Kontaktaustausch:
Die Visitenkarte lebt –
bis NFC sie verdrängt

Trotz ihrer altertümlichen Anmutung in einer zunehmend digitalen Welt behauptet sich die Visitenkarte wacker und kann sogar überzeugte Papier-Gegner kurzzeitig wieder in ihren Bann ziehen. Mit dem Durchbruch von NFC jedoch wird ihr Ende besiegelt.

In dieser Woche bin ich schwach geworden. Ich habe mich mit voller Inbrunst einem Relikt hingegeben, von dem ich glaubte, nie wieder damit zu tun haben zu müssen. Gerade ich, der schön öffentlich mit diesem altertümlichen Brauch abgerechnet hatte. Mein Gefühl, mich rechtfertigen zu müssen, ist groß. Vor allem vor mir selbst.

Es geht um die Papiervisitenkarte. Am Dienstag auf dem European Pirate Summit wurde ich zu deren Sammler. Nicht nur nahm ich angebotene Karten ohne Ablehnung oder Protest an. Nein, in einzelnen Fällen ergriff ich sogar die Initiative, bot aktiv meine Karte an oder fragte meinen Gesprächspartner, ob er/sie denn eine Visitenkarte hätte. Schockierend.

Was war der Anlass für mein rückwärtsgewandtes Verhalten? War meine Smartphone-Batterie tot? Befanden wir uns in einem Funkloch, weshalb ich mich mit neuen Bekannten nicht direkt per App verbinden konnte? Gab es gar ein Handyverbot, um die echten sozialen Interaktionen anzutreiben und die Fokussierung auf die Speaker und Panels sicherzustellen? Weder noch!

Der Grund, warum ich mit einem Prinzip brach und mit fast 20 teilweise aktiv eingeforderten Visitenkarten nach Hause fuhr, war einzig und allein die Schnelligkeit des Prozesses der Visitenkarteübergabe.

Vorteil Schnelligkeit

Während ich auf anderen, zumeist mehrtätigen Konferenzen noch mit Freude Apps wie Hashable, Cardcloud, Xing oder LinkedIn für das direkte digitale Festhalten von Zusammentreffen und Kontaktdaten einsetzte, erkannte ich beim European Pirate Summit schnell, dass ich mir diesen Luxus dort nicht leisten können würde.

In zu kurzer Zeit traf ich auf zu viele Menschen, deren Kontakte ich behalten wollte – sowohl, weil ganz einfach viele davon gekommen waren, aber auch aufgrund des kompakten Veranstaltungsortes und der hohen Netzwerk-Freudigkeit der Besucher. Gleichzeitig wusste ich, dass ich manchen Personen anders als bei zwei- oder dreitägen Events wahrscheinlich nicht mehrmals begegnen würde, wodurch mein Bedarf an einer effizienten, das laufende Gespräch nicht beeinträchtigenden Lösung noch größer wurde.

Also überwand ich meine Aversion gegen das gedruckte Papier und verließ Köln mit einem ganzen Haufen unterschiedlich nett gestalteter Visitenkarten.

Auf meinen einstigen Beitrag zum nahenden Ende der Visitenkarte erntete ich einigen Widerspruch. Und wer damals meine These in Frage stellte, sitzt beim Lesen dieser Zeilen womöglich triumphierend und mit einem “Hab ich’s doch gesagt!” auf den Lippen vor dem Bildschirm. Aber nicht so voreilig!

Eine Frage des “wann” und “wie”, nicht des “ob”

Trotz meines Rückfalls in Verhaltensweisen aus dem vergangenen Jahrtausend bin ich nach wie vor fest davon überzeugt, dass Visitenkarten in einigen Jahren aus dem Alltag der meisten, neuen Technologien nicht abgeneigten Menschen verschwinden werden:

Mit dem Argument der Karte als soziales Ritual kann ich wenig anfangen. Rituale verändern sich, sobald genug Aspekte für einen alternativen Ansatz sprechen. Die knapp zwei Dutzend von mir eingeheimsten Karten werden auch nicht in einem formschönen Rolodex auf meinem Schreibtisch landen, sondern im Papierkorb – sobald ich mich in einer ruhigen Minute mit allen per Linkedin (bei Kontakten von außerhalb des deutschen Sprachraums für mich erste Wahl) oder Xing vernetzt habe.

Notwendigkeit manueller Eingaben sowie das Henne-Ei-Problem hindern Apps am Durchbruch

Woran ich jedoch nicht (mehr) glaube, ist daran, dass eine zahlreiche manuelle Schritte erfordernde mobile App der Visitenkarte den Dolchstoß versetzen können wird. Dazu ist nicht nur das Henne-Ei-Problem von App-Lösungen zu groß, sondern es dauert selbst bei weit verbreiteten Plattformen wie Facebook oder LinkedIn ganz einfach zu lange, bis der jeweilige Gesprächspartner dort gefunden und kontaktiert worden ist. Das gilt auch für den “mobilen Handshake” via Bluetooth oder GPS-Ortsbestimmung.

NFC als Visitenkarten-Killer

Ich habe mich am Dienstag mit mehreren Leuten über die Problematik unterhalten und stimme Philipp Moehring von Seedcamp zu, der die omnipräsente Integration von NFC (Near Field Communication) in Smartphones als tatsächlichen Anfang vom Ende der Visitenkarte sieht.

In wenigen Jahren wird jedes Mobiltelefon der gehobenen Preisklasse mit einem NFC-Chip ausgerüstet sein. Juniper Research geht davon aus, dass schon 2014 jedes fünfte Gerät weltweit NFC unterstützen wird. Gelingt es dann einem sozialen Netzwerk oder App-Entwickler, Vereinbarung mit allen großen Herstellern zur Ab-Werk-Integration einer plattformunabhängigen Ein-Klick-Kontaktaustausch-Funktionalität zu schließen, werden Druckereien schlagartig deutlich weniger Visitenkartenbestellungen erhalten.

Kontaktaustausch mit einem Klick in einer Sekunde

Was ist besser als der Austausch der Papierkarte mit der Notwendigkeit zur nachträglichen Digitalisierung? Der in einer Sekunde und nach einem Klick eingeleitete sowie automatisch mit Meta-Informationen über Ort und Zeitpunkt ergänzte Kontaktaustausch über das Smartphone, unabhängig von dessen Hersteller oder Betriebssystem.

Viele warten gespannt auf den Durchbruch von NFC, weil sie ohne Bargeld und Karte bezahlen wollen (wie mit dem neuen Google Wallet). In meinen Augen sind die sich eröffnenden Möglichkeiten für den blitzschnellen und aufwandslosen Austausch von Kontakten und Daten zwischen Empfangsgeräten mindestens genauso aufregend. Und eines Tages werden wir über die Visitenkarte nur noch lachen können.

 

Martin Weigert

Martin Weigert ist der leitende Redakteur von netzwertig.com.

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15 Kommentare

  1. Hallo Martin,

    NFC ist nur eine Technik. der Effekt, der erzielt wird lässt sich auch schon heute auf jedem Smartphone via Apps realisieren. Die Technik dahinter ist doch dem User egal.

    Auf einem European Pirate Summit wird sich dies natürlich durchsetzen, aber bei den restlichen 99% der Anwendungsfälle wird es weiterhin Papier geben.

    Gründe gibt es genug: man kann die Karten auf den Konferenztisch legen, um die Namen der Teilnehmer nicht zu vergessen und in der Salesabteilung “hängt” man dem potentiellen Kunden sicherlich auch lieber eine Karte “ans Bein” um in Erinnerung zu bleiben. Vielleicht dann sogar redundant analog und digital.

    Die “Ab-Werk-Integration” wird allein im Kampf Androis vs. Apple (vs. facebook etc.) noch dauern, weil Identifikationsmanagement ein großer Bestandteil der Geschäftsmodelle ist.

    So sehr ich die von Dir skizzierte Idee mag und eigentlich ein Technikoptimist bin, o.g. spricht noch sehr lange dagegen.

    Viele Grüße,
    André

  2. Klar ist NFC nur eine Technik. Der Unterschied liegt allein in der Einfachheit: Wenn man zwei Smartphones ohne vorherige Aktivierung (wie z.B. bei Bluetooth) und ohne öffnen einer App aneinander halten und mit einer Berührungsgeste innerhalb von einer Sekunde Kontaktdaten ausgetauscht hat, dann ist die s ein enormer Fortschritt zu allen heutigen Ansätzen.

    Bump dauert im Vergleich ewig, zumal es nur wenige installiert haben (Henne-Ei-Problem). Auch brauchst du irgendeine Art von Connectivity (3G, GPS…)

    Entscheidend ist die vollkommene Automatisierung des Prozesses. Da verspreche ich mir von NFC viel.

    Das mit dem Konferenztisch: Ich wette dagegen. Nichts bleibt für die Ewigkeit.

    Stell dir vor, du hast stattdessen dein Smartphone vor der Nase, das dir die Namen und Titel aller Menschen um den Tisch herum anzeigt, jeweils inklusive eines “Connect”-Buttons zum Instant-Kontaktdatenaustausch. Und das auch, wenn du unter der Erde sitzt und keine Netzabdeckung hast (falls es solch einen Zustand in einigen Jahren noch geben sollte)

    Und wenn dann noch ein paar Jahre später jeder moderne Konferenztisch selbst ein riesiger Touch-Screen ist…

  3. Was mir als Ersatz für die Visitenkarte trotzdem noch fehlt, ist die Spitzen-App dazu. Eine gedruckte Visitenkarte hat noch einen weiteren Vorteil als Schnelligkeit. Ich befasse mich sofort mit dem Gegenüber und denke auch später noch einmal über ihn nach, wenn ich die Karte wieder hervor hole. Wenn ich die Person einfach nur digital abspeichere, verschwindet sie bislang im digitalen Nirvana. Ich denke nicht mehr über sie nach, bekomme vielleicht noch nicht einmal ihren Namen mit und frage mich zwei Wochen später, wenn ich zufällig den Namen auf meinem Xing- oder LinkedIn-Account sehe: Wer war das noch?

    Ich brauche eine App, die mir die per 1-Klick-Verfahren gespeicherten Kontakte später noch einmal genau auflistet, damit ich mich daran erinnere, wer das war.

    By the way: Poken war doch im Grunde auch schnell und einfach. Warum hat sich das nicht durchgesetzt? Die oft kritisierte Sicherheitslücke war doch vernachlässigbar.

  4. Hmm… joa, hab ich dir ja damals gesagt, das es so einfach nicht ist, dieses alte Ritual wegzubekommen.

    Hantiere seit ein paar Tagen mit der Android-Version von Cardcloud (ist glaube ich seit vorgestern endlich draußen) und stehe hier – wie bei vielen anderen Diensten auch – vor dem Akzeptanz-Problem, das zu dem von dir beschriebenen Geschwindigkeitsvorteil des althergebrachten Weges noch dazu kommt.

    Abgesehen davon ist Cardcloud aber wirklich cool und würde auf solchen Events, wenn es eine größere Verbreitung hätte, sicherlich dazu beitragen, die Papierkärtchen irgendwann überflüssig zu machen.

    • Ja, die Rituale verschwinden sicherlich nicht sofort. Aber als Argument stehen sie für mich auf einer Stufe mit dem “Büchergeruch/-gefühl” und dem Knistern der Schallplatte.

  5. Vielleicht reicht es auch, einfach ein Foto der Personen zu machen. Die Daten kommen automatisch (ggf. später) und einen Kontext hat man mit dem Foto auch gleich @Jürgen . Möglich wäre auch eine Lösung mit einer Technik ähnlich RFID.

    Kernproblem bleibt die Erinnerungsfähigkeit (“Spitzen-App”) und ein Ritual, das auf Zwischenmenschlichkeit basiert – Büchergeruchs- und Knisternostalgie sind individuelle Entschindungen.

    Die Opportunitätskosten fürs Abschaffen der Visitenkarten werden noch lange zu hoch sein, als das man nicht ein paar Euro für den Druck ausgibt um sie dann in der Welt zu verstreuen.

  6. Vielleicht in “unseren” Techie Kreisen, ja. Aber ich habe regelmäßig Meetings mit Kunden die, man hält es kaum für möglich, weder Smartphone noch Laptop ihr eigen nennen und denn noch Millionen umsetzen. Ich meine nicht die Technikverweigerer, nein; Ganz normale Leute.

    Von daher bin ich nicht davon Überzeugt das NFC die Visitenkarte “ablösen” wird, denn so praktisch es auch ist hat die visitenkarte einige “Features” die der gespeicherte Kontakt via NFC nicht hat. In Meetings mit vielen Personen lasse ich gerne die Karten der Platzordnung nach vor mir liegen um die Namen besser zu verinnerlichen. Nichts ist peinlicher als nach 5min die Namen der potenziellen Auftraggeber durcheinander zu bringen oder gar vergessen zu haben.

    Ich finde wenn man dsa ganze um die Technische Komponente erweitern möchte ist immer noch ein QR Code die gangbarste Lösung.

  7. Rituale mögen sich ändern aber die Dinge die dahinter stehen nicht.

    Wenn du jemand eine Visitenkarte gibst, dann gibst du ihm physisch etwas. Du schenkst deinem Gegenüber etwas von dir. Bei allen elektronischen Varianten ist das nicht so.

    Ich halte die These dass elektronische Visitenkarten auch in den nächsten 5 Jahren keinen Durchbruch schaffen. Wer hält die Wette?

    • Ich wette mit dir zumindest, dass sich bei der Aussage “Du schenkst deinem Gegenüber etwas von dir” im Bezug auf eine Visitenkarte die Geister scheiden.

      Ob der Durchbruch in 5 Jahren stattfindet, weiß ich nicht. In 10 definitiv.

  8. Man darf den Wert des gelernten nicht unterschätzen:
    Mein letztes Auto hatte eine Schlüsselkarte statt einem Schlüssel. Ich habe es gehasst. Während ich bereits als Kind gelernt habe wie ich mit meinem Schlüssel umzugehen habe und unsere Kleidungsstücke darauf ausgelegt sind einen Schlüssel aufzunehmen, konnte ich diese dämliche Karte nie finden.

    Andere Hersteller bauen ihre Schlüsselkarte in Form eines Schlüssels – und das hat einen Grund.

    Ähnlich sehe ich die Entwicklung bei der Visitenkarte. Es macht keinen Sinn mehr alle Kontaktdaten aktuell auf der Karte zu haben. Aber Name, ggf. Titel, Foto und Kontakt-URL sind sinnvolle Angaben um sie schnell zu übergeben oder vor sich auf dem Konferenztisch liegen zu haben.

    Ich denke Inhalt und Gestaltung der Visitenkarten werden sich ändern. Die Visitenkarte wird als gelerntes und bewährtes Informationsmedium noch geraume Zeit bleiben.

  9. Martin, ich bin schockiert!!! :-))

    Das ist auch ein Grund, warum die Leute noch eine Weile papierne Bücher lesen werden.

  10. Noch eines finde ich bei Visitenkarten praktisch, auch wenn es letztlich ebenso auf das Schnelligkeits-Argument hinausläuft: Bei einer Messe kann ich schnell und flexibel kurze Notizen auf der Rückseite machen. Zumindest bei mir kommen da immer einige Karten zusammen, die ich nach Erledigung der Aufgabe direkt wieder entsorgen kann und die mir so mein digitales Adressbuch nicht “zumüllen”.

    Papier ist IMHO eben noch immer das nutzerfreundlichste Medium.

    Noch einen schönen Sonntag und bis denn,
    Sven

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