Service für Journalisten:
10 junge Webdienste aus D-A-CH,
die einen Blick wert sind

Die führenden deutschsprachigen Nachrichtenportale sollten häufiger über lokale Startups berichten, fordert Gastautor Theodossios Theodoridis. Wir schlagen zehn Onlinedienste vor, mit denen sie anfangen können.

Deutsche Publikumsmedien sollten in ihrer Berichterstattung weniger ausschweifend über die großen US-Internetfirmen und mehr über lokale Startups berichten, so das gestrige Plädoyer von Theodossios Theodoridis. Diesen Appell können wir nur unterstützen – selbst wenn manche hiesigen Webunternehmen selbst Schuld daran sind, keine richtige Beachtung zu finden.

Sollte Theodoridis’ Botschaft die Beachtung einiger Redaktionen erhalten und womöglich tatsächlich für einen Sinneswandel sorgen (was wünschenswert wäre), steht dann die Frage im Raum, wo sie anfangen sollen: Welche jungen Startups und Onlinedienste aus dem deutschsprachigen Raum befinden sich gerade in der heißen Phase, haben eine clevere Idee und verdienen einen genaueren Blick? Wir haben die Antwort!

Monat für Monat stellen wir unzählige neue Startups und Webdienste aus Deutschland, Österreich und der Schweiz vor. Häufig (nicht immer und nicht ausschließlich) ist die Reaktion der Leser ein guter Gradmesser dafür, in welche Richtung sich ein Produkt entwickeln könnte. Also haben wir uns durch sämtliche unserer Startup-Berichte der vergangenen sechs Monate gegraben und die zehn Artikel herausgesucht, die in der Summe die meisten Shares (Retweets und Facebook) Likes erhalten haben. Sofern ein Dienst mit mehreren eigenständigen Texten präsent war, zählt der aktuellste.

Dieser Ansatz ist zwar nicht hochwissenschaftlich, aber in jedem Fall eine gute Orientierungshilfe für Journalisten und Redakteure dazu, welche Projekte bei der Leser- und Nutzerschaft Anklang finden sowie für Diskussionen sorgen könnten.

Hier sind die Topp 10, geordnet nach Popularität:

myTaxi: 131 Shares
Im März 2010 veröffentlichte Intelligent Apps die Smartphone-App myTaxi zur Taxibestellung in Hamburg. Heute funktioniert das in zwölf deutschen Städten. Während jetzt die Expansion ins Ausland vor der Tür steht, geraten die lokalen Taxi-Zentralen unter Druck.
Unser Bericht

Gigalocal: 110 Shares
Gigalocal hat gerade den Startschuss für seinen Marktplatz für lokale Micro-Jobs gegeben. Nutzer in Berlin können bezahlte Kleinstaufgaben inserieren, die andere Personen in der Umgebung zeitnah erledigen.
Unser Bericht

TwentyFeet: 91 Shares
Bei TwentyFeet können Nutzer Statistiken und Kennzahlen zu ihren Social-Web-Accounts abrufen. Der Dienst aus Wiesbaden setzte zum Start auf eine globale Ausrichtung.
Unser Bericht

flinc: 80 Shares
Das Darmstädter Startup flinc will Menschen mit seinem neuartigen Dienst zur Vermittlung von Mitfahrgelegenheiten mobiler machen und gleichzeitig die Umwelt schonen. Vor wenigen Wochen öffnete der Service deutschlandweit seine Pforten.
Unser Bericht

Sifonr: 72 Shares
Sifonr, ein Startup aus der Nähe von Ulm, ermöglicht kostenlose P2P-Videochats für unbegrenzt viele Teilnehmer direkt im Browser. Das Gründerduo hat nichts Geringeres vor, als den Kommunikationsmarkt im Internet zu revolutionieren.
Unser Bericht

restorm.com: 69 Shares
restorm.com ist ein innovatives Social Network für Musikschaffende und -fans mit Sitz in Zürich. Seit kurzem erlaubt der Dienst Künstlern, die Nutzungsrechte zu ihren bei der Plattform hochgeladenen Songs in wenigen Schritten zum Verkauf anzubieten.
Unser Bericht

Tablespots: 67 Shares
Tabletspots hieß bisher cuisini. Bei dem Webservice aus Heidelberg können Freunde kulinarischer Erlebnisse Tische bei ausgewählten Restaurants reservieren und sich einen 30-prozentigen Rabatt auf die gesamte Rechnung sichern.
Unser Bericht

wahwah.fm: 66 Shares
wahwah.fm will Menschen unterwegs über ein kollektives Musikerlebnis verbinden. Mit der seit einigen Monaten verfügbaren iPhone-Applikation macht das Berliner Startup einen ersten Schritt auf dem Weg dorthin.
Unser Bericht

Hotelsnapper: 66 Shares
Der Münchner Preisvergleichsdienst Hotelsnapper ermöglicht es Nutzern durch eine Verknüpfung mit Facebook, die Empfehlungen und Meinungen der persönlichen Kontakte in die Suche nach einer geeigneten Unterkunft einfließen zu lassen.
Unser Bericht

horizobu: 63 Shares
Das Schweizer Startup horizobu hat eine Suchmaschine lanciert, die sich vor allem für tiefergehende Recherchen eignen und bei der Erkundung von Themengebieten helfen soll.
Unser Bericht

(Foto: stock.xchng)

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7 Kommentare

  1. Johannes
    schrieb am 16. August 2011 um 13:57 Uhr (#)

    Schöne Übersicht, danke. Die Charts illustrieren aber auch einmal mehr die hierzulande häufig anzutreffende Gründer-Maxime “lieber erfolgreich klonen als innovieren und scheitern”, das ist aus journalistischer Sicht (-> Nachrichtenwerttheorie) halt grundsätzlich eher unsexy.

    Ciao
    Johannes

    1. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
      schrieb am 16. August 2011 um 13:58 Uhr (#)

      Du siehst hier explizite Klone (die diesen Namen auch verdienen)?

    2. Johannes
      schrieb am 16. August 2011 um 14:07 Uhr (#)

      Also Gigalocal (über die ich gerade nichts desto trotz einen Artikel schreibe, weil’s einfach eine große Nummer ist) orientiert sich schon sehr erkennbar an fiverr, um mal ein aktuelles Beispiel aufzugreifen.

      Ciao
      Johannes

    3. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
      schrieb am 16. August 2011 um 14:13 Uhr (#)

      Ich glaub du verwechselst gerade Gigalo (ja, totaler fiverr-Klon) und Gigalocal, oder?

      Beides von den selben Machern, aber imo sehr unterschiedlich zu bewerten.

  2. Johannes
    schrieb am 16. August 2011 um 17:30 Uhr (#)

    Jein; Gigalocal ist auch nicht gerade die Krönung der Innovation, vgl. Artikel. A propos: Wenn man sich als Startup Medienaufmerksamkeit wünscht, sollte man sich die serverseitig auch leisten können. Eine stundenlage Nicht-Erreichbarkeit macht keinen guten Eindruck, weder auf Leser noch auf Journalisten (die in diesem Fall ihren Lesern ja nur einen sehr überschaubaren Mehrwert gegeben bzw. ihnen vielleicht sogar Zeit gestohlen haben).

    Ciao
    Johannes

    1. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
      schrieb am 17. August 2011 um 15:17 Uhr (#)

      Zu dem Vergleich mit Zaarly kopiere ich einfach mal das hier rein, was ich an anderer Stelle schon angemerkt habe:

      “Das erste Mal präsentiert wurde Gigalocal als funktionsfähige App auf der re:publica im April, inklusive massig Marketingzeugs. Zaarly trat erstmals im März ins Rampenlicht.

      Schon deshalb halte ich es für sehr unwahrscheinlich, dass die Idee zu Gigalocal tatsächlich erst entstand, nachdem Zaarly gestartet war.

      Aber selbst wenn es so wäre: Ein Klon ist meines Erachtens nach nur Klon, wenn er mit der Intention gestartet wird, ohne Risiko schnelles Geld zu machen. Da aber Zaarly selbst noch ganz frisch ist, existiert diese “Versicherung” nicht. Sprich, das Risiko, zu versagen, ist für Gigalocal genauso hoch wie für Zaarly. Und bei 50 Mitarbeiter wird da ordentlich Geld in die Hand genommen, ohne dass es wie bei der klassischen Copycat nahezu eine Garantie auf guten ROI gibt.”

      Kurzum: Hier unbedingt Gigalocal den Vorwurf eines Klones machen zu wollen, halte ich in diesem speziellen Fall für an den Haaren herbei gezogen.

      Anders sieht es für Gigalo aus. Aber das nehm ich ohnehin nicht so richtig ernst.

  3. klm
    schrieb am 17. August 2011 um 12:37 Uhr (#)

    die jungs von MyTaxi müssen auf jeden Fall noch etwas für den Bekanntheitsgrad tun. Alle Taxifahrer, die ich gerade in Düsseldorf befragt habe, kanntne den Dienst noch nicht, trotz demonstrativer genervtheit über die dortige Taxizentrale.

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