Neuer Musikdienst JUKE:
Zur “iTunes-Konkurrenz”
reicht dies nicht
Das zu Media-Saturn gehörende Berliner Unternehmen 24-7 Entertainment hat am Donnerstag einen neuen kostenpflichtigen Dienst für On-Demand-Musikstreaming gestartet: JUKE wirkt solide, aber bietet nichts, was es nicht schon gibt.
Bei JUKE handelt es sich um ein solides, aber in keiner Weise revolutionäres kostenpflichtiges Angebot zum On-Demand-Streaming von Musik. Rund 13 Millionen Titel von ca. 80.000 Labels einschließlich der vier Majors stehen Nutzern in Deutschland zum marktüblichen Preis von 9,99 Euro pro Monat zur Verfügung. Die Songs können über ein Webinterface sowie Apps für iOS und Android angehört werden.
Die Browseroberfläche, die auf Flash verzichtet, ist zweckmäßig gestaltet, weder besonders hässlich noch besonders die Sinne verzaubernd, dafür aber angenehm schnell. Der Funktionsumfang beinhaltet die üblichen Features – Suchefunktion, Charts und Genre-Übersicht sowie Playlisten. Die mobilen Apps bringen den ebenfalls mittlerweile obligatorischen Offline-Modus mit.
JUKE setzt laut Pressemitteilung als erster Dienst in Europa auf den neuen Audiocodec Dolby Pulse, “der die höchste Audioqualität der bekannten Klangspezialisten von Dolby liefert”. Ob man auch ohne audiophile Veranlagung einen Unterschied hört, ist unklar.
JUKE tritt in erster Linie in Konkurrenz zu anderen rein kostenpflichtigen Streamingangeboten wie Napster (15 Millionen Titel) oder Musicload Nonstop (5,5 Millionen Titel), aber natürlich auch zu simfy, Deutschlands einzigem On-Demand-Service, der eine umfangreiche Gratisversion mitbringt. Das Kölner Startup, das im vergangenen Jahr mit dem Münchner Wettbewerber steereo fusionierte, bietet laut eigenen Angaben über 11 Millionen Songs, in der unbeschränkten Premium-Version wie JUKE für monatlich 9,99 Euro.
Als langjähriger Freund von Streaming-Diensten freue ich mich über einen weiteren Akteur am Markt. Gleichzeitig fällt es mir schwer, mich für einen 0815-Dienst wirklich zu begeistern – der noch dazu abgesehen von einer 14-tägigen Testphase nicht einmal versucht, die nach wie vor große Gruppe der von Streamingservices bisher nicht erreichten Musikhörer durch ein abgespecktes Gratis-Produkt zu erschließen.
Das Handelsblatt orakelt in einem Artikel von Donnerstagmorgen, dass der neue Media-Saturn-Musikdienst iTunes Marktanteile kosten dürfte. Abgesehen davon, dass dies klingt, als sei JUKE der erste Anbieter seiner Art, ignoriert diese Aussage das generelle Wachstum des Marktes für digitale Musik. Die Umsätze mit Musikdownloads machen in Deutschland derzeit erst einen Anteil von 15 Prozent des Gesamtumsatzes aus dem Musikverkauf aus – insofern besteht zum jetzigen Zeitpunkt genug Wachstumspotenzial für sowohl Download-Shops als auch Streamingangebote.
Einfach nur einen funktionellen, aber nicht überdurchschnittlichen kostenpflichtigen Streamingservice in die Landschaft zu stellen, wird in jedem Fall nicht ausreichen, um in irgendeiner Form den digitalen Musikmarkt durcheinander zu wirbeln. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.
Link: JUKE





























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