Hotelsnapper:
Mit Facebook-Integration
Hotel-Nieten aussortieren

Der Münchner Preisvergleichsdienst Hotelsnapper ermöglicht es Nutzern durch eine Verknüpfung mit Facebook, die Empfehlungen und Meinungen der persönlichen Kontakte in die Suche nach einer geeigneten Unterkunft einfließen zu lassen.

Wenn in den letzten Monaten das Stichwort Social Search fiel, dann zumeist im Kontext mit dem Bestreben der gührenden Suchmaschinen und Internetkonzerne, Websuche mit Informationen sowie Feedback von Freunden und Bekannten zu ergänzen und somit die Resultate besser und relevanter zu gestalten.

Doch die soziale Suche bietet sich natürlich nicht nur für die Giganten der Netzwirtschaft an, sondern auch für alle vertikalen (Meta-)Suchmaschinen, also solche mit einem eng eingegrenzten Themenfeld. Das Münchner Startup Hotelsnapper betreibt seit dem vergangenen Jahr einen Preisvergleichsdienst für Hotels und hat vor wenigen Tagen eine sehr interessante Facebook-Integration lanciert.

Vorgestellt hatten wir Hotelsnapper kurz nach dem Launch im Oktober 2010. Unsere Aufmerksamkeit gewann der von Manuel Apitzsch gegründete Service damals durch den unkonventionellen Ansatz, dass Nutzer für eine Übernachtung an einem bestimmten Ort einen Preiswunsch angeben konnten. Das Hotel, dass ein Angebot am schnellsten akzeptierte, erhielt dann den Zuschlag – also den Gast.

Diese Methode klingt zwar reizvoll, ist aber ein Novum, erfordert auf Kundenseite ein erhebliches Vertrauen in den Anbieter und eignet sich damit weniger für ein blutjunges Startup. Hotelsnapper-Chef Apitzsch hat das Modell daher temporär auf Eis gelegt. Stattdessen soll das Portal nun erst als Marke im Bereich der innovativen Meta-Suchmaschinen aufgebaut werden. Für das nächste Jahr steht aber schon das Comeback der Funktion auf der Agenda.

Vorbildlich: Hotelsnapper begnügt sich mit wenigen Nutzerdaten
Vorbildlich: Hotelsnapper begnügt sich mit wenigen Nutzerdaten
Mit einer Integration von Facebook versucht sich Hotelsnapper nun an einem neuen Experiment, um die Suche nach einem passenden Hotel auf ein neues Niveau zu heben: Nachdem User sich über Facebook bei Hotelsnapper angemeldet haben, zeigt ihnen die Site bei der Suche nach einem Quartier anschließend an, ob eigene Facebook-Kontakte schon einmal über Facebook Places bei einem Hotel eingecheckt sowie dieses bei dem Social Network mittels des “Like”-Buttons favorisiert haben.

Zu jeder Unterkunft informiert Hotelsnapper in der Ergebnisliste über die absolute Anzahl an Check-Ins und Likes. War schon einmal einer der persönlichen Kontakte dort und hat dem Hotel gar einen “Like” spendiert, wird dies in Form einer Mini-Variante des Profilbildes dargestellt. Mit einem Klick gelangt man zur Profilseite des betreffenden Facebook-Users, um beispielsweise weitere Angaben zur Qualität des Hotels einzuholen.

Die gewählte Facebook-Integration ist in dem Segment laut Hotelsnapper-Geschäftsführer Manuel Apitzsch in dieser Form bisher einmalig und funktioniert momentan für eine Reihe größerer deutscher Städte. Demnächst soll das Feature flächendeckend auch für andere Länder zur Verfügung gestellt werden.

Manuel Apitzsch betont, dass es sich um einen Test handelt, und dass die Münchner zuerst einmal prüfen wollen, wie eine Berücksichtigung von Feedback der eigenen Facebook-Kontakte bei Reisenden ankommt. Das Ziel ist es, Enttäuschungen so weit es geht zu vermeiden und Hotel-Nieten möglichst zuverlässig auszusortieren.

Den deutlichsten Effekt hat der Schritt für diejenigen, die viele hundert aktive Facebook-Kontakte besitzen und nach einem Quartier in Großstädten und an touristischen Hotspots suchen. Wenn auch in Metropolen wie Berlin, Hamburg oder München keine Check-Ins und Likes der Bekannten eingeblendet werden, dann muss man dies seinen Facebook-”Freunden” angekreiden, nicht Hotelsnapper.

Wer bisher der Meinung war, der Facebook Check-In an einem Ort diene lediglich einem Selbstzweck, wird mit dem Beispiel Hotelsnapper eines Besseren belehrt: Denn eines Tages, womöglich Monate später, hilft der Check-In eventuell einem Freund bei der Entscheidungsfindung.

Link: Hotelsnapper

Mehr lesen

\

16.2.2012, 8 Kommentare"Twitterifikation":
Facebook will Twitter verdrängen

Mit seiner Abonnieren-Funktion und dem zugrunde liegenden, asymmetrischen Follower-Prinzip versucht Facebook, Twitter zu verdrängen. Zugpferd dieser Entwicklung sollen Prominente sein.

Facebooks Börsengang: Die Internetwirtschaft frohlockt

3.2.2012, 2 KommentareFacebooks Börsengang:
Die Internetwirtschaft frohlockt

Facebooks Börsengang wird bis zu 1000 Angestellte des Unternehmens zu Millionären machen. Die gesamte Internetwirtschaft profitiert davon.

Der nächste Interessenkonflikt: Wie die Facebook-Aktie  dem Tech-Journalismus schadet

2.2.2012, 11 KommentareDer nächste Interessenkonflikt:
Wie die Facebook-Aktie dem Tech-Journalismus schadet

Viele die Technologie- und Internetbranche bewachende Blogger und Journalisten rund um den Globus werden sich dieser Tage die Frage stellen, ob sie sich mit Aktien von Facebook eindecken sollten. Ein Interessenkonflikt ist programmiert.

Hotelsnapper: Der Gast bestimmt den Preis

25.10.2010, 4 KommentareHotelsnapper:
Der Gast bestimmt den Preis

Das Prinzip von Onlinemarktplätzen, bei denen Kunden den Preis vorgeben, lässt sich auch auf Hotels übertragen: Bei Hotelsnapper geht der Zuschlag an das Hotel, das zuerst die Konditionen des Kunden akzeptiert.

\

16.2.2012, 8 Kommentare"Twitterifikation":
Facebook will Twitter verdrängen

Mit seiner Abonnieren-Funktion und dem zugrunde liegenden, asymmetrischen Follower-Prinzip versucht Facebook, Twitter zu verdrängen. Zugpferd dieser Entwicklung sollen Prominente sein.

Heimlicher Adressbuch-Abgleich: Path zeigt sein wahres Gesicht

8.2.2012, 13 KommentareHeimlicher Adressbuch-Abgleich:
Path zeigt sein wahres Gesicht

Das aufstrebende soziale Netzwerk Path hat sich mit dem ungefragten Abgleich der Smartphone-Adressbücher seiner Nutzer einen groben Schnitzer erlaubt. Für diese bei Startups übliche Leichtfertigkeit gibt es Gründe.

Nicht nur wegen des Börsengangs: 2012 ist Facebooks  wichtigstes Jahr bisher

2.2.2012, 3 KommentareNicht nur wegen des Börsengangs:
2012 ist Facebooks wichtigstes Jahr bisher

Facebooks Börsengang kommt zu einer Zeit, in der sich das Unternehmen an eine veränderte Social-Networking-Landschaft anpassen muss. Jetzt wird sich entscheiden, wie stark das Fundament der Plattform tatsächlich ist.

Suchmaschine für die persönliche Cloud: Greplin verdient mehr Beachtung

20.2.2012, 2 KommentareSuchmaschine für die persönliche Cloud:
Greplin verdient mehr Beachtung

Von Greplin, der Suchmaschine für persönliche Clouddienste, hört man vergleichsweise wenig. Dabei handelt es sich um einen äußerst nützlichen Service, der mehr Beachtung verdient.

Personalisierte Suche: Wieso Google sich selbst schadet

16.1.2012, 12 KommentarePersonalisierte Suche:
Wieso Google sich selbst schadet

Die Aufregung über die Vereinigung von Google Suche und Google+ hält an. In ihrer aktuellen Ausformung wird die Integration keinen dauerhaften Bestand haben.

Strategiewechsel: Google will Weg und  Ziel gleichzeitig sein

9.11.2011, 8 KommentareStrategiewechsel:
Google will Weg und Ziel gleichzeitig sein

Seit 13 Jahren versucht Google, Nutzer möglichst kurz auf der eigenen Site verweilen zu lassen. Mit Google+ verändert sich die Prioritätensetzung.

4 Kommentare

  1. Stefan
    schrieb am 3. August 2011 um 10:11 Uhr (#)

    Klingt spannend und ist sehr übersichtlich…

    wenn man wirklich alle Hotels findet, dann werde ich es wohl ab jetzt benutzen! :)

  2. Valente
    schrieb am 5. August 2011 um 13:34 Uhr (#)

    endlich mal was neues in sachen hotelsuche…

  3. Wolfgang W. Werner
    schrieb am 7. September 2011 um 15:20 Uhr (#)

    Also das KOnzept ist klasse. Allerdings kann ich mir vorstellen, das ein optischer Anzeiger die Beurteilung noch wesentlich erleichtert – also wenn man die Zahl der Buchungen nach Facebook/Hotelsnapper und die der daraus resultierenden Empfehlungen in ein Verhältnis setzt, hat man mit der Zeit eine wirklich belastbare Bewertung. Unabhängig von der Kategorie – da weiss ja jeder, welche Erwartungen an das Preis-/Leistungsverhälntnis gekoppelt werden können. Diese Art der Kundenzufriedenheitsmessung trägt im Übrigen wesentlich zur Leistungshygiene im Beherbergungsgewerbe bei ;-)
    WWW

  4. Wolfgang
    schrieb am 8. September 2011 um 08:40 Uhr (#)

    Eine kleine Mitdenker Idee noch dazu. Die Preise werden ja bereits in der Art einer Meta Suchmaschine ermittelt und der beste Preis angezeigt. Warum dann nicht noch einen Schritt weiter? Wenn man sowieso bei Expedia, Hotels und anderen Information zusammensucht – dann kann man doch doch als Zusatzinfo in die Facebook Funktionen integriert auch gleich einen Mittelwert der bisherigen Bewertungen einfügen. Dann hat schon vom Start weg einen Mehrwert auch wenn die eimnzelnen Hotels noch nicht hinreichend gefacebooked wurden — just my 2 cent.
    WWW

Diesen Artikel kommentieren

Wir sind sehr an einer offenen Diskussion interessiert, behalten uns aber vor, beleidigende Kommentare sowie solche, die offensichtlich zwecks Suchmaschinenoptimierung abgegeben werden, zu editieren oder zu löschen. Mehr dazu in unseren Kommentarregeln.