Der Aufstieg der Tablet-PCs:
Wenn der Genussmodus aktiviert wird
Tablets und vor allem das iPad verkaufen sich blendend. Notebooks oder stationäre Rechner verdrängen die tragbaren Touch-Computer zwar nicht vollständig, aber in einigen Jahren werden sie in den meisten westlichen Haushalten zu finden sein.
Diese ganz und gar nicht wissenschaftliche Befragung verdeutlicht, dass etwa anderthalb Jahre nach dem Verkaufsbeginn der ersten iPad-Version – der gleichzeitig den Startschuss für diese neue Produktkategorie markiert – Tablet-Computer noch immer nicht alle Konsumenten von ihrer Existenzberechtigung überzeugt haben. Doch die Tablet-Befürworter waren an dem Abend in der Mehrzahl: Denn ich kann mir ein digitales Leben ohne das iPad (oder ein vergleichbares Android-Gerät) mittlerweile nicht mehr vorstellen.
Schon elf Prozent der US-Amerikaner besitzen laut einer aktuellen Studie von Pew Research ein Tablet. Von den über 1000 Befragten gaben 77 Prozent an, ihren Tablet-PC täglich zu nutzen und das für durchschnittlich satte 90 Minuten. Nachrichten, E-Mails und Spiele zählen dabei zu den besonders beliebten Beschäftigungen.
Dreiviertel der US-Tablet-Nutzer verwenden ihr Gerät also jeden Tag für über eine Stunde. Besagter Freund von mir, der nach einigen Monaten im Besitz des iPad 2 über dessen Verkauf nachdenkt, gehört damit augenscheinlich zu einer Minderheit – zumindest wenn man davon ausgeht, dass die tägliche Nutzung eine grundsätzlich positive Haltung zu dem mobilen Touch-Computer bedeutet.
Tablets machen anderen Gerätetypen Konkurrenz
Tablets werden das Notebook oder den stationären Computer nicht ersetzen, und viele der für Tablets typischen Aktivitäten lassen sich auch mit Smartphones erledigen. Trotzdem bin ich überzeugt davon, dass Tablets speziell in puncto Medienkonsum allen anderen IT-Produktgattungen Nutzungszeit stehlen und dass sie innerhalb weniger Jahre in den meisten westlichen Haushalten präsent sein werden. Die Verkaufszahlen zeigen nach oben – im zweiten Quartal 2011 wurden laut Abiresearch 13,6 Millionen Tablets ausgeliefert und nur 7,3 Millionen Netbooks – zumal speziell mit den Samsung-Tablets erst jetzt brauchbare Geräte abseits des Apple-Universums auftauchen.
Ich bin noch immer zufriedener Besitzer eines iPad der ersten Generation, das vorrangig innerhalb meiner vier Wände zum Einsatz kommt. Auf Reisen nehme ich meist mein Notebook mit und lasse das iPad zu Hause, weil sich mit dem Laptop Artikel für dieses Blog einfach besser schreiben lassen. Tablets sind in der heutigen Form tatsächlich eher Medienkonsum- als Medienproduktionsapparate. Einige Tage komme ich also gut und gerne ohne das iPad aus – wenn es sein muss.
Doch jedes Mal freue ich mich dann darauf, meine RSS-Feeds endlich wieder bequem per iPad und Reeder-App auf dem Sofa, im Bett oder in der Küche lesen zu können. Neben meinen Feeds nutze ich auf dem iPad auch einschlägige Nachrichtenwebsites, Twitter und gelegentlich soziale Newsreader wie Flipboard, lese Mails, moderiere Blogkommentare, streame ab und zu Fernsehen über die Zattoo-iPad-App, nutze einige Apps der TV-Sender und schaue mir vom Medien-PC per WLAN übertragene Filme und Serien an per GoodPlayer an.
Wenige, dafür intensiv genutzte Apps
Als ich im Sommer 2010 nach einem Monat der iPad-Nutzung mein erstes Fazit zu dem Tablet veröffentlichte, erläuterte ich, wie für mich bei dem Apple-Tablet Qualität und nicht Quantität im Vordergrund steht, was sich auch an der geringen Zahl an von mir regelmäßig genutzten Apps bemerkbar machte. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Noch immer sind es vergleichsweise wenige Anwendungen, die ich dann aber ser häufig und ausgiebig einsetze (anders als bei meinem Smartphone). Auch Musik höre ich mit dem iPad bisher kaum, weshalb die Applikationen von beispielsweise simfy oder SoundCloud mich eher kalt lassen. Allerings ist der Musikkonsum über Tablets laut einer TNS Emnid-Studie äußerst verbreitet und beliebt.
Müsste ich mich zwischen meinem Smartphone und Tablet entscheiden – ich würde mich schweren Herzens vom iPad trennen. Wäre ich kein primär aus dem Heimbüro arbeitender Contentproduzent und stünde vor der Wahl “privates Notebook oder iPad” – ich würde mich wahrscheinlich für das Tablet entschließen – mit ergänzender Tastatur für den Fall, dass ich doch mal einen langen Text schreiben muss.
Tablets sind derzeit noch Luxus
Anders als Mobiltelefone und Notebook/stationäre PCs sind Tablets noch Luxusprodukte, die nur wenig zur Befriedigung menschlicher Primärbedürfnisse beitragen. Sobald der in der digitalen Welt beheimatete Mediennutzer aber den persönlichen Genussmodus aktiviert, die Beine hochlegt und sich abseits des hektischen Treibens einer schier unbegrenzten Auswahl an Inhalten und Informationen widmet (oder eventuell auch dem ein oder anderen kurzweiligen Spiel), gibt es keinen anderen Produkttypen, der ähnlich vielseitig einsetzbar ist wie ein Tablet


























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Also mir reicht das Smartphone für den mobilen Einsatz ganz und gar nicht. Das Display ist für verschiedene Anwendungen dann doch einfach zu klein. Nein, mein iPad würde ich für ein Smartphone niemals hergeben. ;)
Ich setze das iPad auch ab und zu zum Arbeiten ein, mit einer externen Tastatur. Wirklich zum Arbeitsinstrument kann das iPad aber erst werden, wenn eine Maus einsetzbar ist und eine Dateiverwaltung existiert.
@Ana: Dann hat man aber schnell wieder ein Notebook, oder?
Ich sehe auch eine große Zukunft für Tablets, weil sie vom Format bisherigen Printmedien am ehesten entsprechen.
Sie haben nur leider noch ein großes Manko: Fehlende Halteschlaufen wie an Digitalkameras als Schutz vorm Runterfallen. Wie leicht stößt man beim Umhertragen mal irgendwo gegen, kommt ins Stolpern o.ä. Eine Halteschlaufe böte für solche Fälle viel mehr Schutz. So trage ich das Ding immer wie ein rohes Ei hin und her.
Weiteres Manko: Eingabestifte fürs Schreiben und Anklicken müßten Standard werden. Ohne das oder Maus sind Tablets bisher m.M. nur halb so gut zu gebrauchen.
Außerdem bräuchten Tablets einen zweiten Touch-Modus: Das was bei der Maus der Mausover-Modus ohne geklickte Maustaste ist. Um den Cursor besser positionieren zu können, ohne gleich immer irgendwas anzutouchen.
@Andreas
Ja, dann hat man schnell wieder ein Notebook. Aber eben erweitert um die neuen Tablet-Funktionalitäten. Ich sehe in der sehr beweglichen Kombination mit der ab – und ansteckbaren Tastatur fast einen Standard für die Zukunft des Tablets, vielleicht zu ca. 70%. Weil man damit besser längere Texte eingeben kann und weil das Gerät damit einen festeren Stand hat.
@ Michael
Nutzt du keine Schutzhülle? Ohne die wäre es mir auch zu riskant.
Einen Eingabestift habe ich noch nie vermisst.
Inwiefern schützt denn eine Schutzhülle gegens Zertöppern beim Runterschmeißen? So ein Tablet kann einem ja schnell mal aus der Hand fallen. Und einen Stift könnte ich für vieles Anklicken in Windows-Tablet gebrauchen. Fensterschließen, Minimieren, Bookmarks, Browserzeile, Scrollen, Schreiben usw. Mit den Wurstfingern ist mir das oft viel zu mühsam, wobei Schreiben mittlerweile einigermaßen geht. Vielleicht ist Android da ja schon besser als Windows.
Eine rechte Maustaste wie Notebooks könnten Tablets übrigens auch gebrauchen, wäre einfacher.
Ich war bisher mit meinem iPhone sehr zufrieden, gebe aber zu, dass ich immer öfter zum iPad greife um in Ruhe und bequem Blogs zu lesen u. s. w.
Ich nutze es überwiegend privat und bin seitdem wesentlich interaktiver geworden, was wiederum viel Spaß macht.
Und auf einmal kommt mir mein iPhone- Dislay so klein vor ;-)
Danke für den guten Artikel. Ich war gestern ganz erschrocken als es mich mal wieder in einen Saturn verchlagen hat. Ich wollte mal sporadich nach einem Rechner alter Bauart schauen. Tja was sollich sagen, s gab nur etwa fünf Modelle und das wars. Laptop´s Tablet´s in unüberschaubarer Menge. Also hier ist es schon soweit.
@Michael:
So ein Tablet gibt es bereits.
“Thinkpad Tablet” von Lenovo. Mit Stift, Handschrifterkennung und anderen thinkpadtypischen Business-Features.
Allerdings ohne Apfel-Logo ;)
soll ja für einige tatsächlich ein Ausschlussgrund sein…