Kollektives Smartphone-Musikerlebnis:
wahwah.fm vor Neustart
mit über 12 Millionen Songs

wahwah.fm will ein kollektives Musikerlebnis über Smartphones ermöglichen. Mit einer neuen App und über zwölf Millionen Songs wagt das Startup aus Berlin demnächst einen zweiten Anlauf.

Als das Berliner Musikstartup wahwah.fm im Frühjahr erstmals präsentiert wurde, zeigte ich mich begeistert: Das mutige, aber innovative Konzept, über mobile Apps gemeinsam mit anderen Hörern am selben Ort Musik zu genießen, wurde von Gründer Philipp Eibach und seinem Team ahnsehnlich verpackt und mit einer passenden Prise Berliner Lebensgefühl garniert.

Im Juni erblickte die erste Fassung der wahwah.fm-iPhone-App den App Store und war sofort weltweit verfügbar. Doch die Anwendung hatte eine entscheidende Begrenzung: Zum Start konnten lediglich bei SoundCloud befindliche Musikstücke zur persönlichen Playlist hinzugefügt werden, und dazu war zudem ein SoundCloud-Konto erforderlich.

Im Gegensatz zu anderen, erfolgreich auf der immer mächtigeren Berlin-Welle schwimmenden Internetunternehmen gelang es wahwah.fm außerdem nicht, in der Geek- und Kreativ-Szene der Hauptstadt einen signifikanten Hype zu generieren. Dieser jedoch ist gerade bei auf die Vernetzung von Anwendern ausgerichteten Onlinediensten enorm hilfreich, um zumindest lokal eine kritische Masse zu erreichen.

Für das Startup aus dem Berliner In-Bezirk Neukölln wäre es womöglich sinnvoller gewesen, zuerst in ausgewählten Städten und im Rahmen einer geschlossenen Beta-Phase zu starten. Das ist zwar nicht immer die beste Launchstrategie, aber zumindest im Falle von Amen hat es gut geklappt und hilft bei richtiger Umsetzung, durch die Verknappung Nachfrage zu generieren. Erst recht, wenn der Tischnachbar im Berliner Szene-Café erfährt, dass man selbst Zugang zu einem angesagten Dienst hat, er/sie aber nicht.

Vielleicht kommt es bezüglich wahwah.fm ja doch noch so weit: Die Berliner haben kürzlich ihre bisherige iPhone-App kommentarlos aus dem App Store entfernt und wagen demnächst einen zweiten Anlauf. Als “The new and real wahwah.fm” bezeichnen sie diesen auf der jüngst scharf geschalteten Ankündigungs-Seite.

wahwah.fm-Chef Philipp Eibach bezeichnete die erste Version der App schon damals nur als ersten Schritt zu dem Ziel, Menschen unterwegs das gemeinsame Hören von Musik zu erlauben. Insofern erscheint ein schneller Neustart mit den bisher gewonnen Erkenntnissen im Rücken sogar relativ konsequent – wenn auch das Entfernen einer alten App vor dem Start einer neuen immer Fragen aufwirft und sicherlich nicht als oberster Ratschlag im Internetgründerlehrbuch zu finden ist.

Mit der neuen wahwah.fm-App, deren genaues Veröffentlichungsdatum noch nicht feststeht, löst der Dienst sein einstiges Versprechen ein, Nutzern Zugriff auf einen umfangreichen Musikkatalog zu geben. Von Madonna bis Michael Jackson soll alles dabei sein – insgesamt über zwölf Millionen Titel. Die dazu notwendigen Vereinbarungen mit der GEMA (in Deutschland) seien bereits getroffen worden, so Eibach.

Künftig werden mobile Musikfreunde also von unterwegs aus vielen Millionen Titeln spontan Playlisten zusammenstellen können, die anderen wahwah.fm-Mitgliedern in der Umgebung zum Rein- und Rauszappen serviert werden. Der Gedanke, der Musik lauschen zu können, welche der/die Gegenüber in der U-Bahn gerade hört – in Echtzeit – reizt mich noch immer. Voraussetzung dafür ist aber natürlich, dass diese Person auch tatsächlich wahwah.fm nutzt.

Auf thereal.wahwah.fm könnt ihr eure E-Mail-Adressen eintragen, um rechtzeitig eine Einladung zu erhalten.

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5 Kommentare

  1. Herr Schmitz
    schrieb am 9. November 2011 um 13:55 Uhr (#)

    Ich glaube nicht, dass Wahwah erfolgreich sein kann, solange man auf der “Liveness” beharrt. Wahwah funktioniert (für mich) nur als Personal Radio Station, die immer an ist. Die Reduktion der Anfangsprobleme halte ich für einen falschen Ansatz, von dem ich mir aber gut vorstellen kann, dass er genau der ist, den man bei wahwah gewählt hat. Warum? Weil das restliche Agieren darauf schließen lässt.

    Der Umgang mit Blogs, Meinungsmachern, etc pp ist … gleich Null. Ob aber ein Verhalten, das man irgendwo zwischen Ignoranz und Überheblichkeit vermuten (es redet ja niemand) muss, das Richtige ist, um Fuß zu fassen, wage ich – genau wie du ja irgendwie auch – zu bezweifeln.

    Und vor allem fänd ich es schade, wenn eine gute Idee an die Wand gefahren wird. Außer es macht jemand anderes zeitnah besser.

    1. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
      schrieb am 9. November 2011 um 14:29 Uhr (#)

      Ohne Liveness fehlt dann aber der USP.

      Ich glaube schon, dass die Liveness funktionieren kann. Geht bei turntable.fm ja auch. Es setzt nur voraus, dass man es richtig angeht.

    2. Herr Schmitz
      schrieb am 9. November 2011 um 14:38 Uhr (#)

      Ok, dann anders: Liveness sollte Standard sein, aber es sollte eine Menge Stations geben, die als “Was geht eigentlich alles?”-Beispiele funktionieren und immer erreichbar sein sollten. Wenn man aber niemanden anspricht, der sich darum kümmert, wird das nichts.

      So ginge es vielleicht [sic!]. Aber ohne akute Liveness hätte man einen größeren Show-Off-Effekt. Und ein bisschen was könnte man ja dadurch erhalten, dass man, wenn jemand off geht, dessen letzte List (die letzten 10 Songs) noch weiter hören könnte.

      Wobei ich ehrlich gesagt nicht weiß, wie da der momentane Stand ist. Ich fand es so frustrierend, immer der einzige (bis auf 1-2 Wahwah-Leute) Mensch im weltweiten Netz zu sein, dass ich nach 10 Logins nicht mehr wirklich verfolgt habe, was da ging.

      Der erste Launch, um es mal klar zu sagen, war eine derartige Totgeburt, wie ich sie bei einem doch viel verpsrechenden Projekt selten gesehen habe.

    3. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
      schrieb am 9. November 2011 um 14:39 Uhr (#)

      Du weißt ja mittlerweile, dass ich ein alter Optimist bin:

      Das bedeutet dann aber, dass sie mehr gelernt haben als alle anderen Startups mit ihrem Launch ;)

    4. Herr Schmitz
      schrieb am 9. November 2011 um 16:00 Uhr (#)

      Den Beweis sind sie eben noch schuldig. (;

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