Zahlen mit Geld oder Daten:
Wenn Nutzer die Wahl hätten

Weil viele Onlineservices über Werbung refinanziert werden, ist ihr Bedarf an Nutzerdaten groß. Anwender sollten stattdessen die Wahl haben, ob sie mit ihren Daten oder ihrem Geld bezahlen möchten.

Die meisten führenden Onlinedienste werden kostenfrei angeboten und finanzieren sich hauptsächlich durch Werbung. Anders als bei klassischen Medienkanälen wie Radio oder TV lässt sich die Auslieferung von Anzeigen im Web an einzelne Konsumenten genau steuern und an die individuellen Interessen und Präferenzen einzelner Nutzer anpassen. Der Onlinedienst weiß, was der User mag, und versucht, die gezeigte Werbung entsprechend abzustimmen.

Genau in dieser Eigenheit der digitalen Welt liegt eine der Hauptursachen für die unendliche Datenschutzdebatte, die in letzter Zeit an Intensität zuzunehmen scheint und mittlerweile in sehr zweifelhaften Aktionen einzelner Bundesländer gipfelt. Internetfirmen wollen (und müssen) so viele Daten wie möglich erheben, um auf deren Basis die Effektivität und Effizienz ihrer Werbemittel zu steigern – das jedoch stößt Politikern, Datenschützern und einigen (wenigen) Anwendern bitter auf.

Wenn jeder Dienst eine Gratis- und eine Bezahl-Variante anböte

Der Unternehmer, Jurist und Informatiker Christoph Kappes hat kürzlich einen für meinen Geschmack äußerst konstruktiven Vorschlag gemacht, wie man dieses offensichtliche Spannungsverhältnis zwischen den Interessen kommerzieller Onlinedienste und denen von Politik und Datenschützern entschärfen könnte:

Indem man alle Internetservices dazu bewegt, neben einer werbefinanzierten Gratisvariante auch eine kostenpflichtige Version anzubieten, die keine Vermarktung beinhaltet und somit auch keine progressive Datenerhebung betreiben muss. Auch dieser Ansatz hat zwar (wie die meisten Bändigungs- und Regulierungsversuche im Netz) einige offensichtliche Nachteile, könnte aber trotzdem zu Annäherung der zwei verstrittenen Parteien führen:

Denn derzeit im Kreuzfeuer stehende Internetfirmen wie Facebook, Google und andere könnten dann bei jeder weiteren Kritik gelassen darauf verweisen, dass Nutzer bei ihnen die Wahl zwischen einem kostenfreien (werbefinanzierten und damit datenhungrigen) sowie einem kostenpflichtigen, im Umgang mit Anwenderdaten sensiblen Paket haben.

Es geht um die Wahlmöglichkeit

Es geht weniger darum, Anwender in eine Bezahlversion zu drängen, sondern eher, um allein mit deren Verfügbarkeit Kritikern Wind aus den Segeln zu nehmen. Denn dass die Internetgiganten irgendwie Geld verdienen müssen, dagegen werden selbst Datenschützer vom Dienst wie Johannes Caspar, Peter Schaar und Thilo Weichert nichts einwenden können. Bisher fehlt aber eine Wahlmöglichkeit – wer über Facebook mit Freunden und Bekannten in Kontakt bleiben will, muss sich notgedrungen bis zu einem gewissen Grad nackig machen. Eine zusätzliche Paid Option könnte dies ändern.

Schwierige Umsetzung

Ganz so einfach ist die Umsetzung eines solchen “Systems” natürlich nicht. Christoph Kappes spricht von einer “Verpflichtung”, was zumindest auf nationaler Ebene in Bezug auf Dienste aus dem Ausland, die in ihrer Heimat rechtskonform sind, bekanntermaßen nur schwer durchsetzbar ist. Eine freiwillige Selbstverpflichtung in Folge eines länderübergreifenden Dialogs (womöglich auf politischer Ebene) erscheint in Bezug auf den vorliegenden Vorschlag aber eher vorstellbar, als dass Facebook-Chef Mark Zuckerberg juristischem Druck aus einem deutschen Bundesland nachgibt.

Problematisch ist auch, dass die bei einer Bezahl-Option zu deaktivierende Datenerhebung über das Notwendigste hinaus auch Einschränkungen in puncto Funktionalität und Nutzerkomfort mit sich führen könnte – umstrittene Facebook-Features wie die automatische Gesichtserkennung bei hochgeladenen Fotos beispielsweise haben direkt gar nichts mit der Werbevermarktung zu tun, und würden somit auch bei einem Paid-Paket nicht einfach verschwinden.

Agenturgründer Christoph Kappes sieht noch einen Haken an seinem eigenen Vorschlag: Denn Kunden, die lieber ihr Portemonnaie zücken, als sich für Werbekunden transparent zu machen, gehen damit als potenzielle Zielgruppe für Werbetreibende verloren – eine Sorge, die allerdings Anwendern selbst reichlich egal sein dürfte. Zumal es kaum möglich ist, sich im Netz (ohne zusätzliche Hilfsmittel wie Werbeblocker) komplett der Werbewirtschaft zu entziehen – außer, man besucht nur noch solche Seiten, bei denen man freiwillig zahlt.

Trotz der beschriebenen Schwächen gefällt mir Kappes’ Plädoyer für eine Wahlmöglichkeit zwischen einem Free- und Paid-Produkt. Denn anders als bei der Bevormundung durch Datenschützer ist es mir damit selbst überlassen, womit ich für die Nutzung von Onlineservices zahlen: Mit Geld oder meinen Daten.

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31 Kommentare

  1. mspro
    schrieb am 31. August 2011 um 08:41 Uhr (#)

    leider fällt die idee der wahlmöglichkeit auch auf die mär der datenschützer rein. denn nicht nur die gesichtserkennung, sondern auch fast alle anderen datenerhebungen fließen erkennbar in die funktionalität und sollen in erster linie den nutzen der plattform erhöhen. wenn man da anfangen wollte, die bezahlenden auszuschließen, müssten sie einen dienst bezahlen, der weniger kann als die freiversion.

    1. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
      schrieb am 31. August 2011 um 08:43 Uhr (#)

      Du hast den Text nur überflogen, oder? ;)

      Diesen Aspekt führe ich als eines der Probleme dieses Ansatzes im Artikel an ;)

      Man muss unterscheiden zwischen einer Datenerhebung, die direkt zur Werbevermarktung genutzt wird, und einer, die zur Aufrechterhaltung bestimmter, nicht im direkten Zusammenhang mit der Vermarktung stehender Funktionen notwendig ist.

      Der Paid-Ansatz könnte natürlich nur den ersten Punkt entschärfen. Insofern wäre im Bezug auf Facebook nicht sofort Friede Freude Eierkuchen angesagt. Der Vorschlag sollte daher eher als übergreifendes Gedankenkonstrukt gesehen werden, das sich je nach Dienst mehr oder weniger gut anwenden lässt. Insgesamt jedoch halte ich es für einen Schritt in die richtige Richtung.

      Allerdings wäre vielleicht sogar vorstellbar, dass der Paid-Account tatsächlich funktionell weniger kann als der Free. Usern, denen genau der Privacy-Aspekt so unglaublich wichtig ist, sollte dies doch nur recht sein. Und wenn sie dann nach einigen Monaten merken, dass Facebook in der beschnittenen Form viel langweiliger ist, ändern sie vielleicht komplett ihre Haltung in puncto Datenschutz ;)

  2. Marco
    schrieb am 31. August 2011 um 08:49 Uhr (#)

    Die Diskussion führe seit Jahren bestimmt 1x im Monat bei uns hier im Haus.
    Mittlerweile bin ich sogar der Meinung, dass einige Dienste mich bezahlen lassen und meine Daten zusätzlich zu Geld machen ….

    Dies macht mir aber nix aus … So geheim und wichtig sind meine Daten nicht :-)

  3. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 31. August 2011 um 08:54 Uhr (#)

    Mittlerweile bin ich sogar der Meinung, dass einige Dienste mich bezahlen lassen und meine Daten zusätzlich zu Geld machen ….

    Welche? ;)

  4. Marco
    schrieb am 31. August 2011 um 09:03 Uhr (#)

    Welche? :-)

    Muss ich erst noch belegen können.

  5. Marc
    schrieb am 31. August 2011 um 09:07 Uhr (#)

    der ansatz ist in der idee nicht uninteressant, aber ich befürchte, dass die daten dennoch erhoben werden. warum sollte ein konzern sie nicht erheben wollen? und zusätzlich noch die einnahmen über den paid-account mitnehmen? kapitalismus und so…

    1. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
      schrieb am 31. August 2011 um 09:14 Uhr (#)

      Warum sollte ein konzern sie nicht erheben wollen?

      Gegenfrage: Wenn diese nicht für Werbung genutzt werden können (die der zahlende Nutzer nicht sieht), warum sollte er? ;)

  6. Marc
    schrieb am 31. August 2011 um 09:17 Uhr (#)

    warum er sollte?

    wenn der wechsel des kunden vom paid- zum free-user erfolgt, dann kann man sofort gezielte werbung einsetzen. und man kann sein nutzungsverhalten mit dem nutzungsverhalten anderer nutzer verknüpfen um für diese die werbung zu optimieren. es ist ja nicht so, dass es für jeden user nur einen isolierten datensatz gäbe, der nicht mit anderen kombiniert würde

  7. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 31. August 2011 um 09:20 Uhr (#)

    Ok, das ist wahr. Andererseits: Ohne ein minimales Vertrauen in die Firma (oder alternativ in die sie kontrollierenden Kontrollorgane) lässt sich über das Thema ohnehin nicht konstruktiv diskutieren.

    Entweder man geht davon aus, dass es möglich ist, ein Unternehmen tatsächlich dazu zu bewegen, die Datensammlung zu reduzieren (im Rahmen des im Artikel beschriebenen Vorschlags), oder nicht. Ich persönlich denke, dass dies der Fall ist.

    1. Marc
      schrieb am 31. August 2011 um 09:28 Uhr (#)

      die frage des vertrauens ist wohl wirklich zentral. allerdings denke ich nicht, dass die firmen das datensammeln einstellen oder immens reduzieren.

      und die kontrollorgane sind ja nun auch nicht besonders machtvoll aktuell. aber das geht dann in die datenschutzdebatte und ist ein anderes thema

    2. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
      schrieb am 31. August 2011 um 09:33 Uhr (#)

      Das Ding ist: Würde z.B. Facebook einen Paid-Account mit dem Versprechen einer minimalen Datensammlung anbieten (die dann natürlich genau definiert sein müsste) und gegen dieses Versprechen verstoßen, würde dies auch den US-Behörden missfallen. Für diese ist es deutlich leichter, ein entsprechendes Vergehen zu ahnden, als für den Datenschützer eines deutschen Bundeslandes.

      Heute ist ja die von Land zu Land unterschiedliche Rechtslage ein großes Problem. Bei einem eindeutigen Verstoß gegen die eigenen Geschäftsbedingungen hingegen würde Facebook Probleme im eigenen Land bekommen.

  8. Zippo
    schrieb am 31. August 2011 um 09:30 Uhr (#)

    Hmm, das heißt also Datenschutz gibt’s nur für die, die ihn sich auch leisten können …

    1. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
      schrieb am 31. August 2011 um 09:36 Uhr (#)

      Alles kostet. Auch Social Networking. Wer kein Geld für eine Reise nach New York hat, kann sie nicht antreten. Wer kein Geld für einen Paid Account bei Facebook hat und auch nicht seine Daten für eine Werbevermarktung zur Verfügung stellen will (immerhin gibt es diese Alternative), muss von einer Nutzung Abstand nehmen.

      Das man sowas überhaupt erklären muss???

      Es existiert kein Grundrecht auf die Nutzung von kommerziellen Onlinediensten.

  9. Didi
    schrieb am 31. August 2011 um 10:07 Uhr (#)

    Das ist doch wieder völlig aus der Luft gegriffen.

    Das Problem ist ein ganz anderes. Die Datenschutzprobleme interessieren die meisten User gar nicht. Man wird immer nur von Datenschützern und Poliitkern (die in 99% sowieso keine Ahnung haben vom Internet) damit konfrontiert. Den Usern ist aber das was Facebook bietet (um mal ein Beispiel zu nehmen) wichtiger als der Datenschutz.

    Alle tun so als ob die Welt schlecht ist und wir uns kurz vor einem Kollaps befinden weil wir alles im Internet teilen. Mir ist in den letzten 10 Jahren noch kein Übel widerfahren und ich verstehe die Panikmache nicht. Das ist genauso übertrieben und weltfremd wie die Vogelgrippe…

    Durch Werbung bekommen Große Vermarkter sicherlich mehr als durch ein paar popelige User die zu viel Geld haben und für jede einzelne Seite zahlen.

    1. Holger
      schrieb am 31. August 2011 um 15:23 Uhr (#)

      Besser als im ersten Absatz hätte ich es auch nicht sagen können. Im Übrigen: Solange Thilo Weichert bereits das Übermitteln der IP an einen amerikanischen Server als Verstoß gegen deutsches Datenrecht betrachtet, nützt auch der paid content-Ansatz nichts …

  10. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 31. August 2011 um 10:17 Uhr (#)

    Meine Rede ;)
    http://netzwertig.com/201…nschutz-als-rettung/

  11. Thomas
    schrieb am 31. August 2011 um 12:04 Uhr (#)

    Zumal es kaum möglich ist, sich im Netz komplett der Werbewirtschaft zu entziehen

    2 Worte: Adblock Plus.

    1. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
      schrieb am 31. August 2011 um 12:07 Uhr (#)

      Stimmt. Ich meinte natürlich “ohne zusätzliche Hilfsmittel” ;)

  12. Andreas
    schrieb am 31. August 2011 um 12:28 Uhr (#)

    Die Idee funktioniert aber leider nur bei Diensten, die der Nutzer auch regelmäßig nutzt. Viele Webangebote erhalten vielleicht 1-2 Seitenaufrufe von einem Nutzer, da ist es unrealistisch, eine Bezahlvariante einzubauen (bzw. man kann dann wieder mit der Mircopayment-Diskussion anfangen).

    In der Realität interessiert es (leider) 99% der Nutzer nicht, was mit ihren Daten geschieht. Ein paar Beispiele:
    - Teilnahme an Gewinnspielen (wo dann die Daten völlig legal weiterverkauft werden)
    - Nutzung von Google statt z.B. DuckDuckGo
    - Nutzung von Gmail/Hotmail/Yahoo statt Bezahltangeboten (mit deutschen Datenschutzrichtlinien)
    - “Komfortable” Browser-Einstellungen, wo nicht die höchste Sicherheitsstufe ausgewählt wird

    Der Aufschrei ist immer groß (insbesondere bei profilierungssüchtigen Politikern), wenn es zur Speicherung von Nutzerdaten (auch anonymisiert) kommt. Aber zum einen möchte keiner diese Dienste missen (wie wäre es mal, einen Tag in Deutschland Google zu sperren?) und zum zweiten liest eh keiner die AGB- / Datenschutz- etc.-Regeln, anhand derer man vorab entscheiden kann, ob man persönlich das Angebot nutzen will oder nicht.

    Das Argument, dass man z.B. bei Facebook ja keine Wahl hätte, zählt nicht. Denn ich brauche ja auch kein Konto bei einer Bank (wo der Staat, die Bank, die Schufa und wer weiß ich noch drauf zugreifen kann), ich brauche auch kein Telefon (wo man sehen kann, mit wem ich telefoniere) und ich brauche auch keine Email. Allerdings ist das mit (zugegebenermaßen nicht unerheblichen) Einschränkungen verbunden. Diese Debatte kann man nach Belieben führen,
    ein Facebook-Account ist allerdings nicht wirklich lebensnotwendig.

  13. Elsbeth
    schrieb am 31. August 2011 um 13:32 Uhr (#)

    Genau aus diesem Grund haben wir uns mit unserer Webapp für eine Fremium-Version entschieden, bei der wir als 4ma nichts von den Usern wissen, keine IPs speichern, etc. Wer mit Daten statt Geld zahlen möchte, hat ja inzwischen genügend Plattformen zur Auswahl.

  14. kadekmedien
    schrieb am 31. August 2011 um 13:55 Uhr (#)

    Dieses Mischmodell funktioniert mE deshalb nicht, weil der zahlende, werbefreie Kunde bereits mit der ersten Interaktion mit einem Free-Kunden Daten generierte, die selbstverständlich für letzteren ausgewertet werden würden. – Außerdem ist das alles viel zu gestern und mühselig. Wer seine Daten vor Auswertung im Internet schützen will, sollte sie dort nicht preisgeben.

    1. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
      schrieb am 31. August 2011 um 14:01 Uhr (#)

      Klar, dass gewissen Datenerhebungen für die Bereitstellung des Dienstes notwendig sind. Dass heisst imo aber nicht, dass die Idee deshalb automatisch nicht funktioniert. Ist alles Ausformungssache.

  15. Marcel Weiß
    schrieb am 31. August 2011 um 14:17 Uhr (#)

    Ich habe mir gestern dazu Gedanken gemacht und halte den Vorschlag zwar für interessant aber für eher problematisch bis gar nicht umsetzbar:

    “Was, wenn das Unternehmen sich entschließt, den Preis so hoch anzusetzen, so dass diese Alternative für den Endnutzer nicht attraktiv wird? Soll eine Behörde dann die Preisbildung überwachen und korrigierend eingreifen?

    Wollen wir Unternehmen vorschreiben, was ein werbefreier Webmail-Account kosten darf? Wie viel Facebook vom privaten Nutzer verlangen darf? Dass XING keine Werbung bei Premium-Accounts schalten darf? Müssen Webunternehmen dann ihre Kostenstrukturen vor der Webaccountbehörde vom Tag Eins an offen legen? Schreiben wir eine maximale Profitspanne für kostenpflichtige Accounts vor?”

    http://neunetz.com/2011/0…t-nicht-die-loesung/

    1. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
      schrieb am 31. August 2011 um 14:25 Uhr (#)

      Du beziehst dich ja auf eine Verpflichtung. Diese halte ich ebenfalls nicht für praktikabel – wie es auch im Artikel steht.

      Liest eigentlich niemand mehr Beiträge zu ende, bevor sie kommentiert werden?

    2. Marcel Weiß
      schrieb am 31. August 2011 um 15:45 Uhr (#)

      Ich bezog mich auch auf den Vorschlag von Christoph Kappes, der Ausgang unser beider Artikel war.

      Dein Vorschlag der ‘freiwilligen Selbstverpflichtung’ ist, wenn er keine verpflichtende Komponente hat, aus offensichtlichen Gründen noch unrealistischer. (Wirtschaftlichkeit, Kartellrecht)

    3. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
      schrieb am 31. August 2011 um 15:55 Uhr (#)

      aus offensichtlichen Gründen noch unrealistischer. (Wirtschaftlichkeit, Kartellrecht)

      Sehe ich nicht. Freiwillige Selbstverpflichtungen im Rahmen eines Zusammeschlusses von Unternehmen sind keinewegs unüblich.

  16. Experimentiert
    schrieb am 31. August 2011 um 14:37 Uhr (#)

    Das ist meines erachtens Unsinn:
    “….Internetfirmen wollen (und müssen) so viele Daten wie möglich erheben, um auf deren Basis die Effektivität und Effizienz ihrer Werbemittel zu steigern…”

    Sollte eigentlich anders heissen:

    Internetfirmen sind oft gierig und nur auf maximierung des Profits aus, sodass sie auf unlauteren Wegen möglichst viele Daten von ihren Nutzer dazu missbrauchen um sich ne goldene Nase zu verdienen.

    ______________
    Ich bin auch Internetunternehmer und brauche und Sammle Überhaupt keine NutzerDaten und verdiene auch sehr gut.
    Warum und Wieso?
    Jeder Internetunternehmer sollte ja von Haus aus Wissen je nach eigenen Projekt, was für Besucher dieser erhält, also mehr Frauen oder “nur” Männer, welche Altersklasse, etc… dementsprechend kann man dann auch dazu passende Werbung anbieten.

    Doch und vor allem die ganz grossen Internetunternehmer wie zum Beispiel Facebook, verkauft alle Nutzerdaten und verdient auf Basis der Nutzerdaten und das ist ja eigentlich nicht ok und müsste weltweit eingestellt werden.

    1. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
      schrieb am 31. August 2011 um 14:45 Uhr (#)

      Und das was du hier von dir gibst, ist etwa kein Unsinn??

      Woher beziehst du deine Information, dass Facebook Nutzerdaten verkauft?

  17. Christoph Kappes
    schrieb am 31. August 2011 um 20:51 Uhr (#)

    Hallo,
    ich diskutiere ja jederzeit gerne, nur was meines Erachtens sinnlos ist, hier wie einige Kommentatoren die Dinge durcheinander zu würfeln. Was ich vorgeschlagen habe, war auf der Basis der heutigen und hiesigen Rechtslage. Klar können wir über Datenschützer und die Rechtslage diskutieren, das ist nur ein anderes Thema.

    Zunächst mal war mein Vorschlag ja nur einer von mehreren, wie man das Problem konstruktiv lösen könnte. Es gibt zig andere Lösungen, davon skizziere ich einige auch in den Interview, zB die Bestimmungen zu standardisieren und “Diensteklassen” einzuführen, damit die Nutzer überhaupt erst mal verstehen, auf was sie sich da einlassen.

    Auch wenn das gern in der Politik und Medien gemacht wird, ich weigere mich einen einzelnen Lösungsvorschlag zu diskutieren, kosntruktiv ist nur:
    1. Problem bestimmen – habe wir überhaupt dieselbe Sicht?
    2. Alle Lösungen skizzieren
    3. Alle Lösungen bewerten

    Doch, noch zwei Anmerkungen:
    1. Natürlich “können” Unternehmen wie Google mit wie ohne Gebühren mit Daten gleich /gleicht schlecht umgehen, sie werden es aber nicht tun, weil mein Vorschlag die Nutzer überhaupt erstmal zu KUNDEN macht, was sonst nämlich die WERBETREIBENDEN sind. Das bedeutet für jede Entscheidung sich neu überlegen zu müssen, wessen Interessen man bedient.
    2. Mir ging es auch darum (das ist der Jurist in mir), überhaupt Nutzerrechte in ernsthaftem Umfang entstehen zu lassen. Ohne Bezahlung ist man als Nutzer bisher weitgehende rechtelos, das sieht man in allen Details von Nutzungsbestimmungen. Damit meine ich, dass bisher Ansprüche gegen den Diensteanbieter praktisch nicht begründet werden. Vertraglich, fast null. Hätte man aber eine zweiseitige Wirtschaftsbeziehung von Leistung und Gegenleistung, wäre das der Ansatz, den Nutzern überhaupt Rechte zu geben. Und das, entschuldigt meine harschen Worte, würde doch weit mehr helfen als wenn man als nichtzahlender Nutzer den eigenen Namen sechs Wochen lang mutiert zur Schau stellt oder als Minister sich zum Affen macht. Unterschreibt zweiseitige Verträge, dann habt Ihr auch Rechte.

    So weit ich, Hugh :-)

  18. kadekmedien
    schrieb am 31. August 2011 um 21:17 Uhr (#)

    Mich würde jetzt echt mal brennend interessieren, ob und wenn ja welche (bzw. in welchem Ausmaß) Probleme mit dem Datenschutz Menschen in anderen Ländern haben – oder ob wir hier ein spezifisch deutsches Phänomen wälzen (was ich vermute). Kann das mal jemand von euch professionellen Bloggern recherchieren, wie die gleiche Sachlage in Frankreich, Argentinien, Neuseeland, Japan oder Polen (oder jedes andere Land) diskutiert wird?

    1. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
      schrieb am 31. August 2011 um 22:12 Uhr (#)

      Ich kann ja mal mit Schweden anfangen: Mag sein, dass diese Diskussion in gewissen Kreisen auch geführt wird – aber eine “Eskalation” wie in Deutschland findet nicht statt.

      Auch die starke Medienpräsenz von Datenschützern ist hier nicht zu beobachten. Ich kenne auch keinen namentlich (in Deutschland dagegen so einige ;))

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