Nebeneffekt des neuen Google Reader:
Mehr RSS-Abonnenten
= mehr +1-Klicks

So sehr der überarbeitete Google Reader auch enttäuscht: Durch die Darstellung des +1-Buttons im Kontext der Artikel liefert Google Betreibern von Websites neue Anreize, möglichst viele RSS-Abonnenten zu gewinnen.

Jede noch so negative Entwicklung hat auch eine positive Seite – selbst der unpopuläre Relaunch des Google Reader, über den wir in den letzten Tagen ausführlich berichtet haben.

Eine der Maßnahmen von Google war es, die nur innerhalb des RSS-Werkzeugs präsente Like-Funktion durch den +1-Button zu ersetzen. Statt einen Artikel an dessen Ende direkt innerhalb des Google Readers per “Like” favorisieren zu können (eine Information, die nicht außerhalb des Dienstes Verwendung fand), prangt nun unterhalb eines jeden Beitrags der im Frühjahr von Google lancierte +1-Button.

Mit dem Betätigen dieser Schaltfläche empfehlen Nutzer den Beitrag weiter, was sich auf die Suchergebnisse ihrer Kontakte auswirkt. In einem zweiten Schritt haben sie außerdem die Möglichkeit, den Artikel ihren Google+-Followern zu präsentieren.

Die Integration des +1-Button in den Google Reader hat nun eine erfreuliche und eigentlich offensichtliche Folge: nämlich dass beliebte Artikel nun sehr viel mehr +1-Klicks erhalten als bisher.

Unser Beitrag zur überarbeiteten Fassung des Google Reader bekam ganze 71 “+1″-Klicks von Google-Nutzer, wie der Button unterhalb des Beitrages signalisiert - das ist ein neuer Rekord. Auch wenn wir dies nicht anhand einer Statistik belegen können, ist augenscheinlich, von wo aus ein signifikanter Teil der Klicks gekommen ist: von Anwendern, die den Beitrag im Google Reader gelesen haben.

Bisher glichen RSS-Feeds aus Sicht von Website-Betreibern einer abgedunkelten Einbahnstraße. Nur begrenzt ließen sich Zahlen zur Nutzung und Aktivität der RSS-Abonnenten erheben, und auch die direkte Integration von interaktionsfähigen Feedback-Buttons wie dem Facebook “Gefällt mir”-Knopf oder Flattr ist quasi unmöglich.

Mehr als Dreiviertel der netzwertig.com-RSS-Abos erfolgen über den Google Reader (bzw. iGoogle)
Mehr als Dreiviertel der netzwertig.com-RSS-Abos erfolgen über den Google Reader (bzw. iGoogle)
Durch die Einbettung des +1-Buttons im Kontext aller Artikel eines Feeds schafft Google zumindest für die Nutzer seines RSS-Readers eine Möglichkeit der Ein-Klick-Geste, deren Bedeutung über das kleine, gemütliche Reader-Universum hinaus geht. Jedes +1, das aus dem Reader kommt, wird auch auf der Originalquelle sichtbar (sofern ein +1-Button dort eingebaut ist) und beeinflusst die Suchergebnisse der Kontakte des Klickenden.

Die Implikationen dieser Entwicklung haben es in sich: Denn dies bedeutet, dass statistisch gesehen eine größere Zahl an RSS-Abonnenten mehr Google+-Klicks generiert – zumal ihr für den Reader notwendiges Google-Konto sie automatisch zum Betätigen des +1 autorisiert.

Und: Bietet eine Website oder ein Blog einen sogenannten “Fullfeed” mit dem kompletten Text an (wie netzwertig.com), ist die Wahrscheinlichkeit zahlreicher +1-Klicks im Google Reader deutlich höher, als wenn (wie bei Onlineangeboten der Mainstreampresse üblich) nur die Überschrift und ein kurzer Textanriss im RSS-Feed erscheint.

Plötzlich existiert für Websites ein völlig neuer Anreiz, RSS-Feeds mit den vollständigen Artikeln anzubieten und auf eine größtmögliche Abonnentenzahl hinzuarbeiten!

Doch die Voraussetzung für positive Effekte ist natürlich, dass der Google Reader weiterhin das bevorzugte RSS-Tool der Nutzer bleibt. Daran bestehen zur Zeit allerdings berechtigte Zweifel. Der Austausch der Like-Funktion gegen den +1-Button war leider das einzige, was Google bei dem Relaunch des Dienstes gut gemacht hat.

Solltet ihr diesen Beitrag im Google Reader lesen – klickt gerne auf den +1-Button unterhalb.

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8 Kommentare

  1. Herr Schmitz
    schrieb am 3. November 2011 um 14:04 Uhr (#)

    Das greift ein bisschen kurz. Alles, was du sagst, hätte man auch in das Ökosystem GReader einbetten können, ohne es zu zerstören. Insofern, klar, da sind auch positive Effekte, aber wiegen die die verbrannte Erde auf? Ich denke nicht.

    Abgesehen davon hat Google offensichtlich gerade einen Run. (; (siehe Gmail App)

    1. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
      schrieb am 3. November 2011 um 14:12 Uhr (#)

      Gib’s zu, du hast den Artikel nur überflogen und Aussagen wie diese überlesen

      ” Der Austausch der Like-Funktion gegen den +1-Button war leider das einzige, was Google bei dem Relaunch des Dienstes gut gemacht hat.”

    2. Herr Schmitz
      schrieb am 8. November 2011 um 10:52 Uhr (#)

      Ich gestehe. Aber es ist auch wirklich ein Kunsstück, dem Ganzen nopch was positives abzugewinnen. Das macht man einfach nicht. (;

  2. René Fischer
    schrieb am 3. November 2011 um 15:28 Uhr (#)

    72 (und nein, nicht aus dem Reader geklickt ;)

  3. Jasmin
    schrieb am 4. November 2011 um 23:16 Uhr (#)

    Suche immer noch nach einer Alternative zur Like/Empfehlung Funktion und für jeden “Lesenswerter Artikel” ein +1 finde ich suboptimal.

    Vermisse auch eher die Info’s meiner verfolgten Reader Kumpels.

    Für Lösungsansätze bin ich immer dankbar ;)

  4. Jasmin
    schrieb am 7. November 2011 um 23:17 Uhr (#)

    Die ersten (Empfehlung) Möglichkeiten kommen wieder siehe Blog: http://cocasblog.de/2011/…chrome-reaktivieren/

    1. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
      schrieb am 8. November 2011 um 06:40 Uhr (#)

      Jo siehe auch hier
      http://netzwertig.com/201…hung/#comment-300939

      Ich weiß nicht, ob der Einsatz eines solchen Workarounds sinnvoll ist… bist du zufrieden mit der Lösung?

  5. Herr Schmitz
    schrieb am 8. November 2011 um 10:51 Uhr (#)

    Wenn es jetzt noch ein Plugin für die Folder-Settings geben würde, wäre alles schick. (;

    Ansonsten bin ich so oder so ein bisschen gespannt auf Hivemined.

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