SharedSafe:
Dateiabgleich und Filesharing via IMAP

Das Freisinger Startup rootloft hat mit SharedSafe eine Windows-Anwendung entwickelt, die über IMAP ein verschlüsseltes Dateisystem auf dem eigenen E-Mail-Speicher anlegt. Dateien können dann über mehrere Rechner synchronisiert und mit anderen Usern geteilt werden.

Im Bereich der Onlinespeicher- und Sync-Lösungen existiert ein ungeschriebenes Gesetz: Je bequemer und einfacher ein Konzept für den Endanwender erscheint, desto mehr potenzielle Schwachstellen und Kritikpunkte lassen sich in Bezug auf den Schutz und die sicherere Verwahrung der Dateien identifizieren.

Dropbox zum Beispiel zeichnet sich durch eine kinderleichte Anwendung aus, musste in den letzten Monaten aber im Zuge der steigenden Popularität einiges an Schelte einstecken: Denn die auf maximale Usability und hohe Effizienz ausgelegte Dropbox-Technologie erfordert eine zentrale Verschlüsselung auf Dropbox-Servern, was zumindest die theoretische Möglichkeit eines externen Zugriffs auf Nutzerdaten mitbringt.

Sicherer sind die eigenen Dateien beim Schweizer Dienst Wuala, der grundsätzlich auf eine anwenderseitige Verschlüsselung setzt. Der Preis, den User bezahlen, ist ein langsameres Entwicklungstempo sowie eine im Vergleich zu Dropbox beschränkte Cross-Plattform-Verfügbarkeit. Denn für jeden Zugriffsweg muss das Zürcher Unternehmen die Verschlüsselung auf dem Endgerät sicherstellen.

Das Freisinger Startup rootloft GmbH hat nun mit SharedSafe eine Windows-Anwendung im Beta-Stadium auf den Markt gebracht, die in puncto Datensicherheit und Privatsphäre nochmals einen Zahn zulegt – aber dafür auch kaum für den gemeinen Internetnutzer ohne grundlegendes technisches Verständnis geeignet ist.

Die Herangehensweise von SharedSafe ist aber trotzdem interessant: Denn die Software benötigt keine eigenen Server, sondern nutzt den E-Mail-Speicherplatz der User, um mit dessen Hilfe Dateien und Ordner zwischen mehreren Rechnern zu synchronisieren und mit anderen Anwendern zu teilen.

Voraussetzung für die Nutzung von SharedSafe ist ein IMAP-fähiges E-Mail-Konto und freier Speicherplatz. Viele der bekannten Webmail-Anbieter (auch Google Mail) unterstützen IMAP.

Nach der Installation des SharedSafe-Clients können Benutzer fortan beliebige Ordner auf ihrer Festplatte aus dem Windows-Kontextmenü heraus mit ihrem Mail-Speicher synchronisieren. Dazu autorisieren sie den SharedSafe-Client einmalig für den Zugriff auf ihr IMAP-Konto. SharedSafe erzeugt dann dort ein verschlüsseltes Dateisystem, in dem Benutzerdateien abgelegt werden können. Die Schüssel verbleiben lokal beim Benutzer.

Solange die Software im Hintergrund geöffnet bleibt, überwacht sie die zu synchronisierenden Verzeichnisse auf Änderungen und aktualisiert Dateien, falls notwendig.

Um Ordner auch mit anderen Benutzern zu teilen, müssen diese ebenfalls die SharedSafe-Software installiert haben. Dann können sie den vom Initiator an sie per Mail oder auf anderen Wegen gesendeten, den Schlüssel enthaltenden “Safe” öffnen und so Zugang zu den darin enthaltenen Dateien erhalten.

rootloft-Geschäftsführer Goran Badevic sieht einen der entscheidenden Vorteile von SharedSafe darin, dass anders als bei den gängigen Speicherdiensten Client und Server nicht aus der gleichen Quelle stammen, was sonst vom User immer eine gehörige Portion Vertrauen einfordert.

In der Beta-Phase wird die SharedSafe gratis angeboten, allerdings ist alle drei Monate der Download des neuesten Clients notwendig. Nach dem offiziellen Launch soll für die Software eine einmalige Lizenzgebühr anfallen. Eine Mac-Variante ist geplant.

Link: SharedSafe

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2 Kommentare

  1. Fritzl
    schrieb am 2. August 2011 um 14:29 Uhr (#)

    IMAP-Protokoll.
    PIN-Nummer.
    LCD-Display.

    You get the idea. ;)

    1. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
      schrieb am 2. August 2011 um 14:31 Uhr (#)

      Yep, geändert :) Danke.

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