Printartikel online weiterempfehlen:
Paperboy erkennt über
180 Zeitungen aus D-A-CH

Mit Paperboy können Inhalte aus den Print-Versionen von Tageszeitungen per Smartphone in hochaufgelöster digitaler Form weiterempfohlen werden. Im Rahmen einer internationalen Expansion unterstützt der Dienst aus Zürich ab Dienstag zahlreiche renommierte Tageszeitungen aus dem deutschsprachigen Raum.

Aktualisiert

Im Frühjahr 2010 veröffentlichte das Schweizer Startup kooaba mit Paperboy eine iPhone-App für Print-Anhänger, die in Zeitungen und Magazinen gefundene Inhalte auf digitalen Wegen weiterempfehlen wollten. Bisher befanden sich in der Paperboy-Datenbank jedoch fast ausschließlich hochauflösende Digitalausgaben von Titeln der Alpenrepublik.

Am morgigen Dienstag wird kooaba, das bis heute 80.000 Downloads zählt und mittlerweile auch für Android-Smartphones zur Verfügung steht, offiziell seinen umfangreichen internationalen Launch bekannt geben. Dieser wird in mehreren Phasen von statten gehen und in der ersten Stufe vor allem für Nutzer in Deutschland und Österreich von Interesse sein:

Ab Dienstag unterstützt Paperboy zahlreiche Zeitungen aus Deutschland und Österreich

Ab morgen erkennt die kooaba-App neben den bisherigen rund 80 Tageszeitungen und Magazinen 86 75 weitere schweizerische, deutsche und österreichische Titel. Aus Deutschland unterstützt Paperboy dann unter anderem den Tagesspiegel, die Financial Times Deutschland, das Handelsblatt sowie die FAZ, die Hamburger Morgenpost, den Kicker und mehrere Dutzend Regionalblätter. [Update:] kooaba hat uns nach der Veröffentlichung des Artikels eine überarbeitete Liste zugeschickt, die statt 50 “nur” 39 neue Zeitungen aus Deutschland beinhaltet. Die FAZ, die Financial Times Deutschland sowie der Kicker sind nun bedauerlicherweise nicht mehr dabei. kooabas Marketingverantwortlicher Tom Desmet erklärt dies mit Veränderungen auf der Liste verfügbarer Titel des Kooperationspartners NewspaperDirect. [Update Ende].

Aus Österreich kommen 11 Titel hinzu, von Der Standard über Die Presse bis zu den Vorarlberger Nachrichten. Auch diverse neue Zeitungen aus der Schweiz werden erkannt. Hier ist eine Liste aller neuen Blätter.

Fotografieren Nutzer mit ihrem Smartphone einen Artikel oder eine Seite, liefert ihnen die App den jeweiligen Inhalt in einer hochaufgelösten digitalen Version. Diese enthält nicht nur weiterführende Links und multimediale Elemente wie zum Beispiel Videos, sondern lässt sich auch per E-Mail, Twitter oder Facebook weiterverbreiten. Das Resultat sieht dann zum Beispiel so aus.

Internationale Expansion beginnt am 1. November

Zum 1. November nimmt Paperboy 780 Titel aus dem englischsprachige Raum (Großbritannien, USA, Kanada) in seine Datenbank auf, ab 15. November werden auch Printmedien aus anderen europäischen Ländern sowie Asien erkannt und ab Anfang Dezember zudem Titel aus Australien, Neuseeland und weiteren Ländern.

Nach dem Abschluss des internationalen Rollouts wird die Paperboy-App Inhalte aus rund 2000 internationalen Tageszeitungen identifizieren können und im Social Web weiterempfehlbar machen. Paperboy-Mutter kooaba kooperiert hierfür mit NewspaperDirect, einem kanadischen Dienstleister, der aktuelle Printprodukte aus aller Welt in digitalisierter Form anbietet.

Monetarisierung durch Werbung und kommerzielle Links

In seiner einstigen Fassung ließ Paperboy den Verlagen der berücksichtigten Printmedien noch die Wahl, ob sie digitale Version abfotografierter Inhalte kostenfrei oder gegen Bezahlung bereitstellen wollten. Die Pay-Option wird nun aber offiziell nicht mehr angepriesen. Stattdessen bietet der Dienst den Zeitungshäusern die Möglichkeit, im Umfeld ihrer über Paperboy im Netz verbreiteten Inhalte kontextsensitive Anzeigen zu schalten oder eigene Links (zum Beispiel zur Bestellseite des Zeitungsabos) zu platzieren.

Auf der weiteren Roadmap des Paperboy-Teams steht die Veröffentlichung einer App für Windows Phone 7 sowie eine komplett überarbeitete Paperboy-Version, die für das erste Quartal 2012 vorgesehen ist. Bis dahin wollen sich die Zürcher voll auf ihre internationale Expansion (und die Weiterentwicklung ihres zweiten Service Déjà Vu) fokussieren.

Paperboy will den etablierten Verlagen dabei helfen, mit ihren Print-Marken im Online-Zeitalter relevant zu bleiben. Die App ist damit eine Brückentechnologie, denn eine Existenzberechtigung hat sie nur so lange, wie es noch eine hinreichend große Zahl tagesaktueller Printmedien gibt. Bis aber im Jahr 20XX die letzte reichweitenstarke Zeitung die Presse anhält und nur noch online verfügbar ist, liefert Paperboy Lesern ein nützliches Tool, um das im Netz erlernte Weiterempfehlen von qualitativen Inhalten auch beim Papiermedium möglich zu machen.

Link: Paperboy

 

Martin Weigert

Martin Weigert ist der leitende Redakteur von netzwertig.com.

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4 Kommentare

  1. Trotz der weggefallenen 11 Artikel, finde ich den Service und die Leistung wirklich noch sehr cool. Hier und da noch etwas mehr Beta, ist ein für die Zukunft echt grandios

  2. Idee ist Welklasse, das suche ich schon lange. Nur leider ist der Knackpunkt, die Zeitungen die ich lese sind nicht im Sortiment, nicht gelöst. Die wird es wohl auf meine App-Halde schaffen und dort bis zum Tag des entscheidenden Updates verstauben. *daumen-drücken*

  3. Super Dienst, aber leider sind meine Favs auch noch nicht verfügbar :/

  4. UND: die App hat auch eine B2B Dimension. Fotografiert mal den neusten IKEA-Katalog … einfach nur cool. Vergesst QR und BeeTag ..!

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