Spontacts:
Mobiler Freizeitplaner für Mutige

Das Schweizer Startup Spontacts will es Menschen mittels einer kostenlosen iPhone-App ermöglichen, spontane Freizeitpartner in der Nähe zu finden. Ab sofort steht der Dienst auch in Deutschland und Österreich zur Verfügung.

Menschen, die sich in der selben Gegend befinden, über gemeinsame Interessen und Hobbys in Echtzeit miteinander in Kontakt zu bringen, ist ein bisher von Social-Web-Services vernachlässigter Aspekt. Der Grund dafür dürfte in der Tatsache liegen, dass für eine erfolgreiche Umsetzung eines derartigen Konzepts sowohl eine kritische Masse vorhanden sein muss, als auch dass eine Veränderung sozialer Verhaltensmuster erforderlich ist: Nicht jeder, der spontan Lust auf eine Runde Badmington hat, würde dafür online mit Fremden in der Umgebung Kontakt aufnehmen.

Das Schweizer Startup Spontacts will sich dieser Herausforderung trotzdem stellen – wissend, dass sich im Falle des Erfolgs ein riesiger, unbearbeiteter Markt öffnet.

Der Dienst der drei St. Galler Florian Specker, Daniel Kästli und Christoph Seitz soll es Nutzern mit einer kostenfreien iPhone erlauben, ihre Freizeitplanung zu bereichern, indem es zwischen Personen mit gleichen Interessen am selben Ort einen Kontakt herstellt. Seit einigen Tagen ist der im vergangenen Jahr in der Schweiz gelaunchte Service auch im deutschen und österreichischen App-Store verfügbar.

Anwendern können mit der Spontacts-App eine gewünschte Freizeitaktivität ausschreiben, z.B. eine Mountainbike-Tour. Spontacts benachrichtigt anschließend andere lokale Mitglieder (per Push-Nachricht), die bei der Registrierung ein entsprechendes Interesse für Fahrradtrips signalisiert haben, und erlaubt die spontane Kontaktaufnahme. Jede ausgeschriebene Aktivität verfügt über einen eigenen Chat, um die Details zu besprechen, und kann auch auf der eigenen Facebook-Pinnwand veröffentlicht werden.

Das von Spontacts berücksichtigte Interessenspektrum reicht von kulturellen Unternehmungen über Erholungsaktivitäten, Sport bis zum abendlichen Ausgehen. Wer möchte, kann auf seinem öffentlichen Spontacts-Profil auch den eigenen Beziehungsstatus angeben – die drei Spontacts-Gründer scheinen für ihre Entwicklung also auch eine grundsätzliche Eignung als Flirttool anzuvisieren (wobei Mitgründer Christoph Seitz unterstreicht: “Spontacts ist keine Dating-App”).

Die Spontacts-Applikation beinhaltet außerdem eine Liste mit empfohlenen Lokalitäten in der unmittelbaren Umgebung. Mit einem Klick lassen sich aus Restaurants, Kinos und Bars neue Aktivitäten machen, denen andere User in der Nähe beitreten können.

Die Idee des Schweizer Unternehmens, das sich mit seinem Angebot besonders an Pendler und neu Hinzugezogene richtet, hat ihren Reiz. Sie setzt allerdings voraus, dass sich genügend extrovertierte und offene Nutzer bei dem Dienst versammeln, so dass es in möglichst vielen Orten tatsächlich zu Kontaktanbahnungen rund um die Freizeitgestaltung kommt. Für schüchterne User dürfte Spontacts eher keine Alternative sein.

In der Schweiz will das Spontacts-Trio bis Jahresende 40.000 Mitglieder erreichen. Für Deutschland und Österreich wartet es mit einer Prognose. Kapital für erste Marketingmaßnahmen steht jedenfalls zur Verfügung: Private Investoren haben rund 120.000 Euro in das Startup gepumpt. Für das dritte Quartal ist eine weitere Investitionsrunde geplant.

Monetarisiert werden soll Spontacts in erster Linie über Sponsoring, zum Beispiel in Form von Exklusivpartnerschaften für bestimmte Aktivitätskategorien. So war in der Schweiz Migros, das größte Detailhandelsunternehmen in der Schweiz, Launchpartner für Golf und einige andere Freizeitinteressen.

Was Spontacts ganz offensichtlich noch fehlt, ist eine Android-Applikation. Deren Veröffentlichung ist für den Spätsommer geplant. Bis dahin können lediglich iPhone-Nutzer den Service ausprobieren.

Die entscheidende Frage lautet jetzt: Würdet ihr eine App wie Spontacts nutzen, um Partner für Freizeitaktivitäten zu finden?

Link: Spontacts

Mehr lesen

Entdeckungsmaschine mit \

17.4.2012, 5 KommentareEntdeckungsmaschine mit "Shout"-Funktion:
Shoutify verbindet Locations mit Anwendern

Shoutify möchte Anwendern dabei helfen, empfehlenswerte Locations in der Nähe zu finden und dauerhaft über deren Neuigkeiten informiert zu bleiben.

Girls Around Me: Unangemessene Empörung über vermeintliche \

2.4.2012, 3 KommentareGirls Around Me:
Unangemessene Empörung über vermeintliche "Stalker-App"

Zahlreiche englischsprachige Medien zeigten sich am Wochenende entrüstet über die iPhone-App Girls Around Me, welche auf einer Karte über Frauen (und Männer) in der Nähe informierte. Die Aufregung ist völlig übertrieben.

\

8.3.2012, 2 Kommentare"People Discovery":
Gauss aktiviert seinen "Magnet für Menschen"

Mit Gauss möchte ein junges deutsches Startup im gerade sehr angesagten Segment der People-Discovery-Applikationen mitmischen. Leicht wird dies nicht, aber die gewählte Metapher ist clever.

aka-aki schließt: Viele Jahre seiner Zeit voraus

23.5.2012, 7 Kommentareaka-aki schließt:
Viele Jahre seiner Zeit voraus

Die mobile App des Berliner Startups aka-aki erlaubte es Anwendern seit 2008, mit interessanten Personen in der unmittelbaren Nähe Kontakt aufzunehmen. Jetzt gibt der Dienst seine Schließung bekannt. Er war seiner Zeit voraus.

Spannendes Experiment: Die Kartenzahlung per Smartphone kommt nach Deutschland

22.5.2012, 9 KommentareSpannendes Experiment:
Die Kartenzahlung per Smartphone kommt nach Deutschland

Deutsche Verbraucher gelten nicht gerade als begeisterte Nutzer bargeldloser Zahlungsmethoden. Trotzdem wagen sich verschiedene hiesige Startups an das vom US-Dienst Square bekannt gemachte Prinzip, Kartenzahlungen per Smartphone zu ermöglichen.

Stuffle: Flohmarkt in der Hosentasche

11.5.2012, 4 KommentareStuffle:
Flohmarkt in der Hosentasche

Stuffle, die erste eigenständig entwickelte App der neuen Beteiligungsgesellschaft von Bigpoint-Gründer Heiko Hubertz, will den Flohmarkt aufs Smartphone bringen. Das Konzept wirkt simpel aber solide, nun müssen die Nutzer anbeißen.

Influencer Marketing in Deutschland: Klout-Konkurrent PeerIndex  belohnt digitalen Einfluss

10.5.2012, 0 KommentareInfluencer Marketing in Deutschland:
Klout-Konkurrent PeerIndex belohnt digitalen Einfluss

In den USA erhalten digitale Multiplikatoren über die Reputationsplattform Klout Vergünstigungen und Sonderangebote. Der Londoner Wettbewerber PeerIndex will mit PeerPerks auch Europas digitale Influencer belohnen.

Talentakquisition statt Verfall: Das heimliche Platzen  der Social-App-Blase

7.5.2012, 5 KommentareTalentakquisition statt Verfall:
Das heimliche Platzen der Social-App-Blase

Die Zahl der Startups, die Nutzer miteinander vernetzen wollen, übersteigt die Nachfrage und Zeit der Anwender bei weitem. Viele Apps haben keine Zukunft. Akquisitionen, bei denen es vor allem um das Team geht, verdecken dies.

Klout: Umstritten, aber unausweichlich

27.4.2012, 22 KommentareKlout:
Umstritten, aber unausweichlich

Klout, das bekannteste Onlinewerkzeug zur Reputationsmessung, bietet viel Angriffsfläche. Trotzdem ist es an der Zeit, seine künftige Bedeutung im Wirtschaftsleben zu akzeptieren.

12 Kommentare

  1. Manuel
    schrieb am 4. Juli 2011 um 08:15 Uhr (#)

    Ich würde die App gerne ausprobieren. Als Modellflieger ist man mit anderen “Piloten” sowieso per Du und geht hin, wenn man jemanden fliegen sieht. Neue Piloten und vielleicht noch unbekannte “Flugplätze” kennen zu lernen wäre toll.

    In Deutschland sehe ich noch mehr Potential für die App, gelten die Deutschen doch zumindest in der Schweiz als viel offener und kontaktfreudiger als die Schweizer.

    Ich kann nur nicht verstehen, dass sie zuerst (und für so lange Zeit) ausschliesslich eine iPhone-App anbieten. Von mir aus hätte man die Site von Anfang an zusätzlich für Browser zugänglich machen müssen. Dann könnte man am PC die Angebote durchblättern und auch von Android, Symbian, Windows Phone etc. zugreifen.

  2. Christoph Seitz
    schrieb am 4. Juli 2011 um 08:46 Uhr (#)

    Hallo Leute

    vorerst mal DANKE für den tollen Artikel – er bringt die Sache auf den Punkt! In den nächsten Tagen sind wir bereits mit einer FACEBOOK APP am Start. Da können sich Freunde des Organisators einschreiben, mitchatten und werden per Email auf dem Laufenden gehalten. Warum wir bis jetzt keine Android und Desktop-Lösung haben? Weil sehr viel Arbeit dahintersteckt und für Investoren erst mal der Beweis erbracht werden muss, dass die Idee zieht. Es sieht aber ganz so aus: Wir hatten nach einem Artikel im Tagesanzeiger letzte Woche bereits mehrere Tausend Registrierungen und sind vom positiven Feedback selbst überrascht.

    In dem Sinn: Allen eine aktive und schöne Woche!
    Christoph (Mitgründer Spontacts)

  3. Mischa
    schrieb am 4. Juli 2011 um 10:24 Uhr (#)

    Gerade in Berlin aus der Taufe gehoben und ein sehr ähnliches Konzept verfolgend: http://www.swoove.com/

  4. prayerslayer
    schrieb am 4. Juli 2011 um 11:37 Uhr (#)

    Ich hätte hier eine (wahlweise für mobile Geräte optimierte) Website gestartet, die W3C Geolocation API wird ja inzwischen breit unterstützt. Zumindest von den wichtigsten Desktop Browsern, Mobile Safari und dem Android-Ding. WP7-Support dann wahrscheinlich im Herbst mit Mango und mobilem IE9. Ansonsten beschränkt man sich ja nur selbst.

    Oder welches Feature macht eine Telefon-App zwingend nötig?

    Spontacts an sich klingt ganz interessant, wenn mal genug Leute dabei sind :)

  5. Maren
    schrieb am 4. Juli 2011 um 13:52 Uhr (#)

    Ich finde die App eine ziemlich coole Idee, da sie für mich einen echten Mehrwert bietet. Bin kürzlich umgezogen und seit Jahren sportlich recht aktiv. Früher war es immer eine kleine, nette Gruppe oder zumindest eine weitere Person was den Spassfaktor deutlich erhöhte. Wenn man den ganzen Tag arbeitet bleibt nicht all zu viel Zeit neue soziale Kontakte zu knüpfen und gemeinsame Aktiviten zu planen.

  6. Nikkki
    schrieb am 11. Juli 2011 um 00:52 Uhr (#)

    Ein sehr interessantes Konzept, gerade wenn man Leute im eigenen Freundeskreis nicht kennt, die gleiches Interesse haben.

  7. bixli
    schrieb am 17. Oktober 2011 um 23:38 Uhr (#)

    Tolle idee und ausbaubar, schön dass es menschen ermöglicht ganz spontan ihren ausgleich zum stressreichen altag wieder zu finden und soziale kobtakte zu knüpfen.

  8. Walter Schärer
    schrieb am 19. Oktober 2011 um 18:48 Uhr (#)

    Gratuliere zum Interview im Schweizer Fernsehen!

  9. Titus Tomasi
    schrieb am 29. Oktober 2011 um 09:51 Uhr (#)

    Schade, dass man keine neune Interessen aufnehmen kann. Ich als Amateurfunker hätte gerne eine Rubrik Funk oder wie oben einer geschriben hat eine Rubrik Modelfliegen das würde mich auch sehr interessieren.

  10. daniel
    schrieb am 3. Dezember 2011 um 00:30 Uhr (#)

    bin nun schon von drei Seiten auf die app aufmerksam geworden und würde sie liebend gerne installieren – gäbe es sie auch für Android… weiss man schon in welchem Sommer die kommt? ;-))

    meine Favoritenrubrik – falls es die noch nicht gibt – wäre übrigens Tanzen – einfach so spontan jemanden finden für den Ausgang mit Salsa, Discofox etc.

    1. Manuel
      schrieb am 3. Dezember 2011 um 10:05 Uhr (#)

      Es scheint vorwärts zu gehen. Auf der Website ist ein Countdown aufgeschaltet:

      Spontacts für Android kommt in: 13 Tagen, 2 Stunden, 55 Minuten…

      Warten wir mal ab bis übernächsten Freitag! ;-)

    2. daniel
      schrieb am 3. Dezember 2011 um 11:55 Uhr (#)

      na das ist doch was: Sommer mitten im Winter! ;-)) danke!

Pingbacks

Pingbacks anzeigen...

Diesen Artikel kommentieren

Wir sind sehr an einer offenen Diskussion interessiert, behalten uns aber vor, beleidigende Kommentare sowie solche, die offensichtlich zwecks Suchmaschinenoptimierung abgegeben werden, zu editieren oder zu löschen. Mehr dazu in unseren Kommentarregeln.