Seedmatch:
Mit 250 Euro
Startup-Investor werden

Bei der neuen deutschen Onlineplattform Seedmatch präsentieren Startups mit Konsumentenfokus ihre Konzepte und können sich von Usern mit einem Mikroinvestment ab 250 Euro unterstützen lassen. Gründer Jens-Uwe Sauer beschreibt, für welche Jungunternehmen sich der Seedmatch-Ansatz eignet.

Jens-Uwe Sauer ist Gründer und Geschäftsführer von Seedmatch, einer Onlineplattform aus Dresden, die erstmalig in Deutschland Crowdfunding für Startups ermöglicht.

Crowdfunding hat sich in den letzten Monaten und Jahren immer stärker etabliert. Gerade für Startups auf der Suche nach dem benötigten Startkapital stellt diese neue Finanzierungsart, bei der eine Menge von Menschen mit kleinen Beträgen darüber entscheidet, ob ein Projekt das benötigte Kapital erhält, eine interessante Alternative zu den herkömmlichen Finanzierungswegen dar.

Aus diesem Grund bietet Seedmatch erstmalig in Deutschland Crowdfunding für junge Unternehmen an. Diese erhalten bei einem erfolgreichen Funding neben dem Kapital auch eine Vielzahl an aktiven Unterstützern. Doch welche Geschäftskonzepte können die Crowd begeistern zu investieren und welche Eigenschaften müssen die jungen Unternehmen und deren Gründer mitbringen, damit das Funding ein Erfolg werden kann?

Zuallererst sollte das Startup eine neue Geschäftsidee vorweisen können, die es schafft, eine Vielzahl von Menschen zu begeistern. Dabei ist es wichtig, dass das Konzept in wenigen Sätzen erklärt werden kann und auch für Menschen klar und verständlich ist, die sich zum ersten Mal mit den entsprechenden Produkten bzw. der Dienstleistungen beschäftigen. Es sollte auf einen Blick ersichtlich sein, welche Bedürfnisse und Probleme der Kunden gelöst werden und welches Alleinstellungsmerkmal (USP) das Geschäftsmodell ausmacht. In diesem Zusammenhang empfehlen sich besonders B2C-Unternehmen (Business to Consumer) für Crowdfunding, deren Produkte bereits fertig entwickelt und erhältlich sind, so dass potentielle Investoren sie selbst konsumieren und „erleben“ können.

Investoren erwerben Beteiligungen an den jungen Unternehmen, die in der Regel eine Laufzeit von fünf bis sieben Jahren haben. Aus diesem Grund sollte das Geschäftsmodell für den Zeitraum und darüber hinaus skalierbar sein. Für das Funding stellt das Startup in seinem Plattform-Profil einen Businessplan bereit, in dem alle wichtigen Informationen zum Unternehmen und dessen Konzept enthalten sind. Dieser muss schlüssig sein und die dargestellte Strategie sollte die Investoren überzeugen können.

Grundvoraussetzung ist somit zum einen das Expertenwissen über die eigene Branche und zum anderen die Fähigkeit, dieses wiederum Laien zugänglich zu machen. Weiterhin tragen Videos und Fotos von den Gründern und Produkten zusätzlich dazu bei, die Verständlichkeit der Geschäftsidee zu erhöhen und Nähe zu den Initiatoren zu erzeugen.

All diese Punkte schaffen Vertrauen für ein Investment. Sind die sogenannten Mikroinvestoren von der Geschäftsidee des Unternehmens überzeugt und langfristig an dessen Erfolg interessiert, unterstützen sie dieses, wenn sie sich in ihrem sozialen Umfeld darüber austauschen. Weiterhin sind Investoren auch potentielle Kunden und empfehlen die Produkte weiter, wenn sie damit zufrieden sind. Ziel der Startups sollte es sein, dass die Investoren eine emotionale Beziehung zu dem Unternehmen aufbauen können und zu aktiven Unterstützern werden. Eine offene Kommunikation ist dementsprechend Grundvoraussetzung.

Um die Aufmerksamkeit für den Fundingprozess zu erhöhen, sollte das Startup schon im Vorfeld die bestehenden Fans aktivieren, um auf den Fundingprozess aufmerksam zu machen. Dazu müssen vor allem die eigene Webseite, Blogs und die Social Media Kanäle genutzt werden. All diese Kanäle dienen auch dazu, während des Fundingprozesses und danach Entwicklungen zu kommunizieren und somit Transparenz zu schaffen. Ist eine proaktive Kommunikation ein fester Bestandteil der Unternehmenskultur, entsteht auch mit dem Crowdfunding kein Mehraufwand – im Gegenteil: Eine langfristige Investorensuche fällt weg, standardisierte Verträge reduzieren den rechtlichen, organisatorischen Aufwand und die Investor Relations können über die Crowdfunding-Plattform als One-to-many-Kanal langfristig gestaltet werden. Mit dem erhaltenen Kapital, der Crowd im Rücken und dem reduzierten Aufwand stehen die Chancen für ein erfolgreiches Wachstum sehr gut.

Für Schweizer Startups gibt es mit c-crowd eine ähnliche Plattform.

Über den Autor
Jens-Uwe Sauer ist Gründer und Geschäftsführer von Seedmatch. Die Online-Plattform ermöglicht erstmalig in Deutschland Crowdfunding für Startups. Diese präsentieren ihr Geschäftskonzept auf der Plattform und User können online bereits ab 250 EURO eine Beteiligung erwerben. Mit genügend Investoren erhalten Startups nicht nur das benötigte Kapital, sondern gleichzeitig eine Vielzahl von Unterstützern und somit Aufmerksamkeit. Seedmatch konzentriert sich vorerst auf B2C Startups aus den Bereichen Internet/Mobile, Erneuerbare Energien/Cleantech und Social Business – junge Unternehmen in der Seed- oder Startup-Phase, die das Potential haben, den zukünftigen Markt zu gestalten und deren Produkte unser Leben einfacher oder sauberer machen. Die Unternehmen sollten als UG oder GmbH gegründet sein.

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6 Kommentare

  1. maik
    schrieb am 16. Juni 2011 um 12:09 Uhr (#)

    Der Grund für den Erfolg von kickstarter ist der, dass kickstarter gerade ohne den BWL-Teil auskommt – keine Business-Pläne, keine Shareholder, keine Apotheker und Anwälte.

    Die “Investoren” von kickstarter-Projekten haben in aller Regel Gefallen an der Idee gefunden, sie wollen das fertige Produkt sehen/nutzen, die Musik hören oder die Ausstellung sehen – Kreative finden geldlose Wege ihre Fans zu begeistern – damit steht kickstarter ganz klar auf Seiten der Kreativen.

    Ihren Statements hier und dem Look ihrer Website zufolge, entwickeln sie voll an der eigentlichen Zielgruppe vorbei.

    Das Problem beim Crowdfunding ist nämlich nicht Leute zu finden, die überschaubare Summen zur Verfügung stellen – das Problem ist vielmehr Projekte und Kreative zu finden, die ihre Projekte bei Ihnen einstellen. Dafür brauchen sie aber eine Plattform, die sich genau mit diesen Leuten identifiziert.

    In der aktuellen Form nehme ich Ihnen genau das nicht ab.

    1. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
      schrieb am 16. Juni 2011 um 14:14 Uhr (#)

      Seedmatch und Kickstarter sind zwei unterschiedliche Ansätze.

      Bei Kickstarter hilfst du aus den von dir genannten Gründen, du spendest eher, als dass du investierst.

      Bei Seedmatch geht es darum, tatsächlichen Return on Investment zu erhalten, also um eine Geldanlage.

      So verstehe ich das zumindest.

  2. Marcel Weiß
    schrieb am 16. Juni 2011 um 14:06 Uhr (#)

    Bin verwirrt. Ist das jetzt hier nicht ungekennzeichnete Werbung? (CEO stellt eigenes Startup vor.)

  3. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 16. Juni 2011 um 14:09 Uhr (#)

    Nein das ist ein Gastbeitrag und erfolgte ohne jedwede Gegenleistung.

    1. Marcel Weiß
      schrieb am 16. Juni 2011 um 14:22 Uhr (#)

      Ich versteh die Überlegung dahinter nicht, warum Ihr das gemacht habt: Gastbeiträge sind super, aber Gastbeiträge, in denen die Macher ausschließlich ihr eigenes Angebot vorstellen dürfen? Umsonst noch dazu? Ich hoffe, das ruiniert nicht eure Werbeartikel-Preise, wenn sich rumspricht, dass man das auch kostenlos haben kann. ;)
      Dem Image von netzwertig.com schadet das mMn eher.

    2. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
      schrieb am 16. Juni 2011 um 14:44 Uhr (#)

      Ich bin dir für diesen Input dankbar.

      Grundsätzlich: Artikel, für die wir eine Gegenleistung erhalten, werden als Werbung gekennzeichnet.

      Für Gastartikel erhälten wir also grundsätzlich keine Gegenleistungen und sie basieren einzig auf der unabhängigen Redaktionsentscheidung, dass ein Thema für Leser interessant und relevant sein könnte, also Mehrwert bietet, und dass die inhaltliche Qualität des Textes unseren redaktionellen Ansprüchen genügt.

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