Sorge um die Zukunft des Google Reader:
Twitter als Alternative zu RSS-Readern

Offene Formate zur Bereitstellung und Organisation von Nachrichten gehen in sozialen Netzwerken auf oder werden nicht weiterentwickelt. Wie werden Vielleser zukünftig innerhalb von Netzwerkstrukturen ihren Informationsbedarf ökonomisch gestalten können? Twitterlisten sind eine Lösung!

Twitterliste in TweetdeckGoogles Ankündigung, seinen RSS-Reader aufzuräumen und dabei näher an Google+ zu binden, hat bei „News Junkies“ Unmut hervorgerufen (nachzulesen beispielsweise hier, hier, hier oder hier - mittlerweile gibt es auch eine Petition). Twitter bietet Nutzern mit seiner Listenfunktion jedoch eine oftmals unterschätzte und vielfach ungenutzte Möglichkeit, sich ihren Informationsfluss vergleichbar effizient organisieren zu können.

Nachrichtenlesen ist Arbeit

Die Kompetenz, sich einen Interest Graph aufzubauen und diesen auch organisieren und pflegen zu können, stellt die Voraussetzung dafür dar, nicht nur in einer Informationsgesellschaft zu leben, sondern auch daran zu partizipieren.

Der Google Reader bot sich bisher in seiner Schlichtheit und einfachen Handhabung als ideales Tool an, Nachrichtenströme dahingehend organisieren und strukturieren zu können. Googles derzeitiges Bestreben, sein Portfolio zu verkleinern und die verbleibenden Dienste weiter zu zentralisieren, lässt jedoch offen, inwieweit dessen Funktionalität erhalten bleiben wird.

Der Interest Graph geht im Activity Stream auf

Ich selbst habe nie ausführlich RSS-Reader genutzt, sondern versuche meinen Nachrichtenkonsum komplett über Twitter abzubilden. Die Vielzahl an übersichtlich gestalteten, funktionalen und gut zu handhabenden mobilen Clients, deren geringer Datenhunger und der damit verbundene schnelle Zugriff auch innerhalb karger UMTS-Landschaften, waren und sind für mich hierbei die relevanten Entscheidungsfaktoren.

Nachrichten, Statistiken, Analysen, Nutzermeinungen und eigene persönliche Haltungen fließen hier innerhalb nur einer Oberfläche zusammen. News über diesen Weg kommentiert zu verteilen und dabei bereits von einem Stimmungsbild zu gleichen Themen in der Netzwerkumgebung beeinflusst worden zu sein, schafft jedoch eine andere Situation, als wenn die gleichen News aus einer vorgelagerten Stufe, einem Reader, lediglich an Twitter weiterleitet werden, da man dann nicht vergleichbar nah an der Stimmungslage der Leser und somit möglicher Rezipienten ist. Das Meinungsbild im Netzwerk beeinflusst die eigenen Kommentare. Diese Beiträge bilden dadurch weniger ein nüchternen Feed, als vielmehr ein Activity Stream.

Twitterlisten können die besseren Circles sein

Eine Twitter-Timeline „abzuarbeiten“, ist ab einer bestimmten Anzahl an gefolgten Konten nicht mehr effizient zu handhaben. Die Listen-Funktion des Nachrichten-Netzwerks kann aber bei gezielter Nutzung eine Schlüsselfunktion darstellen, um dem Informationsfluss eine Struktur zu geben, die den Einsatz eines „vorgelagerten“ RSS-Readers überflüssig macht:

Wenn man Listen nicht für Dritte erstellt, sondern diese Funktion einzig als Strukturhilfe für sich selbst betrachtet, kann man sich eine Ordnerstruktur vergleichbar der eines Readers aufbauen. Das Listen-Feature ist hierbei zwar auf 20 Topics beschränkt, diese lassen sich dafür jedoch sehr bequem über mobile Clients erstellen und auch verwalten.

Der wesentliche Punkt dabei ist, dass man als Nutzer, sobald man seinen Listen-Pool erstellt hat, reine Listen-Followings anlegen kann, ohne den jeweiligen Accounts dabei folgen zu müssen.

Dadurch hat man die Möglichkeit, sich themenspezifische Kanäle aufzubauen und mit Inhalt befüllen zu lassen, der in der Haupt-Zeitleiste nicht erscheint. Retweets und Erwähnungen sind innerhalb der Listen ebenfalls möglich, eine funktionale Einschränkung gegenüber „echten“ Followings gibt es also nicht.

Dieses Feature stellt eine ausgezeichnete Möglichkeit dar, gleichzeitig beliebig viele Inhalte abonnieren zu können und dennoch Ordnung und Übersichtlichkeit aufrecht zu erhalten, um dadurch ein effizientes und produktives Arbeiten innerhalb dieser Plattform zu ermöglichen.

Die Vorteile eines RSS-Readers (Organisation) und die Vorteile von Twitter (höhere Netzwerkeffekte als beispielsweise durch die nun vor dem Aus stehende Shared-Item-Funktion im Google Reader) lassen sich hier sinnvoll in einer einzigen Umgebung miteinander kombinieren.

Ein weiterer positiver Effekt ist, dass sich gerade Einsteiger, die erst noch Follower gewinnen müssen und sich eine Reputation aufbauen möchten, direkt von Beginn an ein positives Verhältnis von Followern zu Followings schaffen können. Automatisierte Newsfeeds oder Prominente, die jeweils nicht zurück folgen würden, deren Inhalte man aber dennoch lesen möchte, lassen sich in Listen ablegen und belasten dadurch nicht diesen Quotienten, der Neulingen, die vielleicht Ihren thematischen Schwerpunkt auch noch gar nicht gefunden haben, den Aufbau eines Netzwerkes sonst zusätzlich erschweren könnte.

Mobil verfügbare Nachrichten erhöhen die Produktivität

Voraussetzung für diese Art der Nutzung ist jedoch eine Kenntnis der Funktionen mobiler Clients.

Twitter selbst hat es leider bisher versäumt, dieser Listenfunktion eine besondere Beachtung zu schenken. So wird die Option, aus Listen-Followings retweeten zu können, lediglich von Drittanbieter-Clients unterstützt. Unter iOS bieten z.B. Echofon und TweetDeck diese Funktion, ebenso wie die Einstellung, sich bestimmte Listen beim Start des Clients direkt auf dem Homescreen anzeigen zu lassen.

Dadurch erhalten Nutzer die Möglichkeit, sich gegebenenfalls eine Toppliste mit den jeweils wichtigsten Followings und Listen-Followings ohne Umwege anzeigen zu lassen. Eine Option, von der ich im Alltag oft Gebrauch mache. Ich arbeite meinen Newsstream über diesen Weg gern in über den Tag verteilten Zeitfenstern ab (Wartezeiten, Staus). Was mich inhaltlich interessiert, aber eventuell zu umfangreich oder aufgrund einer schlechten Datenverbindung zu zeitintensiv in der Bearbeitung ist, lege in Diensten wie Instapaper oder Read It Later ab, solange bis wieder ein WLAN in Reichweite ist.

Ein weiterer empfehlenswerter mobiler Client unter iOS ist Tweetbot. Die Listenfunktion kommt hier sogar zweifach zur Anwendung: Durch die Wahlmöglichkeit, entweder alle Tweets einer Liste zu lesen oder aber ein bestimmtes Following innerhalb einer Liste selektiv abrufen zu können, stellt dieser Client zusätzlich Unterordner innerhalb der Listenstruktur zur Verfügung.

Der zeitliche Aufwand, sich mit dieser Methode einen persönlichen Nachrichtenpool innerhalb des eigenen Twitter-Accounts aufzubauen, dürfte dabei mit dem der Einrichtung eines RSS-Readers vergleichbar sein.

 

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31 Kommentare

  1. Solange ich den Lesestatus meiner Twittertimeline nicht über mehrere Geräte syncen kann, ist Twitter für mich keine Alternative

  2. Ohne den Artikel jetzt sehr gründlich gelesen zu haben (tschuldigung): Die Sorge, dass Google den Reader einstellt, halte ich für relativ unbegründet. Weil Google auf die Integration dieses in der Tat guten Aggregationswerkzeugs in sein Informationsnetzwerk mit Google, G+, iGoogle usw. kaum verzichten wird. Warum sollten sie auch … Kost’ kaum was und bringt großen Nutzen für alle Seiten.

    • PS. Zumal sich RSS-Reader zu weit mehr nutzen lassen als nur der News-Aggregation – zur Aggregation von allem anderen möglichen Feed-Zeug. Und davon gibts ja massig viel. Blogs, Suchen usw.

  3. “Das Listen-Feature ist hierbei zwar auf 20 Topics beschränkt”

    Was bedeutet das genau?

  4. Twitter ist für mich auch definitiv keine Alternative. Zum Einen gibt es viele Infoquellen, die Twitter gar nicht oder nicht durchgängig nutzen, dafür aber meistens einen RSS-Feed bereit stellen (vor allem auch Dienste abseits von reinen News). Zum Anderen kann Twitter den für mich wichtigsten Vorteil eines RSS-Readers auch nicht ersetzen: Die Möglichkeit, Beiträge sofort im Reader vollständig zu lesen. Ich spare extrem Zeit, wenn ich im Google Reader meine Feeds durchlese anstatt für alles, das mich eventuell interessieren könnte, einzelne Tabs im Browser zu öffnen. Ganz zu schweigen vom Sparen der Bandbreite, wenn ich das Design jeder einzelnen Seite nicht immer mitladen muss.

    An RSS führt in meinen Augen einfach kein Weg vorbei, wenn man über verschiedenste Dinge auf dem Laufenden bleiben will und die Infomassen zudem leicht organisieren und lesen will. Das Format wird vermutlich noch lange Zeit existieren und verwendet werden. Daher denke ich auch nicht, dass Google in naher Zukunft seinen Reader einstellen wird, wo dieser doch sehr viel genutzt wird und so ziemlich der beste Online-RSS-Reader ist. Auf die Share-Option kann ich gut verzichten, da ich diese eh nie verwendet habe. Und wenn ich mal was teilen will, kann ich auch einfach Beiträge im Browser öffnen und darüber via Twitter, Facebook oder was weiß ich noch mit der Welt teilen.

  5. Der zentrale Satz dieses Beitrages: “Mobil verfügbare Nachrichten erhöhen die Produktivität.” Ich lese Nachrichten seit 1998 fast nur noch auf dem Mobiltelefon. Und da fallen alle Seiten raus, die keine fürs Mobile optimierte Seite präsentieren. Twitter und RSS sind hier ideal für die Sichtung der Schlagzeilen.

  6. @Rüdiger Kladt: Naja, im Zeitalter von Tablets & Co. ist das dann aber wohl eher ein Anachronismus, oder? Mobil geht heutzutage Gott sei Dank auch anders… ;)

    • Das Problem ist nicht die Hardware sondern Geschwindigkeit und Qualität der Internet-Anbindung. Schnelle Anbindung erreiche ich eher selten und im Zug fällt die darüber hinaus auch regelmäßig aus.

  7. musste grad ein wenig schmunzeln bei dem Artikel.. passt wie Arsch auf Eimer: ob ihrs glaubt oder nicht, habe vor ein paar Stunden netzwertig.com aus meiner Twitter-Timeline gelöscht und lese euch nun wieder über meinen RSS-Reader!

    Das nenn ich mal ein perfektes Timing für sonen Artikel.
    Oder auch nicht.
    Je nachdem wie mans sieht ;)

  8. @beetFreeQ: Leider bieten viele Seiten und Blogs ihre Artikel nur gekürzt im Reader an. Für den vollen Artikel muss man dann doch die Webseite besuchen. Ärgerlich… :(

  9. Wie kommt man eigentlich auf die Idee, Newsreader/-feeds mit Twitter und seinen Clients vergleichen? Als ob ich meine Zeitung per SMS lesen würde.
    Ich hoffe inständig, dass der Google-Reader möglichst lange erhalten bleibt, wäre ich ohne ihn doch sehr aufgeschmissen.

    • Auf solche Idee kommt man, wenn man sich kräftig ein Thema aus den Fingern saugt. (g)

    • Das hat sich aus der “Historie” ergeben:

      Als ich vor ca. 1,5 Jahren unter Android 2.0 auf der Suche nach guten Reader-Apps war, fand ich keine die mir gefielen. Damals war das Angebot im Android-Market noch relativ überschaubar. Es gab aber damals schon sehr gute Twitter-Clients, die von der Handhabung her weitaus gefälliger waren. Deshalb habe ich angefangen, damit herum zu spielen…

      Der SMS-Vergleich hinkt aber: Der mobile Client Tweetcaster bietet mittlerweile eine vergleichbare Funktion, wie man sie von Flipboard auf dem Ipad kennt: klickt man in einen Tweet, lässt sich ein darin verlinkter Artikel in den Screen ziehen. In der App und sehr gut lesbar, im Volltext. “Schiebt” man einen Artikel wieder in den Hintergrund, landet man mit einem Klick wieder in seiner Timeline.

  10. Twitterlisten als GReader-Ersatz sind für mich ehrlich gesagt auch Mumpitz – zu groß ist das Rauschen an Überflüssigem – also entweder themenfremden, was-hab-ich-grad-gegessen- Dings-hat-Dings-in-Bla-geousted Tweets.

    Es gibt für mich nur eine Möglichkeit Twitterlisten als themat. sortierte Newsfeeds zu nutzen und das ist in Flipboard auf dem iPad. Geht wunderbar – wo bleibt eigentlich die iPhone App von Flipboard?

    • Ob Du nun eine Twitterliste anlegst, die z.B. nur reine Newsstreams enthält, die via automatisierten Twitter-Accounts (z.B. Spon und FAZ) verbreitet werden, oder ob Du dir dieselben Inhalte dieser Anbieter als RSS-Feed in einen Reader legst, das macht keinen Unterschied: Es gibt kein persönliches “Rauschen”.

      Inhaltlich und vom “Noisefaktor” gibt es keine Abweichungen. Der Vorteil für mich liegt vielmehr darin begründet, dass Twitterclients auf mobilen Geräten oft besser zu handhaben sind als mobile Reader-Clients.

  11. Ich denke es kommt auch auf das benutzte Gerät an. Auf einem Smartphone bevorzuge ich Twitter, der kurzen Texte wegen lässt sich dies dort übersichtlich auflisten. Sobald der Bildschirm größer wird und erweiterte Bedienungsoptionen wie Tastatur und Maus zur Verfügung stehen, bevorzuge ich einen RSS-Reader.

  12. Nicht jeder Artikel wird getwittert…

  13. Der Vorteil von RSS: Ich verpasse keinen einzigen Artikel der knapp 200 Webseiten, deren RSS-Feeds ich mit Google Reader abonniert habe.

    Der Nachteil von Twitter: Geschätzte 98% der Tweets sind absolut belanglos. Dafür verpasse ich viele ungehypte, aber dennoch lesenswerte Artikel.

    Das ist auch der Grund, weshalb ich Twitter nicht nutze, der Google Reader aber zu meinen täglich verwendeten Werkzeugen gehört.

    Ich würde eher auf E-Mail verzichten als auf RSS. :)

  14. Ich möchte nur kurz erwähnen, dass Google das neue Mixerkonzept von Five twenty hat. In dem Video kann man das sehen:
    http://www.youtube.com/watch?v=Jq-eD36DHGM

    • Du meinst, es ist ähnlich, oder du sagst, dass Google FiveTwenty kopiert?

    • Ist mir ehrlich gesagt ziemlich wurst, inwieweit das nun irgendwie irgendwo abgeguckt ist. Die Übernahme von Funktionen, der passende Einbau in eigene Anwendungen und der Zusammenbau zu was Neuem ist auch eine eigene neue schöpferische Anpassungsleistung. Die man bei solchem Super-Informationskonglomerat in ihrem Nutzen garnicht hoch genug schätzen kann.

    • Wie kann man das wissen? Jedenfalls ist das Konzept gleich. Ob vorsätzlich oder fahrlässig – es zeigt, dass das Konzept sehr gut ist, oder nicht?

      @Michael “Die Übernahme von Funktionen, der passende Einbau in eigene Anwendungen und der Zusammenbau zu was Neuem ist auch eine eigene neue schöpferische Anpassungsleistung.”

      Na das kannst Du unmöglich kategorisch meinen. Aber Du hast recht, dieses Mixer-Konzept sollte in der Tat nicht patentierter sein. Ebsonwenig wie die aktuelle Swipe-To-Unlock Geschichte oder damals die IBM-ProgressBar.

    • Kategorisch meine ich das durchaus. Was natürlich nicht auf die Verletzung sämtlicher Patente hinauslaufen kann. Wobei ich mich bei solchen Listen frage, inwieweit die überhaupt patentierbar sind. Eine Liste ist eine Liste ist eine Liste. Dann könnte man auch Notizbücher, Karteikästen und ähnlich profanes Zeug patentieren lassen. Bestimmte Erfindungen werden halt Allgemeingut, wie das Fahrrad, Auto usw. —

  15. Kategorisch meine ich das durchaus. Was natürlich nicht auf die Verletzung sämtlicher Patente hinauslaufen kann. Wobei ich mich bei solchen Listen frage, inwieweit die überhaupt patentierbar sind. Eine Liste ist eine Liste ist eine Liste. Dann könnte man auch Notizbücher, Karteikästen und ähnlich profanes Zeug patentieren lassen. Bestimmte Erfindungen werden halt Allgemeingut, wie das Fahhrad, Auto usw.

  16. Alles schön und gut und von mir in dieser Form auch bereits seit langer Zeit mittels TweetDeck genutzt. Wenn ich aber den Inhalt eines ganz bestimmten Content einer Internseite lesen & verfolgen möchte, komme ich um RSS nicht drum herum, da ist Twitter meiner Meinung nach keine wirkliche Alternative. Um einzelne Schlagwörter in mir bisher unbekannten Twitter-Timelines zu screenen, ist das anlegen von Listen ein super tool und hat mich auch auf mir bisher unbekannte neue interessante Seiten gebracht!

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  1. [...] war nur ein Frage der Zeit, die Zeit für so ein Feature ist einfach reif. Im Netzwertig-Blog kam die Frage auf, ob ich denke, Google hätte kopiert – Mal ganz ehrlich: Ich hoffe es! Wenn wir mit unseren Konzepten Google inspirieren können, [...]

  2. [...] weiß was über die Nutzer: Die wirkliche Datenkrake heißt AmazonGoogle+: Die Gefahr der NischeSorge um die Zukunft des Google Reader: Twitter als Alternative zu RSS-ReadernWhatsApp, Kik und Viber: Datenschutz als Bremsklotz der VernetzungReviewsPrintartikel online [...]

  3. [...] besorgen – also zerfasert. Für viele Meinungsführer und deren Leser heißt es jedoch jetzt: Umdenken. Wo man sich bis gestern noch gemeinsam durch eine Flut von Nachrichten arbeitete, ist man jetzt [...]

  4. [...] für Reeder und co. Shared Items im Feedreader: Es darf auch ein offener Link-Sharing-Standard sein Twitter als Alternative zu RSS-Readern Comment Share read [...]

  5. [...] Mehr unter: http://netzwertig.com/2011/10/26/sorge-um-die-zukunft-des-google-reader-twitter-als-alternative-zu-r… [...]