Uberblic:
Berliner Datenmarktplatz
will die USA erobern

Uberblic will etablierten Unternehmen und Webentwicklern dabei helfen, aus verschiedenen Quellen im Netz bezogene Informationen abzugleichen und auf intelligente Weise zu kombinieren. Seinen wichtigsten Markt sieht das Berliner Startup in den USA.

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In den USA gehören offene Entwicklerschnittstellen (APIs) zum Standardrepertoire aufstrebender Startups und tauchen trotz ihres stark technischen Charakters als Produktmerkmal oft zentral in der Außendarstellung junger Webfirmen auf. Im deutschsprachigen Raum hingegen fristen APIs eher ein Nischendasein. Mitunter entsteht gar der Eindruck, dass hiesige Startups gänzlich auf derartige Schnittstellen verzichten – ein Trugschluss, welcher der allgemein geringen Beachtung des Themas geschuldet ist.

Umso bedeutsamer ist es, wenn sich eine junge Firma aus Deutschland vollkommen den APIs verschreibt: So wie Uberblic, ein Startup aus Berlin, das eine Lösung entwickelt hat, um einen Abgleich zwischen verschiedenen im Netz verfügbaren Entwicklerschnittstellen durchzuführen und Webdiensten sowie Firmen auf diese Weise bei der intelligenten Nutzbarmachung dieser Daten unter die Arme greift.

Gründer Georgi Kobilarov bezeichnet Uberblic als Datenmarktplatz. Derzeit unterstützt der Service knapp zehn APIs, u.a. von foursquare, Last.fm, Facebook und Lonely Planet. In den nächsten Wochen und Monaten soll das Portfolio auf bis zu 30 APIs erhöht werden.

Der Sinn und Zweck von Uberblic lässt sich am besten an einem praktischen Beispiel erläutern: Will ein Programmierer eine Anwendung schaffen, die Nutzern Ortsinformationen rund um Kinos, das Kinoprogramm sowie Kinobewertungen, Filmempfehlungen und Kommentare von Freunden zentral anzeigt und in einen gemeinsamen Kontext bringt, erfordert dies einen Abgleich der Informationen verschiedener Schnittstellen. Diese Aufgabe übernimmt Uberblic mit seinem “Doppelganger” getauften Service. Zu Anfang liegt der Fokus auf dem Abgleich von Location-Informationen verschiedener APIs, soll davon ausgehend aber auf andere Kriterien ausgeweitet werden.

Die Idee zu Uberblic kam Gründer Georgi Kobilarov im Rahmen von Projekten für die BBC, bei denen interne Datenbanken mit über externe APIs verfügbaren Informationen angereichert werden sollten. Kobilarov erkannte den Bedarf an einem Mittler, der sowohl Firmen mit umfangreichen Datenbanken als auch Startups und Apps bei der Integration und dem Abgleich von Schnittstellen hilft.

Als Geschäftsmodell baut Uberblic auf einen Freemium-Ansatz: Während der Einsatz der Uberblic-API für eine nicht-gewerbliche Nutzung gratis ist, kostet die kommerzielle Nutzung. Eine Reihe zahlender Kunden konnten schon akquiriert werden.

Das mittlerweile dreiköpfige Uberblic-Team finanziert den Ausbau des Angebots bisher über die laufenden Einnahmen, ist einer Kapitalspritze gegenüber aber nicht abgeneigt, um das Wachstumstempo erhöhen zu können. Kobilarov schielt vor allem auf US-Investoren, da er in den USA aufgrund der Vielzahl an API-Anbietern und -Nutzern auch den größten Markt für Uberblic sieht.

Location ist als Trend noch immer in seinen Anfängen und gewinnt mit jedem verkauften GPS-fähigen Smartphone an Bedeutung. Gleichzeitig liegt in der Verknüpfung von Informationen aus verschiedenen Quellen erhebliches Potenzial für neue innovative Services. Uberblic positioniert sich nahe an beiden Entwicklungen. Die Zukunftsaussichten für das Berliner Startup erschienen somit rosig.

Uberblic ist natürlich auch ein weiterer typischer Vertreter der neuen Startup-Generation aus Deutschland.

Link: Uberblic

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