Start der öffentlichen Beta-Phase:
Newsgrape will Autoren
Reichweite verschaffen

Newsgrape will die Publikation und den Konsum von Onlinetexten neu definieren. Nach vier Monaten im geschlossenen Beta-Test kann nun jeder bei der österreichisch-deutschen Plattform Beiträge veröffentlichen und sich mit Lesern sowie Autoren vernetzen.

16.055 Dollar konnten die Studenten Felix Häusler und Leo Fasbender rund um den Jahreswechsel über die Crowdfundingplattform Kickstarter von Spendern einnehmen, um eine Onlineplattform zu entwickeln, welche die Publikation und den Konsum von Onlinetexten neu definieren soll. Anfang Februar präsentierten sie die erste Pre-Beta-Version von dem Newsgrape getauften Projekt. Wir erläuterten damals die wichtigsten Funktionen.

Bei Newsgrape können Nutzer Texte verfassen, diese in wenigen Schritten online publizieren und sich mit anderen Usern und Autoren vernetzen. Der österreichisch-deutsche Dienst verfolgt damit ein ähnliches Konzept für Texte, wie es YouTube für Videos erfolgreich praktiziert.

Die zwei Gründer wollen mit Newsgrape vor allem das Problem des Reichweitenaufbaus für Onlinepublizisten lösen – durch die Vernetzungmöglichkeiten, Abo-Funktionen sowie die Bündelung von Texten in thematischen Magazinen möchte der Service Autoren und Bloggern dabei helfen, ihre Beiträge einer großen Leserschaft präsentieren zu können.

Vor wenigen Tagen begann Newsgrape die öffentliche Beta-Phase. Neben einem Feinschliff des äußeren Erscheinungsbildes beinhaltet dies vor allem die Entfernung des Invite-Only-Modus für diejenigen, die selbst Texte bei Newsgrape veröffentlichen wollen.

In dem jetzt abgeschlossenen, viermonatigen Closed-Beta-Stadium haben sich etwa 1.000 Nutzer bei Newsgrape registriert und 1.300 Artikel in fünf Sprachen online gestellt. 69.000 Unique Visitors sorgten in dieser Zeit für 273.000 Seitenaufrufe.

Mit dem öffentlichen Beta-Launch erhoffen sich die Newsgrape-Macher Felix Häusler und Leo Fasbender sowie ihr mittlerweile fünfköpfiges Team natürlich steigende Zugriffe und mehr Verfasser von Texten, die in 26 unterschiedlichen Sprachen bei Newsgrape publizieren können (die Benutzeroberfläche gibt es bisher auf Deutsch und Englisch, die Homepage jedoch offenbar nur auf Englisch).

In einer Pressemeldung zum Einläuten des öffentlichen Testbetriebs geht das Newsgrape-Team auch auf die Kapitallage ein: Neben den 16.000 Dollar (11.300 Euro) konnten nach der erfolgreichen Kickstarter-Finanzierung weitere 45.000 Euro aus privaten Quellen erschlossen werden. Momentan laufen Verhandlungen mit Geldgebern. Laut eigener Aussage habe man eine Kapitalspritze über eine Million Dollar für 30 Prozent der Anteile abgelehnt, weil so die langfristige Unabhängigkeit der Plattform nicht hätte garantiert werden können.

Als Erlösquelle soll Newsgrape ein automatisiertes Werbesystem dienen, das für Vermarktungseinnahmen im Umfeld eines Textes für den Autor zudem eine Umsatzbeteiligung von bis zu 75 Prozent vorsieht. Scharf geschaltet wird dieses Feature nach dem Abschluss des Beta-Stadiums.

Für die kommenden Monate auf dem Programm stehen außerdem die Lancierung einer Entwickler-API, Werkzeuge zum besseren Verbreiten eigener Texte im Social Web sowie ein Plugin, um im eigenen Blog hochgeladene Inhalte direkt zu Newsgrape zu schicken.

Die Idee eines YouTube für Texte wirkt auf dem Papier durchaus attraktiv. Wenn es Newsgrape gelänge, im Stile von Googles Videodienst aus Nobodys innerhalb weniger Tage Netzprominente mit Millionen von Aufrufen zu machen, dann würde sich das Startup schnell vor Autoren (und in der Folge Werbekunden) nicht mehr retten können. Zuerst muss diese Reichweite aber aufgebaut werden.

Und während Musikvideos, Katzenclips und skurrile Viralfilme jedes Videoportal bei der Schaffung von Bekanntheit unterstützen, muss Newsgrape sich dafür auf die Qualität und Vielfalt der eingestellten Texte sowie auf das das Renommee der Autoren verlassen. Ich bin sehr gespannt, wie dies funktioniert.

Link: Newsgrape

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1 Kommentar

  1. Tanja Handl
    schrieb am 17. Juni 2011 um 09:16 Uhr (#)

    Klingt interessant – allerdings nicht unbedingt massentauglich. Bin also mindestens genauso gespannt Martin. :)

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