News Republic:
Mobiler Newsaggregator
für jede erdenkliche Plattform

Seit September gibt es den vom französischen Unternehmen Mobiles Republic veröffentlichten mobilen Nachrichtenaggregator News Republic auch in einer Fassung für den deutschsprachigen Markt. “Social” ist die App kaum – was sie von Flipboard & Co abhebt.

Personalisierbare (Social) News-Reader für Tablets und Smartphones gibt es eine ganze Reihe: Von Flipboard über Pulse und Zite bis hin zu News.me. Doch den meisten bekannten Anbietern mangelt es an einer Anpassung für den deutschsprachigen Markt und an Kooperationen mit hiesigen Medien zur Volltext-Aggregation von Inhalten. Zumal die gängige Quellenauswahl auf Basis der Popularität von Inhalten in Social-Media-Kanälen auch nicht jedem zusagt.

Das französische Unternehmen Mobiles Republic hat seinen vor einem Jahr veröffentlichten mobilen Newsreader News Republic im September offiziell auch in einer Fassung für den deutschsprachigen Markt verfügbar gemacht und schließt damit eine Lücke (derartige quellenübergreifende Newsapps aus Deutschland existieren nicht einmal).

News Republic hat mit den Eingangs erwähnten, zumeist aus den USA stammenden Nachrichtenapplikationen gemein, dass es ressortübergreifende Artikel von verschiedenen Websites und Nachrichtenplattformen in einem mobilen Angebot sammelt. Der große Unterschied: Eine Sortierung und Aggregation auf Basis der von Freunden bei Facebook und Twitter empfohlenen Inhalte findet nicht statt. Stattdessen dreht sich bei News Republic alles um abonnierte Schlagwörter, also Tags.

Auch anders als bei Flipboard & Co werden in der News Republic-App nur Artikel gelistet, die von Kooperationspartnern stammen. Im deutschsprachigen Raum gibt es momentan 31, von Nachrichtenagenturen (AFP, DPA) über Fachportale bis hin zu einer Reihe von Nischenblogs. Sämtliche Inhalte werden dabei stets in voller Länge dargestellt.

Nutzer der News Republic-App können ihren Startbildschirm mit beliebigen, aus Tags generierten Themenkomplexen bestücken. Ein Klick auf “Mehr hinzufügen” erlaubt das Suchen nach Tags und zeigt die unter allen News-Republic-Nutzern populärsten (am häufigsten abonnierten) Tags an. Mit einem Klick kann ein Tag auf dem Home-Screen der App platziert werden. Ein Klick auf diesen öffnet den aktuellsten, von den News Republic-Partnern gelieferten Artikel zum Thema. Per Fingergeste kann zum nächsten Beitrag gewechselt oder ein spezieller Text in der oberen Navigationsleiste ausgewählt werden.

Jeder Artikel kann bewertet, per Twitter und Facebook weiterempfohlen oder für späteres Offline-Lesen gespeichert werden. Zu jedem Text werden verwandte Tags angezeigt, die wiederum relevante Beiträge liefern.

Nicht möglich ist mit News Republic das Abonnieren von RSS- oder Twitter-Feeds. Die App verfolgt somit einen eher konservativen Ansatz, was aber angesichts des dichten Gedränges bei den Social-Newsreadern im Sinne der klaren Fokussierung kein schlechter Zug ist. Wer möchte, kann in der Liste aller berücksichtigten Quellen einzelne Anbieter ausschließen, oder auch die nationale Ausgabe wechseln: Neben einer für Deutschland (die App ist auch in der Schweiz und Österreich verfügbar) stellt News Republic Versionen mit US-, britischen, französischen, italienischen und spanischen Quellen zur Verfügung.

Die Monetarisierung der Anwendung erfolgt über eine Werbevermarktung. Ein Teil der mit Anzeigen generierten Umsätze geht dabei an den jeweiligen Kooperationspartner. Diesem verspricht News Republic neben zusätzlichen Erlösen eine Steigerung der Markenbekanntheit.

Einen echten Pluspunkt sammelt die solide Nachrichtenapp mit ihrer Plattformverfügbarkeit: Native Apps gibt es für iPad, iPhone, Android Smartphones, Android Tablets, BlackBerry, Nokia, Samsung Bada und Windows Phone 7 (getestet habe ich jedoch nur die iPad-App)! Das soll den Franzosen einmal jemand nachmachen.

Was News Republic in Deutschland noch fehlt, sind Inhalte der führenden Nachrichtenportale. Diese jedoch haben mit einer Teilnahme nur wenig zu gewinnen, weshalb die Aussichten auf deren Partizipation eher schlecht sind. Dennoch: Wer sich gerne per unabhängiger mobiler App über die Nachrichtenlage informiert, könnte an News Republic Gefallen finden.

Link: News Republic

 

Martin Weigert

Martin Weigert ist der leitende Redakteur von netzwertig.com.

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2 Kommentare

  1. Habe es auf dem Galaxy Tab installiert. Mein Fazit bis jetzt:

    + sehr schnell
    + ganze Artikel abrufbar, kein Wechsel in Browser notwendig
    + breite Auswahl an Nachrichtenquellen, von der dpa bis zu Android-Blogs
    + viele Tags verfügbar

    - hat nach der Installation automatisch ein Icon auf dem Homescreen erstellt => habe ich noch nie bei einer App erlebt, gefällt mir nicht
    - wie Martin schon erwähnt hat sind noch nicht viele herkömmliche Medien integriert => macht nichts für Themen wie “Android” oder “Gadgets”, weil da Blogs eh führend sind, aber für Politikmeldungen bleiben fast nur noch die “rohen” Meldungen der dpa
    - auch in der Schweiz gibt es wenig: das Tag “Schweiz” ist verfügbar, einzelne Kantone oder gar Regionen nicht

    • Ging mir genauso. Bedienung ist gut, aber inhaltlich leider untauglich. Ich ziehe Dienste mit einem klaren Fokus auf Inhalt vor (bspw. Google News, Presspectrum.com oder auf Feedly.com) — all diese Dienste/Apps haben für mich nur dann einen Nutzen, wenn ich damit schnell Ihalte finde, die ich ansonsten nicht gesehen hätte. Für die Schlagzeilen des Tages kann ich auch direkt bei der NZZ oder dem FAZ vorbeischauen.

Ein Pingback

  1. [...] allem verlagsübergreifenden Nachrichtenanwendung versucht. Zwar bieten Google Currents genau wie die aus Frankreich stammende App News Republic auch Inhalte ausgewählter deutschsprachiger Medien an, dennoch verwundert es, dass sich bisher [...]

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