Interaktivierung der Wirklichkeit:
Blicko demokratisiert
die Musikwahl bei Festen

Der schwedische Dienst Blicko erlaubt es Besuchern von Clubs, Bars oder privaten Festen, mittels Smartphones und Tablets über die kommenden Musikstücke abzustimmen.

Vor einer Woche beleuchtete ich den Trend, digitale Mediennutzung zunehmend als Gemeinschaftserlebnis zu zelebrieren. Angefeuert wird dieser vor allem von Turntable.fm, wo sich bis zu fünf Personen ein virtuelles DJ-Battle liefern und von anderen Usern bewertet werden. Während es bereits physische Turntable.fm-Partys gab, bei denen der Dienst auf kollaborative Weise für die Beschallung verantwortlich war, ist er in seiner jetzigen Fassung vor allem in der digitalen Welt zu Hause.

Blicko heißt ein im Alphastadium befindliches Projekt von drei Absolventen der Königlich Technischen Hochschule Stockholm, dass das kollektive, gemeinsam kreierte Musikerlebnis, wie man es von Turntable.fm kennt, in die Wirklichkeit überträgt. Anders ausgedrückt: Blicko ist ein webgestütztes kollaboratives DJ-System für Clubs, Bars, Büros oder private Feste.

Blicko setzt einen lokalen Windows-Rechner mit installiertem kostenfreien Blicko-Client voraus. Dieser wird anschließend auf blicko.com mit einer selbst erstellten oder existierenden Blicko-Station verbunden. Jede Station besitzt einen eindeutigen Link, der anschließend an die Besucher einer Party, an die Gäste einer Bar oder die Kollegen im Büro verteilt werden kann.

Danach hat jeder, der per Tablet oder Smartphone auf die mobilen Site der jeweiligen Station zugreift, die Möglichkeit, Songs zur Playliste hinzufügen und die gespielte Musik der aktuellen Location zu beeinflussen. Voraussetzung hierfür ist wie beschrieben ein lokaler Rechner mit Blicko-Client, der an das Soundsystem der jeweiligen Räumlichkeit angeschlossen ist.

Blicko beinhaltet eine Voting-Funktion, bei der zur Songliste hinzugefügte Titel durch die Stimmen der Anwesenden an den Anfang der Playlist befördert werden können. Je mehr Personen für ein Stück stimmen, desto früher erklingt es aus den Lautsprechern.

Als Musikquellen setzt Blicko auf das ebenfalls aus Stockholm stammende Spotify (Premium-Konto erforderlich) sowie YouTube.

In der aktuellen Alpha-Phase ist eine Einladung notwendig, um eine eigene Station zu erstellen. Wer von euch Blicko ausprobieren möchte, kann den Blicko-Client aber einfach mit einer der öffentlichen Demo-Stationen verbinden. Im schlimmsten Fall stimmen dann eben auch Nicht-Anwesende über die lokale Musik ab.

Blicko ist ein schönes Beispiel für die Interaktivierung der Wirklichkeit: Während die Online-Mediennutzung wie eingangs beschrieben Offline-Szenarien ins Digitale überträgt, werden Erlebnisse aus dem “richtigen” Leben mit Webfunktionalität erweitert.

Der schwedische Dienst demokratisiert die Musikwahl auf großen wie kleinen Veranstaltungen und erspart es Initiatoren wie Besuchern, vor einem Notebook Schlange zu stehen und sich über den nächsten Titel in die Haare zu kriegen.

Update:

Hier sind zehn Invite-Codes, um eigene Stationen anzulegen:

14945906
52694172
93051220
25857096
23834821
44305446
38630690
52035503
50563953
80773388

Link: Blicko

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