Fellody:
Matchmaking auf Basis
des Musikgeschmacks
Fellody will Flirtwillige und an neuen Bekanntschaften interessierte Personen über ihren Musikgeschmack miteinander in Kontakt bringen. Das Zürcher Startup sorgt mit diesem spannenden Ansatz für frischen Wind im Onlinedating-Markt.
Wie es der Zufall wollte, saß ich in der vergangenen Woche beim European Pirate Summit neben Robin Simon, den aus Deutschland stammenden Gründer einer neuen Plattform aus Zürich, die Flirtwillige und an neuen (auch platonischen) Bekanntschaften Interessierte auf Basis ihres Musikgeschmack in Kontakt bringen möchte: Fellody heißt der von Simon und seinem Co-Founder Thomas Vatter entwickelte kostenfreie Dienst, der am heutigen Donnerstag ins Netz geschickt wurde.
Fellody vergleicht die musikalischen Präferenzen seiner Mitglieder und verrät ihnen, welche anderen auf der Plattform registrierten Anwender davon ausgehend am besten zu ihnen passen. Zum Start unterstützt der Dienst iTunes und den Windows Media Player. Mit Hilfe eines Desktop-Clients für Windows und Mac analysiert Fellody die Hörgewohnheiten (kein dauerhaftes Monitoring, sondern manuelles Aktualisieren auf Wunsch) und berücksichtigt dabei favorisierte Interpreten, Alben, Songs, Genres sowie die Häufigkeit, mit der Titel angehört werden.
Ein Blick auf Profile anderer Fellody-Mitglieder zeigt die Übereinstimmung des Geschmacks anhand einer Prozentzahl. 100 Prozent hieße, dass sich zwei Personen selbst in 50 Jahren Ehe wahrscheinlich niemals über den nächsten Song in die Haare kriegen würden.
iTunes-Nutzern bietet Fellody alternativ die Möglichkeit, Informationen aus ihrer Musikbibliothek manuell hochzuladen. In Kürze wollen die Fellody-Macher auch eine Verknüpfung mit Last.fm lancieren, so dass dort gescrobbelte Songs als Basis für Fellodys musikbasiertes Matchmaking verwendet werden können. Weitere Musikdienste sollen folgen.

Neben der Analyse der musikalischen DNA seiner Mitglieder bietet Fellody die üblichen Funktionen einer Datingcommunity, einen persönlichen Fragebogen als ergänzendes Matchmaking-Kriterium sowie detaillierte Einstellungsoptionen, um zu definieren, wer einzelne Profilangaben einsehen darf (akzeptierte Kontakte, alle Fellody-Mitglieder oder nur man selbst – wozu auch immer letztere Option gut sein mag).
Fellody ist optisch nett gemacht und bietet mit seinem Musik-Fokus ein signifikantes Alleinstellungsmerkmal gegenüber der Konkurrenz. Auch unterstreicht Gründer Robin Simon, dass alle zum Launch angebotenen Funktionen dauerhaft gratis bleiben. Im November sollen parallel zum Ende der öffentlichen Beta-Phase kostenpflichtige Premium-Konten mit Zusatzfeatures hinzukommen.
Für das erste Quartal 2012 sind außerdem mobile Applikationen für iPhone und Android vorgesehen, wodurch auch die über Smartphones konsumierten Songs für das Fellody-Musikprofil berücksichtigt werden können.
Es ist fast müßig zu erwähnen, dass das auf Deutsch und Englisch angebotene Fellody einen noch so innovativen Ansatz zur Verkuppelung von Flirtwilligen und an neuen Bekanntschaften interessierten Nutzern verfolgen kann: Mit dem Henne-Ei-Problem aller brandneuen Datingangebote und Flirt-Communities wird auch das Zürcher Startup konfrontiert. Die Herausforderung für die nächsten Wochen und Monate besteht somit darin, möglichst viele Anwender zur Registrierung (auch via Facebook möglich) zu bewegen, selbst wenn der Mehrwert sich zu Beginn durch den Mangel an vorhandenen Mitgliedern in Grenzen hält.
Parallel muss das Gründerduo das Geschlechterverhältnis im Auge behalten. Mit einem Beitrag bei einem Tech-Blog wie netzwertig.com wird das natürlich nicht einfacher…
Dennoch: sehr netter Ansatz, der frischen Wind ins Onlinedating bringt.
Link: Fellody




















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