Music und wohl auch einiger Indies) waren bei der 20-Stunden Version und davor für free user überhaupt nicht abspielbar. Daher steht zumindest dieser Punkt zu unrecht in der Kritik.

  5. Und für 20€ pro Jahr mehr gibt’s sogar einen Wasserball (und sonst nix). Dachte erst, die wären nur gehackt worden, aber scheinbar meinen sie diese Angebote (auch die 5h pro Monat) wirklich ernst…

  6. Kann es sein, dass Spotify inzwischen sogar ohne Proxy aus DE / mit deutscher IP funktioniert?

    • Kann ich nicht bestätigen. Wohne zwar nicht in De, habe es aber gerade mit deutschem VPN versucht. Erhalte dann (seltsamerweise) den Hinweis “Sign up to be first in line when Spotify launches in Nigeria!”

  7. Herr Weigert, darf ich kurz fragen: Wie siehts bei Spotify aus, gibt es da für einen soeben registrierten Neunutzer ebenfalls eine 30 Sekunden Beschränkung bei bestimmten Titeln?

    Falls nicht, würde ich von Simfy auf Spotify umsteigen. Ich persönlich nutze Simfy schon sehr lange als Freeuser, als noch gewisse Titel Premium Usern vorenthalten waren. Als dann alle Titel kostenlos waren, dachte ich mir bereits, das dies nicht lange halten wird. Mit der 20 Stunden Beschränkung habe ich keine Mühe, mit 30 Sekunden Schnipseln allerdings schon.

  8. mal zur beruhigung der sichtweisen…. ohne stream macht aus unserer sicht keinen sinn

    http://solutions.finetune…m-advice-for-labels/

  9. Warum man 20 Euro für einen Wasserball mit simfy-Logo ausgeben sollte, erschließt sich mir auch noch nicht. Da hätte man doch lieber den nächsten soundsoviel Premium-Kunden den Wasserball schenken sollen! Mal abgesehen davon, dass ein Wasserball Mitte November irgendwie unpassend wirkt…

    Die Nutzer hier halten sich ja erfreulicherweise zurück, woanders ist die Aufregung größer (und das Niveau dabei niedriger). Und dabei geht es nur um 5 Euro pro Monat – für die mobile Nutzung musste man vorher schon bezahlen.

    5 Euro, um 13 Millionen Titel ohne Werbung hören zu können, das ist ja nun wirklich nicht viel – das soll es nicht wert sein?

  10. Ich habe mich schon von Anfang an gefragt, ob simfy eine Chance gegen Spotify hat, diese machen ja auch gar nicht so schlechte Werbung. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Zeilgruppennahe Werbung gut eingeschlagen ist.

    Schade, simfy hat mir wirklich gut gefallen.

  11. Mal abgesehen von den ganzen Dingen, über die man diskutieren kann (irgendwelche Probleme bei Apps, fehlende Reaktion auf Verbesserungsvorschläge, Rückzug von Labels etc.), kommt ja immer mal wieder das Kostenkapitel durch.
    Bei unglaublichen 17 Cent pro Tag (bezogen auf simfy Premium und sogar bereits aufgerundet) für die man sich Musik anhören kann, bis einem die Ohren bluten, sicherlich auch absolut berechtigt.*

    *Wäre mir übrigens egal, ob da simfy, Spotify oder sonstwas drauf steht, solange das Angebot meinen Bedürfnissen hinsichtlich Auswahl, Qualität, Bedienung, Mobilität entspricht. Dass es dazu mehrere Anbieter geben muss, die miteinander in Wettbewerb stehen, ist nur zu begrüßen. Dass ich das alles gratis und legal bekomme, daran glaube ich jedoch nicht. Im Gegenteil: dass die Musikindustrie sich dazu entschlossen hat, ihre Erzeugnisse über derlei Angebote zu einem verhältnismäßig spottbilligen Preis anzubieten, ist für uns als Kundschaft doch grundsätzlich klasse. Man sollte sich vielleicht eher darum Gedanken machen, wie die Beiträge der zahlenden Kundschaft gerecht verteilt werden, dass kleinere Labels eine faire Chance erhalten, das Angebot ausgebaut werden kann und sich derlei Angebote überhaupt langfristig rechnen und Bestand haben.

    Was hört man stattdessen überwiegend? Gejammer über reduzierte Gratis-Stunden. Bravo!

  12. Ein wirklich toller Artikel, der es auf den Punkt bringt. Natürlich kann man teilweise nur spekulieren, aber ich teile die Meinung des Verfassers, dass die erneute Einschränkung schon gewisse Fragen zur finanziellen Situation bei simfy aufwirft.

    Die Diskussion, ob man einen Anspruch auf eine kostenlose Leistung hat, ist mühselg. Da haben sich sicherlich viele User, die auf dieses Recht pochen, nicht mit Ruhm bekleckert. Allerdings ist es nun mal Fakt, dass gerade in Deutschland (und dort auch im Medienbereich) eine starke Kostenlos-Mentalität verbreitet ist. Das muss man nicht gut heißen, aber sollte man zumindest als Unternehmen berücksichtigen, wenn man in diesem Marktumfeld agiert.

    Darüber hinaus finde ich die Kommunikationspolitik von simfy sehr schlecht. Ein Kommentar, den ich zu diesem Thema bei facebook gefunden habe, spiegelt meine eigene Meinung sehr gut wider. Simfy scheint nicht zu versuchen, mit Service und Qualität Leute zum Abschluss eines Premium-Abos zu bewegen, sondern mit rigarosen Methoden und Einschränkungen. Diesen negativen Eindruck habe ich zumindest in den letzten Wochen gewonnen. Auch das ist natürlich legitim, aber es bleibt die Frage, wie das bei den Leuten ankommt. Dass eine gewisse Zeit nur noch ein Jahresabo abschließbar war (statt der Pakete mit einer monatlichen Laufzeit) und der Scherz mit dem Wasserball komplettieren dieses Bild einer fehlgeleiteten Kommunikation.

    Last but not least bin ich – und das gebe ich gerne offen zu – auch vom simfy-Team enttäuscht, dass ein Blogeintrag, der sehr viele ähnliche Gedanken zu diesem Eintrag äußert, bis heute nicht freigeschaltet wurde. Zu kritisch?

  13. Dieser Artikel war schon als wer veröffentlicht wurde eine Zumutung.
    Ein spotify werbe Artikel mehr.

    Warum simfy nun angeblich kapituliert und den Markt für einen nicht vorhandenen Konkurrenten frei macht ist mir ein Rätsel.

    Bis zum heutigen tag gibt es kein deutsches Angebot von spotify.

  14. Guter Artikel!

    Ich hab mich gleich als simfy startete das Studenten Abo zugelegt, denn ich fand das sollte man unterstützen! und 7,99€ find ich einen guten preis.
    Ich hab mich zu beginn auch nicht groß darüber aufgeregt das die Iphone app richtig schlecht war(abstürze usw..) es kamen ein paar Verbesserungen mit der zeit und eine Ipad app… aber bis zum jetzigen Zeitpunkt und das ist Meine subjektive Erfahrung haben die apps fürs iphone & ipad immer noch sehr viele Programmierfehler…. Ich hab mich darüber schon auf auf ihrer Facebook Seite aufgeregt weil ich nahezu verrückt wurde deswegen!!!
    es war oft nicht mal möglich auf dem iPad mehrere Tracks hintereinander abzuspielen… und ich kann mir nicht vorstellen das das nur bei meinem ipad der fall ist…

    Aber gut… ich hätte Simfy schon noch ein wenig mehr zeit gegeben um diese Probleme mit den apps zu lösen… finde das ganze ja eine super sache und bin sowieso etwas träge was das ab und anmelden angeht solange ich meine Musik irgendwie hören kann …..

    ABER!!!!
    dann wurde ich von heute auf morgen aus meinem Studenten Abo geschmissen! ohne Vorwarnung… mir wurde auch nie mitgeteilt das diese Angebot zeitlich begrenz ist…
    Ich finde es eine absolut falsche Strategie die Simfy fährt denn Sie habe von mir verlangt auf das Premium Abo umzusteigen… das ist keine großer Preisunterschied aber es geht mir hier um das Prinzip wie das mit mir kommuniziert wurde und wie man mit Kunden umgeht.!!

    Ja,,, und somit haben sie mich als bezahlenden Kunden verloren… denn ich habe das Glück das ich Österreicher bin der in Deutschland lebt und eine österreichischen app store account hat,… und jetzt hab ich Spotify…

    Ich wünsche simfy das beste glaube aber nicht das sich simfy sich noch lange am markt halten kann.

    Ich kann Simfy auf jeden fall nicht weiter empfehlen…
    lg

  15. Ich möchte nur eins los werden, Somfy ist eine sehr Gute sache und Preis ist gerecht fertigt, was Spotify angeht würde ich sagen sobald sie genug Deutsche Kunden haben wird dieses Kostenlose 6 Monate nutzen auch mit der Zeit geändert und eingeschränkt. Was Spotify macht ist nur eine reine Markt Strategie reines Marketing Angebote machen um Kunden zu Locken und auch gleich zu bekommen. Simfy ist schon etwas länger auf dem deutschen Markt und hatte auch uneingeschränkte Nutzung angeboten nun beschränken Sie es weil Sie auch Geld an die Misst gema abdrücken müssen und AUCH VIELE ZUFRIEdene Kunden haben wie mich. Sobald einer immer zahlen muss weil das Kostenlose angebot bei irgendwelchen Firmen eingeschränkt wird wird immer nur gemeckert, egal ob eine Software auf dem Markt kommt vorerst Freeware ist weil dies noch nicht ausgereift ist und später mit der zeit wegen weniger fehler und bekanntheit grad kostenpflichtig wird oder die Freeware version Teils eingeschränkt ist, und in einer Premium version alle anderen Untermenüs Freigeschaltet werden via Serial.

    Alles immer kostenlos, meint Ihr geht nach Aldi und bekommt dort alles geschenkt?

    Denk ich weniger nur weil Aldi eine Zeitlang als Probe zum Probieren diesen Joghurt kostenlos zum probieren an bat wird er nun für 0.19 verkauft, da er den meisten schmeckt und am meisten verkauft wird in gegensatz zu anderen Joghurts wird er nun 0.10 cent treuer also statt 0.19 cent kostet er nun 0.39 cent und nun wird gemeckert weil er nun treuer ist. ich sag ok den musst du halt dir ein anderen billigen Joghurt kaufen der zwar nicht so schmeckt und diese Qulität auf weißt oder verzichtest auf beides.

    Man bekommt in heutigen leben nur wenig geschenkt, und wenn ein dienst seine arbeit gut macht sollte er auch entlohnt werden. also dafür bezahlt werden.

    LG Hitaros

  16. Für die Nutzer, die regelmäßig simfy in Anspruch nehmen, ist simfy Premium für 4,99 EURO sicher o.k. Das muss aber jeder für sich entscheiden.

    Für jemand, der simfy nur sporadisch nutzt, ist es eine Überlegung wert, ob man überhaupt simfy nutzt. Das hat aber nichts damit zu tun, dass man bisherigen Nutzern von simfy free Kostenlos- bzw. ALDI-Mentalität vorwirft, wie das hier vereinzelt geschieht. Das tut man doch auch nicht Nutzern privater Fernseh- und Radiosender gegenüber die auch nichts dafür bezahlen. Die Finanzierung geschieht hier nämlich auch durch Werbung und nicht durch Kosten an die Nutzer. Bei simfy free muss der Nutzer doch auch Werbung in Kauf nehmen. Das ist meines Erachtens nichts anderes, als bei den privaten Fernseh- und Radiosendern.

    Simfy free gibt es nunmehr nur noch maximal für 8 Wochen. Egal, wieviele Male man in dieser Zeit bei simfy war. Nach dem zeitlichen Ablauf von 8 Wochen ist Schluss und man kann die Titel nur noch 30 sec anhören, was wirklich uninteressant ist. Eigentlich ist simfy free, mit dem man mit Werbung zugeschüttet wird inzwischen uninteressant, wenn man sich zum “Ausprobieren” gleich bei simfy Premium für 4 Wochen gratis (und ohne Werbung) anmelden kann.

    Wenn Firmen, die bisher über simfy free Werbung geschaltet haben, immer noch die gleichen Werbekosten ausgeben wie früher, haben sie offenbar zu viel Geld. Ich kann mir nämlich nicht vorstellen, dass mit der letzten Änderung bei simfy free weiterhin so viele Nutzer erreicht werden wie bisher. Vielleicht gibt es simfy free nur noch deshalb, weil man damit Werbeeinnahmen erzielt.

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  1. [...] Spotify verfügt über die besseren Musik Clients für OS X, Windows, iOS und Android Spotify hat darüber hinaus keine Zweifel darüber gelassen, ebenfalls bald in Deutschland starten zu wollen, und greift wohl bald Simfy auf seinem Heimmarkt direkt an. Fazit: Wenn Streaming Musik dann ganz klar den Marktführer Spotify. Simfy hatte gute Ansätze, scheint diese aber nicht mehr finanzieren zu können, und schränkt das Angebot immer weiter ein. Mein Simfy Account ist gecancelt, ich höre Musik nun mit Spotify Premium. (via) [...]

  2. [...] ein wenig Ernüchterung aufkommen. Die Möglichkeit, Musik kostenlos legal zu streamen, neigt sich dem Ende entgegen. Preise zwischen 5 und 15 Euro für einen Premium-Account sind ein fairer Preis. Aber man [...]

  3. [...] bekannte deutsche Musik-Streaming-Portal simfy hat am Wochenende seine User mit neuen Einschränkungen beim Gratis-Angebot überrascht. Nur noch fünf Stunden im Monat kann man den Service kostenlos [...]

  4. [...] nutzen können, denn die Schweden suchen bereits eifrig nach Angestellten in Berlin, wie ihr bei netzwertig nachlesen könnt. Zudem könnt ihr euch mittlerweile auf der Spotify-Seite eintragen und werdet [...]

  5. [...] Tagen in Österreich und der Schweiz gestartet und bietet für kostenlose User 10 Stunden an.via NetzwertigPLISTA.items.push({"objectid":1720,"title":"simfy ku00fcrzt auf 5 gratis Stunden","text":"Bis vor [...]

  6. [...] BlackBerry Den eigenen Angaben nach soll Simfy ca. 13 Millionen Songs anbieten. Das Anhören der Songs ist auf Simfy kostenlos und legal. Für den Download eines Songs muss man Geld bezahlen. Das kostenlose Anhören von Musik hat aber auch eine Obergrenze und diese liegt laut der Homepage von Simfy bei 20 Stunden im Monat. Laut anderen Quellen soll der Dienst bald auf 5 Stunden im Monat beschränkt werden. [...]

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  8. [...] liefern die Kölner die Antwort: mit dem endgültigen Rückzug in die Nische der Bezahlanbieter.Ende November erläuterten wir, wie der On-Demand-Musikdienst simfy mit Einschränkungen bei seinem Gratisangebot nahezu [...]

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