Gidsy:
Marktplatz für Aktivitäten

Das Berliner Startup Gidsy ermöglicht es Privatpersonen, Aktivitäten, Unternehmungen und Kurse für Interessierte anzubieten und damit Geld zu verdienen. In der kommenden Woche wird der Dienst auch in New York lanciert.

Für ein kurz vor dem Launch stehendes Startup ist es immer hilfreich, wenn bereits im Vorfeld für Aufmerksamkeit gesorgt und damit die Zahl der Newsletter-Abonnenten, Betatest-Aspiranten und Medienbeobachter erhöht werden kann. Gidsy, einem neuen Onlinemarktplatz aus Berlin, auf dem Privatpersonen Aktivitäten von Privatpersonen für Privatpersonen anbieten, ist dies sowohl durch eifriges Trommeln und Netzwerken in der lokalen Webszene der Hauptstadt als auch durch seinen visuell ansprechenden und aufsehenerregenden Guide gelungen, der das Perfekte Gidsy-Inserat beschreibt.

Am gestrigen Mittwoch ging der junge Dienst mit einer vorerst auf Berlin beschränkten Plattform online. In der kommenden Woche soll New York als zweite Gidsy-Stadt folgen.

Das durch das Internet populär gewordene Prinzip der Peer-to-Peer-Ökonomie, bei dem Wohnungen (z.B. AirBnb, 9flats), Autos (z.B. tamyca oder Nachbarschaftsauto) oder Parkplätze (ParkatmyHouse) von Privat zu Privat vermietet werden, überträgt der von den Niederländern Edial Dekker und Floris Dekker sowie dem Österreicher Philipp Wassibauer gegründete Dienst auf Aktivitäten, Unternehmungen und Stadtführungen.

Bei Gidsy können Privatpersonen, die sich in Berlin (und später in New York und weiteren Städten) gut auskennen oder andere Menschen für ihr ganz persönliches Hobby begeistern möchten, Aktivitäten inserieren und sich damit ein Zubrot verdienen. Aktuelle Inserate reichen von einem Snooker-Kurs über eine urbane Schatzsuche und Yoga-Kurse bis hin zu Graffiti-Touren und Kochkursen.

Wer auf der Suche nach einer unterhaltsamen, lehrreichen oder kurzweiligen Unternehmung ist und bei Gidsy fündig wird, bezahlt den vom “Host” definierten Preis online und findet sich anschließend am vereinbarten Treffpunkt ein. Spätestens 30 Tage nach der Durchführung der jeweiligen Aktivität erhält der Initiator seine Auszahlung, abzüglich einer moderaten zehnprozentigen Provision, die bei Gidsy verbleibt.

Gidsy gehört zur neuen, primär in Berlin anzutreffenden Startup-Generation, die Wert auf Design, Internationalität und eine urbane Nutzerschaft legt. Gidsy wird zum Start lediglich auf Englisch angeboten, was besonders angesichts des Starts in der deutschen Hauptstadt nicht jeder nachvollziehen können wird. Allerdings passt dies gut zur gewählten Positionierung von Gidsy und zum Status von Berlin als Anziehungspunkt für Kreative, Künstler und Visionäre aus aller Welt und es unterstreicht die globalen Ambitionen des Startups.

Die Entwicklung ihres Dienstes haben die drei Gidsy-Macher bisher aus eigener Tasche finanziert (ein Hoch auf Berlins vergleichsweise niedrige Lebenshaltungskosten). “Unser Wunsch ist es, dass Menschen eines Tages von den Einnahmen leben können, die sie durch über Gidsy angebotene Aktivitäten erzielen”, so Mitgründer und CEO Edial Dekker. Er unterstreicht, dass das momentan sechsköpfige Gidsy-Team in den nächsten Wochen sehr genau auf das Feedback der sich momentan bildenden Community hören und zahlreiche weitere Features veröffentlichen wird.

Während sich Gidsy in Sachen Design und Tonalität an erfolgreichen US-Webdiensten orientiert und die erstarkende Berliner Startupgemeinde im Rücken hat, ist es mit der Idee eines Marktplatzes für von Privatpersonen organisierte Aktivitäten nicht allein: Auch der von uns kürzlich vorgestellte Münchner Dienst Excursiopedia geht in diese Richtung, zielt aber weniger auf urbane “Hipster” ab und legt seinen Schwerpunkt auf Erlebnisse und Touren im Kontext von Reisen. Bei MyGuidie aus Polen steht unterdessen der persönliche Cityguide im Mittelpunkt, was Gidsys Ansatz nahe kommt.

Jeder Menschen hat eine besondere Expertise, ein spezielles Talent oder viel Zeit, die anderen zur Verfügung gestellt werden kann. Gidsy bringt diese Personen mit Interessierten zusammen, die davon profitieren wollen, ohne sich einen professionellen Anbieter zu suchen – der entweder teuer ist oder gar nicht existiert. Potenzial ist auf jeden Fall vorhanden. Ich bin sehr gespannt, wie sich Gidsy entwickelt.

Link: Gidsy

Mehr lesen

Linkwertig: Kwick, SOPA, Google, Gidsy

16.1.2012, 1 KommentareLinkwertig:
Kwick, SOPA, Google, Gidsy

Kwick wurde elf Jahre alt, Ashton Kutcher investiert nun auch in Gidsy und mehr.

Linkwertig: Popcorn, Gidsy, Buffer, Groupon

11.11.2011, 0 KommentareLinkwertig:
Popcorn, Gidsy, Buffer, Groupon

Pingdom erinnert uns daran, wie schnell sich im Web die Dinge ändern, Mozilla startet Popcorn und mehr.

eBay für Apps: Apptopia ist ein Marktplatz  für komplette Mobil-Anwendungen

10.5.2012, 0 KommentareeBay für Apps:
Apptopia ist ein Marktplatz für komplette Mobil-Anwendungen

Entwickler, denen Expertise, Zeit oder Mittel fehlen, um ihren mobilen Apps zum Durchbruch zu verhelfen, können diese über Apptopia veräußern und so den bisherigen Aufwand monetarisieren.

WGFinden: Mit Matchmaking zu den  perfekten Mitbewohnern

3.4.2012, 5 KommentareWGFinden:
Mit Matchmaking zu den perfekten Mitbewohnern

WGFinden will die Suche nach den perfekten WGs und Mitbewohnern mit Matchmaking-Funktionen und einem modernen Äußeren deutlich vereinfachen.

Kollaborativer Konsum: fashionlend macht den  Kleiderschrank zur Erlösquelle

30.3.2012, 11 KommentareKollaborativer Konsum:
fashionlend macht den Kleiderschrank zur Erlösquelle

fashionlend möchte Besitzer großer Garderoben dazu animieren, ihre Kleidung zu vermieten. Sein Debüt feiert das Startup aus Wien in den Städten New York, San Francisco, Los Angeles and London.

Zu unrecht stigmatisiert: Peer-to-Peer ist besser als sein Ruf

5.5.2012, 2 KommentareZu unrecht stigmatisiert:
Peer-to-Peer ist besser als sein Ruf

Einst galt das Peer-to-Peer-Verfahren als Innovation, die einen effektiveren und kostenschonenderen Datenaustausch ermöglicht. Mittlerweile hängt dem Ansatz jedoch der Makel des Bösen und Illegalen an. Zeit, den Ruf von P2P wieder aufzupolieren.

Kick a File: Dateien austauschen via Facebook

11.4.2012, 0 KommentareKick a File:
Dateien austauschen via Facebook

Kick a file ist eine Facebook-App zum Transfer von Dateien – kann man aus einer solchen Idee ein Startup bauen?

Berliner Startup Pipe: Direkte Dateitransfers  zwischen Facebook-Nutzern

15.3.2012, 10 KommentareBerliner Startup Pipe:
Direkte Dateitransfers zwischen Facebook-Nutzern

Pipe erlaubt den direkten Austausch von Dateien zwischen zwei Facebook-Nutzern ohne zwischengeschalteten Server. Weder das Berliner Startup noch Facebook erfahren dabei, welche Daten oder Inhalte Anwender austauschen.

5 Kommentare

  1. Jonas
    schrieb am 3. November 2011 um 10:57 Uhr (#)

    Kleine Ergänzung zum “Netzwerken in der Hauptstadt”: die Jungs hatten in Berlin zunächst die Agentur yourneighbours.de aufgemacht, darüber bereits einige Vorzeigeprojekte umgesetzt und sich ebenfalls als Organisatoren u. Vortragende bei Veranstaltungen eingebracht.

  2. Marten
    schrieb am 3. November 2011 um 11:50 Uhr (#)

    Ich finde die Idee super!! Vor allem auch die optische Umsetzung ist für meinen Geschmack sehr sehr gut gelungen. Endlich mal ein “deutsches” Startup mit einer stylischen Website und nicht einer Seite die aussieht wie aus einem (alten) Homepagebaukasten.

  3. Edial Dekker
    schrieb am 3. November 2011 um 14:27 Uhr (#)

    Thanks a lot for the kind comments everyone. We’re very open for feedback, and are looking forward to be releasing a lot of exciting features. We’re just at the beginning!

  4. Claas
    schrieb am 16. Februar 2012 um 11:51 Uhr (#)

    finde interessant, dass http://www.Regiondo.de in der Gidsy Thematik immer keine Beachtung findet. Obwohl größer, dafür aber nicht “cool”. Interessant wie wichtig “cool” im PR Kontext ist…

    1. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
      schrieb am 16. Februar 2012 um 13:56 Uhr (#)

      Yep. So ist nunmal. Zudem würde ich sagen: Startups, deren Namen auf “ndo” oder “mundo” enden, haben’s extra schwer – ist einfach total verbraucht und nicht unique genug.

Pingbacks

Pingbacks anzeigen...

Diesen Artikel kommentieren

Wir sind sehr an einer offenen Diskussion interessiert, behalten uns aber vor, beleidigende Kommentare sowie solche, die offensichtlich zwecks Suchmaschinenoptimierung abgegeben werden, zu editieren oder zu löschen. Mehr dazu in unseren Kommentarregeln.

 
vgwort