Google+ startet Spieleplattform:
wooga nutzt seine große Chance

Google hat den offiziellen Startschuss für eine bei Google+ integrierte Spieleplattform gegeben. Der Berliner Social-Games-Anbieter wooga bringt seine drei populärsten Titel zu dem neuen Dienst und nutzt damit eine große Chance.

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Dass Googles mit viel Schwung gestartetes soziales Netzwerk Google+ auch Spiele in seine Plattform integrieren würde, war bereits bekannt. Am späten Donnerstagabend gab der Internetkonzern vielleicht einen Tick früher als erwartet offiziell den Launch von Google+ Games bekannt. 16 Titel von zehn unterschiedlichen Entwicklern werden zum Start bereit stehen, die meisten davon auf Flash-Basis, davon 15 auf Flash- und einer auf HTML5-Basis.

Für uns besonders interessant: Die Berliner Social-Games-Schmiede wooga ist einer der Launch-Partner, erscheint prominent im von Google verbreiteten Screenshot des neuen Dienstes und stellt seine drei bereits von Facebook bekannten Games Bubble Island, Monster World und Diamond Dash zukünftig auch Nutzern von Google+ zur Verfügung.

Bisher konzentrierte sich wooga vollständig auf Facebook-Spiele. Die sich daraus ergebende, für die Berliner recht unangenehme Abhängigkeit beleuchtete ich vor anderthalb Wochen und mutmaßte, dass Google+ für wooga eine willkommene Gelegenheit darstellen könnte, sich ein zweites Standbein zuzulegen. Das erfolgreiche Startup scheint dies ebenfalls so zu sehen.

Im Gegensatz zu meiner Vermutung, wooga-Konkurrent und Social-Gaming-Marktführer Zynga müsse sich aufgrund der vertraglichen Bedingungen seiner engen Kooperation mit Facebook vollständig von Google+ fernhalten, zeigt das kalifornische Unternehmen doch Präsenz bei dem Google-Netzwerk – allerdings nur mit einem Spiel, nämlich Zynga Poker. Der Grund: Zynga Poker gehört nicht zu den Titeln, für die sich Facebook eine über Jahre andauernde Exklusivität gesichert hat. So populäre Games wie CityVille, FarmVille oder MafiaWars hingegen wird das an die Börse strebende US-Unternehmen bis zum Jahr 2015 nicht außerhalb von Facebook lancieren können.

Anders als Zynga kann der deutsche Konkurrent und Zweitplatzierte im Markt der Spiele für soziale Netzwerke wooga frei darüber entscheiden, welche seiner fünf bei Facebook angebotenen Titel er zu Google+ portiert – und hat sich wenig verwunderlich für die drei erfolgreichsten entschieden. Sechs Entwickler waren drei Wochen lang damit beschäftigt, die Spiele für die neue Umgebung anzupassen.

Die Spielesektion wird sukzessive für alle über 25 Millionen Mitglieder von Google+ verfügbar gemacht und ist dann über die grafische Menüleiste rechts neben dem Google+-Logo sowie den Direktlink http://plus.google.com/games erreichbar. In seinem Blogbeitrag unterstreicht Google die Tatsache, dass an den bunten Zeitfressern (meine Formulierung) nicht interessierte Nutzer von selbigen auch nicht behelligt werden. Das ist hinsichtlich der Vermeidung eines zu hohen Geräuschpegels erfreulich, könnte aber auch dazu führen, dass Spiele bei Google+ weniger dynamisch wachsen als bei der blau-weißen Konkurrenz.

“Entschädigt” werden Game-Entwickler dafür jedoch mit einer deutlich geringeren Provision, die Google von ihnen für innerhalb der Spiele verkaufte virtuelle Güter verlangen wird. Diese soll dauerhaft unter den 30 Prozent liegen, die Facebook behält. Für eine begrenzte Zeit beansprucht Google von wooga & Co sogar nur fünf Prozent. In der Praxis bedeutet dies, dass Spielestudios bei Google+ weniger regelmäßige Zocker benötigen als bei Facebook, um den gleichen Nettoumsatz zu erzielen.

Auf der Roadmap für das Gaming-Portal steht laut Google Produktmanager Punit Soni eine Verbindung des Videochat-Features “Hangouts” mit Spielen sowie die Bereitstellung einer mobilen Komponente.

Auch das auf Smartphones populär gewordene Spiel Angry Birds gehört zu den 16 Launch-Titeln. Seit einigen Monaten gibt es dies bereits im Chrome Web Store.

Update: Nur wenige Stunden nach der Google-Ankündigung informierte Facebook über diverse Neuerungen bei seiner Spiele-Plattform.

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6 Kommentare

  1. Katharina Schwesig
    schrieb am 12. August 2011 um 08:56 Uhr (#)

    “In seinem Blogbeitrag unterstreicht Google die Tatsache, dass an den bunten Zeitfressern (meine Formulierung) nicht interessierte Nutzer von selbigen auch nicht behelligt werden. ”

    Und wieder ein Grund mehr, Google+ zu nutzen!

    1. Michael
      schrieb am 13. August 2011 um 01:42 Uhr (#)

      Naja, Facebook hat schon angekündigt seine Spielemeldungen auch bald vom normalen Stream abzutrennen. Das wird für einige Jahre ein interessantes Rennen um die Benutzer. Und ich weiß ehrlich nicht wer Facebook den Rang ablaufen sollte falls es Google nicht schafft…

  2. Muhi
    schrieb am 12. August 2011 um 14:56 Uhr (#)

    Konkurrenz zu Facebook tut gut.

  3. rob d
    schrieb am 12. August 2011 um 20:39 Uhr (#)

    Und wieder eine Sache die Facebook prompt von Google+ kopiert hat. So langsam stelle ich mir ernsthaft die Frage wer hier eigentlich der tonangebende Marktführer ist.

  4. maik
    schrieb am 13. August 2011 um 21:31 Uhr (#)

    Vor allem eine ganz hervorragende Exit-Chance, mal abwarten wie sich Google+ tatsächlich schlägt, aber wenn sie auch ausserhalb der Gmail-Nutzer hinzugewinnen, könnte für Zynga die enge Bindung an Facebook tatsächlich zum Problem werden, insbesondere als dann Public Company.

    Mit Wooga in der Tasche hätte man den Fuss auch in Google+, quasi Zynga+.

    Allerdings hat Wooga auch einen Haken – die starke Mädels-Ausrichtung der Games wird es nicht leicht machen auch bei G+ schnell zu wachsen, dazu ist G+ derzeit noch zu männlich dominiert.

  5. Fürst
    schrieb am 14. August 2011 um 16:49 Uhr (#)

    Mir sagt momentan, ob der kleineren Nutzerschaft Google+ mehr zu. Liegt aber vielleicht auch daran, dass ich so ziemlich jedes Google-Produkt nutze. Google Plus ist einfach nicht so verspielt, kitschig wie Facebook. Das ist einfach seriöser. Könnte vielleicht sogar Xing Konkurrenz machen.

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