Digitale Musik:
Es bewegt sich etwas –
außer in Deutschland
Während internationale Musikdienste um Deutschland noch immer einen großen Bogen machen, zeigt ein Blick ins Ausland, dass Bewegung in den digitalen Musiksektor kommt.
Doch außerhalb der Bundesrepublik bewegt sich einiges.
So verkündete Deutschlands einziger kostenfreier Dienst für On-Demand-Musikstreaming simfy in der vergangenen Woche den Launch in Belgien. Nach der Schweiz und Österreich ist dies der dritte Auslandsmarkt für das Kölner Startup.
Apropos Österreich: Dort hat am heutigen Dienstag – wie bereits in Linkwertig berichtet – Spotify seine Pforten geöffnet, womit erstmals der schwedische Streaming-Pionier und sein deutscher Nachahmer in einem Markt direkt aufeinander treffen.
Vergleichsweise große Neuigkeiten gibt es unterdessen auch von der anderen Seite des Atlantiks: Dort hat Apple die vor langer Zeit angekündigte, für das Unternehmen untypischerweise verspätete iTunes-Funktion “Match” aktiviert. Für 25 Dollar pro Jahr können iCloud-Nutzer ihr lokales Musikarchiv in die Apple-Cloud befördern und von dort in sehr guter Tonqualität über andere iCloud-Geräte anhören.
Das Besondere an iTunes Match: Es werden nur solche Titel tatsächlich zu iCloud hochgeladen, die Apple nicht bereits in seinem enormen Musikkatalog vorrätig hat. Auf diese Weise entfällt ein langwieriger, an der Bandbreite zehrender Upload-Prozess. Dieses Verfahren hat den Nebeneffekt, dass sich lokal gespeicherte Songs in mäßiger Qualität, die möglicherweise sogar aus illegalen Quellen stammen, über den Apple-Dienst “reinwaschen” und in puncto Tonqualität aufwerten lassen.
Apples Musikdienst gewinnt damit für US-Nutzer deutlich an Attraktivität und lässt Konkurrent Google und dessen (bisher offiziell ebenfalls nur in den USA verfügbaren) Speicherdienst für Musik Google Music alt aussehen. Zumindest bis zum morgigen Mittwoch. Dann lädt Google zum Presse-Event nach Los Angeles und wenn man der Gerüchteküche glauben schenken darf, soll eine verbesserte Version des Musikdienstes mit einem integrierten Downloadshop vorgestellt werden – allerdings ist angeblich lediglich Universal Music als eines der vier (bald nur noch drei) Majorlabels an Bord.
Diese vier Meldungen aus den letzten Tagen unterstreichen, dass sich das Verhältnis zwischen Labels und Verwertungsgesellschaften auf der einen Seite und Internetkonzernen sowie Musikstartups auf der anderen Seite partiell und vor allem im US-Markt zu entspannen scheint – wo mittlerweile mit Rdio, MOG und Spotify drei Angebote das kostenfreie Streaming von On-Demand-Musik ermöglichen.
Nur um Deutschland machen die Digitalakteure im Musikbereich derzeit noch einen größeren Bogen (wobei Rdio jüngst seine Deutschland-Ambitionen publik gemacht hat) – hier verteidigte die Verwertungsgesellschaft GEMA bisher aus ihrer Sicht erfolgreich ihre Hardliner-Position. Doch der Druck steigt, zumal mit der wachsenden Verfügbarkeit von zukunftsorientierten Musikangeboten in anderen Ländern auch für deutsche Nutzer die Möglichkeiten zunehmen, die hiesigen Einschränkungen via Proxy-Server, VPN-Verbindungen oder im Ausland angelegte Premium-Konten zu umgehen.
Immerhin: Mit DJparty.fm gibt es hierzulande jetzt einen ersten Service, der auf den Erfolg des nur (noch) in den USA verfügbaren DJ-Dienstes Turntable.fm aufzuspringen versucht. Mit dem gewählten Design und der Notwendigkeit zur Installation eines Plugins allerdings dürfte diese Mission schwer werden.






























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mich als musiker interessieren keine streamingdienste da ich daran so gut wie nichts verdiene.
Das habe ich mich beim gestrigen Spotify Start auch gefragt. Spontan war ich begeistert von spotify, da ich mir Alben, die ich bisher nicht gekauft habe on demand hören konnte – und das vollkommen legal. Zudem habe ich mir ernsthaft die Frage gestellt ob ich, wenn ich die Musik auch offline per App anhören kann, jemals wieder ein Album per Download kaufen muss, wenn das Album auch in Spotify verfügbar ist. Bisher habe ich pro Monat im Schnitt sicher 2-3 Alben digital erworben (dazu noch einige Vinyl Scheiben).
Als ich das in meinem Bekanntenkreis die Zahl 167 USD genannt habe, die Lady GaGa für 1 Million plays von Spotify bekommen hat, habe ich das Radioargument zu hören bekommen: “wieviel verdient Lady GaGa wenn ihr Song im Radio gespielt wird und es 1 Mio Leute hören?”. Meiner Meinung nach falscher Vergleich. Es geht darum die Musik hören zu können WANN ich will, und nicht wenn es ein DJ für richtig hält. Wenn ich genau die Musik die ich hören will dann hören kann wann ich will, muss ich sie dann noch besitzen?
Das andere Extrem ist: 1Mio spotify plays können nicht als 1 Mio ausgefallene bezahlte Downloads gerechnet werden. Die Wahrheit muss irgendwo dazwischen liegen. Was ich mich daher frage: Schade ich den Artists durch Spotify Abo auf legale Weise?
Nach 1 Tag Spotify kann ich nicht sagen wie genau es sich auf meinen Musikkonsum auswirken wird, nur eines weiss ich: er wird sich ändern.
Eben.
Wäre Spotify in Deutschland aktiv, hätte sich simfy vielleicht nie so gut entwickelt. Und das wäre schade.
Ansonsten hat sich aber auch einiges getan. Im Bereich der kostenpflichtigen Streaming-Dienste kann man unter mehreren interessanten Alternativen wählen. Die negative Sicht kann ich nicht teilen.
Angesichts dieser Situation und der Tatsache, dass von den kostenpflichtigen Streaming-Diensten in Deutschland keine Akzente oder Innovation ausgeht, kann ich deine positive Sicht nicht teilen.